Christian_P
Aktives Mitglied
Hallo liebe Planetenfreunde,
gestern hatte ich wieder Gelegenheit, den Mars zu videografieren. Es wurde nach Mitternacht schon empfindlich kalt, das Seeing war aber besser als man den Beobachtungen am Vorabend entnehmen konnte. Die geringe Horizonthöhe macht die Sache auch nicht leichter.
Es kam die gute alte QHY5-II (Alccd5-II) CMOS-Kamera mit 5.2µm Pixelraster bei folgenden Einstellungen zum Einsatz: 15ms in allen Kanälen, Rot Gain ~ 58%, Grün Gain ~ 70%, Blau Gain ~ 85%. Da Mars rotdominierend ist, fällt der Grün- und Blaukanal in der Intensität stark ab. Deswegen habe ich nach geregelt, um bei allen Kanälen auf eine ca. 66%ige Ausnutzung des Histogramms zu kommen. Die Kamera lief mit der Funktion row noise reduction und ca. 60fps. Ich habe im R,G,B und L jeweils ca. 5000 Bilder aufgenommen mit folgenden Verwendungsraten in Autostakkert Version 2.3.0.8 Alpha unter Nutzung von 3*Drizzle: Rot 30%, Grün 40%, Blau 50% und Luminanz 45%. Das war als Ausgleich zu den erhöhten verwendeten Gain-Werten gedacht, denn im Grün- und Blaukanal ist sonst bei gleicher Bilderanzahl schneller Rauschen zu sehen. Das tat hier aber nicht viel zur Sache, da der Rotkanal die meisten 'Strukturinformationen' enthielt. Den Luminanz-Kanal habe ich nur testweise mit aufgenommen. Er kam nicht weiter zum Einsatz, da er weniger Details als der Rotkanal zeigte. Die Kameraanbindung erfolgte am C8 XLT (f/10) mit der Celestron-Ultima-2xBalowlinse, was eine Blendenzahl von ca. 16 ermöglichte. Damit erfüllt diese Anbindung ziemlich genau den Wert 3*p.
Geschärft wurde erst in Giotto mit dem MexHat-Filter: Filterform Rechteck, Charakteristik Quadrat, Rauschfilter in Mitte Rechteck, Filtergröße 9, Rauschfiltergröße 7, Stärke 200%, jeweils jeden Kanal einzeln. Dann erfolgte die Derotation und gleichzeitige Erstellung des RGB in WinJUPOS. Das Marsscheibchen war danach gelblich, da Grün- und Blaukanal noch zu stark gewichtet waren. Durch Farbkorrektur in Fitswork (Weißwert setzen) wurden die Farben wieder 'gerichtet'. Dann schärfte ich noch leicht mit dem Wavelet-'Rauschfilter'. Die Präsentation und eine minimale Unscharfe Maske in Photoshop waren die letzten Schritte der Bildbearbeitung.
Link zur Grafik: http://www.diffraction.de/astronomy/pictures/planets/mars_2014_03_12_0113UT.jpg
Marskarten-Ansicht erstellt mit WinJUPOS
Link zur Grafik: http://www.diffraction.de/astronomy/pictures/planets/mars_2014_03_12_0113UT_map.jpg
Anregungen und Diskussionen sind immer herzlich willkommen.
Viele Grüße und CS,
Christian
gestern hatte ich wieder Gelegenheit, den Mars zu videografieren. Es wurde nach Mitternacht schon empfindlich kalt, das Seeing war aber besser als man den Beobachtungen am Vorabend entnehmen konnte. Die geringe Horizonthöhe macht die Sache auch nicht leichter.
Es kam die gute alte QHY5-II (Alccd5-II) CMOS-Kamera mit 5.2µm Pixelraster bei folgenden Einstellungen zum Einsatz: 15ms in allen Kanälen, Rot Gain ~ 58%, Grün Gain ~ 70%, Blau Gain ~ 85%. Da Mars rotdominierend ist, fällt der Grün- und Blaukanal in der Intensität stark ab. Deswegen habe ich nach geregelt, um bei allen Kanälen auf eine ca. 66%ige Ausnutzung des Histogramms zu kommen. Die Kamera lief mit der Funktion row noise reduction und ca. 60fps. Ich habe im R,G,B und L jeweils ca. 5000 Bilder aufgenommen mit folgenden Verwendungsraten in Autostakkert Version 2.3.0.8 Alpha unter Nutzung von 3*Drizzle: Rot 30%, Grün 40%, Blau 50% und Luminanz 45%. Das war als Ausgleich zu den erhöhten verwendeten Gain-Werten gedacht, denn im Grün- und Blaukanal ist sonst bei gleicher Bilderanzahl schneller Rauschen zu sehen. Das tat hier aber nicht viel zur Sache, da der Rotkanal die meisten 'Strukturinformationen' enthielt. Den Luminanz-Kanal habe ich nur testweise mit aufgenommen. Er kam nicht weiter zum Einsatz, da er weniger Details als der Rotkanal zeigte. Die Kameraanbindung erfolgte am C8 XLT (f/10) mit der Celestron-Ultima-2xBalowlinse, was eine Blendenzahl von ca. 16 ermöglichte. Damit erfüllt diese Anbindung ziemlich genau den Wert 3*p.
Geschärft wurde erst in Giotto mit dem MexHat-Filter: Filterform Rechteck, Charakteristik Quadrat, Rauschfilter in Mitte Rechteck, Filtergröße 9, Rauschfiltergröße 7, Stärke 200%, jeweils jeden Kanal einzeln. Dann erfolgte die Derotation und gleichzeitige Erstellung des RGB in WinJUPOS. Das Marsscheibchen war danach gelblich, da Grün- und Blaukanal noch zu stark gewichtet waren. Durch Farbkorrektur in Fitswork (Weißwert setzen) wurden die Farben wieder 'gerichtet'. Dann schärfte ich noch leicht mit dem Wavelet-'Rauschfilter'. Die Präsentation und eine minimale Unscharfe Maske in Photoshop waren die letzten Schritte der Bildbearbeitung.
Link zur Grafik: http://www.diffraction.de/astronomy/pictures/planets/mars_2014_03_12_0113UT.jpg
Marskarten-Ansicht erstellt mit WinJUPOS
Link zur Grafik: http://www.diffraction.de/astronomy/pictures/planets/mars_2014_03_12_0113UT_map.jpg
Anregungen und Diskussionen sind immer herzlich willkommen.
Viele Grüße und CS,
Christian