Mars ein unförmiger Fleck

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Kay

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Hallo Leute,
jahrelang habe ich fast nur mit Ferngläsern beobachtet und deshalb Planeten sträflichst vernachlässigt.

Nun nutze ich wieder Teleskope, die alles andere als Planetenspezialisten sind: 150/750er Newton und 80/400er Achromat.

Doch selbst nach stundenlangem Auskühlen zeigen beide nur ein furchtbares Bild, wie unscharf und verschmiert, mit meinem 8er und 3,5er Hyperion, also bei max. 214fach im Newton. Das blendende Weiß der Polkappe (?) prangt am Mars wie überbelichtet, so wie auf Fotos der Mondsichel, wo man das aschfahle Licht erkennen kann, während die beleuchtete Seite quasi konturlos und über dem Rand hinaus zu liegen scheint.

Hmm, Tubusseeing schließe ich mal aus, Dejustierung eigentlich auch. Da der Mond scharf zu erkennen war, denke ich, dass das Seeing auch ganz ordentlich war. Mars stand auch hoch am Himmel... Sind die Details so schwach? Oder ich zu doof? Oder...?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo

Die Oberflächenstrukturen am Mars haben in unseren Teleskopen wirklich sehr wenig Kontrast. Wenn du den Mars ernsthaft beobachten willst, benötigst du einen Pol - Filter. Optimal wäre ein variabler Pol - Filter. Den kannst du dann bei fast allen Öffnungen einsetzen. Außerdem solltest du dem Auge bei der Marsbeobachtung die Zeit geben, sich auf die Helligkeit einzustellen, das kann schon mal eine Zeit dauern. Und du solltest unbedingt im Sitzen beobachten und nicht verkrampft dastehen. Vielleicht klappt es so doch mal mit den Oberflächenstrukturen, die vor allem im 6" Newton doch recht gut beobachtbar sein müssten.

cs
Markus
 
Hallo,

im 6" Newton müsstest Du ihn recht gut sehen, im Refraktor wohl kaum ausreichend gut.
Neben dem, was Markus schreibt, noch ein Tip: Details an Planeten sind Dinge für Fortgeschrittene. Man muß länger beobachten, sich das Gesehene versuchen einzuprägen und dann wieder schauen. Je mehr und je intensiver Du schaust, desto mehr Details wirst Du nach und nach erkennen. Das ist eine reine Erfahrungssache, Du wächst da ganz langsam hinein.

Die ersten male war ich auch enttäuscht, aber das Wissen um das, was man sehen kann, hilft weiter. Schau Dir die Marskarten oder Fotos an, präge sie Dir ein. Dann beobachtest Du und erkennst zuerst andeutungsweise das, was Du auf den Fotos gesehen hast.

So kannst Du Dich langsam herantasten.
Immer und immer wieder beobachten!

CS
Winfried
 
Hallo Kay,

zunächst einmal gebe ich meinen Vorrednern in allen Punkten recht. Des Weiteren ist es sicherlich auch gut den Beobachtungszeitpunkt so zu wählen, dass Mars soweit wie möglich aus dem Dunst am Horizont heraus ist. Also so 50° an Höhe über dem Horizont sollte er schon haben. Das Seeing ist von großer Bedeutung bei der Beobachtung von Planeten.

Klare Nächte!

Werner
 
Hallo Winfried,

mir ist jetzt auch mal aufgefallen, dass der Mars bei leichter Bewölkung (damit meine ich dass es nur eine minimale Helligkeitseinbüßung gibt und wir ihn noch sehr gut mit bloßem Auge sehen können) viel leichter zu beobachten ist und er auch viel ruhiger dasteht, weil es keine Turbulenzen in der Luft gibt.

Ist das eine Einbildung von mir oder kannst du das bestätigen?

cs
Markus
 
Moin Markus!

Solche Wetterlagen mit leichtem Dunst in der Luft heißen nicht umsonst "Planetenwetter", eben weil die Luft ruhig ist und dann sehr gutes Seeing herrscht.
Gute Sicht hat man auch nach Durchzug einer Regenfront, wenn's danach wieder aufklart. Inversionswetterlagen wie in den letzten Wochen und eine Warmfront vor Durchzug eines Tiefs zeigen dagegen sehr oft unruhige Luft. Bei stark funkelnden Sternen gehe ich gar nicht erst auf Planeten...
 
Hallo,

beobachte weiter. Und weiter und weiter...und weiter. Filter helfen Dir erkennen, aber Du brauchst sie nicht. Bei Calsky kannst Du den aktuellen Marsanblick simulieren. Danach wirst du mehr entdecken. Planetenbeobachtung ist nicht sehen, sondern erkennen. Und erkennen kommt von Wissen und verstehen...

also: weiterschauen.

PS: vergiss die 80er Farbschleuder und halte Dich dabei an den Newton...
 
Hallo Kay,

die wichtigesten Tipps sind Licht rausnehmen (var.Polfilter (5-70% Durchlass) und -noch wichtiger- durchhalten, Zeit lassen, immer wieder einen neuen Versuch.
Ich habe in diesem Jahr mit ein und dem selben Teleskop (8" F/6) bei -oberflächlich betrachtet- ähnlichen äußeren Bedingungen von tanzendem roten Lichtfleck (wer kennt Zienie?) bis zur perfekten großen Syrte+Polkappe in sehr intensiven Farben alles gesehen.

CS
*entfernt*
 
Vielen Dank, Leute!

Es ist wirklich verrückt, aber eigentlich hätte ich es wissen müssen, dass jede astronomische Spezialdisziplin ihre eigenen Gesetze hat: so ging es mir mit Deep Sky, wo ich heute mit dem 8x30 manchmal Objekte sehe, die früher im 8-zoller nicht auffindbar waren, oder die Sache mit dem PST, wo ich anfangs etwas ratlos ob der roten Scheibe dastand... und erst mit einem schwarzen Tuch usw. wirklich gut beobachten konnte.

Ich dachte eigentlich, dass 214fach im 6-zoller schon ordentlich abdunkelt, aber scheinbar überstrahlt die Polkappe doch alle anderen feinen Kontraste? Und das mit dem immer wieder schauen, klar. Aber der wichtigste Rat für mich ist der mit den Filtern. Gut, ich werde mich umsehen!

CS
Kay
 
Hallöle,
ja, mit dem O-III hab ich vor Verzweiflung auch schon auf Mars gehalten und irgendwie ging es eine Spur besser....aber spannend ist die Sache schon, irgendwann wird man doch wohl fürs Duchhalten belohnt, da bin ich sicher...Grüssle von Anette
 
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