Rieger
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Mein Problem mit Sirius B
Hallo ihr Lieben,
verschiedentlich konnten wir gerade in den letzten Jahren von Beo-Berichten lesen, die während des noch andauernd bestehenden großen Abstandes zwischen den Komponenten Sirius A und B von erfolgreichen Sichtungen berichteten. Natürlich ließ ich es mir ebenfalls nicht nehmen, selbst solche Anstrengungen zu unternehmen, aber ich habe mich nicht dazu durchringen können, hier einen Erfolg reklamieren zu können, obwohl ich in unmittelbarer Sirius A-Nachbarschaft was sehen konnte.
Ich muss dazu etwas ausholen:
Nach meinen Erfahrungen bei dem visuellen Aufsuchen von Monden innerhalb unseres Sonnensystems hat es sich bewährt, mit dem vorbereiteten Instrument unmittelbar vorher einen Doppelstern anzupeilen, dessen Komponenten in einem vergleichbaren Anstand am Himmel stehen, wie dein jeweiliger Planet mit seinem aktuell aufzufindenden Mond. Da ich gerne möglichst unvorbereitet beobachte, vermeide ich es so lange wie möglich, mir mit Planetariums-Programmen die Positionen der Monde vorab anzeigen zu lassen. Ich informiere mich allerdings, innerhalb welchen Abstandes in Bogensekunden Monde zu erwarten sind, und vermittels passender Doppelsterne lasse ich mir demonstrieren, wie groß dieser Abstand im vorbereiteten Teleskop erscheint. Ohne diese Minimalvorbereitung war ich am Uranus all zu lange und zu oft nur bei Hintergrundsternchen gelandet.
Zuletzt 2024 suchte ich von meiner Sternwarte im sauerländischen Medebach aus Sirius auf mit der Absicht, etwas von Sirius B zu erheischen. Dazu hatte ich mich zusätzlich über dessen Positionswinkel orientiert. Einen Doppelstern mit 11“ Abstand hatte ich relativ zenitnah angepeilt und mir den Abstand eingeprägt, um dann mit dem vorfokusierten Teleskop (einem 16“-Newton) binnen einer Minute Sirius ins Visier zu nehmen.
Tatsächlich zeigte sich ein Sternchen auf dem fraglichen Positionswinkel von Sirius B. Ein Vermessungsokular verwendete ich dabei nicht (habe kein geeignetes für Winkelmessungen und die Markierungen behindern letztlich nur eine erfolgreiche Sichtung.)
Ernüchterung folgte bei mir deshalb, weil das gesichtete Sternchen etwa geschätzte 30“ von Sirius A entfernt leuchtete; allenfalls 11“ vom äußersten Beugungsring um Sirius A entfernt, aber der Abstand von 11“ muss ja vom Zentrum des Sirius-Beugungsscheibchen bestehen.
Ich berichtete über meine Zweifel an einer Sirius B-Sichtung und den Umständen, die ich für die (Nicht-)Sichtung unternommen hatte meinem sauerländischen /wenn auch selbst in Nordhessen wohnenden) Astro-Intimus Heiko Mehring aus Legefeld bei Korbach.
Heiko erzählte mir, dass es ihm mit seinem 12“er an Sirius exakt genauso ergangen war und zweifelte gepostete Sirius B-Sichtungen an. Sogar auf Fotos sei das falsche Sternchen schon als Sirius B postuliert worden.
Noch Anfangs diesen Jahres kam das Thema innerhalb der IG-Astronomie in Bochum auf, deren Teilnehmer auch in der Volkssternwarte Hagen tätig sind (bzw. waren), welche mit Instrumenten bis 22“ auch nicht gerade bescheiden instrumentiert ist. Ich schilderte auch meine obigen Bemühungen und mehrheitlich lief die anschließende Diskussion darauf hinaus, dass Sirius B mit Amateurmitteln nicht sichtbar sei.
Ich fürchte, ich mache mich mit diesem Beitrag gerade ziemlich unbeliebt, weil ich damit Sirius B-Sichtungen von einigen unter euch damit ebenfalls in Zweifel ziehen könnte.
Ich habe auch Überlegungen angestellt, wie es sein könnte, dass wir zeitweise ein Sternchen bei Sirius wahrnehmen, dass im Verlauf einer vollständigen Umkreisung der Sirius-Komponenten um ihr Baryzentrum für uns auch wieder unsichtbar wird und dies in einer Zeichnung visualisiert:
Sirius A ist der sandfarbene Dicke, Sirius B der kleine Weiße und ein mögliches Hintergrund-Fixsternchen der kleine Gelbe. Ein Kreuzchen markiert das Baryzentrum des iriussystems. Sirius, 1,7 mal größer als und gut doppelt so schwer wie die Sonne, umkreist ein Baryzentrum weit außerhalb seines Körpers, da Sirius B zwar kleiner als die Erde ist, aber fast Sonnenmasse besitzt. Der graue Bereich um Sirius A soll den Bereich darstellen, den Sirius A überstrahlt. Ich habe Sirius B in der oberen Hälfte für den aktuellen Zeitpunkt mal die Grenze dieses Bereiches gesetzt. Die veränderte Situation unten visualisiert den Zustand vor etwa 25 Jahren oder in 25 Jahren: Sirius A und B haben die Positionswinkel getauscht mit für uns geringerem Anstand. Der Bereich der Überstrahlung lässt das mögliche Hintergrundsternchen hier überstrahlen...
… und so könnten wir uns auch irrtümlich bestätigt sehen, dass wir heute „Sirius B“ sehen, den wir vor einem Vierteljahrhundert nicht sahen und den wir Mitte unseres Jahrhunderts auch wieder nicht sehen werden.
Auf „Wiki“ findet man zu Sirius unter der Überschrift „Sirius C“ den Hinweis auf ein in den 1920ern gesichteten Hintergrundstern, der im 20 Jhdt. lange verschwand und im Verlauf der nicht unerheblichen Eigenbewegung des Siriussystems 1999 von französischen Astronomen wieder fotographisch erfasst worden sei. Dieses Sternchen habe aber nur 12mag ggü. 8,5 von Sirius B, also noch schwieriger zu sehen. Andererseits entfernt sich das Sirius-System langfristig von ihm.
Also legt bitte mit euren Widersprüchen los: Ich wäre bei eurer erfolgreichen Widerlegung froh, mir gerne auch eine Sirius B-Sichtung in mein Beo-Buch nachträglich eintragen zu können.
CS.
Hubertus
Hallo ihr Lieben,
verschiedentlich konnten wir gerade in den letzten Jahren von Beo-Berichten lesen, die während des noch andauernd bestehenden großen Abstandes zwischen den Komponenten Sirius A und B von erfolgreichen Sichtungen berichteten. Natürlich ließ ich es mir ebenfalls nicht nehmen, selbst solche Anstrengungen zu unternehmen, aber ich habe mich nicht dazu durchringen können, hier einen Erfolg reklamieren zu können, obwohl ich in unmittelbarer Sirius A-Nachbarschaft was sehen konnte.
Ich muss dazu etwas ausholen:
Nach meinen Erfahrungen bei dem visuellen Aufsuchen von Monden innerhalb unseres Sonnensystems hat es sich bewährt, mit dem vorbereiteten Instrument unmittelbar vorher einen Doppelstern anzupeilen, dessen Komponenten in einem vergleichbaren Anstand am Himmel stehen, wie dein jeweiliger Planet mit seinem aktuell aufzufindenden Mond. Da ich gerne möglichst unvorbereitet beobachte, vermeide ich es so lange wie möglich, mir mit Planetariums-Programmen die Positionen der Monde vorab anzeigen zu lassen. Ich informiere mich allerdings, innerhalb welchen Abstandes in Bogensekunden Monde zu erwarten sind, und vermittels passender Doppelsterne lasse ich mir demonstrieren, wie groß dieser Abstand im vorbereiteten Teleskop erscheint. Ohne diese Minimalvorbereitung war ich am Uranus all zu lange und zu oft nur bei Hintergrundsternchen gelandet.
Zuletzt 2024 suchte ich von meiner Sternwarte im sauerländischen Medebach aus Sirius auf mit der Absicht, etwas von Sirius B zu erheischen. Dazu hatte ich mich zusätzlich über dessen Positionswinkel orientiert. Einen Doppelstern mit 11“ Abstand hatte ich relativ zenitnah angepeilt und mir den Abstand eingeprägt, um dann mit dem vorfokusierten Teleskop (einem 16“-Newton) binnen einer Minute Sirius ins Visier zu nehmen.
Tatsächlich zeigte sich ein Sternchen auf dem fraglichen Positionswinkel von Sirius B. Ein Vermessungsokular verwendete ich dabei nicht (habe kein geeignetes für Winkelmessungen und die Markierungen behindern letztlich nur eine erfolgreiche Sichtung.)
Ernüchterung folgte bei mir deshalb, weil das gesichtete Sternchen etwa geschätzte 30“ von Sirius A entfernt leuchtete; allenfalls 11“ vom äußersten Beugungsring um Sirius A entfernt, aber der Abstand von 11“ muss ja vom Zentrum des Sirius-Beugungsscheibchen bestehen.
Ich berichtete über meine Zweifel an einer Sirius B-Sichtung und den Umständen, die ich für die (Nicht-)Sichtung unternommen hatte meinem sauerländischen /wenn auch selbst in Nordhessen wohnenden) Astro-Intimus Heiko Mehring aus Legefeld bei Korbach.
Heiko erzählte mir, dass es ihm mit seinem 12“er an Sirius exakt genauso ergangen war und zweifelte gepostete Sirius B-Sichtungen an. Sogar auf Fotos sei das falsche Sternchen schon als Sirius B postuliert worden.
Noch Anfangs diesen Jahres kam das Thema innerhalb der IG-Astronomie in Bochum auf, deren Teilnehmer auch in der Volkssternwarte Hagen tätig sind (bzw. waren), welche mit Instrumenten bis 22“ auch nicht gerade bescheiden instrumentiert ist. Ich schilderte auch meine obigen Bemühungen und mehrheitlich lief die anschließende Diskussion darauf hinaus, dass Sirius B mit Amateurmitteln nicht sichtbar sei.
Ich fürchte, ich mache mich mit diesem Beitrag gerade ziemlich unbeliebt, weil ich damit Sirius B-Sichtungen von einigen unter euch damit ebenfalls in Zweifel ziehen könnte.
Ich habe auch Überlegungen angestellt, wie es sein könnte, dass wir zeitweise ein Sternchen bei Sirius wahrnehmen, dass im Verlauf einer vollständigen Umkreisung der Sirius-Komponenten um ihr Baryzentrum für uns auch wieder unsichtbar wird und dies in einer Zeichnung visualisiert:
Sirius A ist der sandfarbene Dicke, Sirius B der kleine Weiße und ein mögliches Hintergrund-Fixsternchen der kleine Gelbe. Ein Kreuzchen markiert das Baryzentrum des iriussystems. Sirius, 1,7 mal größer als und gut doppelt so schwer wie die Sonne, umkreist ein Baryzentrum weit außerhalb seines Körpers, da Sirius B zwar kleiner als die Erde ist, aber fast Sonnenmasse besitzt. Der graue Bereich um Sirius A soll den Bereich darstellen, den Sirius A überstrahlt. Ich habe Sirius B in der oberen Hälfte für den aktuellen Zeitpunkt mal die Grenze dieses Bereiches gesetzt. Die veränderte Situation unten visualisiert den Zustand vor etwa 25 Jahren oder in 25 Jahren: Sirius A und B haben die Positionswinkel getauscht mit für uns geringerem Anstand. Der Bereich der Überstrahlung lässt das mögliche Hintergrundsternchen hier überstrahlen...
… und so könnten wir uns auch irrtümlich bestätigt sehen, dass wir heute „Sirius B“ sehen, den wir vor einem Vierteljahrhundert nicht sahen und den wir Mitte unseres Jahrhunderts auch wieder nicht sehen werden.
Auf „Wiki“ findet man zu Sirius unter der Überschrift „Sirius C“ den Hinweis auf ein in den 1920ern gesichteten Hintergrundstern, der im 20 Jhdt. lange verschwand und im Verlauf der nicht unerheblichen Eigenbewegung des Siriussystems 1999 von französischen Astronomen wieder fotographisch erfasst worden sei. Dieses Sternchen habe aber nur 12mag ggü. 8,5 von Sirius B, also noch schwieriger zu sehen. Andererseits entfernt sich das Sirius-System langfristig von ihm.
Also legt bitte mit euren Widersprüchen los: Ich wäre bei eurer erfolgreichen Widerlegung froh, mir gerne auch eine Sirius B-Sichtung in mein Beo-Buch nachträglich eintragen zu können.
CS.
Hubertus