Mars am Morgen des 13. Oktober

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Canonist

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Hallo zusammen.

Heute hatte ich endlich Zeit, mich mal ausgiebig mit der Auswertung nur eines Morgens zu befassen.
Die Nacht zum 13. Oktober brachte eine Wolkenpause von ein paar Stunden (morgens endete die Beobachtung sogar vorzeitig durch Nebelaufzug), dafür mit dem besten Seeing, das ich dieses Jahr hatte.

Schon der Start in die Beobachtung war bemerkenswert, denn ich hatte Mars gerade eingestellt, da kamen erneut Wolken. Im Kamerabild war Mars aber noch zu sehen, während er für's bloße Auge weg war. Das Livebild am Computer zeigte aber ein knackscharfes Bild und ein Seeing von 8-9/10! Da ich nicht wusste, ob es nochmal weider aufreißen würde, habe ich die ersten Aufnahmen mit sehr langen Integrationszeiten gemacht und kam pro Video gerade mal auf 1800 bis 4000 frames. Die Schnellauswertung zeigte erstaunlich gute Ergebnisse, was schon sehr überraschend war, wieviel man aus so wenig rausholen kann.

Glücklicherweise kam von Norden dann Aufklaren. Wobei sich nach Wolkenabzug das Seeing zunächst spürbar verschlechterte, um dann bald wieder besser und sehr gut zu werden.
Anfangs habe ich nur Videos in IR-Pass 685 aufgenommen. Dazwischen mal in Blau.
Das ermöglichte mir in zwei Fällen, durch die R(G)B-Methode trotzdem zu Farbbildern zu kommen. Auf diese Weise sind die beiden oberen Ergebnisse entstanden.

Als es dann absehbar länger klar blieb, habe ich die ASI290MM auch zu richtigen RGB-Serien mit dem Astronomik-Filtersatz genutzt Die beiden mittleren Bilder sind so zusammengesetzt worden.

Schließlich habe ich auch meine ASI224MC mit IR/UV-Sperrfilter davor genutzt. Zu meiner Überraschung kamen dabei ausgezeichnete Ergebnisse heraus. Wie bei der 290MM waren im Livebild schon Details zu erkennen, die ich mir ansonsten nur aus den scharfgerechneten Ergebnissen erhoffen durfte. Die beiden Bilder der dritten Reihe sind die Farbdirektaufnahmen.

Schließlich noch ein IR-RGB, das die Auflösung noch einen Tick auf die Spitze treibt.
Alles zusammen sicher gut Material, das Aufnahmetheoretikern guten Diskussionsstoff bietet.

Für mich bedeutsam ist: Die Wetterphänomene lassen sich mit Direktfarbe zwar auch einfangen, dort bleiben sie aber eher zurückhaltend. In den beiden zusammensetzenden Verfahren treten sie erheblich deutlicher hervor, weil dort der Blauauszug viel stärker zur Wirkung kommt.

In der Frage der Auflösung gehe ich nach den Ergebnissen davon aus, dass ich mein C14 zwischen 90 und 95% ausgenutzt habe. Viel mehr geht da nicht mehr mit 14", der Rest ist noch ein Quentchen Seeing und vielleicht noch perfektere Ausarbeitung. Aber eben nur wenige Prozente. Übrigens: Alles ohne ADC aufgenommen.

Ganz unten schließlich die Identifikation einiger Features (die bekannten wie die Ebenen und Mare habe ich alle weggelassen, weil es sonst unübersichtlich würde). Im südlichen Bereich (oben) musste ich erstmal kapitulieren, es war zu schwer, einzelne Details zuzuordnen, weil keine mir bekannte Karte das so zeigt, wie meine Aufnahmen sind. Vielleicht gelingt da später noch mehr, Bernd Gährken hat da ja schon einiges vorgemacht.

Nun hoffe ich darauf, auch die anderen Marsbereiche mal so ablichten zu können, dann denk ich mal über eine Marskarte nach. Aber dazu muss erstmal wieder besseres Wetter kommen.
In dem Sinne
CS
Rudolf

PS: Leider ist das große Original hier jetzt nur deutlich verkleinert anzuschauen. Einen Link zum Original kann ich im Moment noch nicht bieten, da mein FTP zur Webseite gerade nicht mitspielt. Ich trage den Link nach, sowie es wieder geht. Wer das Tableau gern im Original haben möchte, kann mich ja anmailen.


mars13102020.jpg
 
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Auch wenn das u.U. nicht beabsichtig war, ist die Zusammenstellung ein schöner Vergleich, wie unterschiedlich man den Mars rendern kann, je nachdem auf welche Aspekte man den Fokus legen will.
 
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