Mehr als ein Fernglas notwendig?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

pscharff

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

während des Einsatzes meines 10x50 Fernglases zur Loneos-Beobachtung habe ich entdeckt, dass die Beobachtung mit dem Fernglas durch reizvoll sein kann. Besonders M31 hat mich eigentlich überzeugt, als ich ihn im Fernglas sah. Wahrscheinlich ist es auch das große Gesichtsfeld, das eine Fernglasbeobachtung zum Erlebnis werden läßt. Bis dato war ich im Prinzip immer mit dem Teleskop unterwegs und nutzte das Fernglas nur zum Auffinden aktueller hellerwerdender Kometen.

Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Ist es sinnvoll, sich noch ein weiteres Fernglas (z.B. 7x50 oder 8x42) anzuschaffen, oder reicht es, wenn man das 10x50 besitzt. Ich finde bei mir relativ guten bis sehr guten "Landhimmel" vor. Das 10x50, welches ich im Moment besitze, ist ein Nikon Action Ex 10x50 CF, welches bei einem Vergleichstest mit einem Zeiss Dekarem 10x50 ganz gut abgeschnitten hat. Lediglich in Sachen Kontrast lag das Zeiss-Gerät etwas weiter vorn. Dafür war die Randschärfe des Nikon eindeutig besser.

Was würde mir denn ein 7x50 z.B. bringen? Viel höher, als 10-fach, wollte ich eigentlich nicht vergrößern, da ich nicht so recht ein Stativ benutzen möchte.
 
hallo Patric,

dein 10x50 ist ein gutes Standardgerät mit dem sich vieles sehen lässt was Ferngläser überhaupt zeigen können. Ein 7x50 kann bei einem guten Landhimmel mehr Überblick bringrn, vorausgesetzt deine Pupillen weiten sich im Dunkel auf 7mm (altersabhängig).
Ich verwende auch ein 7x32 Superweitwinkel 230m/1000m - das bringt maximales Gesichtsfeld, ein 12x60 weil es mehr Sterne zeigt und gerade noch freihändig nutzbsr ist, ein 20x100 auf Stativ weils einfach grossartig ist, und ein 8-20x50 Zoom weil ich in der Natur spazieren gehe und Tiere im Geäst näherbringen will. Was heisst schon "notwendig"...?

Mein Tipp: Von Nikon gibts auch ein 7x35 CF Action VII das ein 9,3 Grad grosses Gesichtsfeld hat und durchweg gute Bewertungen. Einfach mal durchgucken ist eine gute Entscheidungshilfe! Könnte eine schöne Ergänzung sein.

mfg Tommy
 
Hallo Tommy,

besten Dank erstmal für Deine Antwort. Der Tipp mit dem 7x35 hört sich nicht schlecht an. Ich werd' mal drüber nachdenken...

Eine andere Alternative, wo ich im Moment immer noch überlege, wäre:

Das Geld für ein weiteres Fernglas der Sorte 7x35 oder ähnlichem sparen und mir dann mal ein FUJINON 10x50 zuzulegen. Schade, dass ich keine Möglichkeit habe, mal ein Fujinon-Gerät zu testen. Da mein Nikon Action EX nicht unbedingt so viel schlechter abgeschnitten hat, als das Zeiss Dekarem, bin ich mir nicht ganz im Klaren, ob es sich wirklich lohnt, nochmal 600 Euro für ein weiteres 10x50 hinzulegen.
 
Hallo Patric,

ich habe ein Fujinon 10x50 und bin sehr zufrieden damit. Ich würde mir aber an Deiner Stelle - als Besitzer eines guten 10x50 - lieber etwas anderes anschaffen.

Ich hatte früher auch mal ein Fujinon 7x50 und habe es verkauft, da ich mit dem 10x50 bei meinen Bedingungen (kein perfekter Landhimmel) mehr anfange.

Stattdessen habe ich mir ein 8x43 Dachkant-Glas angeschafft, das deutlich kleiner und leichter ist und so immer dabei sein kann, auch im Urlaub. Zudem ist es wegen der Zentralfokussierung für Naturbeobachtungen besser geegnet.

Gruß Klaus
 
Hallo Patric!

Ich besitze ein 7x50 und ein 16x70 Fernglas neben einem 6" FH-Refraktor (f/5) und einem Dobson.
Das 7x50 (7.5° Gf) ist unter meinem Landhimel für die Beobachtung der Milchstraße einsame Spitze! Ich bereue es nicht, das 10x50 nicht genommen zu haben. Das 16x70 mit 4° Gf benutze ich dagegen nur wenig, da es in der Abbildung gegen mein 6"RFT (mit 3,3°Gf!) ziemlich blaß wirkt. Ich werde es wohl demnächst auf dem Astromarkt anbieten.
Dein Einwand mit dem Stativ ist vollkommen berechtigt! Die Vorzüge eines Fernglases gehen mit Stativ weitgehend verloren!

Das Binokulare Sehen ist natürlich ein Thema für sich und natürlich kann man sich für sein zweites Auge zu jedem Fernrohr ein zweites (als Bino-teleskop) wünschen. Aber das konsequente Weiterdenken rechtfertigt insofern diesen Aufwand meines Erachtens nicht, als man dafür (preis- und aufwand-mäßig) ein wiederum größeres Teleskop bekommt, in welchem man nun wiederum mehr sieht, als in dem kleineren Bino!

Laut Definition ist ein Fernglas ein handliches Doppelfernrohr. Der große Vorteil liegt für mich im großen Gf eines Fernglases (oder kleinen Refraktors). Ich wünsche mir daher als nächstes, wie ich schon in einem anderen Thread schrieb, ein noch kleineres mit noch größerem Gf, wahrscheinlich ein 5x32 Miyauchi (mit mehr als 12° Gf). Aber diesbezüglich kamen ja auch schon weitere Vorschläge, die sicherlich alle sehr interessant sind!

Das tolle an einem Fernglas ist, neben dem großen Gf, die einfache, unkomplizierte Handhabung. Leider kommen die wenigsten über ein Fernglas, sondern fast immer über ein Teleskop zum "Sternegucken"! Wegen der Vielzahl der Objekte ist es jedoch immens schwer, den Überblick zu behalten und alles in einen Zusammenhang bringen zu können! Ich stimme daher mit Martin Birkmaier (im Nachhinein, auch ich begann vor 25 Jahren mit einem 8" SC!) völlig überein, wenn er in seinem Prospekt eingangs (s.8, zum Thema "Die erste Optik") schreibt:
"Als erstes optisches Instrument zur Himmelsbeobachtung würde ich ein gutes 7x50 Fernglas empfehlen, vielleicht auch ein 10x50 oder ein 10x70."
Doch jetzt habe ich mehr geschrieben als ich wollte, bzw. als du gefragt hast!

KH mit Grüssen aus dem Allgäu! Helmut
 
Hallo Patric,

für mich hat sich ein 8x40 Fernglas als sehr gut freihändig nutzbar erwiesen, derzeit nutze ich ein altes Quelle Revue mit 9° Feld und immer noch im Vergleich mit neueren Ferngläsern ordentlicher Abbildungsleistung.
Sehr gut gefallen hat mir auch ein 8,5x44 ED Glas von Swift, ich sah damit nicht weniger als z.b. mit einem 10x50 Zeiss Jenoptem, mein Handzittern wird bei 10x schon störend sichtbar, bei längerer Beobachtung tanzen die Sterne.
Langzeitbeobachtungen sind mit mit ca. 8fach noch genussvoll möglich, mein optimaler Kompromiss zwischen Feld, Vergrößerung und Auflösung ist damit gefunden, wie das für Dich aussieht musst Du eigentlich selbst im Vergleich herausfinden.
Für kurze gezielte Beobachtungen kann ich auch noch mein 11,3x80 gut nutzen aber so etwas gehört definitiv auf eine Schulterstütze, besser auf ein Stativ.

CS
*entfernt*
 
Hallo Patric,

Du machst einen gigantisch großen Fehler, wenn Du bei Deinem 10x50 auf das Stativ verzichtest!
MIT Stativ wirst Du nahezu das DREIFACHE sehen als aus der Hand.
Also: ca. 75 Euro und Du hast ein erheblich erweitertes Gerät in der Hand (verzeihung: auf dem Stativ!)

CS
Winfried
 
Dem Winfried rechtgeb!

Schon bei meinem 8x40-Glas sehe ich mit Stativ wirklich viel mehr und besser: das Bild ist schöner und ruhiger, ich hab endlich die Ruhe, die Dinge mir mal genau und ausgiebig anzuschauen (so gesehen könnt's bei meiner Ungeduld wirklich schon mal 3 fach und evtl. mehr herauskommen... - aber wie quantifiziert man das? ?) ). Jedenfalls sehe ich deutlich mehr Sterne, vor allem schwächere, und mehr Details.

Natürlich geht dabei die Spontaneität (intuitiv zielen und gucken) etwas flöten, ist das ganze doch deutlich aufwendiger und der gerade Einblick schmerzhafter für den Nacken, so dass ich tatsächlich nur noch selten mit Stativ unterwegs bin und mich statt dessen gerne hinlege oder irgendwo anlehne(dies aber auch, weil der Kofferraum meines Autos nicht genug Platz bietet und ich zu faul bin für die Schlepperei).

Z.T. sehr gut sollen ja die Bildstabilisierten sein. Wenn man keine Lust auf ein Stativ hat aber trotzdem gern und ausgiebig Fernglasastronomie betreiben will, könnte das eine gute Alternative sein, so dass man mit einem handlicheren Stabiglas ohne Stativ leicht mehr Beobachtungsgewinn hat als mit einem größeren aber handgehaltenen Glas.

CS
Je
 
Gut Je,

mal zu meiner "Beobachtungstechnik":
Ich setze das Miyauchi 20/30 x 77mm ein, mit 45 Grad Schrägeinblich (90 Grad wären besser). Mit diesem Glas ist der Blick aus der Hand eh unmöglich, ergo Stativ.

Nun möchte ich "schnell" sein um auch wirklich nichts anbrennen zu lassen (geht in der Astronomie so und so nicht) und setze dafür den Joystick von Manfrotto ein. Bei 2,5 kg wäre auch ein billiger Videoneiger möglich und eventuell sogar besser.

Mit dieser Kombi beobachte ich ZUERST. Ist der Himmel o.k., dann wandern der 8" und, ist er noch besser, der 12" nach draussen nach. Summa Summarum ein ideales Gespann.

Patrick würde ich empfehlen, nach einem Stativ mit irgendwelchem Anschluß zu schauen und danach nach einem FG im Bereich 20-30-fach.

Auch wenn`s weh tut: im 25x150 Fujinon (unbezahlbar) habe ich M31 so gesehen: "Scotty, Sol 5, wir geh`n die Sonne putzen---". Im Miyauchi oder einem anderen FG mir 20/30fach sieht M31 ähnlich aus, wenn auch natürlich nicht so brillant.

CS
Winfried
 
Zitat von pscharff:
Das Geld für ein weiteres Fernglas der Sorte 7x35 oder ähnlichem sparen und mir dann mal ein FUJINON 10x50 zuzulegen. Schade, dass ich keine Möglichkeit habe, mal ein Fujinon-Gerät zu testen. Da mein Nikon Action EX nicht unbedingt so viel schlechter abgeschnitten hat, als das Zeiss Dekarem, bin ich mir nicht ganz im Klaren, ob es sich wirklich lohnt, nochmal 600 Euro für ein weiteres 10x50 hinzulegen.

Ob es sich für Dich lohnt, musst Du natürlich selbst entscheiden. Ich hatte auch ein sehr gutes CZJ 10x50, musste mir aber aufgrund zunehmender Brillennutzung eine Alternative überlegen. Nach langem testen und überlegen und vergleichen habe ich mich für ein Fujinon 10x50 FMT SX2 entschieden und das CZJ verkauft. Die aktuellen Preise sind mir nicht geläufig, ich habe ca. 200 EUR für das CZJ bekommen (war aber wirklich top).

Das Fujinon hat für mich folgende Vorteile (subjektive Aufzählung, andere sehen das anders):

+ hervorragende optische Leistung (im Vergleich zum CZJ wirklich deutlich sichtbar!)
+ brillentauglich
+ "bombenfeste" Verarbeitung, Haptik ausgezeichnet

Das CZJ hatte dem gegenüber ~ 400 g weniger Gewicht und eine Zentralfokussierung. Das ist mir für die Astro-Anwendung aber egal, ich setze ein 10x50 auf ein Stativ und fokussieren muss ich da während der Beobachtung auch nicht.

Aber, und da kommt das Thema dieses Thread raus, mit einem 10x50 FMT SX2 braucht der Mensch min. ein zweites Fernglas. Zum Wandern nehme ich nämlich kein 10x50 mit (auch das CZJ wurde da nicht mitgeschleppt). Will ich ein "gutes" Glas dabei haben, kommt das Docter 8x42 (~ 550 EUR) mit; für "quick 'n' dirty" liegt ein Nikon 8x25 (~ 60 EUR) immer im Auto. Beide Gläser bieten in ihrer Preisklasse eine beeindruckende optische Leistung und eine solide Verarbeitung. Ich finde die Haptik bei einem solchen Gebrauchsgegenstand enorm wichtig, anderen ist sowas völlig egal.

Ein Miyauchi 60 oder 77 mm Glas mit Schrägeinblick ist vom 10x50 ausgehend dann die nächste Stufe "nach oben" und auch sehr zu empfehlen.

Also braucht der Astro-Mensch min. 3 Gläser ... und jede Menge Kohle, wenigstens eine Konstante im Leben eines Amateurastronomen.

Gruß
Adson
 
Hallo Adson,

GENAU das, was Du schreibst, kann ich bedingungslos unterschreiben. Meine Fernglasstaffelung ist 8x42, 10x50 und das 20/30x77 Miyauchi.
Ersteres aus der Hand und unterwegs, das ICS 10x50 auf der Terasse aus der Hand oder auf dem Stativ und das Miyaucht selbstredend, da 45 Grad Einblick, nur vom Stativ. Aber das ist auch meine "mobile Sonnenbeobachtungswarte", auch für unterwegs. Egal nun, welche Marke, das 20x77 gibt`s eh nicht mehr, aber dieses Glas ist (für mich) das Ideal, gerade was den Einblick und die Vergrößerung anbelangt. Gläser in dieser Klasse gibt es ja zwischenzeitlich genug, siehe S&W

CS
Winfried
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben