Manuelle Nachführung am Dobson

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RoStMu

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Ich stehe kurz vor dem Kauf eines Newton-Telesopes mit 150mm oder 200mm Durchmesser. Für den Anfang werde ich mich mit der Dobson-Montierung begnügen, bevor ich das Rohr in einem Jahr oder so auf eine parallaktische Montierung stelle. das heißt, ich werde zuerst ohne Nachführung beobachten.

Meine Frage: Wie lange kann ich ein Objekt (Mond, Planet, Galaxie...) beobachten, bevor es verschwunden ist? Muss ich gleichzeitig schauen und manuell nachführen oder einstellen und 5 Minuten beobachten bevor ich dann wieder nachstelle???

PS: Astrofotografei auf einer Dobson-Montierung? Die Kamera befestige ich doch sowieso immer hinter beim Okular, oder? Ohne Nachführung kannn ich zwar nicht lange belichten, aber ein normales Bild müsste doch trotzdem gehen, oder?

Betreff ergänzt vom Boardmaster
 
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Re: Nachführung

Wie lange du schauen kannst ohne nachzuführen hängt von der Vergrößerung und vom Gesichtsfeld deiner Okulare ab.
Ganz vereinfacht (um die Größenordnung anzugeben, nicht als genaue Formel gedacht) kannst du folgendermaßen rechnen:

Ausgehend von einfachen Okularen mit 50° Gesichtsfeld folgende Rechnung:
Teleskopbrennweite angenommen F =1200 mm,
Okularbrennweite angenommen f = 12 mm
ergibt eine Vergrößerung V = F / f = 100-fach.
50° Gesichtsfeld = 3000 Bogenminuten Gesichtsfeld bei 100-fach
ergibt ein wahres Gesichtsfeld von 3000 / 100 = 30 Bogenminuten.
Der Sternhimmel dreht sich in 24 Std. um 360°,
also in 60 Minuten 15°, in 1 Minute 0,25° = 15 Bogenminuten.
Es dauert also 2 Minuten, bis sich der Sternhimmel um 30 Bogenminuten weitergedreht hat.
Da du nicht ganz von Rand zu Rand beobachten kannst,
hast du bei 100-facher Vergrößerung also etwa 1,5 Minuten
zum Beobachten, bis du weiterschieben musst.

Also: bei 100-facher Vergrößerung 90 Sekunden,
bei stärkerer Vergrößerung entsprechend weniger
(doppelte Vergrößerung = halbe Zeit),
bei schwächerer Vergrößerung entsprechend länger.

Nochmal gesagt, um die große Diskussion um Verzeichnung, wahres Gesichtfeld, Feldblende usw. zu vermeiden:
dies ist eine grobe Näherung!
 
Re: Nachführung

Ok, die Rechnung klingt logisch. D.h., dass ich das Gerät ständig manuell nachführen muss. Stellt das ein großes Problem dar oder ist dies (bei etwas Übung) durchaus recht einfach machbar (paralell zum Beobachten)?
Und was meint ihr zu meiner PS-Frage?
 
Re: Nachführung

hey

zum fotografieren fast nicht machbar, und wenn nur kurz
visuell gar kein problem, die geräte sind ja so konzipiert.
aber wie bei allem, gibt es natürlich qualitätsunterschiede in der nachführmöglichkeit.
ein wenig feintuning kann mit jedem dobson leicht selbst vornehmen.
übrigens, wenn du möglichlichst lange beobachten möchtest achte darauf das dein gerät einen 2" okularauszug haben wird. ( es gibt auch tolle 1,25 WA okus, baer die grossen 2"er sind schon etwas feines)
ich besitzte einen 10" dobson GSO mit ein wenig tuning, nachführen ist hier kein problem.

allerdings hab ich schon ein paar "exclusive" und/oder eigenbauten nachführen dürfen, die meilenweit besser sind.

dennoch, mit allen geräten kein problem, auch nicht für einen anfänger

fotografie, naja der mond geht sicher, viel mehr wohl nicht, denn ab 2-3 sek belichtungszeit wird die erdrotation und damit die "bewegung" der sterne schon zu gross

gruss
thomas
 
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Re: Nachführung

Gut, soviel zum,,Kurbeln" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Meine Überlegun war eben folgende: Wenn sich die Objekte bewegen, kann ich sie logischerweise nicht lange belichten. Aber eben so ein Schnappschuss, der das wiedergibt, was ich auch beim reinscheuen sehe, müsste doch drin sein. Oder?

PS: Ich weiß, ich bin nervig. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />
 
niemand nervt der lernen möchte

du nervst hier niemanden, jeder ist auf andere angewiesen um zu lernen!!!!!!!!!!!

schnappschuss geht ja, ich habe mal den mond fotografiert, belichtungszeit 1 sekunde.
aber viel mehr geht nicht, da bei anderen objekten in 1 sek nicht genug licht licht gesammelt die nicht so hell wie der mond sind, und bei längere belichtungszeit eben eine nachführung von nöten wäre

gruss
thomas
 
Re: Nachführung

Hallo!

Nein, Du nervst nicht, denn jeder, der mit dem Hobby anfängt, hat Fragen.
Und ich habe den Eindruck, dass je länger man dieses Hobby betreibt, die Fragen, die man selbst stellt, umso komplizierter und auch umso mehr werden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Zu Deinen Fragen:

Du kannst Mond und Planeten wie Jupiter, Saturn und Mars mit einem Dobson fotografieren, weil nur kurze Belichtungzeiten erforderlich sind. Habe ich selbst schon gemacht.

Wenn Du eine Digitalkamera besitzt, sind auch, begrenze, Deepskyaufnahmen drin.
Der Orionnebel zum Beispiel ist hell genug, dass Du etwa 10 Sekunden aufnehmen kannst, bevor sich durch Strichspuren zeigen.
Das geht aber nur mir ´ner Digicam, weil die, Pi mal Daumen, um den Faktor 8 - 10 empfindlicher ist als ein vergleichbarer Film.
1 Sekunde Belichtung mit einer Digitalkamer enstprechen ca. 8 - 10 Sekunden Belichtung chemischer Art.

Das Problem wird sein, die Kamera an den Dobson zu bringen, ein ganzer Haufen Adapter ist dazu nötig.
Aber es geht!


Grüße
Thomas
 
Re: ständig schieben?

Hmmm...
90 Sekunden können aber auch sehr schnell umgehen, wenn man sich auf feine Details konzentriert. Mars beobachtete ich diese Saison rund 20 Minuten konzentriert, bis ich mich komplett "eingesehen" habe. Das Seeing sorgt gewöhnlich für ein waberndes Bild, aber hin und wieder gibt es Momente des Stillstandes. Diese Momente muß man nach Möglichkeit abpassen, um das Maximale aus dem Gerät rauszuholen.
Wenn Planeten beobachtet werden, wird übrigens gewöhnlich in größerem Masstab vergrößert, so dass sich die Nachrückrate entsprechend vergrössert.
Und nicht jedes Okular hat am Rand so ein schönes Bild wie im Zentrum. Ich besitze nur eins, und das ist ein Tak LE 5mm bei einem f/6er.
 
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