Mare Orientale, wer hat es gesehen...

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CaptainKirk

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Hallo Mondfreunde,
am Abend des 20.01.2019, neun Stunden vor der Mondfinsternis, war wieder das Mare Orientale zu sehen. Es beginnt bei den Montes Cordillera und zieht sich über die Montes Rook bis auf die Mondrückseite hin. Es kann am besten und detailreichsten bei sehr günstiger Libration (vor allem in Länge) beobachtet werden. Diese war an diesem Tag aber nur Durchschnitt, dennoch sind viele Details zu sehen. Es ist eigentlich ein kreisrundes Einschlagbecken.
Ich habe den Bildausschnitt mal so wie in dem Buch: Fotografischer Mondatlas, Oculum Verlag, Karte 68 gewählt, um einen Vergleich der Details zu erleichtern. Dort ist auch ein Bild dieses Mares ohne perspektivische Verzerrung zu sehen (empfehlenswertes Buch für Mondbeobachter).
Im Rükl Mondatlas sind es die Karten 39 und 50.
Schaut mal, wie weit man die Montes Cordillera und Montes Rook verfolgen kann ! Oder Lacus Autumni, ein Lavasee, daher der dunklere Boden. Krater Schlüter oben im Bild mit wunderschönem Zentralberg. Es gibt noch viel zu entdecken auf dem Bild, die genannten Bücher helfen da sehr.
Wie immer ein Einzelbild in romantischer Bildqualität etwas wärmer im Farbton abgestimmt.
Refraktor ED 115/890 mit 2x und 1,4x Fotokonverter und Olympus OMD-EM 10/II Fotokamera.

Viel Spaß bei dieser kleinen aber seltenen Mondrundreise wünscht Olaf.
P1200076Jpeg.jpg
 
CO(S)MIC SANS!

Bei aller Ernsthaftigkeit, den konnte ich nicht in mir behalten.
Seit einiger Zeit habe ich auch eine alte Ausgabe des Rükl und finde die Librationskarten sehr interessant, ebenso aber auch die ausführliche Einleitung vor den normalen (orthografischen?) Karten.
Ein Blick an den (über den Teller-) Rand lohnt sich.

CS,

Henning
 
Hallo Olaf,
als alter Mondfreak hab ich an dem Abend auch beobachtet und finde deine starke HiRes-Aufnahme eine phantastische Referenz für meine eigenen Aufzeichnungen. Danke fürs Zeigen
Gruß
Thorsten
 
Hallo Henning, gut erkannt (und umgewandelt), die Schriftart ist Comic Sans MS. Ich mag sie. Ein Haupthobby am Mond von mir ist ja die"Jagd" nach seltenen Monddetails in den Librationsgebieten, da sollte man sich schon vorher Gedanken über die Libration machen wo sich eine Beobachtung lohnt.
Hallo Thorsten, freut mich das die Aufnahme gefällt.
Hallo silver und Mario, Danke für die "Gefällt mir" Daumen und Mario, Euer Mondbuch ist wirklich sehr schön und jedem Mondinteressierten zu empfehlen. Wenn es jetzt noch ein solches Buch nur mit den seltenen Librationsgebieten gäbe...
Gruß Olaf.
 
Hallo Mondbeobachter,
es gibt viele interessante Objekte auf dem Mond. Bei den meisten ist allein der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen entscheidend. Anders ist es in Randnähe, bei der die Ansichten sehr abhängen von der Libration. So ist das Mare Orientale nur selten gut zu sehen. Deine Aufnahme, Olaf, zeigt sehr deutlich dieses Randgebiet, obwohl die maximale Libration noch nicht erreicht war. Ich habe dieses Gebiet schon mehrfach beobachtet. Allerdings ist die Qualität der Aufnahmen unterschiedlich. Hier eine recht gute Aufnahme: Aufnahme vom 03.02.2016 Dieses Bild ist ein Teil meines Mondatlas. In diesem habe ich meine Bilder eingeordnet. Falls Interesse besteht, kann man in meiner Hompage auch die Libration berechnen: Berechnungen, auch Mondlibration.
Leider bin ich in letzter Zeit nicht oft zu Mondbeobachtungen gekommen, ich wünsche weiterhin viel Erfolg beim Erfassen der Randgebiete.
 
Hallo Mario, stimmt, da werde auch ich noch einige Zeit zu tun haben, aber es wäre ja auch langweilig, wenn es einfach und schnell ginge...und dann kauft man ein größeres Fernrohr und fängt von vorne an...

Hallo Karl-Heinz, Danke für deine umfangreiche Anmerkung und die Links auf deine Seite. Die Homepage kenne ich gut, ich habe mir nämlich seit Jahren die Ephemeriden vom Mond (vor allem Librationswerte...) ausgedruckt, immer Jahresweise, früher war so etwas ja im Ahnert enthalten. Danke für die Bereitstellung. Ich persönlich arbeite ja auch gerne mit "Papier". Bei deiner Aufnahme vom Mare Orientale war eine sehr gute Libration, ein wenig mehr geht auch noch und dann das ganze am Terminator ein paar Stunden vor Vollmond. Müsste man mal nachsehen, wann das wäre, wohl in ...Jahren...
Gruß Olaf.
 
Hallo Olaf,
tatsächlich habe ich das auch gesehen, bzw. fotografiert. Da ich gelesen hatte, dass die Libration nur durchschnittlich ist, habe ich auf den Rand nicht so sehr geachtet - bis ich deine Identifikationen zum Nachvollziehen gesehen habe. Danke dir sehr! Das Bild ist ein 14teiliges Mosaik mit ASI290mm und 6"f8 Achro, leider war das Seeing nicht so gut. Wir waren wohl etwa zeitgleich unterwegs, ich um 21.00 Uhr. Ein Vergleich ist vlt. interessant?
Ich bin so frei und hänge das Bild und den Link zu 100% dran Moon 20.01.2019 152mm refractor (Spacecadet) - Full resolution | AstroBin
Bild hier auf 800 Pixel Breite verkleinert
Viele Grüße und CS
Martinq.jpg
 
Hallo Karl-Heinz,
das ist ein sehr schöner Aufsatz über die Libration, über deinen Link oben sollte jeder alle Daten über geeignete Beobachtungszeiten finden. Mal kurz überflogen scheint mir für das Mare Orientale erst wieder Februar/März 2020 günstig zu sein hinsichtlich Libration. Muss ich aber noch mal genau ermitteln.

Martin, passt sehr gut, dein Bildbericht. Sehr schönes und vor allem großes Mondmosaik. Hast du einen Farbfilter verwendet beim 152mm Achro? Meine Empfehlung wäre beim Achromat ein Grünfilter, hilft gegen roten- und blauen Farbfehler und damit sogar gegen die Refraktion bei niedrig stehenden Objekten. Meine Aufnahme ist um 21:02 MEZ entstanden. Bei den Leserbildern von SuW , Spektrumverlag, kann man eine vergrößerte Version aufrufen.. Mal schauen, ob ich einen Link hier rein bekomme.
Gruß Olaf.

Link: (vergrößern dann: komplettes Bild anzeigen)
Mare Orientale neun Stunden vor der Mondfinsternis
 
Hallo Olaf,
danke für dein Interesse an meinen Seiten über den Mond.

Es ist tatsächlich nicht so, dass man auf dem Mond fortlaufend alle Dateils beobachten kann. Vom Wetter abgesehen ist es nachteilig, wenn der Mond nur geringe Höhen über dem Horizont erreicht. Will man bestimmte Beleuchtungsverhältnisse beobachten, braucht man schon etwas Gedult, bis der Mond sich wie gewünscht zeigt. Bei randnahen Gebieten kommt die Libration hinzu, und dann muss man sich auf günstige Zeiten vorbereiten, sonst verpasst man diese recht seltenen Gelegenheiten. Und hier sind meine Ephemeridenseiten sicherlich sehr hilfreich.

Viel Spass beim Planen und Beobachten
und beste Grüße
Karl-Heinz
 
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