Mars 22-10-22

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Canonist

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Hallo zusammen.

Das Wetter kooperiert nur selten im Moment. Gestern Abend klarte es vorübergehend für ein paar Stunden auf, die Chance habe ich für Jupiter und Mars genutzt.

Seeing: Wie erwartet war wieder Jet Stream erkennbar, diesmal wieder sehr nah am Fokus, eigentlich fast damit zusammen. Ansonsten ging das Seeing eingentlich, so wie man es von der MB-Prognose hätte erhoffen können.
Zu Jupiter, mit dem ich begonnen habe, später was. Zuerst Mars.
Der stand zu Beobachtungsbeginn noch niedriger als Jupiter und hatte gegen Mitternacht MESZ trotzdem etwas besseres Seeing, so dass Aufnahmen am C14 mit 2xBarlow möglich wurden.

Zwei Ergebnisse füge ich an: Das eine entstanden mit der ASI485MC Farbkamera und noch sehr zurückhaltend (unter Auslassung von Gebieten mit erkennbaren atmosphärischen Erscheinungen) aufgepeppt durch einen ASI290MM-IR685-Auszug.
Das zweite ein IR-RGB, das sich vom Direktfarbbild vor allem durch die Betonung der atmosphärischen Erscheinungen unterscheidet.
Auflösungstechnisch sind sich beide Bilder sehr nah, in dem, was sie zeigen aber auch sehr verschieden.

So fällt es im RGB-Bild deutlich leichter, die immer noch vorhandenen Auswirkungen des Staubes rechts am gesamten Rand und besonders im Süden (oben) nachzuvollziehen. Die Polhaube im Norden ist eminent und hat zur Morgenseite rechts eine deutliche Aufhellung. Dort reicht der Eisnebel auch am weitesten in Richtung gemäßigter Breiten. Das alles ist im Direktfarbbild zwar auch vorhanden, aber eben nicht so prominent erkennbar.

Zudem ist noch ein weiterer Aspekt zu erwähnen: Die Nachbearbeitungszeit. Die Monobilder sind erheblich schneller verarbeitet. Die Farbbilder führen zwar schneller zu einem Sofortergebnis, auf das muss ich aber gut fünf- bis zehnmal so lange warten wie auf die Monoergebnisse. Die sind dann auch schnell zu einem Farbbild zusammengesetzt. In der Konsequenz der gestrigen Erfahrung werde ich bei Mars wegen der lebendigeren Darstellung der Atmosphärenerscheinungen wieder hauptsächlich RGB-Komposite aufnehmen und die Farbkamera nur im Ausnahmefall hier mal einsetzen. Auch bei der Videoaufnahme ist die ASI290MM im Vorteil gewesen, ich konnte bis über 220 fps bei sehr kurzen Integrationszeiten realisieren, bei der Farbkamera maximal etwas mehr als die Hälfte dessen.

Die Jupiterauswertung läuft bereits den gesamten Sonntag. Ich habe vielfach zwischen C14 und 7"-Refraktor hin- und hergewechselt und will das in Ruhe aufarbeiten und vergleichen. Deshalb später dazu mehr. Vorab nur soviel: Der Refraktor hatte die meiste Zeit wieder das besser Ende...

CS
Rudolf
 

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