Mars und Uranus am 04.07.2026 nur rund 6 Bogenminuten voneinander entfernt

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe bisher hier im Forum noch nicht gesehen, dass dieses Ereignis erwähnt wurde, daher möchte ich es kurz einwerfen.

Mars und Uranus kommen sich an diesem Morgen am Himmel sehr nahe. Der minimale scheinbare Abstand liegt bei etwa 6,3 Bogenminuten.

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Mars steht bei ungefähr 1,3 mag, Uranus bei etwa 5,8 mag. Etwas darüber kann man sich auch mal wieder die Plejaden anschauen. :)

Für uns in Mitteleuropa findet der exakte Minimalabstand erst gegen 08:11 Uhr statt und damit bereits bei Tageslicht. Beobachtbar beziehungsweise fotografisch interessant ist daher vor allem die Morgendämmerung vor Sonnenaufgang. Reizvoll könnte aber auch der Aufgang der beiden Planeten gegen 3 Uhr sein, knapp über dem Horizont und vielleicht mit einem irdischen Objekt wie Haus oder Baum im Vordergrund bei entsprechender Brennweite.

Ich vermute mal, dass Mars sich hierbei als sehr guter Wegweiser zeigt, um den etwas schwächeren Uranus zu finden. Uranus wird bei der Dämmerung mit bloßem Auge schätzungsweise schwierig zu finden sein. Und davor ja eigentlich die Plejaden als Vorbote.

Ich möchte, sofern mir das Wetter zur Seite steht, einen Versuch mit meinem C11 EdgeHD, der ASI585MC und einem Greatstar ADK wagen. Am C11 werden beide Planeten noch gemeinsam auf den Sensor passen. Uranus hatte ich bisher noch nie aufgenommen, was den Reiz etwas steigert. :)

2026-06-30 19_38_56-Stellarium 25.3.jpg

Quelle: Stellarium Astronomy Software

Mit etwas kürzerer Brennweite könnte man theoretisch noch einen Kometen mit ins Bild holen, wie ich das in Stellarium gesehen habe.

2026-06-30 19_40_42-Stellarium 25.3.jpg

Quelle: Stellarium Astronomy Software

Die nächste Gelegenheit für so eine Zusammenkunft wird sich dann 2053 wieder anbieten, falls es diesmal nicht klappt. :)

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Hi, habe auch schon überall nach einem Post dazu gesucht.

Ich werde es auch versuchen, je nachdem wie hell es dann tatsächlich schon ist. Ich bin mir noch nicht 100% sicher, ob ich mit 750, 350 oder sogar 150 mm Brennweite fotografieren soll. Das werde ich wohl spontan entscheiden. Bei der Uhrzeit dachte ich so an ca. 4:20, damit schon ein bisschen Höhe erreicht ist, aber noch nicht zu hell. Mal schauen, ob es klappt.

Drücke dir die Daumen!

CS
Marco
 
Hallo Marco,

ich hatte gar nicht mehr damit grechnet, das hier jemand darauf reagiert. Du wärst genaugenommen zu spät dran gewesen, der Zeitpunkt wäre ja der frühe Morgen des 04.07 gewesen. Also in der Nacht vom 03.07 auf den0 4.07, wobei auch in der Nacht darauf bzw. heute Früh beide noch recht nah beieinander waren. Leider war es bei mir heute Früh bewölkt.

Ich war in der Nacht vom 03.07 startklar, doch leider hatte sich über die Nacht ein großer Wolkenteppich ausgebreitet. Ich konnte daraufhin nichts tun als am frühen Morgen zum Sonnenaufgang wieder alles abzubauen, ohne irgendeine einzige Aufnahme im Kasten zu haben.

Konntest du heute Früh einen Erfolg erzielen?
 
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Hallo Dane,

dein Hinweis auf die Begegnung von Mars und Uranus hat mich motiviert am Samstagmorgen um 04:00 aufzustehen und das Ereignis visuell und photographisch zu beobachten. Der Himmel in der Vorderpfalz war klar, aber durch den nahenden Sonnenaufgang schon sehr aufgehellt. Beide Planeten waren ab 04:15 über die Dächer der Nachbarschaft gestiegen. Visuell war Mars natürlich leicht auszumachen, aber natürlich ohne Oberflächendetails.

Mars_Uranus_2026_07_04.jpg


Die Aufnahme entstand dann um 04:33. Zum Einsatz kam ein 130er APO mit Barlow (Verlängerungsfaktor ca. 2.7) und eine ASI585MC mit Baader L-Filter (und ADK, der aber allenfalls nur minimal eingestellt werden musste). Brennweite ca. 2250 mm (f/17.5). Da sich Uranus relativ schnell um Mars (natürlich nur scheinbar) bewegt, habe ich nur kurze Videosequenzen aufgenommen (ca. 1500 Frames bei 20ms Belichtungszeit und einem Gain von 300). In den Rohaufnahmen ist Uranus fast unsichtbar. Längere Belichtungszeiten führten schnell zur Überbelichtung von Mars. Der große Helligkeitsunterschied war hier die Herausforderung. Die kurze Belichtungszeit sollte außerdem Seeingeffekte unterdrücken.
Die Aufnahme wurde dann in Autostakkert3 mit der Einstellung "Surface" gestackt (Mars diente als einziger Ankerpunkt). Verwendungsrate 25%. Ein "Darkframe" (oder wohl eher ein Flatframe mit 50 x 20ms) entfernte die wenigen Hotpixel der Kamera. Dann in PI mit ABE den Gradienten entfernt, gestretcht und mit NoiseXTerminator entrauscht.

Auch wenn das Bild nicht umwerfend ist, finde ich die Himmelsmechanik immer wieder faszinierend.

Nochmal Danke an Dane für den Beobachtungstipp!

Gruß, Tobias
 
Hallo Tobias,

danke für deinen ausführlichen Bericht. Schön, dass es wenigstens bei dir geklappt hat.

Dass Uranus so schwach ist, dass er in den Rohaufnahmen fast unsichtbar bleibt, war mir in dieser Deutlichkeit nicht bewusst. Dein Bild zeigt ziemlich genau das, was ich mir bei meiner eigenen Aufnahme auch erhofft hätte.

Auch wenn so eine Aufnahme am Ende „nur“ zwei Punkte zeigt, finde ich sie dennoch beeindruckend. :y:
 
Hallo Dane,

da habe ich mich tatsächlich dann knapp vertan. Letztlich egal, denn eine klare Nacht hatte ich nur Sonntagmorgen :)
Ich konnte die beiden tatsächlich erwischen, müssten ca. 34' Winkelabstand gewesen sein. Ich habe sie mit einem kleineren Refraktor fotografiert, nur 350 mm Brennweite und ohne Barlow. Entsprechend nur 2 Punkte und das auch bei schon ziemlich hellem Himmel
marsuranus_graxpert_prefinal_label.JPG


Nicht so schick wie das Foto von Tobias, aber ich bin zufrieden.


CS
Marco
 
Hallo Dane,

dein Hinweis auf die Begegnung von Mars und Uranus hat mich motiviert am Samstagmorgen um 04:00 aufzustehen und das Ereignis visuell und photographisch zu beobachten. Der Himmel in der Vorderpfalz war klar, aber durch den nahenden Sonnenaufgang schon sehr aufgehellt. Beide Planeten waren ab 04:15 über die Dächer der Nachbarschaft gestiegen. Visuell war Mars natürlich leicht auszumachen, aber natürlich ohne Oberflächendetails.

Den Anhang 561006 betrachten

Die Aufnahme entstand dann um 04:33. Zum Einsatz kam ein 130er APO mit Barlow (Verlängerungsfaktor ca. 2.7) und eine ASI585MC mit Baader L-Filter (und ADK, der aber allenfalls nur minimal eingestellt werden musste). Brennweite ca. 2250 mm (f/17.5). Da sich Uranus relativ schnell um Mars (natürlich nur scheinbar) bewegt, habe ich nur kurze Videosequenzen aufgenommen (ca. 1500 Frames bei 20ms Belichtungszeit und einem Gain von 300). In den Rohaufnahmen ist Uranus fast unsichtbar. Längere Belichtungszeiten führten schnell zur Überbelichtung von Mars. Der große Helligkeitsunterschied war hier die Herausforderung. Die kurze Belichtungszeit sollte außerdem Seeingeffekte unterdrücken.
Die Aufnahme wurde dann in Autostakkert3 mit der Einstellung "Surface" gestackt (Mars diente als einziger Ankerpunkt). Verwendungsrate 25%. Ein "Darkframe" (oder wohl eher ein Flatframe mit 50 x 20ms) entfernte die wenigen Hotpixel der Kamera. Dann in PI mit ABE den Gradienten entfernt, gestretcht und mit NoiseXTerminator entrauscht.

Auch wenn das Bild nicht umwerfend ist, finde ich die Himmelsmechanik immer wieder faszinierend.

Nochmal Danke an Dane für den Beobachtungstipp!

Gruß, Tobias
Herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen Aufnahme, Tobias!
 
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