Mein Docter 8x42 B/CF ist da.

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Schade, daß er sich NICHT wieder einmal hier herumtreibt... hätte es heißen sollen .... gottseidank hat er das nicht gelesen ..... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

ciao (kann auch italienisch)
Hans
 
So, nach diesem sprachlichem Exkurs geht's nun wieder um meine Fernglasausstattung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Vergangene Woche ist das Erstatzfernglas von Docter eingetroffen. Zunächst einmal großartig, dass es so einfach lief. Ich muss allerdings ehrlich sagen: wie von einigen prophezeit, ist der Unterschied zum ersten Fernglas kaum merklich. Und wenn ich dann doch etwas bessere Randschärfe auf der linken Seite bemerke, mag es genausogut meine Einbildung sein.

Doch nicht nur hier kommt die Psychologie zum Tragen, sondern auch bei meiner Einstellung gebenüber dem Fernglas. Nachdem ich nämlich einen Fehler nun ausschließen kann, kann ich mich ganz anders - nämlich weniger paranoid <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> - mit dem Glas auseinandersetzen. Und das tat ich dann auch die vergangenen Tage und Nächte, zusammen mit meinem ebenfalls neuen Zeiss Victory 8x20 BT*, das zwar vermutlich nur einen Apfel-Birnen-Vergleich erlaubt, aber immerhin...

Hier also weitere unsortierte Beobachtungen und Erfahrungen:

* Ränder nochmal:

Das kleine Victory ist deutlich randschärfer als das Docter, allerdings ist die kissenförmige Verzeichnung an den Rändern ausgeprägter. In der Mitte stelle ich keinen Unterschied fest. Wie ich schon oben schrieb, ist die Randunschärfe des Docter allerdings bei der tatsächlichen Beobachtung von Dingen, also abseits gestellter Tests, kaum störend. Schärfer wäre zwar besser, aber wohl auch teurer.

* Sehfeld:

Ich habe festgestellt, dass ich durch beide Ferngläser ungefähr dasselbe Bildfeld überblicke. Das Zeiss ist mit 117m angegeben, dass Docter mit 131m. Dass ich die volle Breite des möglichen Docter-Sehfeldes nicht nutze, führe ich auf meinen recht geringen Augenabstand zurück - ich muss das Fernglas fast komplett zusammenklappen, und merke dabei, wie mir leider einiges links und rechts verloren geht. Interessanterweise wirkt das Bild im Docter allerdings größer als durchs Zeiss, ist aber wohl nur eine optische Täuschung.

* Im Wald (Gegenlicht, Streulicht):

Bei der Vogelbeobachtung im Wald kommt das Docter mit der schwierigen Lichtsituation beim Blick ins Geäst der Bäume gut zurecht, kontrastminderndes Streulicht kommt kaum vor. Das 8x20 steht hier wesentlich schlechter da. Außerdem macht sich bei bedecktem Himmel im schattigen Wald die größe Öffnung des Docter mit einem helleren Bild bemerkbar.

* Nachthimmel:

Das Ersatz-Fernglas kam gerade rechtzeitig, so dass ich noch den klaren Himmel zur astronomischen Beobachtung nutzen konnte. Ich hatte befürchtet, dass mir mein Problem mit der Randschärfe den Spaß verderben würde, aber es fiel mir nach wenigen Minuten nicht mehr auf, weil ich viel zu sehr damit beschäftigt war, den Anblick zu genießen. Ich glaube auch, den aktuellen Kometen (Stück B) erblickt zu haben, aber aus Berlin heraus war das nicht gerade eine spektakuläre Ansicht: Sterne konnte ich nur bis knapp zur 8. Größenordnung betrachten.

Ganz ergriffen war ich, als ich zum ersten Mal mit einem optischen Hilfmittel meinen Blick auf Jupiter richtete und die vier großen Monde daneben sah. Irgenwie ein tolles Gefühl. Mit dem 8x20 konnte ich immerhin noch einen, vielleicht zwei Monde sehen.

Der Blick auf unseren eigenen Mond war auch sehr schön, trotz der Helligkeit war der kontrast groß genug, um viele Details auszumachen. Ein Geisterbild war, wenn vorhanden, kaum störend oder überhaupt merklich. Störende Reflexe inder Mondumgebung hielten sich ebenfalls in Grenzen.

Nach diesen ersten astronomischen Eindrücken, kann gar nicht abwarten, das Glas demnächst bei einem Kurzurlaub auf dem Lande zu nutzen!

* Mein Fazit:

Eigentlich hatte ich mich ja für ein 8x32 Trinovid entschieden, bevor ich dann doch auf die Kombination aus 8x20 und 8x42 umschwenkte. Das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung für mich, und auch mit der konkreten Auswahl der Ferngläser bin ich nach allem Hin und Her schließlich zufrieden:

Mit dem Victory 8x20 habe ich ein Kompaktglas aus der ersten Liga, das zu meinem ständigen Begleiter wird. Es schlägt sich sich in der Tagbeobachtung sehr gut, und außer in schwierigen Lichtsituationen übertrifft es sogar das Docter.

Dennoch werde ich immer, wenn ich intensiver beobachten will - z.B. im Wald, im Zoo, am Sternenhimmel, auf See etc. - zum Docter greifen, denn tagsüber bietet es mir mehr Beobachtungskomfort, ein ruhigeres Bild und besseres Gegenlichtverhalten - es macht einfach mehr Spaß. Nachts kommt dann ja noch die größere Öffnung voll zum tragen.

Natürlich, ein Victory 8x42 FL ist besser, aber ehrlich gesagt bin ich bei aller Einschränkung in Sachen Randschärfe mit dem Docter nun doch zufrieden genug, als dass ich die Preisdifferenz für mich rechtfertigen könnte. Die gesparten 600 Euro inverstiere ich lieber in ein Teleskop <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />.

So viel erstmal zum (vorläufigen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />) Ende meiner Fernglasodyssee. Vielen Dank für die Tips unterwegs. Ich hoffe, dass ich nun auch mal sinnvollere Beiträge liefern kann.

Marc
 
Hallo Marc,

na, das hört sich ja nach Ende gut alles gut an. Alles , was du schilderst ist richtig und vollkommen normal. Zur Randunschärfe - vergiss es, denn die Spitzengläser sind da nur wenig bis kaum besser als das Docter. Der Grund liegt u.a. einfach in der von den meisten Kunden und Käufern gewünschten Kompaktheit und Leichtgewichtigkeit, der im Widerspruch steht zur ausreichend großen Prismen, die notwendig wären für Schärfe bis zum Rand. Die Spitzengläser unterscheiden sich in der Praxis hauptsächlich noch im Kontrast. Viel Spaß dann weiterhin

Steve
 
...zur ausreichend großen Prismen, die notwendig wären für Schärfe bis zum Rand...
Hallo Steve,
mit Prismen kann man keine Verbesserung der Randschärfe erzielen.
Dafür ist die Okularkonstruktion maßgebend. Z.B. manche japanische Hersteller verwenden dafür in ihren Ferngläsern der gehobener und Spitzenklasse Feldebnungslinsen, die direkt vor Okularen platziert werden. Daher sind Nikonferngläser der HG-Serie ziemlich randscharf. Auch die Randunschärfe der Canon IS-Serie hält sich in Grenzen.
Große Prismen sind notwendig um große Sehfelder zu bekommen.
Gruß, realit
 
Hallo,

der Lichtstrom, der durch das Objektiv in die Optik gelangt, kann durch relativ zu kleine Prismen im Durchmesser beschnitten werden. Das kann dann auch durch die Okularkonstruktion nicht mehr wirklich ausgeglichen werden. Weitwinkelokulare blasen dann das Sehfeld nur auf, wobei kissenförmige Verzeichnung und ein relativ kleines scharfes Feld unvermeidbare Begleiterscheing sind.
Übrigens kommt es hier weniger auf "Randschärfe" an, sondern mehr auf die Größe oder Ausdehnung des scharf abgebildeten Bildfeldes. Hier ist z.B. Swarovski kaum schlechter als Nikon in der HG Serie. Interessanterweise setzt z.B. bei den 32 mm Nikon HGs der Schärfeabfall zum Rand hin kaum später ein, als bei den hochwertigen Konkurrenzgläsern gleichen Typs. Er ist nur etwas stärker abgemildert. Aber die Nikon HG(L) sind auch schwerer wegen größerer Prismen (32er) oder haben ein kleineres Sehfeld (42er Serie). Canon ist z.B. beim 15x50 IS übrigens diesbezüglich noch deutlich besser als Nikon. Die Sache mit den sog. "Feldebnungslinsen" würde ich heute dem Reich des Marketingdeutsch zuordnen.

Steve
 
Hallo,

der Lichtstrom, der durch das Objektiv in die Optik gelangt, kann durch relativ zu kleine Prismen im Durchmesser beschnitten werden. Das kann dann auch durch die Okularkonstruktion nicht mehr wirklich ausgeglichen werden. Weitwinkelokulare blasen dann das Sehfeld nur auf, wobei kissenförmige Verzeichnung und ein relativ kleines scharfes Feld unvermeidbare Begleiterscheing sind.
Hallo Steve,
du sprichst hier von Weitwinkelokularen, mit denen Hilfe versucht wird, zu kleines Sehfeld (das durch zu kleine Prismen zustande kommt) mit viel Verzeichnung auf Kosten von Randschärfe und der scharf abgebildeten Bereichs auszudehnen. Hier stimme ich dir zu.
Trotzdem bekommt man mit größeren Prismen nicht den größeren scharfen Bereich. Der hängt hier wesentlich von Okularkonstruktion ab.
Es gibt nicht wenige Ferngläser mit mickrigen aber oft gerade deswegen scharfen bis zum Rand Sehfeldern. Es ist doch offensichtlich leichter ein kleines Sehfeld randscharf zu bekommen als ein großes.
Der Sache mit den "Feldebnungslinsen" stimme ich dir zu. Die Feldebnungslinse ist ein, aus Marketinggründen, ausgegliedertes Teil des Okulars. Aber hat der Docter nicht 4 Linsen im Okular und der Canon 5? Macht das vielleicht den Unterschied aus?
realit
 
Hallo,
Trotzdem bekommt man mit größeren Prismen nicht den größeren scharfen Bereich. Der hängt hier wesentlich von Okularkonstruktion ab.

Schon klar. Ich denke aber, dass ausreichend große Prismen nur eine Voraussetzung für relativ große Randschärfe darstellen. Realisiert werden muss sie selbstverständlich über die Okularkonstruktion.

Das 8x42 Docter hat übrigens 5 Linsen im Okular und das 15x50 sowie das 18x50 Canon IS 7 Linsen. Die Bildebnung beim Canon wird durch 2 Linsen erzielt, die sich als eine Gruppe vor dem "Hauptokular" befindet.

Gruß

Steve
 
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