Mein erster Jupiter mit ASI715MC und ASIAir

pem.fue

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Hallo zusammen,

diese Nacht wollte ich es wissen und habe mich an Jupiter versucht. Gegen 5 Uhr bin ich aufgestanden, hatte aber den Aufbau noch vom Vorabend auf der Dachterrasse stehen lassen. Ich habe den Fokus nochmal überprüft an der ASI1600MC und habe dann zur ASI715MC gewechselt. Die haben dank eines mitgelieferten Zwischenrings die gleiche Fokuseinstellung.

Ich war überrascht (obwohl ich es ja wusste), wie groß der Jupiter auf der ASI715 ist. Ich habe mich allerdings gewundert, warum die Helligkeit des Jupiters während der Aufnahme langsam abnahm. Ein Blick auf den Schmidtspiegel zeigte warum: Die Schmidtplatte war zwischendurch wohl zu getaut.

2024-10-20-050328-Jupiter-Bin1_28,6C_pss_gpp_WS_CS.png


Jupiter mit einem seiner Monde Ganymed hat es gerade noch in vertretbarer Qualität in die Aufnahme geschafft. Ein bisschen was kann man ja erkennen. Dumm ist auch, dass der Hintergrund nicht schwarz ist, wie er auf dem waveSharp_LINUX Bearbeitungsbild zu sehen war. Vermutlich auch wieder so ein Softwarefehler.

Ich habe an meinem C925 EHD den Dewer-Ring von Celestron installiert, allerdings gibt es dafür keinen Anschluss an die ASIAir. Ich habe aber eine PegasusAstroMini Box, die ich demnächst verwenden werde. Die hat so was. Mal sehen, ob ich mir dadurch zusätzliches Seeing einhandle. Die Nächte im Winter sind immer sehr feucht hier auf den Kanaren. Auch heute Nacht stieg die Luftfeuchtigkeit auf über 90%, weil die Nachttemperatur auf knapp unter 20°C gefallen war.

Mal sehen, aber demnächst am frühen Abend sollte es vielleicht besser klappen. Bei Saturn hatte ich keine Probleme mit zu getauter Schmidtplatte.

Gruß,
Peter
 
Mittlerweile steht der Jupiter vor Mitternacht schon hoch am Himmel. Meine letzte Aufnahme habe ich um 22:50 UTC gemacht. Da stand der schon 40° hoch am Himmel. Maximum wäre 83° gegen 2:30. Das war mir aber zu spät.

2024-11-15-225555-Jupiter-Bin1_28-6C_pss_gpp_WS.png

Wieder mit dem Celestron 925 Edge HD bei 2395mm und der ASI715 auf AM5 aufgenommen mit ASIAir. Die Wetterbedingungen war heute nicht so gut, weil der Wind von Westen kam. Aber immerhin kann man was erkennen. Wettermäßig ist allerhand los in der Jupiteratmosphäre. Diesmal habe ich die Metall-Taukappe auf das C925 gesetzt, was aber wegen trockener Luft nicht nötig war.


Jupiter.png

Hier noch schnell ein Schielbild für den 3D-Eindruck.

Jupiter2.png


Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo André,

danke, das sieht schon besser aus. Ich benutze immer AutoBalance in waveSharp_LINUX für den Weißabgleich. Aber ich habe bei der Aufnahme schon gesehen, dass der Blaukanal unterrepräsentiert war. Der lag im Histogramm zu weit links. Ich muss den wohl ein bisschen weiter nach rechts zu den anderen Farben schieben. Aber auch Grün und Rot lagen auseinander.

Wie ist denn die besten Einstellung im Histogramm bei der Aufnahme? Alle rechts auf den gleichen Wert bringen? Dann sieht das Bild weiß aus. Die Standardeinstellung war so, dass die kleine Verteilung links, die das Rauschen repräsentiert, übereinander lagen. Da kann man natürlich nicht viel erkennen.

Wie hast Du die Farbkalibrierung gemacht?

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

das geht mit einem Klick in fitswork.

Einfach Rechtsklick auf eine weiße Zone und Umgebung als Weißwert nehmen, fertig.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

das war ein guter Tipp. Allerdings habe ich ihn etwas anders umgesetzt, da ich keinen Windows-Rechner habe, sondern auf Linux arbeite. Ich habe entdeckte, dass es in waveSharp_LINUX auch einen Weißabgleich gibt. War mir vorher nicht aufgefallen.
2024-11-15-225555-Jupiter-Bin1_28,6C_pss_gpp_WS.png

Damit kann ich arbeiten. Ich finde waveSharp_LINUX gut, weil es nur wenige Einstellmöglichkeiten gibt, die man als Mensch noch verwalten kann. Im Prinzip kann man vieles auch schon im PlanetarySystemStacker machen, den ich benutze um das Bild zu stacken. Da gibt es aber zu viele Einstellmöglichkeiten, die eigentlich nur von KI bewältigt werden kann, will man schnell zu Ziel kommen.

Gruß,
Peter
 
Das ist eine Version mit Google Foto auf dem Handy bearbeitet:
2024-11-15-224711-Jupiter-Bin1_28_2.png
 
Hallo André,

ja, das habe ich schon verstanden. Aber ich arbeite auf Linux und benutze daher auch nur Programme für Linux. Wine will ich mir ersparen. Holger hat mich auf die Idee gebracht, nochmal ins Programm zu schauen. Und ich bin fündig geworden.

JupiterWB_2.png


Ich benutze in diesem Fall waveSharp_LINUX, das die Option des Weißabgleichs auch hat. Das ist der weiße Knopf (rot umrandet). Der erzeugt ein rotes Kästchen, das mit dem Cursor platziert werden kann. Auch sehr einfach. So liebe ich das.

Das hatte ich bisher aber übersehen.

Gruß,
Peter
 
Ich habe nochmals meinen ersten Jupiter vom 20. Oktober herangezogen und mit dem Wissen von heute neu reduziert. Obwohl es sehr feucht war und die Schmidtplatte beschlagen war, ist das Ergebnis besser als das von Samstag. Die Airmass vom 20. Oktober war nur 1.008, am Samstag aber noch >1.5 wegen der tiefen Elevation.

2024-10-20-050328-Jupiter-Bin1_28,6C_pss_gpp_WSnR2.png

Ganz so blass (wie eine Milchkugel) wollte ich Jupiter dann doch nicht erscheinen lassen. Habe aber die Farbsättigung auf 0.65 gesetzt und dafür Gamma auf 0.8 im Programm waveSharp_LINUX. Bin mal gespannt, wann ich den Großen Roten Fleck erwische. Heute gegen Mitternacht sollte er zu sehen sein. Wenn ich nicht zu müde bin, versuche ich es mal.

Gruß,
Peter
 
Und noch einer von gestern Abend. leider zogen Cirren auf im Laufe der Nacht, so dass ich den Roten Fleck wieder nicht ablichten konnte...

2024-11-18-222443-Jupiter-Bin1_32,2C_pss_gpp_WS.png


Der Mond ist Io. Allerdings mit Seeingschwänzen. Das ist fast die gleiche Ansicht, wie die vom 20. Oktober (also dem neubearbeiteten Bild darüber. Da hat sich innerhalb eines Monats viel verändert in der Atmosphäre des Jupiters.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

Da hat sich innerhalb eines Monats viel verändert in der Atmosphäre des Jupiters.
Ja das macht den Jupiter immer wieder so interessant.

Dein Jupiter kommt noch etwas blass und leicht verrauscht daher.
Tipps für fitswork:
1. Histogrammfenster
- rechte Rand nach innen schieben um den Juiter etwas heller zu machen.
erste farbliche Anpassungen
- B anklicken und linke Rand etwas nach innen bis kurz bevor der hohe Berg beginnt.
- G anklicken rechte Rand etwas nach außen
Rechte Mausklick auf das Histogrammfenster: Übertrage die Skalierung auf die Bildwerte

2. Farbsättigung erhöhen
Bearbeiten - Farbfunktionen - Farbsättigung einstellen: Stärke 140

3. Glätten
Bearbeiten - Glätten - Wavelet Rauschfilter
Gesamtstärke 5.95
Layer 1: 4,00
andere auf 0

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

danke für die Tipps. Meine Aufnahmeparameter waren diese hier:
[ZWO ASI715MC]
Bin = 1
Capture Area Size = 1280 * 720
Colour Format = RAW8
Exposure = 0.005 Sec
Flip = None
Gain = 200
StartX = 1292
StartY = 736
Temperature = 32.2 C
Bayer = RG
Debayer Type = RGGB
White Balance (B) = 80
White Balance (R) = 55
Duration=62 Sec

Ich sollte mal die Belichtungszeit etwas höher setzen, um die maximal Helligkeitsdynamik zu erreichen, aber ohne in die Sättigung zu kommen. Vielleicht sind 7-8s besser. Ich komme im Histogramm (waveSharp_LINUX) nur auf etwa 2/3.

Das Rauschen ist schärfungsbedingt geklumpt. Also kein weißes Rauschen. Wenn ich weniger schärfe, wird das Bild noch blasser.
Ich hatte diesmal wieder die Metalltaukappe auf dem Teleskop. Die hat verhindert, dass die Schmidtplatte beschlug. Es war wieder sehr feucht in der Nacht (20°C Lufttemperatur, 17.5°C Taupunkt), das entspricht über 90% Luftfeuchte.

2024-11-18-222443-Jupiter-Bin1_32,2C_pss_gpp_WSneu.png

Der Kontrast lässt sich aber kaum steigern. Ich habe das Maximum im Histogramm jetzt auf 66% reduziert und die Schärfungswerte von meinem Saturnbild genommen. Meines Erachtens ist das Bild eher eine Verschlechterung zum Vorhergehenden.

Gruß,
Peter
 
Hallo Holger,

zeig doch mal Dein Ergebnis. Ich habe mit meinem Google Pixel 8 Pro und er Foto-App ein brauchbares Ergebnis bekommen:

2024-11-18-222443-Jupiter-Bin1_32,2C_pss_gpp_WS_4S.png


Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

farblich gut geworden, bekomme ich auch nicht besser hin.
Aber da haben sich auf der rechten Seite zwischen 3 - 6 Uhr Artefakte eingeschlichen.

Gruß,
Holger
 
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