meade LX10 vs celestron SE5

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joe11

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hallo zusammen,

habe seit ca. 8 monaten mit einem SE5 rumgetüfftelt. da mich das fieber packte, habe ich nun ein 8"LX10 (ca.9 Jahre alt) erstanden. meine ersten versuche am jupiter zeigten hiermit aber eher schlechtere ergebnisse, als parallel aufgenommene fotos mit dem SE5. kann mir das jemand erklären? viele grüße und cs - jörg
 
Hallo Jörg,

Jupiter steht sehr tief und wird vor allem durch Luftunruhe begrenzt, als durch die Öffnung. Hinzu kommt das für ein 8" SC eher ungünstige Auskühlverhalten, gerade an solchen Abenden und natürlich stellt sich die Frage, ob das SC denn auch gut am Stern justiert ist, damit es eine ordentliche Leistung zeigen kann.

Clear Skies
Sven
 
vielen dank für die schnelle antwort. hast du für mich vielleicht noch einen tipp, wie ich die justierung überprüfen bzw. ggf. verbessern kann? viele grüße


cleas skies - jörg
 
Hallo Jörg,

die Justage eines SC am Stern ist nicht so ganz trivial, zuerst muss man sich mal die Beugungsringe anschauen. Das heißt man braucht ein Okular, was das Teleskop schon in die Übervergrößerung treibt, oder nahe heran. Dann sieht man bei ganz leicht unscharf gestelltem Stern die Beugungsringe um den Stern herum.
Der Stern muss genau in der Bildmitte stehen und bei sauberer Justage sollen nun die Beugungsringe alle konzentrisch sein. Wichtig ist, dass man nur wenig unscharf stellt, denn wenn man den Stern ganz kräftig unscharf stellt, dann sehen die Beugungsringe alle konzentrisch aus, weil die Verschiebungen nicht "mitwachsen".
Ist die Justage nicht sauber, dann geben die Beugungsringe ein Bild ab, als würde man in eine in schwarz und weiss geringelte Tunnelröhre mit Kurve schauen. Das müsste man wegjustieren, was nicht ganz trivial ist, und wofür ich als "nicht SC-Besitzer" auch nicht unbedingt eine Anleitung geben möchte. Und immer dran denken, den Stern in die Bildmitte zu bringen, am Rand zeigt jeder Stern diese Dejustage. Und weiter noch der Hinweis, dass man mal probieren sollte, wie man den Fokussierknopf dreht, also vom scharfen Punkt aus unschärfer oder von ganz unscharf zu weniger scharf. Dann sollte sich nämlich was ändern, weil dann schon fast sicher Spiegelshifting durch den Richtungswechsel beim Fokus auftaucht. Der Stern wandert dann etwas im Bild (was man ausgleichen muss). Durch das Shifting und den Fokus-Mechanismus kann man den Spiegel praktisch nur für eine Drehrichtung des Fokussierknopfes optimal justieren, und wenn es drauf ankommt, sollte man zusehen, dass als letzte Feinfokussierung der Knopf eben in diese Richtung bewegt wird.

Clear Skies
Sven
 
vielen dank für die umfassende antwort. ich werde deine tipps mal ausprobieren - zumindest werde ich versuchen festzustellen, ob mein sc justiert werden sollte. selbst zu schrauben traue ich mich glaube ich noch nicht. müsste eigentlich (nach 9 Jahren) auch mal die spiegelfläche bzw. die glasfläche von innen gereinigt werden? viele grüße


clear skies - jörg
 
Hi!

Die Justage vom SC ist eigentlich kein sooo großes Problem - es gibt ja nur die drei Schräubchen vorne an der Fangspiegelhalterung. Meine Erfahrung von C8 und C14 zeigt, dass man die nur um Zehntelsumdrehungen zu drehen braucht, um Effekte zu sehen. Also unbedingt merken, welche Schrauben man lockert und anzieht. Und keine Gewalt anwenden, um den Fangspiegel nicht zu verspannen. Hexenwerk ist's aber keins, Du brauchst nur mal eine beständig klare Nacht und etwas Zeit. Zum Glück sind die SCs in der Regel ziemlich justierbeständig.

Die Reinigung von Innen kannst Du dir schenken, außer du siehst wirklich dicken Dreck drin (verirrte Spinnen oder so). Der Tubus ist ja geschlossen, also kann nichts rein. Falls Du die Schmidtplatte mal zum Reinigen ausbauen wolltest, markier dir unbedingt, wierum und um wieviel Grad gedreht sie sitzt - die Lage zum Hauptspiegel muss erhalten bleiben, die sind aufeinander abgestimmt. Aber auch hier geht's in erster Linie um Dreck auf der Außenseite. Im Zweifelsfall lieber nicht reinigen, dabei riskierst Du nur Kratzer. Spiegel putzen sollte ohnehin unnötig sein. Das einzige was sein kann, ist, dass er im Lauf der Zeit an Reflexion verliert (Spiegel gehen glaub auf bis zu 80% Reflexion runter), aber erstens merkst Du das nur im direkten Vergleich und zweitens hast Du deshalb ja auch nicht den Neupreis gezahlt:-)

Gruß,
Alex
 
Hi Zusammen,

bevor man sich eine Optik kaputt putzt, sollte man sich via WWW mal über richtige Optikreinigung informieren. Man vermeidet da eigentlich jede unnötige Berührung.

Clear Skies
Sven
 
hi alex,

vielen dank für die tipps - dann spare ich mir wohl die reinigung und versuche mich wenn nötig an der justage - notfalls kann ich es immer noch einem profi überlassen. dann warte ich mal weiter auf eine beständig klare nacht.... viele grüße und clear skies - jörg

 
Hallo Jörg

Die Justage des SC ist wirklich nicht so schwer.
Zuerst würde ich ein Okular von ca.10mm Brennweite benutzen,womit du dann einen Stern zentrierst,den du dann außerhalb des Fokus stellst,so das er ungefähr ein drittel des Okularsichtfeldes einnimmt.
Jetzt siehst du in der Mitte den Schatten des Fangspiegels,und drumherum die Beugungsringe.
Jetzt kannst du entweder ein mittiges Bild des Fangspiegelschatten sehen,oder er ist etwas zur einer Seite verschoben.
Nun führst du einen Finger vor die Optik wärend du durchst Okular schaust.(Berühre dabei aber nicht die Schmidtplatte)
Den Schatten des Fingers wirst du jetzt im Okular sehen.
Jetzt fährst du mit dem Finger dorthin wo der Fangspiegelschatten verschoben erscheint.
Nun lasse den Finger dort,und sehe nach wo der Finger sich vorne an der Schmidtplatte befindet.
Jetzt brauchst du nur noch die Schraube verstellen die sich gegenüber des Fingers befindet.
Normalerweise ist das nur eine halbe drehung der Schraube,wenn nicht gar weniger.
Beim drehen der Fangspiegelschraube siehst du durch das Okular,und kannst dann sehen wohin sich das defokussierte Bild hinverschiebt.
Jedenfalls muß du die Schraube so drehen das das defokussierte Bild entgegengesetzt des verschobenen Fangspiegelschatten wandert.
Also wenn der Fangspiegelschatten zbs.Oben rechts verschoben erscheint,mußt du die Schraube so drehen das das Bild nach unten links wandert.
Danach zentrierst du wieder den Stern,und gugst ob der Fangspiegelschatten immer noch verschoben erscheint.
Wenn ja,machst du die gleiche Prozedur nochmal.
Hast du den Fangspiegelschatten mittig gestellt,und die Beugungsringe sind gleichmäßig Rund,kannst du ein höher Vergrößerndes Okular(vielleicht ein 4mm) benutzen,um die Justage noch zu verbessern.
das Hört sich am Anfang noch recht kompliziert an,aber hat man es 1 oder 2mal gemacht,fällt einen es schon leichter.

Gruß
manfred
 
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Hallo Manfred


Eine sehr schöne und ausführliche Beschreibung der Justierung. Da ich auch ein C8 besitze finde ich sie auch für mich sehr nützlich!


Da der FS meines C8 nur ganz normale kleine Inbusschrauben besitzt, wäre dieser Part für mich der schwierigste:

Beim drehen der Fangspiegelschraube siehst du durch das Okular,und kannst dann sehen wohin sich das defokussierte Bild hinverschiebt.


Ich weiß das es sog. Bob Knobs gibt die einem genau dieses drehen erleichtern, vor allem weil es ohne Werkzeug geht, was aber wenn man keine BK hat?


Wenn ich mir vorstelle konzentriert durch das Okular zu sehen und gleichzeitig mit einem Inbusschlüssel nah an der Schmidtplatte zu hantieren habe ich so meine Bedenken.


Vielleicht gibt es auch hierzu noch einige Ratschläge?



Gruß Dirk

 
Hallo Dirk

Die Bob Knobs sind sehr empfehlenswert,hatte ich damals an meinem LX200 auch gehabt.
Damit wird das Justieren zum Kinderspiel,und schneller geht es damit auch.
Ganz billig sind die nicht,kosten aber auch nicht die Welt.
Ich hatte sie damals bei Astrocom gekauft.
Das justieren der Fangspiegelschrauben mit dem Imbusschlüssel ist nicht ganz so dramatisch,ein bischen aufpassen sollte man trotzdem.
Ich stecke zuerst den Imbusschlüssel in die Schraube,dieser fällt normalerweise auch nicht von alleine wieder raus,und schaue dann durchs Okular.Nun kann ich mit der Hand nach vorne an den Imbusschlüssel greifen,und vorsichtig daran drehen.
Bei einem C8 sollte es noch gut gehen,bei meinem damaligen 10"LX200 war das etwas schwieriger,weil der Tubus etwas länger ist.

Gruß
Manfred
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi!

Meine Methode beim C14 war, mir eine Zeichnung anzulegen - einmal die drei Schrauben (wo habe ich zuletzt gedreht) und einmal kurz skizziert, wohin der Schatten wandert. Beim C14 (zumindest anno '95) geht blind arbeiten eh nicht, da da normale Schlitzschrauben verbaut sind/waren...
Mit einem "Helfer" zusammen zu arbeiten (einer schraubt, einer schaut) macht die ganze Sache übrigens erfahrungsgemäß komplizierter, als wenn man selber ständig zwischen Objektiv und Okular wechselt.
Gleichzeitig schrauben und ins Okular schauen wollte ich auch nicht.

Gruß,
Alex
 
Hallo Jörg!

Auf eine Kleinigkeit solltest Du noch achten! Die drei Schrauben der Fangspiegelhalterung müssen immer eine gewisse Spannung behalten, die nicht zu groß werden darf (Defektgefahr) aber auch nicht zu gering (keine stabile Justage möglich).

Wenn du also z. B. eine Schraube zur Justage lockern mußt, und dabei feststellst, dass der ganze Spiegel zu locker wird, mußt du die Schraube unverändert lassen, und zum Ersatz die beiden gegenüberliegenden Schrauben fester anziehen. Die erforderliche Spannung spürst du recht genau beim Bewegen der Schrauben, die sollten schon spürbar Spannung haben, aber keinesfalls "angeknallt" werden.

Reinigen würde ich nur die Schmidtplatte, dazu mit einem feinen weichen Pinsel den Staub entfernen, dann die Platte anhauchen, und den Beschlag vorsichtig ohne Druck mit einem frisch gewaschenen staubfreien Taschentuch abwischen. Ist ganz sicher, dass keine Staub mehr auf der Platte ist, erneut anhauchen, und nun schon mit deutlichem Druck den Vorgang wiederholen, bis die Platte sauber ist.

Das Rohr vorsichtig behandeln, Winkelspiegel etc, nur schrauben, wenn das hintere Teil des Rohrs nach unten zeigt, jeder Dreck der in das Führungsrohr des Hauptspiegls fällt, landet sonst unweigerlich auf dem Sekudärspiegel, besonders ärgerlich bei Schuppen aus dem Haar!

Gruß, Peter



 
hallo manfred,

vielen dank für die tolle beschreibung. ich werde mich bei nächster gelegenheit mal heranwagen - klingt zumindest so, als sollte ich das hinbekommen - ansonsten gibts demnächst an dieser stelle einen neuen beitrag :/ . viele grüße und clear skies - jörg

 
hallo peter,

auch dir vielen dank für die tipps. klingt ein wenig, wie das zentrieren meiner fahrradspeichen aus früheren zeiten :/
würdest du es denn empfehlen, spiegel und glas zu reinigen? kann ich das so ohne weiteres abschrauben? viele grüße und clear skies jörg

 
Hi!

Die Frage galt zwar nicht mir, aber ich geb trotzdem nochmal meinen Senf dazu: Solange Du Respekt vorm Kollimieren hast, willst Du die Optik auch nicht reinigen (vom Abstauben mit Pinsel mal abgesehen) - Putzen ist gefährlicher.

Das Abschrauben ist kein Problem, das wieder korrekt zusammensetzen schon eher...

Fang zum Üben erst mal mit Okulare putzen an, das lohnt sich eher (wegen der Fettflecken durch die Wimpern), und benutz eventuell ein Zenitprisma statt einem Spiegel, so gelangt kein Schmutz ins Teleskopinnere.

Viel Erfolg,
Alex
 
Hallo Jörg!

klingt ein wenig, wie das zentrieren meiner fahrradspeichen aus früheren zeiten

Das trifft das Problem exakt!

Zum Reinigen und Abschrauben: Die Schmidtplatte würde ich nur im Notfall herausnehmen, dabei unbedingt die Position markieren (ist normalerweise schon von Meade geschehen), und exakt so wieder einbauen. Vorsicht: Gelegentlich ist auch die Halterung des Fangspiegels in der Schmidtplatte nicht ganz fest, sie sollte sich ebenfalls nicht gegen die Platte verdrehen (also zur Kontrolle merken, welcher Punkt der Halterung oben ist). Beim Einbau der Schmidtplatte den äußeren Ring nur mit Gefühl festschrauben, damit die Platte nicht verspannt (aber nicht so lose, dass sie sich seitlich verschiebt).

Die Spiegel (Hauptspiegel und Sekundärspiegel würde ich möglichst nicht reinigen. Es ist zwar möglich (ich habe das schon an vielen SC gemacht), aber doch recht kritisch, weil unter der harten Vergütung das weiche Aluminium liegt, das gibt sehr leicht feine Kratzer. Also Finger weg, bzw. Experten konsultieren. Kopfschuppen und ähnliche Verunreinigungen sollte man aber vom Sekudärsiegel im Gegensatz zu Staub möglichst entfernen.

Das Reinigen der Schmidtplatte von außen ist relativ unproblematisch wenn du so vorgehst, wie ich das oben beschrieben habe. Ich würde aber nicht jeden Schmutz sofort entfernen, es muß schon eine Menge Staub auf der Platte sein, bis man das optisch merkt. Fingerabdrücke, Insekten[zensiert] und klebrige Pollen würde ich aber sofort entfernen.

Die Idee mit dem Winkelprisma ist nicht schlecht, es fällt dann keine Dreck in das Rohr, und auch die Flächen des Prismas selbst sind unproblematisch (Hauchmethode) zu reinigen. Bei deinem SC ist ja ein Winkelprisma in Bezug auf Farbfehler (im Gegensatz zum APO) unproblematisch. Beim Wechsel von Zubehör aber immer hinteres Rohrende nach unten neigen, bei Schrauben löst sich oft etwas Farbe, die nicht in das Rohr fallen sollte!

Und noch Etwas: Wenn das Rohr aufgebaut ist, aber nicht beobachtet wird, sofort Deckel drauf oder Rohr nach unten richten! Eine mit Tau belegte Schmidtplatte nie abwischen, sondern vorsichtig mit einem Haartrockner trockenblasen!

Gruß, Peter

 
hallo peter,

nochmals vielen dank für die hilfe. hatte eigentlich überlegt, dass gerät mal zu meade zu bringen, aber nach den super tipps und anleitungen werde ich mich zumindest an der justierung mal versuchen - macht wahrscheinlich mehr sinn, mit der technik selbst vertraut zu sein. auch der tipp mit dem trocknen der schmidtplatte kam sehr gelegen, da ich diesen anfängerfehler zumindest mit meinem ´alten´ gerät natürlich schon gemacht habe. vielen dank und viele grüße - jörg
 
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