Mein erstes Polarlicht...

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kopfgeist

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Viele Menschen haben schon Polarlichter gesehen. Für manche Menschen ist diese Erscheinung jedoch alltäglich, fast sogar lästig, zum Beispiel die Skandinavier, die Isländer oder die Sibirier...
Aber ich habe noch nicht einmal so etwas zu Gesicht bekommen. Zumindest nicht bis letzte Woche. Da sollte sich dieses Defizit schnell legen.

Meine persönliche Erfahrung des 30.10.

Der Abend des 30.10. war wie jeder andere: ich sass am PC in meinem Zimmer in Bad Mergentheim, Süddeutschland. Ich hörte Musik, chattete nebenbei im #astronomie.de und meine Mutter hatte wie immer auch nichts gekocht. Zwar hatte der kp-Index, der die Aktivität des Sonnenwindes im All anzeigt, sich die letzten Tage auf einen sehr hohen Wert von etwa 7 eingependelt, aber da nichts am Himmel zu sehen war, schenkte ich dem weiter keine Aufmerksamkeit. Ausserdem war auch das Wetter nicht das beste.

Aus Routine schaute ich gegen 22 Uhr 20 ein weiteres Mal auf www.n3kl.org, aber ich erwartete eigentlich nichts neues. Oder doch? Naja, es war ungewöhnlich zu sehen, dass der kp-Wert innerhalb 3 Stunden von 3 auf 9 angestiegen ist. Also bewegte ich meinen Hintern vor die Haustüre, die Richtung Norden zeigt. Es war in der Tat etwas zu sehen, aber aus den Socken riss mich das nicht gerade. Ich entschloss mich jedoch, auf die Höhe zu fahren um zu schauen, ob es in dunkleren Gegenden nicht doch intensiver war. Also schlappte ich zum Auto, schaute nochmal hoch und traute meinen Augen nicht: innerhalb weniger Sekunden erschien wie aus dem Nichts ein roter Vorhang am Himmel, knapp links vom Grossen Wagen. Ich rannte nochmal in die Wohnung, um meine astronomie-träge Mutter rauszuzerren. Sie ging wider Willen mit, wurde vor der Haustüre jedoch eines besseren belehrt. Sie bekam die Kinnlade nicht mehr hoch. Ich verabschiedete mich und fuhr los.
Auf der Höhe angekommen, etwa 3 km von zu Hause weg, stieg ich aus meinem Auto aus und guggte staunend zum Himmel. Links vom Grossen Wagen waberte ein tiefroter Vorhang und rechts davon, ziemlich im Osten, entstand gerade ein weiterer roter Flare über einem bereits bestehenden hellen grünen Polarlicht. Es war einfach gespenstisch. Dieses intensive Schauspiel ging etwa 15 min so weiter und als es langsam abschwächte, ging ich wieder nach Hause.
Zu Hause angekommen klingelte auch gleich das Telefon, mein alter Schulfreund Peter hat es auch gesehen und war auch ganz aufgelöst.
Wir machten aus, dass er aus Würzburg zu mir fährt und wir weitere Ausbrüche abwarten wollen. Gesagt, getan. Und kaum war er um etwa 0 Uhr da, kam es auch schon zum nächsten Flare: tief im Norden bewegte sich wieder ein roter Vorhang langsam hin und her, von Strukturen durchzogen, mal grösser und mal kleiner werdend.
Wir entschlossen uns, auf die Sternwarte nach Weikersheim zu gehen und packten Kamera und Film ein. Dort zog jedoch langsam Nebel auf, so dass in der kurzen Zeit, in der es noch klar blieb, keine roten Flares mehr auftraten. Wir fotografierten jedoch das ständig am Himmel stehende grüne Aurora-Oval, das den gesamten Nordhorizont eindeckte und den Grossen Wagen zur Hälfte aufmampfte.

Aufbruch zu mir nach Hause. Dort angekommen, schrieb ich mein bescheuertes Protokoll für das physikalisch-chemische Praktikum fertig und gegen 2 Uhr ereignete sich ein dritter Polarlichtausbruch. Dieser war nicht ganz so extrem wie der erste, aber er war erstaunlich weit im Westen. Auch davon machten wir einige Bilder.

Fazit: Für die erste Polarlichtsichtung meines Lebens war dies auch gleich die intensivste, die je registriert wurde. Was kann man sich mehr wünschen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Auf meiner Homepage www.kopfgeist.com kann man sich noch weitere astronomische Dinge betrachten, hauptsächlich
selbstgemachte
Aufnahmen von Planeten oder Deep-Sky-Objekten...
Also... ich hoffe, man sieht sich auf meiner Seite.
Bis dahin: clear skies
Jens
 
Glückwunsch für deine Beobachtung!
Bin gespannt, wie deine Bilder geworden sind.
Von Berlin aus war leider nichts zu sehen. Zum einen
zog immer wieder dichte Bewölkung auf und wenn es
zwischendurch aufklarte, dann überstrahlte das Stadtlicht
und der Flughafen Tegel den nördlichen Himmel.

Überhaupt ist die Sternenfotografie in einer Großstadt recht problematisch. Entsprechende Versuche können auf meiner Seite www.lookup24.de betrachtet werden.

Deine Seite ist Spitze!

Weiterhin klare Nächte
Klaus
 
Danke für das Lob meiner Seite. Hat mich auch viel Mühe gekostet.
Aber vielleicht ergibt sich bald eine neue Gelegenheit, Polarlichter zu sehen, denn der Teilchenfluss ist wieder stark angestiegen. Zwar nicht so sehr wie letzte Woche, aber man kann weiterhin hoffen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüsse
J
www.kopfgeist.com
 
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