maximilian
Aktives Mitglied
Hallo!
Angeregt durch unzählige Threads zum Thema „Rotlichtbeleuchtung“, Artikel zum Thema (z.B. Night Vision: The Red Myth ), Diskussionen in unserem freitäglichen Astroreff und dem Umstand, dass an meinem Arbeitsplatz (Flugzeug) das rote Licht schon seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet wird, wollte ich es jetzt wissen und habe selber eine „Astrolampe“ gebastelt. Über Erfahrungen kann ich bisher nicht berichten, das first light (am Teleskop) konnte leider noch nicht stattfinden.
Selber habe ich immer große Schwierigkeiten, bei rotem Licht Karten oder Tabellen zu lesen. Irgendwie klappt das mit dem Scharfstellen der Augen nicht. Es muss dann schon sehr helles rotes Licht sein und dann wäre, siehe der verlinkte Artikel oben, dukleres Licht einer anderen Farbe das kleinere Übel. Dazu kommt, dass typische „Astrolampen“, also dimmbare Rotlichtlampem, mit 20-40 Euro nicht wirklich preiswert sind und die einzige (mir bekannte) Taschenlampe, bei der die Farbe einstallbar ist (Led Lenser P7QC) nicht dimmbar und mit 60 Euro auch ziemlich teuer ist. Ich habe versucht, in einem mittleren preislichen Rahmen von 30 Euro das Maximum zu erreichen. Dabei sind natürlich nur die Kosten der Teile und nicht meine Zeit gerechnet. Die Teile selbst sind größtenteils vom eBay (die meisten) und aus meiner Bastelkiste (ganz wenige).
So sieht mein Prototyp aus:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13208_1024px.jpg
Die Lampe verwendet sechs RGB Leuchtdioden für farbige Beleuchtung und eine weisse LED mit 10W für helles Licht (mit einer entsprechenden Optik, die ich allerdings nicht verwende, könnte man damit fast einen Autoscheinwerfer machen). Bei den RGB Leuchtdioden kann man Farbe, Helligkeit und Sättigung stufenlos einstellen, bei der weissen LED nur die Helligkeit.
Ein paar der darstellbaren Farben ...
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/AlleFarben_1024px.jpg
. und (stark gedimmt) das weisse Licht:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13202_1024px.jpg
Wie man an diesem Bild sieht, handelt es sich noch um einen eher rustikalen Prototypen, die Plexiglasscheibe vorne ist nur roh ausgeschnitten und noch gar nicht richtig bearbeitet (weil das wirklich kein Vergnügen ist...). Auch die Schutzfolie habe ich noch noch nicht abgezogen.
Innen drin sieht es auch eher selbstgemacht aus:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13171_1024px.jpg
Herzstück ist ein Arduino nano Board (aus Hong Kong für knapp 2 Euro, dafür bekommt man hier nichtmal den nackten ATMEGA 328P Microcontroller), zwei „rotary encoders“ zum Einstellen der Werte, ein paar Transistoren und ein Spannungsregler. Damit man das helle Weißlicht wirklich nur zum Auf- und Abbauen und zur Suche nach verlorenen Okularen im hohen Gras verwendet, habe ich noch einen Schlüsselschalter dafür eingebaut. Damit sollte versehentliches Blenden nicht möglich sein.
Als Lampenkopf habe ich einen alten CPU-Kühler für 80486 Prozessoren (wenn sich noch jemand dran erinnert...) mit Lüfter verwendet:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13186_1024px.jpg
Auf dem ist die weisse LED montiert, für deren Dauerbetrieb der Kühlkörper allerdings viel zu klein ist. Sie kann also nur gedimmt eingesetzt werden. Die bunten LEDs stecken in Löchern am Rand. Die Verdrahtung ist eher rustikal ausgefallen:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13177_1024px.jpg
Hier das Arduino-Board mit seiner externen Beschaltung:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13178_1024px.jpg
Und die Platine von unten (ich weiß, selbst billigster Chinesischer Tinnef verwendet heute Multilayer-Platinen, aber ich leider noch nicht):
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13182_1024px.jpg
Um der optischen Umgebung Rechnung zu tragen, in der die Lampe eingesetzt werden soll, habe ich unten ein 1/4 Zoll Fotogewinde geschnitten für die Befestigung an einem Stativ oder Magic Arm (im ersten Bild) zu ermäglichen. Dem habe ich allerdings nicht vertraut und noch eine „Taschenschraube“ mit Loctite eingeklebt. Sie hat ein paar mehr Gewindegänge...
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13207_1024px.jpg
Weil es ein Prototyp ist, habe ich die USB Schnittstelle des Microcontollerboards nach aussen geführt. Daneben sieht man den Schlüsselschalter für das Weißlicht und die Stromzuführung per XLR-Verbindung:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13201_1024px.jpg
Die Lampe funktioniert zwischen 6 und 15V, Weißlicht gibt es aber nur zwischen 10 und 13V, was an der verwendeten weissen LED liegt.
Jetzt gilt es noch die Software zu verfeinern (diese Lampe ist 50% Hardware und 50% Software), was ich allerdings nur mit Erfahrungen im praktischen Betrieb kann. Vorschläge und Ideen greife ich aber gerne auf!
Im Budget (40 Euro für die teuerste Astrolampe auf dem Markt waren mein Limit) bin ich locker geblieben, sogar der Magic-Arm-Klon aus China, die Stativklemme und das zur Größenvergleich abgebildete Okular sind da mit drin!
Nebenbei arbeite an einer Minimalversion (Microcontroller, 3 RGB LEDs und ein Encoder), die unter 10 Euro bleiben soll. Würde sich zum Einbau in ein Taschenlampengehäuse der Größe „Babyzellen-Maglite“ eignen.
Ich hoffe, ein paar Leser zu eigenen Basteleien angeregt zu haben
Viele Grüße
Maximilian
Angeregt durch unzählige Threads zum Thema „Rotlichtbeleuchtung“, Artikel zum Thema (z.B. Night Vision: The Red Myth ), Diskussionen in unserem freitäglichen Astroreff und dem Umstand, dass an meinem Arbeitsplatz (Flugzeug) das rote Licht schon seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet wird, wollte ich es jetzt wissen und habe selber eine „Astrolampe“ gebastelt. Über Erfahrungen kann ich bisher nicht berichten, das first light (am Teleskop) konnte leider noch nicht stattfinden.
Selber habe ich immer große Schwierigkeiten, bei rotem Licht Karten oder Tabellen zu lesen. Irgendwie klappt das mit dem Scharfstellen der Augen nicht. Es muss dann schon sehr helles rotes Licht sein und dann wäre, siehe der verlinkte Artikel oben, dukleres Licht einer anderen Farbe das kleinere Übel. Dazu kommt, dass typische „Astrolampen“, also dimmbare Rotlichtlampem, mit 20-40 Euro nicht wirklich preiswert sind und die einzige (mir bekannte) Taschenlampe, bei der die Farbe einstallbar ist (Led Lenser P7QC) nicht dimmbar und mit 60 Euro auch ziemlich teuer ist. Ich habe versucht, in einem mittleren preislichen Rahmen von 30 Euro das Maximum zu erreichen. Dabei sind natürlich nur die Kosten der Teile und nicht meine Zeit gerechnet. Die Teile selbst sind größtenteils vom eBay (die meisten) und aus meiner Bastelkiste (ganz wenige).
So sieht mein Prototyp aus:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13208_1024px.jpg
Die Lampe verwendet sechs RGB Leuchtdioden für farbige Beleuchtung und eine weisse LED mit 10W für helles Licht (mit einer entsprechenden Optik, die ich allerdings nicht verwende, könnte man damit fast einen Autoscheinwerfer machen). Bei den RGB Leuchtdioden kann man Farbe, Helligkeit und Sättigung stufenlos einstellen, bei der weissen LED nur die Helligkeit.
Ein paar der darstellbaren Farben ...
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/AlleFarben_1024px.jpg
. und (stark gedimmt) das weisse Licht:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13202_1024px.jpg
Wie man an diesem Bild sieht, handelt es sich noch um einen eher rustikalen Prototypen, die Plexiglasscheibe vorne ist nur roh ausgeschnitten und noch gar nicht richtig bearbeitet (weil das wirklich kein Vergnügen ist...). Auch die Schutzfolie habe ich noch noch nicht abgezogen.
Innen drin sieht es auch eher selbstgemacht aus:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13171_1024px.jpg
Herzstück ist ein Arduino nano Board (aus Hong Kong für knapp 2 Euro, dafür bekommt man hier nichtmal den nackten ATMEGA 328P Microcontroller), zwei „rotary encoders“ zum Einstellen der Werte, ein paar Transistoren und ein Spannungsregler. Damit man das helle Weißlicht wirklich nur zum Auf- und Abbauen und zur Suche nach verlorenen Okularen im hohen Gras verwendet, habe ich noch einen Schlüsselschalter dafür eingebaut. Damit sollte versehentliches Blenden nicht möglich sein.
Als Lampenkopf habe ich einen alten CPU-Kühler für 80486 Prozessoren (wenn sich noch jemand dran erinnert...) mit Lüfter verwendet:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13186_1024px.jpg
Auf dem ist die weisse LED montiert, für deren Dauerbetrieb der Kühlkörper allerdings viel zu klein ist. Sie kann also nur gedimmt eingesetzt werden. Die bunten LEDs stecken in Löchern am Rand. Die Verdrahtung ist eher rustikal ausgefallen:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13177_1024px.jpg
Hier das Arduino-Board mit seiner externen Beschaltung:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13178_1024px.jpg
Und die Platine von unten (ich weiß, selbst billigster Chinesischer Tinnef verwendet heute Multilayer-Platinen, aber ich leider noch nicht):
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13182_1024px.jpg
Um der optischen Umgebung Rechnung zu tragen, in der die Lampe eingesetzt werden soll, habe ich unten ein 1/4 Zoll Fotogewinde geschnitten für die Befestigung an einem Stativ oder Magic Arm (im ersten Bild) zu ermäglichen. Dem habe ich allerdings nicht vertraut und noch eine „Taschenschraube“ mit Loctite eingeklebt. Sie hat ein paar mehr Gewindegänge...
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13207_1024px.jpg
Weil es ein Prototyp ist, habe ich die USB Schnittstelle des Microcontollerboards nach aussen geführt. Daneben sieht man den Schlüsselschalter für das Weißlicht und die Stromzuführung per XLR-Verbindung:
Link zur Grafik: http://www.bombie.de/tmp/Farblampe/IMG13201_1024px.jpg
Die Lampe funktioniert zwischen 6 und 15V, Weißlicht gibt es aber nur zwischen 10 und 13V, was an der verwendeten weissen LED liegt.
Jetzt gilt es noch die Software zu verfeinern (diese Lampe ist 50% Hardware und 50% Software), was ich allerdings nur mit Erfahrungen im praktischen Betrieb kann. Vorschläge und Ideen greife ich aber gerne auf!
Im Budget (40 Euro für die teuerste Astrolampe auf dem Markt waren mein Limit) bin ich locker geblieben, sogar der Magic-Arm-Klon aus China, die Stativklemme und das zur Größenvergleich abgebildete Okular sind da mit drin!
Nebenbei arbeite an einer Minimalversion (Microcontroller, 3 RGB LEDs und ein Encoder), die unter 10 Euro bleiben soll. Würde sich zum Einbau in ein Taschenlampengehäuse der Größe „Babyzellen-Maglite“ eignen.
Ich hoffe, ein paar Leser zu eigenen Basteleien angeregt zu haben
Viele Grüße
Maximilian