Mars am 30.5.2014

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moos

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Hi,
ein Bild als fertiges RGB vom nur noch 12" messenden Mars.
Darunter ein Vergleich von ähnlich bearbeiteten Bildern mit verschiedenen Brennweiten. Ich suchte nach einer Projektion für f/18 aber es kam f/40 heraus. Insgesamt ist f/12 zwar super unkompliziert und schnell bei der Aufnahme, aber das Schärfen ist nicht so einfach. Ich finde bei f/30 kommt das beste Bild heraus.

 

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Hallo Carsten,

schön, was da mit Deinem 180 mm Mewlon auf dem 12" Planetenscheibchen noch zu sehen ist!

Zitat von moos:
Insgesamt ist f/12 zwar super unkompliziert und schnell bei der Aufnahme, aber das Schärfen ist nicht so einfach.
Da ich die ASI120MM ohne Probleme bei f/11 betreibe, vgl. Bilder auf meine Website, macht mich diese Bemerkung natürlich neugierig! Wie waren denn bei f/12 die Aufnahme- und Belichtungszeiten, und wie verarbeitest Du die Videodaten?

Gruß, Jan
 
Zitat von Jan_Fremerey:
Da ich die ASI120MM ohne Probleme bei f/11 betreibe, vgl. Bilder auf meine Website, macht mich diese Bemerkung natürlich neugierig! Wie waren denn bei f/12 die Aufnahme- und Belichtungszeiten, und wie verarbeitest Du die Videodaten?
Hallo Jan,
die Belichtung bei f/12 war:
Code:
FPS (avg.)=151
Shutter=1.937ms
Gain=80
Brightness=0
USBTraffic=80
AutoExposure=off
Gamma=54 (off)
Histogramm(min)=0
Histogramm(max)=151
Histogramm=59%

bei f/30:
Code:
FPS (avg.)=123
Shutter=8.058ms
Gain=77
Brightness=0
USBTraffic=80
AutoExposure=off
Gamma=54 (off)
Histogramm(min)=0
Histogramm(max)=167
Histogramm=65%

Die Bilder wurden mit Autostakkert gestackt. Da Mars eine deutliche Phase hat, wurde mit der Quality Estimator auf Edge eingestellt und die Phase markiert. Siehe Bild dazu.
Ich lasse den Haken weg bei Normalize Stack 75%, weil die Belichtung bereits die Farbbalance enthält. Jedoch muss ich beim Einlesen in Fitsork aufpassen, weil dort immer der auf das jeweilige Maximum - Level eingestellt wird. Die fertigen Bilder sind fits.

Im Moment erzeuge ich erst das Farbbild aus den summierten, ungeschärften Bildern. Das mache ich mit Fitswork 4 ( oder Photoprogramm) und stelle dazu das Histogramm für Rot auf ca. 65000 und das gleich bei Grün ud Blau.

Das RGB-Summenbild wurde dann mit Registax 6 geschärft:
Ich verwende zwei Methoden:
Zum Schnellen : Lin/Gau Step Inc=1 ( das geht hier aber schon kaum noch )
Zum Genauen : Lin/Gau Step Inc=0, Denoise mit 0.15-0.25 im ersten Layer, Sharpen in Layer 1 bis 3 ( manchmal 4)
( Man muss dann noch auf das Histogramm achten, weil Registax das nicht alleine macht: Durch das Schärfen wird das Bilder sehr viel heller und das Histogramm wuird oben beschnitten. Daher habe ich hier die Bildhelligkeit auf 85% runternehmen müssen.

Die geschärten Bildern kommen dann in Photoprogramm und ich stelle die Farbe, Kurven und Bildgrößen usw. ein.
Manchmal kommt noch ein Hochpassfilter, hier aber nicht.

Die Farben sind aber nicht erhalten geblieben. Für die Ursachen habe ich schon Vermutungen, muss mal sehen.




 

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Carsten,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung mit der entsprechenden Bilddokumentation! Unsere Bearbeitungsmethoden unterscheiden sich doch schon recht erheblich voneinander, so dass Vergleiche schwer fallen. Im Gegensatz zu Dir verwende ich bei Planetenaufnahmen inzwischen routinemäßig die 1,5x Drizzle-Einstellung und die Schärfungsfunktion ("conv") von Autostakkert. Die Summenbilder vergrößere ich dann vor der Weiterverarbeitung in Fitswork nochmal mittels des dSinc-Algorithmus um einen Faktor 1,2 bis 1,6 nach, den Faktor passe ich der Qualität des Videomaterials an.

Ein aus den drei nachvergrößerten Summenbildern in Fitswork zusammengesetztes RGB benutze ich später ohne weitere Schärfungsmaßnahmen nur zum Kolorieren eines Luminanzbildes. Letzteres erzeuge ich ebenfalls in Fitswork aus dem "roten" Summenbild durch Anwendung des dortigen Wavelet-Tools. Vielleicht hast Du ja Zeit und Lust, den beschriebenen Workflow einmal versuchsweise auf Deinen Mars anzuwenden.

Mir ging auch noch die Frage durch den Kopf, ob Du bei f/12 ebenso gut fokussieren konntest wie bei den längeren Brennweiten? Bei der Aufnahme mit FireCapture kann man ja das Monitorbild zum Fokussieren bequem hochzoomen. Benutzt Du auch FireCapture oder EZPlanetary?

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,
interressant finde ich DeineMetoden. Gerade weil es so ganz anders ist werde ich sie alle probieren.
Ja ich benutze Fc u. Zooms.
Ich habe seit kurzem eine OAZ am Mewlon. Damitkann ich gut fokussieren.
 
Hi Jan,#
habe jetzt einfach mal weiter gemacht und dabei das RGB aus den conv Dateien genommen und das R - conv mit den Wavelets aus fitswork geschörft. Nun muss ich sagen, dass das Wavelet Tool in FW 4 ziemlich unbequem ist, das Berechen zur Voransicht geht immer esrt dann, wenn man am Regler Gesamtstärke gespielt hat.
Das finde ich insgesamt unbrauchbar.
Das Kombinieren vonL-RGB finde ich ebenfalls ziemlichen Blindflug: Die Histogramme sind völlig aunterschiedlich und ich habe keinen Einfluss auf die Stärke des L-Layers. Das mache ich dann besser mit dem Zoner Foto Studio oder ä.
Das conv Bild aus AS2 ist aber schon brauchbar. Nun teste ich noch das drizzeln, obwohl ich da bisher kein Fan von gewesen bin. Es ist so künstlich aufgeblasen.
 
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Hallo Jan,
also das Schärfen in AS2 ist ja gut zu gebrauchen. Habe nur die Intensität noch nicht verstanden und einfach bei 50% gelassen. Nur bei Blau findet es dann keine gültigen frames mehr. Deshalb habe ich auf 25% eingestellt.
Das Ergebnis ist viel "deutlicher":
Also :
AS2, mit Schärfen und 1.5x Drizzel
In fitswork als RGB zusammengestellt und NLM geglätet
den Roten Kanal mit Registax 6 etwas nachgeschärft und als Luminanz mit Zoner Photostudio zu 50% drübergelegt.
Ein Versuch bei Saturn war ebenfalls viel besser als meine Methode vorher.

 

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Zitat von moos:
Hallo Carsten,

habe Deinen neuen Mars mal mit Hilfe von "dSinc" in Fitswork um den Faktor 2 nachvergrößert, d.h. ohne jegliche andere Maßnahme. Der Planet ist dann ebenso groß wie in Deiner ganz oben gezeigten, langbrennweitigen Aufnahme. Die Oberflächenzeichnung kommt bei der neuen Bearbeitung der kurzbrennweitigen Aufnahme schon sehr viel kontrastreicher heraus, insbesondere treten jetzt die Wolken auch deutlich hervor. Möglicherweise hat hier tatsächlich die 4x kürzere Belichtungszeit bei der kurzbrennweitigen Aufnahme ihre Wirkung gezeigt.

Die Aufnahme ist wirklich sehr beachtlich für eine Planetengröße von nur 12" und 180 mm Öffnung !

Habe noch nicht verstanden, wo die Schwierigkeit bei der Wavelet-Einstellung in Fitswork liegt. Ich benutze die einfach so, wie sie angeboten wird, kreuze das Kästchen "Bessere Berechnung" an und schiebe nur die beiden oberen Regler auf der rechten Seite.

Gruß, Jan
 
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Zitat von Jan_Fremerey:
Möglicherweise hat hier tatsächlich die 4x kürzere Belichtungszeit bei der kurzbrennweitigen Aufnahme ihre Wirkung gezeigt.

Die Aufnahme ist wirklich sehr beachtlich für eine Planetengröße von nur 12" und 180 mm Öffnung !
Ja vielleicht. Zumindest kann ich bei f/12 nun auch die Bearbeitung für mich zufriedenstellend erledigen.
Das war ein guter Tip, den ich schon mal für Sonnenaufnahmen von Ries erhalten hatte, aber noch nicht probiert hatte.

Zitat von Jan_Fremerey:
Habe noch nicht verstanden, wo die Schwierigkeit bei der Wavelet-Einstellung in Fitswork liegt. Ich benutze die einfach so, wie sie angeboten wird, kreuze das Kästchen "Bessere Berechnung" an und schiebe nur die beiden oberen Regler auf der rechten Seite.
Du Glücklicher. Bei mir ist der Berechnen-Button ewig deaktiviert und ich muss erst entweder die Gesamtstärke von 1.0 auf irgendwas ändern und zurükstellen 1.0 oder den Haken bessere Berechnung aktivieren/Deaktivieren, bevor der Berechnen Button funktioniert. Das mache ich weiterhin in Registax und habe sofort eine Kontrolle.

 
Zitat von Jan_Fremerey:
Die Aufnahme ist wirklich sehr beachtlich für eine Planetengröße von nur 12" und 180 mm Öffnung !
Hallo Carsten,

im Hinblick auf andere, mit deutlich größeren Teleskopen gewonnene, aktuelle Marsaufnahmen hier im Forum erwarte ich, dass Du mit der Veröffentlichung des nachvergrößerten Bildes in einem separaten Thread großen Zuspruch ernten könntest.

Gruß, Jan
 
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