Hallo Michael,
ich bin sicherlich nicht die erste Adresse, wenn es darum geht, ob ich mir ein ETX nochmal kaufen würde, da ich bekennender ETX-Fan bin.
Einen aktuellen, guten Thread, in welchem auch Kritiken an ETX geäußert werden findest Du auch im Nachbarforum "Telekope f. Fortgeschrittenen" oder so ähnlich.
Betrachten wir die Gründe, die mich zum ETX brachten:
1. Mich interessieren eher die Planeten als DeepSky.
Die ETXe haben ja ein kleines Öffnungsverhältnis und damit einhergehend ein kleines Gesichtsfeld. Durch die hohe Brennweite und die farbreine Darstellung sind sie eher als Planetengeräte zu bezeichnen.
Größere Objekte, offene Sternhaufen z.B. sind in Teleskopen mit kleinen Gesichtsfelder eher unspektakulär, da sie garnicht in Gänze zu überblicken sind. So z.B. sind die beliebten Plejaden im ETX eher entäuschend. Emissionsnebel wie der gute Orionnebel passen auch nicht komplett in das Gesichtsfeld. Ich will nicht sagen, dass DeepSky nicht geht aber es gibt für diese Applikationen sicher geeignetere Geräte (allerdings: Unter einem wirklich dunklen Himmel geht durchaus was).
Planeten, Mond , Sonne sind hingegen gut zu beobachten.
2. Ich wohne in der Innenstadt von Frankfurt
Ich habe mein Auto verkauft, weil ich alles zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad oder ÖPNV erreichen kann. Das Teleskop muß also transportabel sein. Das ETX ist schnell zusammengepackt und schnell aufgebaut.
3.Mitten in Frankfurt gibt es leider keine dunklen Nächte, auch in der Peripherie ist es nicht unbedingt besser, was DeepSky Beobachtungen von vorneherein stark einschränkt. Was bleibt, sind die Planeten und da funktioniert das Gerät hervorragend (für seine Größe).
Was spricht gegen ein ETX:
Ein großes Problem ist sicherlich die Mechanik der Montierung, hier sind sicherlich in den letzten Jahren substanzielle Verbesserungen durchgeführt worden (Alugabel etc.) aber vebersserungswürdig sind sicherlich die Motoren (ich lasse mein Gerät nie mit max. Geschwindigkeit laufen aus Angst, die Motörchen könnten schaden nehmen) und die Getriebe. Letzteres reagiert etwas schwammig, dies kann allerdings durch ausgefuchste Einstellungen im Autostar (der Steuerungscomputer) zumindest auf ein erträgliches Maß reduziert werden.
Man möge mich korrigieren aber entscheidende Teile (Zahnräder) sind nach wie vor aus Kunsstoff gefertigt, lediglich das Rad, welches die Schnecke antreibt ist aus Metall. Vielleicht könnten die Verantwortlichen bei Meade eine "German"-Edition in Betracht ziehen, bei der ein Vollmetallgetriebe und ein etwas stärkerer Motor einbeaut sind. Ich postuliere, dass dies die Herstellungskosten nicht entscheidend und in Relation zum Systempreis nur lächerlichen Betrag erhöht.
Für mich persönlich würde ich mir wieder ein ETX kaufen, jedoch keines der Premier-Edition. Das Teleskop nach Norden ausrichten, den Tubus waagerecht stellen sollte eigentlich noch ein jeder selbst hinbekommen.
Es lohnt sich aber auch mal nach anderen Alternativen Ausschau zu halten, mit einem ETX erwirbst Du letztendlich immer ein relativ teures Teleskop mit vergleichsweise geringer Öffnung, guter Optik aber optimierungs bedürftigen mechanischen Eigenschaften.
Grüße
Dirk