Materialwahl für Objektivfassung

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Beginner36

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Hallo zusammen!

Ich habe mir einen kleinen LIDL 70/700 Refraktor ersteigert. Bei meinen „Recherchen“ bezüglich Tuning desselben, bin ich über diese Seite gestolpert:

http://www.stern-freund.de/index.php?id=43

Da ich eine kleine Drehbank besitze, möchte ich mir auch so eine justierbare Fassung bauen. Auf obiger Seite wird nun gesagt, dass Aluminium nicht optimal sei. Deshalb die Frage an euch: Was wäre denn eine bessere Materialwahl? Messing? Bronze? Aus welchem Material sind denn "moderne" Linsenfassungen? Gibt es dazu auch Bauanleitungen bzw. Zeichnungen?

Besten Dank für eure Vorschläge.

Gruss und CS

Alexander
 
Hallo Alexander,
das beste Material für Linsenfassungen ist Stahl, da sich die Ausdehnungskoeffizienten von Stahl und Glas nur wenig unterscheiden (zumindest bei gewöhnlichen optischen Gläsern).
Eine Alufassung würde ich im Durchmesser etwa 1/10 mm größer machen als den Durchmesser der Linsen (bei Zimmertemperatur).
Das Problem beim 70/700 ist aber nicht so sehr die Materialwahl, vielmehr ist die Parallelität des Abstandsrings, der sich zwischen den Linsen befindet kritisch. Ich bin jedenfalls als Bastler nicht in der Lage einen besseren Ring zu fertigen. Bei den von mir gedrehten Fassungen waren die Zusammengebauten Objektive nicht ganz perfekt, eine leichte Asymmetrie war regelmäßig noch festzustellen (allerdings war diese immer an der Wahrnehmungsgrenze, es waren immer noch sehr gute Objektive, es fehlte immer aber ein Stück zum Ausgezeichnet - vielleicht bin ich aber auch nur etwas zu pingelig). Jetzt habe ich eine Fassung gebaut, bei der die Linsen jeweils durch 3 Schrauben gehalten werden. Durch die Schrauben lassen sich die beiden Linsen leicht gegeneinander versetzen, dadurch müsste sich die Abbildung verbessern lassen, auch wenn man so die Asymmetrie nicht vollstädig wegjustieren kann (Achtung!, die Schrauben dürfen nicht angeknallt werden - handfest andrehen, dann eine Schraube soweit zurückdrehen, dass etwa 1/10 Luft ist - den Drehwinkel kann man anhand der Steigung ausrechnen, wenn das Objektiv richtig justiert ist, die Schrauben mit Lack sichern).
Nach langer Fummelei habe ich dieses Objektiv jetzt ziemlich gut hinbekommen, ich hatte aber für eine abschließende Beurteilung noch nicht das entsprechende Seeing (ich habe leider keinen entsprechenden Kollimator und teste am Stern).

CS. Frank

P.S. Wenn Du die Linsen in die neue Fassung eisetzt (bzw. wieder ausschüttest), dann darfst Du die Gläser nicht verkanten, da sonst leicht Muschelbruch entstehen kann. Das ist zwar bei 1/10 Toleranz noch beherrschbar, aber man sollte doch sorgfältig arbeiten.
 
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Hallo Frank

Zuerst mal herzlichen Dank für deinen Artikel auf deiner Homepage. Der ist wirklich ausgezeichnet geschrieben.

Normaler Stahl rostet - deshalb wird es bei mir wohl auch eine Aluminiumfassung geben.

Das mit dem Zwischenring aus Plastik werde ich mir anschauen, sobald ich das Teleskop erhalten habe.

Sag mal, hast du die Aluminiumfassung schwarz eloxieren lassen oder einfach Schultafellack genommen?

Gruss und CS

Alexander
 
Hallo Alexander,
entschuldige bitte, dass ich erst jetzt antworte - ich war ohne Computer im Urlaub.
Ich denke auch, dass eine Alufassung bei dem Objektiv seinen Zweck erfüllt. Den Spalt kann man auch noch einige hundertstel kleiner machen (in Abhängigkeit von den genauen Ausdehnungskoeffizienten und der Temperaturauslegung), ich hatte 1/10 aus Sicherheit gewählt, da ich keinen präzisen Innentaster habe. Der Plastering dürfte auch seinen Zweck erfüllen, wenn er etwas entgratet wird, der von mir erwähnte Asymmetriefehler ist so gering, dass man damit leben kann (das Experiment mit den drei Schrauben habe ich auch nur gemacht, weil ich ausversehen eine Fassung zu groß ausgedreht hatte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />).
Meine Fassungen habe ich weder eloxiert, noch gestrichen (wie alle meine Alubasteleien). Als Korrosionsschutz benutze ich Vaseline. Dazu wische ich mit einem vaselinegetränkten Lappen über die Teile, so dass eine ganz dünne (!!!) Schicht entsteht. Dies hat bei mir bisher ausgereicht (auch bei Stahlteilen). Sachen, die dauernd draußen in der Sternwarte stehen, behandle ich einmal im Jahr mit Vaseline. Im Mikroskopieforum wurde mal vor Vaseline gewarnt, da diese kriecht und wohl auf die Optik wandern kann. Ich habe diesbezüglich aber noch keine negativen Erfahrungen gemacht.

CS. Frank
 
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