Mein erster Beobachtungsberich ............

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Deneb

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Hallo!!

Nachdem ich nun schon seit Wochen vom Wetterpech verfolgt bin, hatte ich gestern Nacht endlich mal wieder die Möglichkeit zum Beobachten.

Und nachdem ich immer eure tollen Berichte lese, folgt hier nun mal einer von mir. Also viel Spaß beim lesen...



Beobachtungsbericht vom 30.04.2003

Bedingungen:
Nachdem der Regen abgezogen ist, hat es gegen 00:30 Uhr aufgeklart und ich hatte einen sehr klaren Himmel. Leider musste ich vom Balkon aus beobachten, weswegen ich ein bisschen mit Streulicht zu kämpfen hatte.

Instrument:
203/1200mm Dobson mit 25, 12.5 und 9mm Plössl Okularen


Herkules

M13 (Her, GC, 5m6, 23’):
Schon bei 50x in den Randbereichen aufgelöst. Das Zentrum erscheint noch nicht aufgelöst, sondern macht einen grießigen Eindruck. Bei 100x ist der wunderschöne Kugelsternhaufen bis in das Zentrum hinein aufgelöst und in den Randbereichen sind sehr viele Sterne erkennbar. Bei 140x bietet der Haufen wirklich einen prachtvollen Anblick. Mitten durch das Zentrum scheint eine helle Sternstraße zu verlaufen. Einfach immer wieder überwältigend.

M92 (Her, GC, 6m3, 12.0’):
Schon bei 50x kann man in den Randbereichen einzelne Sterne erkennen, wobei das Zentrum leicht grießig erscheint, jedoch noch nicht aufgelöst ist. Direkt im Zentrum scheint ein sehr heller Stern zu stehen. Bei 100x sind die Randbereiche komplett aufgelöst und nun sind auch im Zentrum einzelne Sterne zu erkennen. Der Haufen macht einen recht lockeren Eindruck. Auch bei 140x ist das Zentrum nicht ganz aufgelöst, man erkennt jedoch eine starke Helligkeitszunahme zur Mitte hin.

NGC 6229 (Her, GC, 8m1, 3.8’):
Bildet mit 2 Sternen ein schönes Dreieck, bei 136x als diffuser Fleck mit einer zentralen Aufhellung zu sehen, das ganze macht einen leicht grießigen Eindruck, jedoch können keine einzelnen Sterne erkannt werden. Der Kugelhaufen-Charakter ist jedoch eindeutig erkennbar.

NGC 6210 (Her, PN, 9m3, 16“):
Bildet mit 2 Sternen ein spitzwinkliges Dreieck. Der Nebel besitzt eine sehr hohe Flächenhelligkeit.. Bei 140x ist eine sehr helle kreisrunde Scheibe erkennbar, bei der die Helligkeit zur Mitte hin sehr stark zu zunehmen scheint, was wahrscheinlich durch den Zentralstern kommt. Die Scheibe ist komplett ausgefüllt und sieht türkis bis bläulich aus.

NGC 6181 (Her, GX, 12m3, 2.5’):
Ist gerade noch so mit direktem Sehen zu halten, indirekt aber sehr einfach zu erkennen. Die Galaxie wird zur Mitte hin heller. Sie ist 3:1 in Nord-Süd-Richtung exlongiert. Manchmal blitzte so etwas wie ein stellarer Kern durch, kann aber auch ein Vordergrundstern sein. Die Galaxie hat eine große Ausdehnung.

NGC 6207 (Her, GX, 12m0, 3.0’):
Die Galaxie ist in nordwestlicher Richtung ca. 3:1 elongiert. Sie erscheint als heller, diffuser, länglicher Fleck, der zur Mitte hin heller wird. Die Ecken sind abgerundet. Vor der Galaxie (in südlicher Richtung) scheint ein schwacher Vordergrundstern zu stehen.

NGC 6482 (Her, GX, 12m2, 2.0’):
Bildet mit 2 Sternen ein gleichschenkliges Dreieck. Bei 100x nahezu stellar, jedoch eine leichte Koma erkennbar. Auch bei 140x noch stellar mit einer Koma außen rum. Die Galaxie machte einen runden Eindruck. Der Vergleich mit dem DSS zeigt, dass es sich um eine elliptische Galaxie handelt.

Lyra:

M56 (Lyr, GC, 8m2, 5.0’):
Bei 50x ist ein ovaler bzw. rundlicher diffuser Fleck zu erkennen. Der Kugelsternhaufen-Charakter ist nicht wirklich erkennbar, da der Fleck nur eine leichte Aufhellung zur Mitte zeigt. Der Haufen ist nicht aufzulösen. Bei 100x ist der Fleck leicht grießig und es treten schon einzelne Sterne hervor. Bei 140x ist das Zentrum grießig und es sind schon viele Sterne zu erkennen. Wiederum ist nur eine ganz leichte Helligkeitszunahme zur Mitte hin zu sehen. Der Haufen hat keine ausgeprägten Randbereiche, sondern besitzt einen klar definierten und abgegrenzten Rand.


Cygnus:

NGC 6826 (Cyg, PN, 9m8, 25“):
Schon bei 50x fällt eine helle, ziemlich runde Scheibe auf. Wenn man direkt auf den Nebel schaut, verschwindet er und der helle Zentralstern kommt zum Vorschein. Wirklich genial. Ein blinkender planetarischer Nebel... Bei 140x erscheint er als leuchtende, kreisrunde Scheibe, mit dem Zentralstern in der Mitte. Der Nebel scheint eine leicht bläuliche Färbung zu besitzen. Details sind keine erkennbar.

NGC 7027 (Cyg, PN, 10m4, 14“):
Bei 50x erscheint der Nebel als eine kleine Scheibe, mit einem hellen Zentrum. Bei 140x ist der Nebel länglich, ca. 3:1 elongiert. Die Scheibe ist gefüllt. Auch der Zentralstern ist zu erkennen, doch scheint er nicht genau im Zentrum des Nebels zu stehen.

NGC 7013 (Cyg, GX, 12m3, 4.4’):
Ein ganz besonderes Objekt: eine Galaxie in der Sommermilchstraße. Die Galaxie ist sehr einfach zu finden und fällt schon bei 50x als diffuser Fleck auf. Bei 100x erscheint die Galaxie als länglicher Fleck, ca. 3:1 elongiert, mit einer leichten Aufhellung zur Mitte hin. Nahe bei der Galaxie steht ein heller Stern, was einen sehr schönen Kontrast bildet.

Ophiuchus:

NGC 6426 (Oph, GC, 11m1, 2.2’):
Bei 50x hab ich ihn zuerst übersehen, doch dann war er als sehr matter, diffuser Schimmer sichtbar. Direkt war er nicht zu halten. Er befindet sich unterhalb eines Parallelogramms aus 4 Sternen. Auch bei 100x ist er nur bei indirektem Sehen zu halten. Es war nur eine ganz leichte Aufhellung zur Mitte hin erkennbar.

NGC 6384 (Oph, GX, 11m2, 4.8’):
Bei 50x als schwacher, diffuser Lichtfleck zu sehen. Die Galaxie erscheint rundlich, ohne eine zentrale Aufhellung zur Mitte hin. Sie ist etwa 1.5:1 elongiert.

NGC 6572 (Oph, PN, 9m0, 11“):
Bildet mit zwei Sternen ein spitzwinkliges Dreieck. Der Nebel hat eine sehr deutliche grünliche Färbung. Bei 140x ist eine sehr deutliche Helligkeitszunahme zur Mitte hin zu erkennen, was auf einen Zentralstern schließen lässt, der aber bei dieser Vergrößerung nicht direkt zu erkennen ist. Der Nebel ist etwa 2:1 elongiert.

NGC 6535 (Oph, GC, 10m4, 1.3’):
Der Kugelhaufen liegt in einem Dreieck aus Sternen. Bei 50x erscheint er als runde, diffuse Kugel. Bei 140x scheint das Zentrum leicht grießig zu sein.



Zum Abschluss hab ich mich dann noch an Pluto versucht. Nachdem ich die Stelle relativ schnell gefunden hatte, ging es ans eingemachte. Pluto sollte in einer Linie mit 2 Sternen stehen, die eine Helligkeit von 13m5 bzw. 13m8 hatten. Beide Sterne waren indirekt gut zu sehen. Manchmal blitzten sogar noch 2 Sternchen der Helligkeit 14m2 durch. Also alles in allem doch recht gute Bedingungen. Aber an der Stelle, an der Pluto sein sollte, blitzte nur ab und zu mal ein kleines Sternchen durch. Somit ist die Beobachtung sehr unsicher, da er auch indirekt nicht zu halten war. Es scheint also doch wahr zu sein, dass Pluto viel schwieriger ist wie ein Sternchen der gleichen Helligkeit. Aber ich werde dranbleiben.


Bis dann,

Christian
 
Hi Christian,

herzlich willkommen im Kreise der Berichteschreiber. Du bist eine willkommene Bereicherung. Wirklich schön, wie Du die einzelnen Objekte beschrieben und charakterisiert hast.

Eine Frage: Du schreibst bei deiner Suche nach Pluto von Mag 13,X Sternen, wo kann man derartige Infos bekommen? Ich arbeite mit Ciel und habe den Tycho-2 Katalog dazugeladen. Da ist bei Mag 12-Sternen Schluß

Achim
 
Hallo Achim,

ich benutze Guide 7, da sind normalerweise Sterne bis 15mag enthalten. Allerdings sind die Helligkeiten nicht so genau, weswegen man da ein bisschen Vorsicht walten lassen muss.

Bis dann, Christian

PS: Freut mich, dass dir mein Bericht gefallen hat.
 
"Es scheint also doch wahr zu sein, dass Pluto viel schwieriger ist wie ein Sternchen der gleichen Helligkeit."

Das liegt nicht daran, dass sich Pluto etwa versteckt oder ähnliches sondern, wie du weiter unten erwähnst an den Katalogen, die hier nicht mehr genau genug sind. Die Sterne sind also vermutlich heller, als im GSC katalogisiert.

Gruß
Martin
 
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