Maximale Vergrößerung

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Doppelstern

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Hallo zusammen,

zu meinem Newton 114/900 habe ich Okulare für die Vergrößerungen 36* / 60* / 100* und 150* .
Dabei habe ich den Eindruck, dass bequemes Arbeiten mit dem 60* moch möglich ist, aber bereits bei 100* ist das Scharfstellen mühsamer und das Bild dunkler. Speziell bei 150* würde ich die Grenze ziehen. Das Bild ist mühsam scharf zustellen und meistens ist die Montierung eines Newton 114/900 nicht so stabil, dass das Gerät dabei wirklich ruhig steht.
Daher würde ich persönlich bei einer Vergrößerung 1,5*Objektivdurchmesser(mm) aufhören; das gilt auch für Planeten. Bequemes Arbeiten mit hellem Bild und leichtem Scharfstellen ist nach meiner Einschätzung bis 1*Objektivdurchmesser(mm) möglich.
Das würde erklären, warum größere Geräte sinnvoll sind, denn mit einem 8" wäre ich bei 150x erst bei 3/4*Objektivdurchmesser(mm).

Ist diese persönlich Ansicht nonsense, liegt es an der durchschnittlichen Optik oder geht es vielen so?

P.S.: Ich lese ab und zu, dass mit 6" an die 300fache Vergrößerung gegangen wurde und von schönen Bildern gesprochen wurde, sowie keinerlei Worte der Mühen damit einhergingen.

Grüße,
Doppelstern
 
Hallo Doppelstern (der richtige Vorname wäre auch mal nett)

Frage zu deiner Frage- welche Okulare benutzt du dabei?

Mein erstes Teleskop war ein 76mm Bresser Spiegel, da war ein 6mm "Plössl" dabei. Vermutlich Kunststofflinse.

Damit war nichts scharf zu stellen. Das Rohr habe ich verschenkt, aber dem Jungen ein viel besseres 9mm Plössl dazu gegeben- und mit dem Ding sieht man sogar ganz gut.

Ich denke wenn du ein vernünftiges Okular einsteckst siehst du mit deinem Rohr auch mehr bzw. schärfer und heller.

Vielleicht ist ein Kollege in deiner Gegend so nett und leiht dir mal was aus- gib doch mal Laut in welcher Ecke du wohnst und stell dazu die Bitte in die Runde das sich mal jemand bei dir meldet.

Gruß

Stefan
 
Hi Doppelstern,
es gilt die Fausteregel, maxmimal sinnvolle Vergrößerung ist 2 * Öffnung. Streng genommen stimmt das auch schon nicht, denn durch die Beugung wird jeder Lichtpunkt in eine Scheibe - die sogenannte Airy-Scheibe - und sogar noch ein paar Ringe drumherum abgebildet. Das gibt eine Vergrößerung vor oberhalb derer nur noch 'leere' Vergrößerung möglich ist, weil das Auflösungsvermögen des Auges geringer wird als das des Teleskops und somit weitere Vergrößerung keinen Detailgewinn mehr bringt. Trotzdem ist es für den visuellen Eindruck manchmal gut noch eitwas größer zu vergrößern.
Wenn Dein Newton bei 100-fach unscharf wird, ist er vermutlich dejustiert. Such mal im Pfelgeforum nach Justage, da findest Du hunderte von Beschreibungen, wie man einen Newton korrekt justieren kann.
CS, Holger
 
Hallo Doppelstern,

an meinem 114/900 konnte ich ein 6 mm Ortho immer recht gut nutzen. Vorausgesetzt die Luftruhe liess es zu war das Bild dabei sehr scharf. Die Scharfstellung war dabei natürlich nicht ganz einfach, denn der etwas günstige Okularauszug und die nicht sehr steife Montierung machten sich immer etwas störend bemerkbar. Da hilft nur ruhebewaren und weiter probieren. Wirklich scharfe Bilder gibt es natürlich nur bei guter Optik und guter Justage. Da ich bei den 114ern eigentlich noch nie eine echte Gurke gesehen habe würde ich bei Bildproblemen erstmal den Justagezustand überprüfen.

MfG

Rainmaker
 
Hallo unbekannter Doppelstern,

Zu diesem Thema folgendes:
Die optimale Vergrösserung ist etwa 1 x Durchmesser von Objektiv in mm (D). Die maximale Vergrösserung eines Fernrohres ist etwa 2 x D (guter Qualität verausgesetzt).
Bei starkeren Vergrösserungen kommen meist keine Details mehr hinzu.

Erklährung
Dass die optimale Vergrösserung etwa 1 x pro mm Durchmesser ist und die maximale etwa 2 x ist reiner Zufall weil wir im metrischen System arbeiten.
Genau genommen ist die optimale Vergrösserung abhängig von der eigenen Trennleistung vom Auge des Beobachters und die ist bei jede Person anders.

Nach Dawes ist die Trennleistung eines Fernrhores 117”/Durchmesser vom Objektiv in mm.
Die mittlere Trennleistung des Auges des Beobachters bei konzentriertes Beobachten ist im Schnitt 1’ (1 Bogenminute). Um eine Trennung in der Abbildung eines Objektives sehen zu können braucht mann also eine Vergrösserung van 60”/117” * den Durchmesser des Objektives ist gleich ~0,5 x D.
Da aber konzentiertes Beobachten viel Energie kostet ist ein Faktor 2 schon eine wesentlich weniger ermüdend. Nun ja, ~0,5 x D x 2 = ~ 1 x D. Dann ist die Austrittspupille des Fernrohres 1 mm. Bei dieser Austrittspupille hat man noch wenig Probleme mit Unsauberheiten in der Tränenflüssigkeit. Diese Unsauberheiten sind z.B. tote Hautzellen.
Wird stärker Vergrössert dann werden die relativ immer grösser und stören immer mehr. Dazu kommt noch die Luftunruhe die auch mit vergrössert wird in immer besser sichtbar wird.

Wenn das Teleskop ein 100% Gerät ist, braucht ein Beobachter mit einer Augentrennleistung von 0,7’ nur eine Vergrösserung van 0,35 x D um dieselben Gesamttrennleistung zu haben als ein Beobachter von 1,4’ bei einer Vergrösserung von 0,7 x D.
Dass macht es auch so schwer Teleskope visuell zu Vergleichen. Eigenlich geht das nur wenn die Geräte neben ein ander Stehen, gleiche Öffnung, gleiche Brennweite, gleiches Okular (fysisch das selbe, also nicht zwe gleiche Okulare aus einer Serie) und der Beoachter gleich ist.

Der Augenoptiker benutzt den Visus und ist gleich 1'/Augentrennleistung in bogenminuten.
Ein Visus von weniger als 0,32 gilt als "Sehschwach" (Amblyop), zwischen 0,4 und 0,63 als "herabgesetzt", von 0,8 bis 1,6 als "ausreichend bis gut" und von 2 als "überdurchschnittlich".

Gruß,

Harrie
 
Hallo Stefan,

als Okulare verwende ich Super Plössl und Weitwinkelokulare TS SWM. Die gelten als hinreichend gut. die mitgeleiferten Kellnerokulare habe ich nie verwendet.

Die Justage habe ich am FS mit der Filmdose vorgenommen, so dass der FS mittig vor dem OAZ liegt. Die Feinjustage von FS und HS mit dem Laser. Die rote Punkt trifft mittig auf den HS und kommt mittig in den Laser zurück.

Das Bild ist auch bei 150x scharf zu kriegen ... aber so schön, wie bei 60x arbeitet es sich bei 150x mit einem Newton 114/900 nicht mehr. Daher meine Meinung, dass es sich schöner an einem solchen Gerät bis ca. 100x arbeitet.

Da ich in den letzten Jahren mit einem kleineren Refraktor und einem Feldstecker gearbeitet hatte, bin ich Vergrößerungen ab 100fach auch nicht gewohnt.

Grüße,
Doppelstern
 
Hallo Uwe,

die atmosphärischen Verhältnisse dürfen auch mit den Augen eines geübten Hobbyastronomen nicht besonders gut auszugleichen sein ... :)

Grüße,
Doppelstern
(Astronomie seit 1983)
 
Hallo Rainmaker,

yeap, da gebe ich dir recht.

Die Justage ist okay (s.o.), aber es wackelt mit der EQ2-Montierung merklich beim Scharfstellen. Das Bild bekomme ich scharf, aber ich wünsche es mir einfacher.
Vielleicht hilft eine stabilere Montierung, ein besseres Stativ zusammen mit einerm feinfühlig untersetzen OAZ.
Aber in sowas bin ich noch nicht bereit zu investieren bei meinem 4.5".

Grüße,
Doppelstern
 
Hi,

es kann schon helfen, ein Gewicht in das Stativ einzuhängen, oft ist das Stativ das schwächste Glied und Gewicht hilft (gibt festeren Stand und mehr Masse(Trägheit).
Alles eine Nummer stabiler hilft immer.
Ein OAZ mit Untersetzung hilft bei der Feinfühligkeit der Scharfstellung, wobei das an F/8 eigentlich nicht das Problem sein sollte, F/5 ist da kniffliger.
Gegen das Zittern des Teleskops wenn man es nur anfasst (ist das so?) hilft ein Motorfokussierer (nachrüstbar) sehr gut.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zitat von *entfernt*GMS:
es kann schon helfen, ein Gewicht in das Stativ einzuhängen, oft ist das Stativ das schwächste Glied und Gewicht hilft (gibt festeren Stand und mehr Masse(Trägheit).

Hallo Günther,

wenn man es zum Transport leichter haben möchte, kann man auch Zeltheringe mitten unter dem Dreibein in den Boden schlagen, und den Stativkopf dagegen etwas abspannen. Solange die Tragkraft des Stativs nicht zu sehr ausgereizt ist, kann das auch etwas zusätzliche Steifigkeit bringen. Das muss man aber ausprobieren. Insbesondere, bei leichtem Gerät, und wenn die Stativfüße zu weich im Boden stehen, hilft etwas zusätzliche Last manchmal recht gut.

Viele Grüße
Stephan
 
Hallo Stefan,

gute Idee!
Da hat man leichtes Gerät und soll Gewichte zusätzlich schleppen, so kann man das vermeiden.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo zusammen,

ich zitiere hierzu einfach mal Paul Ahnert aus seinem Buch "Kleine praktische Astronomie":
"Die Beugung und die zunehmende Lichtschwäche begrenzen die Vergrößerungsmöglichkeiten. Für Detailbeobachtungen auf Mond und Planeten sind Vergrößerungen angebracht, die zwischen der Millimeterzahl der Öffnung bis zum Doppelten (bei Spiegeln bis zum Anderthalbfachen) dieses Wertes liegen (Austrittspupillen 1 bis 0,5mm). Darunter wird nicht mehr alles Detail sichtbar, darüber ist wegen der durch die Beugung hervorgerufene Unschärfe und wegen der abnehmenden Fächenhelligkeit kein Gewinn mehr zu erzielen. ... Für enge Doppelsterne kann man die Vergrößerung bis zum Dreifachen der Millimeterzahl der Öffnung steigern. Eine fehlerfreie Optik zeigt dann bei ruhiger Luft sehr schön die völlig runden und bei genügender Helligkeit von feinen Ringen umgebenen Beugungsscheibchen."
 
Hi Doppelstern,
jeder so wie er es empfindet und vor allem welches Objekt geschaut wird. Das kommt ja auch dazu. So schaue ich manchmal auch mit einem 12,5" den ganzen Abend nur unter 130fach, an anderen Tagen dagegen nur 200fach aufwärts.
Was zu welchem Objekt paßt habe ich für DS im Artikel BEobachtungsziel DS auf der HP.

Mit meinen 114ern war i.d.R. am Planeten 180fach problemlos, aber der war auch stabil montiert und der OAZ getuned.
CS
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Tommy,

ich kenne keinen gängigen 114/900er in dem je ein Parabolspiegel verbaut gewesen wäre.
Wenn alles passt reicht ein Kugelspiegel F/7,9 ja auch knapp für "beugungsbegrenzte" Abbildung.
Diese Teile sind eigentlich durch die Bank sehr brauchbar.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Tommy,

also ob der 114/900 einen Parabol- oder Kugelspiegel hat, halte ich für zweit-, wenn nicht sogar drittrangig. Ich beobachte mit einem Vixen R114M. Der hat einen Kugelspiegel, liefert aber bei entsprechenden Umständen hervorragende Bilder. Am Mond/ Planeten vergrößere ich bei guter Luftruhe und -durchsicht problemlos bis 180-fach (mit Planetary HR 5mm). für DeepSky-Objekte macht eine solche Vergrößerung bei der Öffnung sowieso keinen Sinn. Das Bild wird einfach zu dunkel. Hier würde ich sagen sind 120x die Obergrenze (z.B. für PN oder KH).
Doppelsterns Hauptproblem ist, denke ich, die Montierung. Anfangs hatte ich meinen 114/900 auf einer Lidl-Montie und es war einfach nur erbärmlich mit höheren Vergrößerungen zu beobachten. Das Scope wackelte wie ein Lämmerschwanz.
Jetzt habe ich eine Vixen NP mit dem orig. Holzstativ, das nicht ausziehbar ist, und die Sache steht wie eine 1. Damit kann ich bei 180x problemlos scharf stellen. Vorausgesetzt der Rest stimmt: Luftruhe und- durchsicht, Justage, Okulare.

Ein Motorfokus mag vielleicht auch hilfreich sein, um einer Wackelkombination auf die Sprünge helfen. Aber ist das zielführend? Ich denke das Geld kann man besser in eine stabilere Monti stecken. Für einen 114/900 mindestens eine EQ-3, SkyView oder eben eine NP. Denn zum Scharfstellen eines f/8ers braucht man zwingend weder eine Untersetzung, noch einen Motorfok.

Klare Nächte

Werner

P.S.: Meiner Kenntnis nach gibt es keinen 114/900er, der mit einem Parabolspiegel ausgestattet ist. Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
 
Hi Zusammen,

ich kann da von einem Celestron berichten, den man an Saturn bis 220x ziehen kann, für Jupiter ist immer etwas weniger sinnvoll.
In einer guten Justage steckt schon viel des Geheimnisses. Man muss aber wohl auch einen guten Spiegel erwischen - der Kugelspiegel ist eben nur dann knapp beugungsbegrenzt, wenn die Kugel auch quasi Fehlerfrei gelungen ist.

Clear Skies
Sven
 
Antares -> mit dem Mars verwechselbar -> anti ares -> Antares

Ich war auf der anti aries-Schiene -> dem Aries gegenüber.


 
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