Manuelles MAP vs. Registax4-MAP

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wasguggsuda

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Mit dem Seeing kämpfen wir Astrofotografen ja alle mehr oder weniger - insbesondere mit seinem Einfluß auf astronomische Bildaufzeichnungen, in denen wie bei der visuellen Beobachtung nur mal der eine, dann wieder der andere Bildbereich schnellwechselnd scharfe Anblicksmomente bietet ... und zusätzlich diese Bildbereiche in der brodelnden Atmosphäre scheinbar gegeneinander hin- und herverschoben werden.
In der Webcamografie werden ja viele Bilder eines Motivs möglichst paßgenau übereinandergelegt (aligned), gemittelt und bearbeitet, und so lag nahe, für jeden Bildbereich jeweils ein eigenes Referenzbild zu suchen und damit eine jeweils "beste" Bildanzahl zu Bildern zu verarbeiten, die dann wiederum zusammengefügt werden, um eine möglichst hohe Schärfe über den ganzen Bildbereich trotz des Seeings zu erreichen - die sogenannte Multiple Alignment Point(MAP)-Technik, die bisher manuell recht umständlich war. Doch nun hat sie das Team um Cor Berrevoets in der brandneuen Registax4-Version integriert (vielen, vielen Dank!!!) und damit zu einer ohne große Umstände handhabbaren Technik gemacht.
Und so interessieren sich ja vielleicht auch andere für einen kleinen Vergleich meiner bis 2004 zurückliegenden umständlichen manuellen Versuche, Webcambilder mit jeweils verschiedenen Orientierungspunkten gemittelt zu einem Endergebnis zusammenzufügen, um das Seeing ein wenig auszutricksen und aus vorhandenen Geräten maximale Bildergebnisse herauszuholen.

Meine ersten ernsthaften Versuche mit der MAP-Technik fanden im April/Mai 2004 statt, noch mit Registax2 und verschiedenen anderen Programmen.
Darunter befand sich auch ein Copernicus-Video vom 28.05.2004, das bei mittelmäßigem Seeing, hier eine Beispielanimation des "besten" Einzelbildes und seines Nachbarbildes im 1/10sec-Abstand, entstand ...

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker2/2004_05_28_2300_copernicus_frame0807_0808.gif

... und dessen Ergebnis hier im Forum unter "Mein bester Copernicus bisher ..." gepostet wurde:

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker/2004_05_28_2300_200_1000_copernicus_sumreg01h_1500ext_002_sw_cropped.jpg

Die genauen Orientierungpunkte für dieses manuelle 5Punkt-MAP habe ich natürlich nicht mehr, aber da ich diese zentral am Zentralgebirge und radial in den Ecken statt an herausstehenden Merkmalen verteilt hatte, kommt es darauf auch nicht wirklich an - mit sehr ähnlicher Verteilung im neuen Registax4-MAP und fast gleicher Verarbeitung jedenfalls wird das Ergebnis auch sehr ähnlich, wenn auch etwas aufgehellt ...

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker2/2004_05_28_2300_200_1000_6x_copernicus_m5ap_sumreg03a5_1500exp_r050g100b010_rb0012_c100_b100_r100g100b100_g050050_hist000255_w020010000000000000_pse_div.jpg

... bei der nun sehr, sehr viel einfacheren Verarbeitung gegenüber der sehr zeitaufwendigen manuellen Technik ein erstaunlich gutes Ergebnis, wie ich finde.


Ein anderes MAP-Beispiel aus den letzten Monaten hatte ich hier unter "Sonne Mi 13.09. (130/650)" und "Sonnengranulation mit 4" Öffnung?" gezeigt und auch etwas dokumentiert, eine Aufnahme der Sonnengranulation in Sonnenmitte (Center Disk Granulation, CDG) mit nur vier Zoll Öffnung, hier zuerst wieder die Seeinganimation ...

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker05/2006_09_13_1700_22_130_0650_6x_cdg_m_0000_0150_0300_sumreg20a2_0150exp_r050g100b010_rb0000_c123_b100_r100g100b100_g065020_hist005255_w000015030000000000_bw_jpg090.gif

... dann eine Animation der wie oben fünf Einzelbearbeitungen, in der man den Schärfegewinn im Uhrzeigersinn verfolgen kann ...

Animation MAP-gestackter Granulationsbilder, 466kB!

... sowie des Ergebnisses:

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker05/2006_09_13_1700_22_130_0650_6x_cdg_mpa5_sumreg10a2_0300exp_r050g100b010_rb0000_c123_b100_r100g100b100_g065020_hist005255_w000015020000000000_w000007000000000000_ste_usm100005000_itxt.jpg

Hier ist das jetzt identisch bearbeitete Registax4-MAP-Ergebnis sogar ein klein wenig besser ...

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker2/2006_09_13_1700_22_130_0650_6x_cdg_5ap_sumreg10a3_0300exp_r050g100b010_rb0000_c123_b100_r100g100b100_g065020_hist005255_w000015020000000000_ste_usm100005000_itxt.jpg

... und das Dank der einfachen Registax4-Verarbeitung ausnahmsweise gern in Angriff genommene 9Punkt-MAP-Ergebnis ist natürlich deutlich besser - am eindrucksvollsten der vorher zwischen zwei Orientierungsbereichen liegende Bereich in Position 12 Uhr zum Bildrand hin:

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker2/2006_09_13_1700_22_130_0650_6x_cdg_9ap_sumreg20a3_0300exp_r050g100b010_rb0000_c123_b100_r100g100b100_g065020_hist005255_w000015030000000000_ste_usm150005000_itxt.jpg



Durch die Umsetzung der MAP-Technik in Registax4 ist diese damit sehr, sehr viel einfacher zu handhaben geworden, und auch Bedenken, daß durch eine Wahl aller Orientierungspunkte in nur einem "besten" Videobild, statt in einem jeweils für jeden Orientierungspunkt optimalen Bild, die Ergebnisse leiden könnten, scheinen sich nicht zu bestätigen (jedenfalls für meine bescheidenen non-HighEnd-Bilder) - Registax4 sucht "nur" für jeden gewählten Orientierungspunkt einen dem Programm jeweils optimal erscheinenden Bildsatz beliebiger Größe inkl. DifferenceCutoff im Video, das aber offensichtlich recht effektiv.


Kurz gesagt, ich bin über die Arbeitserleichterung und die Möglichkeiten des neuen Registax4 schlicht begeistert und finde die Arbeit von Cor Berrevoets und seinem internationalen Team, darunter aus Deutschland Steffen Brückner, einfach Klasse.

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Dietmar,

sehr schöne und anschauliche Aufstellung von Dir, das neue Registax scheint es uns ja bedeutend einfacher zu machen.
Werde einige Avis neu durchlaufen lassen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Viele Grüße Leo
 
Hallo Dietmar,

habe deinen Artikel einmal in der CCD Liste als Link gepostet, da das für alle Bilderfans wirklich wohl ein Quattensprung darstellen kann...
Danke für den Artikel, ohne den ich wohl nichts von Registax 4 gewußt hätte.

Cs
Oliver
 
Hallo Dietmar,

danke fuer den schnellen und informativen Bericht!
Neben dem MAP bin ich aber gespannt, ob die vielen kleinen und grossen Bugs der bisherigen Versionen angegangen wurden wie etwa Memory Leak beim PNG Import, Bugs beim Hochsamplen, Bugs beim Nutzen des generierten Ref.Frames, Bugs beim Histogramm... Schau'mer mal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Dietmar,

vielen Dank für den Hinweis und die tollen Vergleichsbilder. Eines wundert mich allerdings: Wie schaffst du es, die Granulation als Alignmentpunkt zu verwenden? Ich lasse gerade einige Videos durchlaufen, aber die Granulation klappt bei mir gar nicht. Den Punkt verliert er immer wieder und im Ergebnis gibt es ein Summenbild, das aus einigen völlig verwaschenen Bereichen (zum Teil auch im Flecken selbst, ab und zu vergleicht er die Bilder zB von Punkt 4 mit denen von Punkt 8) besteht.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,

um auf subtile Details wie die Granulation zu registrieren, ist nach meiner Erfahrung ein genaues Einstellen des FFT Filters noetig. Was die Automatik hier einstellt ist meist unbrauchbar, je nach Aufnahme und Rauschen habe ich mit Werten zw. 3-5 die besten Erfahrungen gemacht.
Das Thema FFT-Filter wirft gleich eine Frage zu Registax4 auf: Welchen Wert verwendet das Programm fuer die verschiedenen Registrierungspunkte, den jeweils eingestellten oder einen globalen ? In der Tabelle der Punkte wird der Wert nicht angezeigt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

danke für den Hinweis. Ich habe ein wenig mit den FFt-WWerten gespielt, bringt aber keinen Unterschied. Ich kann tun, was ich will, sobald ich das Alignment starte, wandert das Quadrat zur Bildmitte und bleibt da. Das endgültige "Bild" sieht dann aus wie Frankensteins Monster, wie ein falsch zusammengesetztes Mosaik. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />

Gruß
Stefan
 
Hallo,

Seit Stunden fummle ich mit MAP des neuen Reg4 an einer schwierigen Protuberanz rum. Im Ergebnis dessen bin ich nicht viel weiter gekommen als mit der alten Variante.
Die Zeitersparnis ist nicht sehr hoch, nur ein Bild als Referenz auswählen zu können ist für uns Sonnenbeobachter ein wirkliches Hindernis und letztens, bei der MAP bleiben bei mir immer die harten Grenzen der zentrierten Regionen stehen was sehr hinterlich ist. Wie bekomme ich diese nur weg?

Trotzdem ist das Programm absolute Spitze, vor allem am ruhigeren Mond wird es eine Erleichterung bringen.

cs Harald
www.unigraph.de
 
Geht mir genauso. Der Vorteil ist, das Programm führt vor Augen, was in den Rohbildern steckt. Aber ich werde wohl doch weiterhin beim manuellen MAP bleiben müssen. Die harten Zentrierungsgrenzen sind nicht verlustfrei wegzubekommen. In beinahe zwanzig Durchgängen ist nicht ein einziges Mal ein vernünftiges Ergebnis herausgekommen.

Gruß
Stefan

Nachtrag: Das gilt für meine Sonnenvideos. Beim Mond funktioniert es wohl.
 
Hallo Harald,

nur ein Bild als Referenz auswählen zu können ist für uns Sonnenbeobachter ein wirkliches Hindernis

Volle Zustimmung, allerdings sehe ich das auch fuer andere Aufnahmen wie etwa vom Mond nicht optimal. Allerdings kann die "Create Reference Frame" in dieser Hinsicht viel bringen, wenn sie denn jetzt vernuenftig funktioniert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Stefan,

gegen die harten Grenzen soll die "Feather" Funktion helfen, merkwuerdigerweise bekam ich aber mit aktiviertem "Feather" fiese Linienstrukturen an den Bereichskanten und ohne waren die Kanten auf den ersten Blick ok <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> Ein wirklich gutes Ergebnis aus Sonnenaufnahmen habe ich mit dem automatischen MAP aber auch noch nicht hinbekommen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />

Viele Gruesse,
Oliver
 
Hallo Stackfreunde,

Ich habs raus!

Die Grenzen bekommt man folgendermaßen nicht angezeigt, sind also auch nicht auf dem Bild drauf!

1.MAP Auswahl
2.Ausrichten
3.Mehrfachoptimieren - Häkchen bei singleoptimieren rausnehmen
4.Überlagern
5.Stackgraph aufrufen und die Stack - Bildanzahl einstellen
6.Die Stackgebiete anzeigen lassen
7.Damit bekommt man eine kleine Liste der Stackpunkte
8.Diese Liste von hintenbeginnend abarbeiten in dem man immer nur einen Stackpunkt mit Häkchen markiert. Aufpassen, dass der Stackgraph auch den Stackpunkt anzeigt und nicht einen anderen - sonst gibt es Überlauffehler.
9. Dann den nächsten Stackpunkt wieder mit überlagern abarbeiten usw.
Hat man es richtig gemacht verschwinden im Bild die gelben Anzeigegrenzlinien und nur das Zentrierkästchen bleibt welches man stacken will.

Rummfummeln bis es funktioniert.


Die Zeitersparnis ergibt sich aus den einmaligen Duchlauf beim Ausrichten und Optimieren. Alles andere muss dann auch wieder per Hand gemacht werden - also Wavelet, abspeichern usw.

cs Harald
www.unigraph.de

PS: für gutes mittleres Seeing an der Sonne würde ich unter Zeitnot eine MAP machen, sonst nicht, da man Detail verschenkt.
 
Hallo zusammen,

schön, daß mein Kurzbericht Interesse findet! Hoffentlich animiert er auch Registax-Unerfahrene, sich einmal einzuarbeiten, ich weiß noch zu gut, wie ich zuerst wie der Ochs vor dem Berge der Funktionen und Optionen stand. Und Automatiken sind wohl eher selten der beste Bearbeitungsweg.



Oliver, zu ehemaligen und neuen Bugs kann und will ich schon deswegen nichts schreiben, weil ich gerade erstmals die Final herunterlade ... ich hatte jedenfalls alle (logischer umgruppierten, finde ich) Funktionen wiedergefunden, und mehr, sowie recht problemlos meine persönlichen Tests gemacht.
Mit meinen ToUCam-ONR-Videos scheint die Auffälligkeit der damit fälligen Horizontalstrukturen etwas zu steigen, allerdings habe ich das nicht an Übergängen mit/ohne Feathering beobachten können. Spekulation: Vielleicht könnte es an Parametern wie der minimalen Entfernung der Alignment-Boxen liegen? Dort stelle ich 32 ein.


Stefan, Deine Probleme mit Granulationsvideos kann ich natürlich ohne Kenntnis des Rohmaterials schlecht nachvollziehen - aber über Olivers kundigere Ausführungen hinaus kann ich nur einmal mehr berichten, daß der "Compress"-Modus bei mir auch ohne manuelle FFT-Tüftelei die besten Ergebnisse bringt, und daß ich meine, daß man sich von der Vorstellung der Orientierung der Registrierung an markanten Bildpunkten zugunsten von Bildfeldern verabschieden sollte. So gelingen mir auch Stacks von noch strukturloser wirkenden Sonnenrandgebieten OHNE Sonnenflecken oder andere markante Einzelmerkmale, wie schon oft vorgezeigt. Für die gezeigte Granulation habe ich die 256pix-Orientierungsfelder einfach in Mitte und Ecken gelegt (5AP) bzw. als regelmäßige 3x3 Matrix angelegt.
Das bereits erwähnte und schon aus iMerge bekannte "Feathering" habe ich in Registax4 bisher noch nicht nötig zu gebrauchen.


Harald, ich dachte auch, nur ein einziger Referenzframe für MAP sei zu wenig - aber wie ich schon schrieb, bin ich mit den Egebnissen an Sonne und Mond durchaus zufrieden. Allerdings habe ich keine Protuberanzenvideos zum Bearbeiten. Und ich mache wie bisher immer drei Durchgänge: Mit einem manuell aufgesuchten Referenz-Einzelframe ein bearbeitetes Referenzergebnis bilden (statt des von Oliver schon schön angeführten ""Create Reference Frame"), und mit diesem inkl. dann angeschalteter Vorfilterung/Schärfung zweimal neu optimieren.
Trotzdem ist die Arbeitserleichterung für mich ganz enorm, wünschenswert wäre allerdings noch eine Möglichkeit, meine Standardeinstellung eines DifferenceCutOffs von den global meist von mir voreingestellen 40 Frames auf ebenfalls global 30 Frames nur einmal einstellen zu können, statt das für jeden AP getrennt tun zu müssen.



Wenn ich dem Final-Gaul in's Maul geschaut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> habe, werde ich jedenfalls hoffentlich mit eventuellen Fehlerberichten und Anregungen wie viele andere zur Weiterentwicklung des tollen Programms beitragen können.

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Harald,

vielen Dank für die Auflistung. Hatte noch nicht bemerkt, dass man für jeden Stackpunkt einen Graphen aufrufen kann (war ja auch logisch, hätte mich gewundert). Das werde ich mal versuchen.

Stefan
 
Hallo Stefan,

leider habe ich (kein Experte) keine eingeführte oder bessere Begrifflichkeit für "Orientierung an Bildfeldern":
Meine härtesten zu knackenden "Nüsse" waren hochvergrößerte Sonnenrandgebiete, mit oder sogar ohne Fackelgebiete - hast Du das mal versucht? Versuchte ich den Sonnenrand als hochkontrastige Orientierung zu nehmen, so wanderte der Suchalgorithmus fleißig am Sonnenrand entlang umher, um sich dann meist Richtung außerhalb des Videoausschnitts zu verabschieden. Die Sonne selbst bietet im Weißlicht in der perspektivischen Verkürzung des Blicks auf den Sonnenrand nicht einmal auflösbare Granulation, und auch Fackelgebiete sind eher ziemlich schwachkontrastig ... und das im stark wechselnden Tagesseeing mitten in der Sonneneinstrahlung.
Die Lösung war, mit den beschriebenen Einstellungen ein möglichst großes, also hier 256pix-Orientierungsfeld möglichst weit weg vom Sonnenrand anzuwählen - so relativ nahe am Sonnenrand kann man sowohl auf die als sehr feine Hell/Dunkel-Struktur bzw. Körnung erkennbaren "Superstrukturen" der Granulation fokussieren, als auch diese, obwohl ohne jedes signifikante Einzelmerkmal, als Orientierungsfeld benutzen.
Neugierig wie immer, machte ich dann die verblüffende Erfahrung, daß auch Sonnenfleckenvideos oft besser gestackt wurden, wenn ich die Mitte des Orientierungsfeldes in ein eher strukturschwaches Gebiet neben, statt auf die markantesten Details des Sonnenfleckes legte.

Ohne das "Wie?" als Laie erklären zu können, habe ich den Eindruck, daß bereits eine leicht unregelmäßige und damit ausreichend "individuelle" Hell/Dunkel-Struktur den Suchalgorithmen ausreicht, während die Suche nach einem signifikanten Merkmal bei allfälligem Seeing auch gern auf ähnliche Merkmale "springt" - der auch von Dir erwähnte "hüpfende" Rahmen eben.

Ist das jetzt verständlicher ausgedrückt?



Als bei miesem Seeing schwierigeres Objekt habe ich auch mal ein 8"-f5er-Video des sehr interessanten Timocharis vom Mai 2004 durch Registax4 laufen lassen, das aufgrund des Seeings und der f5-"Chinaböller-Optik" vergleichbare Probleme mit fast strukturlos wirkenden Gebieten am Mond zeigt - hier mit MAP-Verteilung:

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker2/2004_05_28_2342_timocharis_hyuv_8ap_sumreg04a3_1500exp_r050g100b010_rb0203_c100_b100_r100g100b100_g050050_hist005255_w000040010000000000_f10_bl40_085la_sh03_3_crop.jpg

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker2/2004_05_28_2342_timocharis_hyuv_8ap_sumreg04a3_1500exp_r050g100b010_rb0203_c100_b100_r100g100b100_g050050_hist005255_w000040010000000000_f10_ap_bl40_085la_sh03_3_crop.jpg

Bei wenig brauchbarem Seeing als DivX-komprimiertes Video im verrauschten Werksmodus der ToUCam aufgenommen, zeigt das Bearbeitungsergebnis (85% Größe) doch erstaunlich viele Details nicht nur an Timocharis mit seinem Einschlagskrater im Zentralgebirge (dazu aus meiner Linksammlung: LAC40, Apollo15-Bild in den Apollo 15 Flight Journal Images, Apollo17-Highres-Bild zu Erläuterungen Figure142 im APOLLO OVER THE MOON: A VIEW FROM ORBIT (NASA SP-362), Chapter 5: Craters (4/6)) - sondern sogar gleichzeitig links darunter deutlich den Kleinkrater Timocharis AA .

Sicher werde ich mich noch über etlichee archivierte Videos hermachen, auch wenn deren Ergebnisse mir damals wie heute wenig vorzeigewürdig erschienen/erscheinen - auf das relativ einfache MAP-Stacking in Registax4 habe ich als relativ fauler Mensch doch sehr gewartet ...


Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Dietmar,

vielen Dank für deine ausführliche Erläuterung. Ich denke, deinen Ansatz verstanden zu haben. Du versuchst also, das Problem im Seeing "untergehender" Feinstrukturen dadurch zu umgehen, dass du Registax auf größere Strukturen mitteln lässt. Die Idee gefällt mir gut, die Frage ist nur, ob eine hinreichende Genauigkeit erzielt wird. Nutzt du eigentlich das Resampling?

Ich werde das jedenfalls auch einmal ausprobieren.

Beste Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan,

noch schnell vor dem späten Essengehen: Uff, angekommen - ich habe mich etwas umständlich ausgedrückt, fürchte ich.
Nein, Resampling nutze ich in Registax nicht, lediglich beim Verkleinern hinterher, meist "Lanczos" in Irfanview. Brauchbares Halb- oder Viertelpixel-Alignment wäre aber schön, wenn ich denn genügend Bilddetails hätte.
Die Genauigkeit des Stackens auf größere Strukturen ist oft gar nicht mal schlecht, aber natürlich erst recht ein statistischer Ansatz - aber ich werfe sowieso immer ein Viertel des Stacks mit DifferenceCutOff brutal weg, und wenn es auch die schärfsten Bilder sind.

Da bin ich mal gespannt auf Deine weiteren Werke!

Besten Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo,

ich habe mal sämtliche Tipps befolgt: "Bereichsmittelung" (funktioniert soweit wirklich gut!), Kurven einzeln festgelegt usw. Dieses Ergebnis kam dabei heraus:

Link zur Grafik: http://home.tiscali.de/heutz/sonne_2006_08_13_6.jpg


Soweit gut, aber der Bereich links unten ist zu dunkel und offensichtlich sind nur wenige Bilder gestackt worden, obwohl die Graphen entsprechend angepasst worden sind (angeblich sollten es über 300 Frames sein).

Was mache ich falsch?

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,

Richte dich nach meiner Arbeitsliste. Du musst erst alle Bilder insgesamt stacken (Nr.4), dann die einzelnen Stackgebiete auswählen, bei den anderen das Häkchen entfernen (die Schritte 5 bis 8). Somit bekommst du im Anzeigefenster sämtliche Grenzen weg und nur das Zentrierkästchen bleibt übrig. Auf deinem Bild ist die linke obere Grenzen deutlich zu sehen. Das darf nicht sein. Es könnte sein, dass beim linken unteren Teil das Stackgebiet nicht mit der Stackkurve übereinstimmt.
Trotzdem nochmal jeden einzelnen Schritt überprüfen.

cs Harald
www.unigraph.de
 
Hallo Harald,

nochmals danke für deine Antwort. Ich verstehe noch nicht ganz, was du mit

Du musst erst alle Bilder insgesamt stacken (Nr.4), dann die einzelnen Stackgebiete auswählen, bei den anderen das Häkchen entfernen (die Schritte 5 bis 8).

meinst. Welche Häkchen? Wenn ich auf stacken klicke, dann stackt Registax halt das ganze Bild, ich habe danach keine Möglichkeit mehr, nochmals Teilbereiche zu stacken.

Gruß
Stefan
 
Wenn ich auf stacken klicke, dann stackt Registax halt das ganze Bild, ich habe danach keine Möglichkeit mehr, nochmals Teilbereiche zu stacken.

Stimmt nicht!
Hat R4 alles gestackt (ohne prozentuale Begrenzung also 0 einstellen), gehst du auf -Stackgraph anzeigen- (Menü Optionen und -Ausrichtungsgebiete anzeigen- (Menü: Mehrpunkt stacking Optionen)

1. Jetzt erst wählst du unter Stackgraph die Anzahl der Bilder aus die gestackt werden sollen und 2. hast du jetzt eine kleine Tabelle der Ausrichtungspunkte (z.B. Point 1 bis 4)vorliegen - die ist meist hinter dem Stackgraph versteckt! vorholen.
2. Jetzt nimmst du aus dieser Tabelle die Häckchen raus aller Punkte die nicht gestackt werden sollen (also 1 bis 3 - lass den letzten Punkt 4 angehakt. Dann musst du auch noch unter dem Stackgraph den Ausrichtungspunkt auswählen der mit dem Punkt aus obiger kleinen Tabelle übereinstimmt (also Point 4 in Tabelle markiert sonst keine weiteren, und Point 4 unter der Stackgraph ausgewählt.

Jetzt sind alle angezeigten Stackgebietsgrenzlinien verschwunden und nur das Zentrierkästchen von Punkt 4 wird angezeigt und auch das nur gestackt. Speichere dieses gestackte Bild ab und verfahre mit den restlichen Stackpunkten genauso (also Punkt 3 anhaken alles andere raus und Punkt 3 unter dem Stackgraph einstellen). Dann PS und die Stackgebiete manuell zusammensetzen. Fertig!

Ob dies so von den Programmieren gewollt war weiß ich nicht, aufjedenfall funktioniert es. Es geht auch nicht wenn man das erste gemeinsame Stacken überspringt - dann kommt nämlich beim einzelnen Stacken eine Fehlermeldung.


cs Harald
www.unigraph.de

PS: Ich gehe davon aus, dass bei dir das AVI als Bmp`s vorliegen. Wenn dies der Fall ist kannst du im R4 wie auch im R3 Programm beliebig vor und zurückgehen. Das klappte bei mir im R3 Programm nicht, wenn ich das AVi File aufgerufen habe - nur wenn die Bilder einzeln vorliegen ging es vor und zurück.
 
Hallo Stefan,

das sieht für ein Summenbild doch prinzipiell schon mal ziemlich gut aus! Deine Fehlerbeschreibung und das Bild wirken auf mich, als wenn die Alignment Box im Suchlauf außerhalb des Bildfelds geraten wäre, was nach meinen Registax-Erfahrungen sowohl bei schwankendem Bildaufnahmefeld als auch bei desorientiertem Suchalgorithmus vorzukommen scheint und dazu führt, daß der "Quality Estimator Disabled" wird - hat man das Alignment nicht direkt beobachtet, was ja auch immer zu Detailstudien interessant ist, so erkennt man das auch hinterher im Stackgraphen an einer zweifachen Difference- und Quality-Kurve, erst links ein kurzer Anstieg/Abfall und dann rechts davon ebenso noch einmal. Da kann helfen, die Alignment Box beim nächsten Versuch anders bzw. weiter bildeinwärts zu plazieren.
Hilft das?

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo zusammen,

ich hab natürlich auch ein wenig mit R4 gespielt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />
Anfänglich waren da auch Probleme beim "finden" der Referenzpunkte, besonders bei Protuberanzen, aber wenn man sich drauf einstellt was R4 schmeckt, gehts ganz gut. Das Kantenproblem kann einerseits mit der Feather-Funktion verringert werden, und andererseits durch Knausern - weniger Referenzpunkte sind manchmal "mehr". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Man sollte, wie ich finde, auch nicht zu viel erwarten / verlangen - aus grottigem Seeing kann auch das beste Programm keine perfekten Bilder zaubern. Es bringt meiner Meinung nach kaum was bis nichts, alle 10 Pixel einen Alignment-Punkt zu setzen. Und ganz ehrlich - alle 80-100 Pixel eine "scharfe Insel" in einem Meer aus Matsch sieht auch nicht toll aus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />

Zum sammeln von neuem Material komm ich momentan nicht, darum hab ich mich mal an einer "alten" Aufnahme vergangen.
Link zur Grafik: http://www.strehlbuster.com/misc/reg4_vergleich002.jpg

Das Seeing war relativ... bescheiden. Das meiste der Bearbeitung lief mit den R4-Vorgaben, bzw. automatisch, ohne groß manuell was einzustellen.
 
Hallo Harald,

nochmals danke. Diese Tabelle habe ich bislang nicht gefunden, werde nun aber gezielt danach suchen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Dass du die Einzelbilder dann in PS zusammensetzt und dies nicht von R4 erledigen lässt, erklärt natürlich, weshalb du keine sichtbaren Grenzen mehr erhältst.


Die Videos lasse ich als avis laufen, das spart Rechnerleistung (bilde ich mir ein) und funktioniert genauso gut.

Gruß
Stefan
 
Hallo Dietmar,

eine Fehlerquelle habe ich tatsächlich ausgemacht: Die Quadrate der Alignmentpunkte dürfen sich nicht überlappen. Tun sie dies, so werden die überlappenden Gebiete doppelt wiedergegeben, indem der eine Bereich einfach an den anderen angesetzt wird, obwohl damit eben ein Streifen doppelt vorhanden ist.

Beste Grüße
Stefan
 
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