Max. Zuladung - Was wird überladen? Die Motoren oder die Montierung?

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der_lehrling

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Hallo zusammen,
in den Produktbeschreibungen wird immer von Max. Zuladung gesprochen. Betrifft das eigentlich die Mechanik der Montierung oder die Motorisierung?

Ich habe z.B. eine EQ3-2 Montierung, allerdings mit stabilen Stahlbeinen (kein Alu) + eine nachträglich eingebaute Motorisierung für beide Achsen. Da komme ich schnell an die max. Gewichtsgrenze von 5Kg. Die Motoren kommen mir tatsächlich ein wenig "schwächlich" vor mit ihren kleinen Kunststoff- Zahnrädchen. Die Montierung mit den stabilen Stahlbeinen und der stabilen Okularablage finde ich dagegen recht tragfähig, auch für deutlich mehr Gewicht. Da rüttelt nichts. Auf der Eq3-2 ist ein ED 70/420 (2,2Kg), ein Flattener und eine DSLR (1Kg). Mit Leitrohr (was ich noch nicht habe) und einer Guiding Kamera welche ich eben gekauft habe komme ich zusammen auf gute+/- 5Kg. Theoretisch viel zu viel. Praktisch auch?

Hat jemand von euch schon damit Erfahrung gemacht? Ungern möchte ich, dass die kleinen Motörchen"durchschmoren".
Lasst euch bitte ruhig Zeit mit einer Antwort denn heute Mittag kann ich nicht mehr zurückantworten. Der Grill bei Freunden wartet schon... Und das Bier ist hoffendlich schon kalt gestellt:)

Liebe Grüße aus Süddeuschland
Gerhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

die Tragfähigkeit bestimmen der Montierungskörper und die Lager. Die von Dir angegebene Beladung ist zwar generell für die EQ3-2 grenzwertig, da Du aber das große Stativ der 5er wenn ich das richtig sehe verwendest sollte das gehen, da die Geräte nicht groß sind. Vergiß nicht, dass da ein Schneckengetriebe drin steckt, die Motoren sind denke ich das letzte was Du brutzelst. Richtig ausbalancieren! Sauber aufstellen, das ist was da am meisten zählt, dann müssen die Motoren auch nicht ackern. Die leiden am meisten wenn nicht ausbalanciert ist. Bei der EQ3-2 ist das wackelige Alustativ das Hauptproblem, das hast Du schon eliminiert.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,
der Grill muss nun doch noch eine Minute warten. Ich war zu neugierig was du geschrieben hast:). Ja, deine Antwort freut mich natürlich außerordentlich und bestätigt auch mein Gefühl. Vielleicht sollte ich mich da einfach mal rantasten und schauen ob alles hält.

Vielen Dank und einen schönes Wochenende
Liebe Grüße
 
Überladung bedeutet auch nicht, dass gleich etwas kaputt geht, sondern einfach dass das Ding so wackelt, dass man visuell nichts mehr sieht oder fotografisch die Sterne nicht mehr punktförmig abgebildet werden.
 
Hallo Stefan, vielen Dank. Dann taste ich mich langsam mal ran. Das gute daran ist, durch das kleine Teleskop habe ich vielleicht keinen großen Windwiederstand. Auf den Bildern merke ich ja schnell was passiert. Ich wusste nur nicht ob ich was kaputt mache bevor ich überhaupt richtig angefangen habe. Das wäre ja echt blöd und hätte für mich bestimmt einen großen Frustfaktor. Langsam lerne ich die Vorteile dieses Forums zu schetzen.
Liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende
Gerhard
 
Wie bestimmen die Hersteller eigentlich die maximale Zuladung? Pi x Daumen?
Manche geben wenigstens an wieviel Zuladung visuell und wieviel fotografisch noch sinnvoll ist.

Gut, das Schwingungsverhalten könnte man mit Beschleunigungssensoren messen. Aber ohne standardisierte Messprozeduren und Referenzmessungen könnte man immer nur Montierungen untereinander vergleichen.

Fotografisch könnte man vielleicht noch angeben bis zu welchem Gewicht ein Guiding mit < 1" RMS möglich ist.

Gruß + CS
Guido
 
Guten Morgen Guido,
interessante Frage. :unsure: Keine Ahnung. Bin mal auf die Antworten gespannt.
Grüßle
Gerhard
 
Wie bestimmen die Hersteller eigentlich die maximale Zuladung? Pi x Daumen?

Hallo Guido,

mir sind da keine eindeutigen Kriterien bekannt. Ich denke das basiert auf Erfahrungswerten im Vergleich zu anderen Montierungen (Größe/Qualität der Lager, Stärke der Motoren etc..). Wobei aus dem Bauch heraus würde ich sagen, daß weder die Tragfähigkeit der üblichen Lager, noch die Belastbarkeit der Motoren überschritten wird, wenn die angegebene empfohlene Zuladung der Montierung überschritten wird.
Es gibt hier sicher große Grauzonen. Z.B. eine EQ-5 einer Fertigungsserie eines Jahres aus einer bestimmten Fabrik, kann deutlich besser oder schlechter in der Qualität der einzelen Komponenten (Toleranzen, Material, Zusammenbauqualität ...) ausfallen als eine im Prinzip designmäßig identische anderer Herkunft - und verträgt damit auch eine andere Zuladung, bevor es anfängt zu rattern.
Aber ich würde mich trotzdem auf die hier angegeben Erfahrungswerte stützen. Klar gibt es manche die machen mit einem Riesentubus auf einer kleinen Montierung noch gute Bilder. Aber da stimmt dann auch alles - Ausbalancierung, fester Stand, guter Zusammenbau und Tolerancen der Montierung, kein Wind etc. Man kann sich aber nicht darauf verlassen, daß jeder das überall hinbekommt. Und es gibt dann auch an für sich große Montierungen, die schon ohne Zuladung rattern, weil sie schlecht gefertigt oder zusammengebaut wurden.

Fotografisch könnte man vielleicht noch angeben bis zu welchem Gewicht ein Guiding mit < 1" RMS möglich ist.
Unwahrscheinlich, das hängt von vielen Faktoren ab (siehe oben).

Gruß

*entfernt*

PS: Und natürlich macht es noch mal einen Unterschied, ob die Montierung auf einer Granitsäule oder einem wackligen Dreibein sitzt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Wenn das Teleskop ausbalanciert ist, haben die Schnecken und die Motoren nicht viel zu tun. Die Lager und Wellen können meist mehr ab, als man denkt. Das Problem ist ein Anderes:

Die Last verursacht eine Durchbiegung und das senkt die Schwingungsfrequenz und erhöht die Schwingungsdauer. Die Steifigkeit der Montierung verringert diese Durchbiegung, d.h. eine steifere Montierung hat eine höhere Schwingungsfrequenz und eine kürzere Schwingungsdauer. Die Schwingung um die Montierungsachsen ist eine Drehschwingung, darum spielt das Drehträgheitsmoment eine Rolle: Lange Teleskope gleichen Gewichts sind schlechter als kürzere Teleskope. Der Radius geht quadratisch in das Drehträgheitsmoment ein, d.h. ein größeres Teleskop macht viel mehr Probleme, als man von den Proportionen her naiverweise erwarten würde.

Meine CG5 schwingt mit einem 6" f/6 Newton bei etwa 24 Hz, wie man mit einem Beschleunigungsmesser und einem Arduino messen kann. Nach ca. 0,5 s ist die Schwingung weitgehend abgeklungen. Das ist ganz angenehm in der Benutzung. Ein 10" f/6 schwingt unbenutzbar lange, obwohl er nicht mal das Doppelte wiegt und nur 50 cm länger ist.

Michael
 
Hallo Michale,
es sieht aus als hätte ich noch viel zu lernen. Normalerweise bin ich überhaupt kein "Zahlen-Mensch" aber das beeindruckt mich schon arg was da alles so gemessen wird und vor allem gemessen werden kann. Respekt und vielen Dank für deine Antwort.
 
Mein Fazit:
Erst Mal vielen Dank an alle die auf mein max. Zulassungs- Thema eingegangen sind. Es hat mir mehr als erhofft geholfen. Spannend zu lesen wie Ihr alle es seht. Spannend zu lesen, dass es keine exakte Regelung gibt aber genau das macht mir Mut. Ich sollte mich mehr trauen auf mein Gefühl zu hören und auszuprobieren was machbar ist und was nicht. Theorie und Praxis stehen oft im Gegensatz zueinander. Falls mal ein Motörchen raucht (was nicht geschehen wird), schalte ich halt den Strom ab. Easy going..., Ich danke euch allen und wünsche euch einen guten Start in die (hoffendlich sternenklare) Woche...
Grüßle
Gerhard
 
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