MEADE ETX-LS

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recke

Mitglied
Hallo,

ein Neuling stellt sich vor:
70 Jahre, kein Hobbyastronom, aber wir, meine Frau und unsere 5 Enkel schauen
gerne mal in den Himmel. Jetzt haben wir ein Galaxy D8P Dobson Teleskop und ein
Takahashi FS-78. Wir wollen auch die Enkel dafür begeistern. Interessant sind für uns die Planeten und wenns noch tiefer geht, umso besser. Fotografieren nicht. Aufgrund gesundheitlicher Probleme bleibt wenig Zeit, d. h. wir möchten die Handhabung
vereinfachen und vor allem nicht mehr von Hand nachführen.

Nun war ich zunächst Feuer und Flamme für das neue Meade ETX-LS. Nach dem Lesen eines Threads in diesem Forum sind mir Zweifel gekommen und ich würde nun gerne von Euren profunden Gerätekenntnissen profitieren, wenn Ihr erlaubt.
Ich denke auf den Polarstern ausrichten schaffen wir noch, also die schöne neue LightSwitch-Technologie würde ich vermissen können, wenn ich dafür
8 Zoll behalte und eine gute GPS-gesteuerte Nachführung bekomme.
Das Teleskop sollte so ähnlich (wie ETX-LS)aussehen (Schmitt-Cassegrain?), also kein Newton, mit guter Montierung, Nachführung und Stativ. Es sollte noch gut zerlegbar und im Auto transportierbar sein und möglichst nicht mehr als 2500.- Euro (oberste Grenze)
kosten. Falls es das nicht gibt, werden wir doch auf das ETX-LS hereinfallen.
Viele Grüße
recke
 
Hallo Recke,

8" LX90 ACF (2400€), oder im Moment auch bei Astroshop das 8" LX90 SC (1700€).

Hereinfallen wird man übrigens beim Lightswitch auch nicht. Guck Dir am besten die Sachen mal beim Händler an, dann bekommst Du ein Gefühl für Größe und Gewicht.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

pardon und vielen Dank, ich war einige Zeit abwesend.
Zuerst alles Gute für 2010!
Zwei Dinge habe ich mir vorgenommen. Studium von Literatur und vor dem Kauf anschauen. Ersteres habe ich über die Feiertage begonnen und dabei festgestellt, daß Nachholebedarf bzgl. Astronomiegrundlagen und Funktion von Montierungen und Nachführungen besteht. Bisher hatte ich dieses Hobby relativ oberflächlich betrieben, aber je mehr man weiß, umso interessanter wird es.

viele Grüße
recke

 
Hallo Recke,

wenn Du das nicht auf eigene Faust anfangen willst, müsstest Du aber schon noch ein paar Infos beisteuern.
Autotransport, 2500 Euro, gerne 8", Motorisierung, das nehme ich mal als Eckdaten. Schmidt-Cassegrain, da bin ich mir nun nicht mehr so sicher, das solltest Du vielleicht nochmal bestätigen, bzw. ich würde annehmen, dass Du dann allgemein einen Cassegrain-Typ meinst, könnte ja auch ein Mak sein.
Falls ja, scheint die Bauform doch sehr wichtig zu sein, denn mir scheint, dass Dir Deepsky-Objekte durchaus wichtig sind, und wenn das so ist, gibt es ja für schwache Vergrößerungen Einschränkungen beim Cassegrain.
Fällt aber die Beschränkung auf ein Cassegrain weg, dann kann natürlich auch ein computer-motorisierter Dobson ein sehr attraktives Gerät darstellen. Ich gebe auch mal zu bedenken, dass ein 8" Dobson nicht schwerer ist, eher leichter, als das Gesamtgewicht eines 8" SC auf parallaktischer Montierung. Bei azimutaler Montierung (m.W. LX 90) könnte es einen Patt geben bezüglich Gewicht und Transport.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,
vielen Dank! Ja, Du hast vollkommen Recht, das ist eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Also die finanzielle Grenze würde ich noch aufweichen, dafür fahre ich lieber meinen 14 Jahre alten Golf Variant weiter. 8“ sollte es schon sein, denn da bin ich vom Galaxy „verwöhnt“. Zwischenzeitlich hatte ich mir das MEADE LX200 angesehen, aber von Bader die Auskunft erhalten, dass Gabel und Tubus immer zusammen bleiben müssen. Die 33 Kg sind eindeutig auf Dauer zu schwer für zwei beim Klettern abgerissene Schultersehnen. Fällt also flach. Obwohl ich ein Leben lang gebastelt habe, fällt das heute auch flach für mich. Habe ein Zeit schluckendes gesundheitliches Problem mit einem Familienmitglied. Astrofotografie tue ich mir auch nicht mehr an. Ich möchte einfach nur schauen und mich erfreuen. Bilder im Internet anschauen genügt mir nicht. Es war eine maßlose Begeisterung als wir mit unserem Galaxy die Polkappe des Mars sehen konnten. Bei der Nachführung kommt die Ernüchterung. Dazu die unbequeme Haltung, weil kein Stativ. Interessant ist Deine Bemerkung zu Deep Sky und SC-Teleskopen. Liegt es an der Lichtabschattung im SC-Tubus? Nun habe ich mir die parallaktischen Celetrons angeschaut.
Sie sind gut transportierbar „gestückelt“, haben ein Stativ und eine GoTo-Nachführung. Wenn ich allerdings gegenüber dem Newton viel einbüße, hätte ich auch nichts gekonnt.
viele Grüße
recke
 
Hallo recke,

eigentlich scheint mir, dass Du mit Deinem Dobson nicht unzufrieden bist.
Es scheint zu stören, dass man beim Beobachten mit mehreren Leuten ständig den Sitzplatz wechselt oder in stehend gebeugter haltung beobachtet. Eventuell fehlt noch eine Nachführung, die das Objekt im Okular hält oder auch eine elektronische Auffindhilfe für Objekte.

Man kann den Dobson höher stellen und bequem im Stehen beobachten, auch die Annehmlichkeiten einer Nachführung und die Hilfen zur Objektlokalisierung können nachgerüstet werden, wobei vom Budget noch viel überigbleibt um das eine oder andere Okular oder auch Nebelfilter zwecks Steigerung der Beobachtungsmöglichkeiten zu kaufen.

Sollte ich mich irren, vergiss den Einwurf.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Günther,

im Prinzip sind es hauptsächlich Nachführung und in zweiter Linie eventuell die Beobachtungshaltung, aber das geht schon mit einem Astrostuhl. Nun habe ich schon von Dobsons mit Nachführung gelesen, allerdings glaube ich nicht, daß ich an das Galaxy-Dobson so einfach etwas "anflansche" und los gehts. Da werden sich schon die Tücken und die Bastelei im Detail zeigen. Sicher haben das schon viele Leute bezwungen, aber ich will einfach nicht mehr basteln und dann eventuell entsorgen. Wie gesagt, falls Du ein ehemaliger DDR-Bürger bist, verstehst Du eventuell. Fast 60 Jahre lang meines Lebens habe ich gebastelt. Zuerst die "Goebbelsschnauzen" der Nachbarn und später alle Haushaltsgeräte und nicht zu vergessen die Pflege intensiven Trabbis. Daneben der jahrzehntelange Datschenbau. Jetzt ist Schluß damit.
Ich brauche etwas, um den Himmel genießen zu können.

viele Grüße
recke
 
Hallo Recke,

nein, wie Du das schreibst würde ich nicht zu einer Bastellösung greifen. Skywatcher bietet seit einigen Monaten Goto-Dobson aus einer Hand als Komplettlösung an. Du kannst da z.B. das optische Äquivalent (ich denke 200/1200) anschaffen und kannst an Okularen usw. alles nutzen wie bisher. Die Einzelteile sollten je 10 Kilo wiegen, dazu muss eine Stromversorgung her, meiner Meinung nach eine 12V Powerstation mit ordentlich Reserven - es sei denn Du willst doch lieber einen Autoakku anschließen - oder es sei denn Du hast immer Netzstrom in Reichweite.
Astrostuhl ist eine prima Idee.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Recke,

wenn Du die verschiedenen Systeme vergleichst, solltest Du auch mal einen Blick auf die optische Leistung werfen. Die ACF sind keine Schmidt-Cassegrain, und über das Bildfeld gesehen erheblich schärfer als ein Newton oder SC. Ein LX90 als SC kannst Du für 1700€ bekommen, ein ACF für 2400€. Den Unterschied siehst Du bei guten Okularen sofort.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo recke,

ich musste mich nicht mir der DDR-Mangelwirtschaft plagen.
Bei mir hat sich die Bastelleidenschaft eher daraus entwickelt, dass wir einem Überfluss von Angeboten ausgesetzt sind. Hier krankt es allerdings recht häufig an der Funktionalität.
Da werden in der Massenproduktion erstaunlich simple Dinge vernachlässigt und das entsprechende Marketing will Dir dann beibringen, dass Du nicht brauchst, was Du willst sondern dass Du brauchst, was man hat.
(Hallo Tassilo, nicht persönlich nehmen, Du macht einen guten Job, frohes Neues!) :)
Folglich nehme ich, was dem was ich will am nächsten kommt und dann mache ich daraus was ich brauche.

Für Dich sehe ich in einen 8" F/6 Dobson + Nachführung die günstigste machbare Alternative, inclusive Okular und Filterausstatung sehr gut im Budget machbar. Das Ding dann noch auf eine Zubehörkiste zu stellen, um in jeder Lage bequem sitzend und/oder stehend zu beobachten, ist m.E. kein Problem.

Um die wirkliche Leistung auf verfügbar zu machen, ist allerdings "basteln" doch angesagt. Veloursauskleidung, Taukappe, funktionierende saugende Lüftung, das muss sein.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo alle,

vielen Dank für Eure vielen Vorschläge. Daß ACF eine hohe Abbildungsqualität bedeutet hatte ich schon gelesen, aber daß es deshalb kein SC mehr ist wußte ich noch nicht. Übrigens wäre ja MEADE meine erste Wahl, wenn nur das Minimalgewicht (über 30 Kg)wegen der Nichtdemontierbarkeit von Gabel und Tubus, nicht so hoch wäre. Das schaffe ich auf Dauer nicht mehr. Das Galaxy mit Nachführung versehen ist wohl unbefriedigend. Ja, die Nachführ-Dobson, z.B. von Skywatcher, hatte ich mir schon angeschaut, allerdings müßte ich meins, obwohl fast neu, dann entsorgen. Bei Skywatcher sieht man auch, wie Newtons parallaktisch montiert werden können.
Meine jetzige vorläufige Lösung: EQ-6 GoTo oder Celestron CGEM.
Da kann ich meinen kleinen Refraktor draufpacken oder eben auch zunächst erstmal mein Galaxy-Tubus, kann experimentieren und bin offen für optische Erweiterungen.
Am wichtigsten sind für mich momentan GoTo mit Nachführung.

viele Grüße von recke
 
Hallo Tassilo,

da kann man weich werden, aber es hat auch Nachteile.
Ich wäre unflexibel bzgl. Erweiterungen (z.B. größerer Tubus) und ich könnte alle jetzigen "Besitztümer" entsorgen, weil nicht anschließbar.

viele Grüße
recke
 
Hallo Recke,

ich komme mir langsam veralbert vor. Warum kann man jetzt am SC kein Standardzubehör nutzen? Hast Du nur Okulare unter 7mm Brennweite?
Und warum soll es kein Dobson mit Goto sein? Wenn jetzt ein Dobson gefällt, einfach den Dobson mit Azimutal-Goto mal anschauen, dann ist ansonsten alles identisch. Da muss weder eine Montierung her noch muss man eine so riesige Montierung kaufen, dass da der nächste Anflug von Größenwahn draufpasst. Warum Größenwahn? Erstmal setzt Du eine Gewichtsgrenze, und dann soll aber noch was größeres kommen!

Ich schließe denn wohl mal innerlich mit diesem Thread ab. Viel Spaß noch...

Denn noch viel Kopf-Wand-Schmerz.

CS
Sven
 
Hallo Sven,

veralbern wollte ich niemanden und bin auch mit dem Beenden einverstanden. Ich hatte auch nicht von Standardzubehör am Sc geschrieben. Ausdrücken wollte ich, daß ich an der Gabel, denn um die ging es ja, nicht mein Newton und auch nicht den Refraktor anschließen kann.

also nochmals danke für wertvolle Ratschläge und tschüß

viele Grüße
recke
 
hallo Tassilo,

ich weiss dass du optisch sehr kompetent bist, darum die Bitte um Aufklärung:

Ein ACF ist doch eine Variante des Schmidt-Cassegrain Systems mit einer asphärischen Fläche, daher die Beseitigung des Koma.

Aber die 33% Obstruktion und f/10 bleiben doch, also ist der erste Beugungsring erheblich ausgeprägter als bei einem vernünftig gebauten Newton, und letzterer daher schärfer auf Achse und mit Komakorrektor auch im Feld, oder? Und mit f/10 eben auch keine Richfieldmöglichkeit. Diese Manko im Richfield und Hochvergrösserungsbereich teilen sie mit allen SCT, und punkten vor allem wenn es um Kompaktheit geht, richtig?

Von der optischen Leistung her wäre daher IMHO dem vernünftig gebauten Newton der Vorzug zu geben, nicht dem ACF. Da du in einem obigen Post anderer Meinung bist, schreib doch bitte noch kurz was dazu.

danke und lg, Tommy
 
Hallo tommy,

Nicht alle ACF-Typen haben ein Öffnungsverhältniss von f/10. Mein LX400 10 Zöller
hat f/8 (und dadurch eine noch schlechtere Obstruktion). Die Sache mit dem 1. Beugungsring
ist sicher richtig, allerdings ist die Abbildung in den Ecken des Vollformats beim ACF
nicht erkennbar schlechter als auf der Achse. Mit dem grossen Chip relativiert sich dann
auch wieder die Sache mit dem engen Feld. Durch einen Komakorrektor wird zwar
beim Newton die Abbildung in den Ecken besser, allerdings leiden dadurch meist die
scharfen Sterne, auch auf der Achse etwas. Visuell am Planeten mag ein f/8 Newton besser sein
(wegen der geringen Obstrukion) aber mit Webcam am ACF
kommt Jupiter & Co auch ganz gut.
Beim Deep-Sky Fotografieren hat der kurze kompakte Tubus echte Vorteile.
Der erste Beugungsring spielt dann eh keine Rolle mehr,
da das Seeing den
Sterndurchmesser definiert.


Grüsse

Thomas

PS: Wenn ich das richtig im Kopf hab, ist der Hauptspiegel sphärisch und wirkt zusammen
mit der speziellen Korrektorplatte wie ein hyperbolischer
Hauptspiegel.
Der Sekundärspiegel ist hyperbolisch (Tassilo, bitte korrigier mich, wenn das nicht ganz stimmt).
Deshalb die Verwandschaft zum Ritchey-Cretien.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Thomas,

fotografisch kann und wird man durch die Bildbearbeitung das Ergebnis verbessern, es ging hier aber um die rein optische Leistung, und visuell zeigt sich wie der Hase läuft. Das Auge hat halt noch keinen Photoshop eingebaut.

Aber auch fotografisch addieren sich die Fehler, ein fetter Beugungsring macht aus den 0,5" Auflösung dann 1" (beim 10"), Puristen schwören sogar auf den grossen Vollapo, eben weil er die feinsten Sternpünktchen macht.

Deswegen halte ich SCT und insbesondere ACF nicht für schlechte Teleskope, im Gegenteil freue ich mich, dass Meade nach so vielen Jahren unverändertem Design da einen tüchtigen Schritt gesetzt hat!

Und weil Tassilo sich top auskennt, bin ich neugierig wie er seine prinzipielle Aussage meint - ich hab ja nur ein bisserl in den Optikbüchern rumgeschnuppert und fand das dort nicht so beschrieben.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

der Hauptvorteil ist die Kompaktheit, da hast Du schon recht. Aber die optische Leistung ist im Feld halt höher als bei einem Newton (ohne Korrektor) oder SC. Der Newton hat den kleineren Fangspiegel, da hast Du recht, und er hat auch die Nase dadurch auf der Achse vorn. Aber außerhalb geht es halt rapide abwärts mit der optischen Leistung. Ein Komakorrektor, der auch visuell so gut kann wie das ACF könnte der Paracor sein, habe ich aber selber noch nicht getestet. Wir haben ja auch bald etwas, aber noch kann man das nicht kaufen.
Bei den Tests unseres hochauflösenden Korrektors wurde auch sehr deutlich, daß bei hochauflösenden Systemen die Mechanik auch wieder wichtiger wird, und da ist der kürzere Tubus in der Praxis oft überlegen.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tommy,

ich kenne die Statements bezüglich der Obstruktion. Und im Prinzip ist das auch richtig. Aber es muß halt alles passen, auch die Leistung der Okulare muß dem schnellen Öffnungsverhältnis gewachsen sein. Und da ist halt das ACF dann schon wieder eine sehr interessante Gesamtlösung.

Clear Skies

Tassilo
 
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