Mein Projekt: 10" Dobson

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gooselk

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Hallo liebe ATM-Experten,

ich möchte euch heute mein Projekt vorstellen und auch eure Meinung dazu einholen. Dies ist mein erstes ATM-Projekt, allerdings ist handwerkliches Geschick vorhanden. Angelegt ist das Projekt über 18-24 Monate. Dabei soll alles, bis auf den Okularauszug, selbst gebaut werden.
Momentan bin ich in der Konstruktionsphase, was es ermöglicht, Anregungen mit in die Konstruktion einfließen zu lassen.
Hier mal die (momentanen) Eckdaten (Berechnungen mit MyNewton):

Hauptspiegel: 10" parabol f/6, Selbstbau-Spiegelzelle mit 9-Punkt Lagerung
Fangspiegel: 50mm kleine Achse, 2,08mm Offset, Spinne aus 1mm Alu-Blech
Tubus: 300mm Durchmesser, 3mm Hartpapier, Länge: 1500-1650mm (abhängig von der Bauhöhe der Spiegelzelle)

Was meint ihr? Anregungen, Kritik und Motivation sind gern gesehen :)

Ich weiss, ein kompletter Selbstbau ist ein ehrgeiziges Projekt, zumal als Erstlingswerk, aber ich habe es mir fest vorgenommen :)

Also, was haltet ihr davon?

Gruß ... Lars
 
Hallo Lars,

ein 10"f/6 schreit ein wenig nach selbstschliff, willst du den selber schleifen? Wenn ja, dann bist du beim Astrotreff besser aufgehoben für deine Fragen.

Ein 10"f/6 würde ich persönlich nicht als Volltubus bauen. Also wenn schon Selbstbau, dann so leicht und transportabel wie möglich. 3mm Hartpapier wäre mir zu "schwabbelig" bei der Länge und den Durchmesser.

Für den 50mm FS reichen Streben aus Packstahlband. Das ist dieses schmale Stahlband, mit dem z.B. Pflastersteine auf Paletten gebündelt werden. Das Zeug ist 13mm breit und 0,5mm stark. Ich habe da einen 63er dranhängen und ein Sternfreund einen 90er Fangspiegel.

Auf zellix.de gibts jede Menge Inspirationen. Auch ich habe meinen 10"f/5 selbst gebaut, den Bericht dazu findest du HIER. Ich habe seinerzeit, wenn man die Zeit im TurboCAD nicht mitrechnet, insgesamt anderhalb Wochen für den Bau gebraucht.

Viel Spaß beim basteln,
Matthias
 
Hi,

ein 10"f/6 ist ein schönes Projekt für einen ersten Spiegel, wenn du selber schleifen willst und absolut machbar. Die Spinne würde ich aber aus Stahl (ca o.5 bis 0.8mm) herstellen. Gute Quellen dafür sind entweder Tapeziererlineal (ist 5cm breit und ca. 2m lang) oder verstellbare Kuchenbackblechformen. Denn Offset kannst du bei 2mm ignorieren. Die Projektdauer auch wenn du den Spiegel selber machst würde ich viel kürzer ansetzen: 6 Monate sind mehr als genug. Wenn der Spiegel dick genug ist, kannst du dir eine 9 Punkt Lagerung eventuell schenken. Teile die du kaufen und nicht selber machen solltest sind der Okularstutzen, der Fangspiegel(achte darauf einen guten zu erwischen). Wenn du das Fernrohr als Dobson planst, würde ich die Brennweite länger machen und auf f/7 gehen, wenn der Newton aber parallaktisch montiert wird ist f/6 natürlich besser.

CS Mike
 
Hallo Matthias und Mike,

danke für eure Antworten.
Zunächst mal zur Bauzeit: Ich habe die Bauzeit so lang angesetzt, da ich wohl in der nächsten Zeit recht viel unterwegs sein werde. Deshalb die lange Bauzeit. Die bereinigte Arbeitszeit wird wohl um 6-8 Wochen liegen. Dazu kommt noch der Entwurf und Bau der Hilfsmittel wie Foucault-Tester und Sphärometer.

Zum Spiegel: Ja, ich möchte ihn selbst schleifen. Deshalb habe ich mir 10" f/6 gewählt, nach all der Lektüre, die ich verschlungen habe :D Das schien mir klein genug für ein Erstlingswerk und groß genug für ein entsprechendes WOW-Erlebnis beim Sprung von 5" auf das doppelte.

Ich muss gestehen, dass mir Matthias' Idee mit den Stativbeinen bei 'Homo Sapiens Superior' (geiler Name :D Mein Projekt trägt übrigens den Arbeitsnamen 'Skylla', ich liebe Doppeldeutigkeiten ;) ) echt gut gefallen hat. Auch ich bin einem offenen Tubus nicht unbedingt abgeneigt und ich glaube, ich habe noch ein altes Stativ rumliegen, das seit Jahren auf eine neue Bestimmung wartet. Wäre eine Überlegung wert...

Spinne: ich habe eine gute Bezugsquelle für das Stahlspannband. Wenn das tatsächlich reicht, werde ich es wohl benutzen.

f/7 würde den Tubus auf knapp 1,70 - 1,85m verlängern. Das ist schon ne Menge Holz. Ist aber zu überlegen, wenn kein Volltubus zum Einsatz kommt. Darüber muss ich nochmal genauer nachdenken. In jedem Fall würde es Schleifzeit sparen.

Also nochmals Danke für eure Anregungen. Und immer weiter her mit dem Input ;)

CS ... Lars
 
Hallo Lars,

das Stahlspannband sollte auf jeden Fall ausreichen. Bei meinem 10.6er (siehe http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=80808 ) habe ich 0.35mm Messingfolie verwendet. Ist leicht mit der Schere zu schneiden und ausreichend stabil.

Mein Spiegel ist 25mm dick. Laut PLOP reicht da eine 6-Punkt-Lagerung.

f/6 ist auf jeden Fall ein gutes Öffnungsverhältnis für einen Erstschliff. Die Parabolisierung ist nicht ganz so schwierig wie bei einem schnelleren Spiegel.

Das WOW-Erlebnis wird sich sicher Einstellen. War bei mir beim Sprung von 6" auf 10.6" genauso.

Du solltest Dich aber darauf einstellen, dass es nicht Dein einziger Selbstschliff bleiben wird - Spiegelschleifen macht süchtig. Ich bin gerade beim Feinschliff eines 17"...

Bei Fragen zum Spiegelschliff solltest Du, wie Matthias schon erwähnt hat, besser in den Astrotreff sehen.

Gruß und viel Erfolg

Alex
 
Hallo Alex,

deinen Dobs habe ich schon vorher bewundern dürfen :)

Merkwürdig ist, dass ich mit den gleichen Werten gerechnet habe, und PLOP mir 9-Punkt vorgeschlagen hat. Aber sei es drum. 6-Punkt ist mir natürlich lieber wenn die Experten aus Erfahrung sagen, dass es reicht für einen 10"x1" Spiegel :D
Du solltest Dich aber darauf einstellen, dass es nicht Dein einziger Selbstschliff bleiben wird - Spiegelschleifen macht süchtig. Ich bin gerade beim Feinschliff eines 17"...
Das hab ich mir gedacht... naja... bei soooo vielen Lastern macht eins mehr oder weniger nun auch nichts mehr aus :D Zumal die körperliche Betätigung beim Schleifen dem ein oder anderen negativen Nebeneffekt meiner Laster entgegenwirken könnte :P

CS ... Lars

Ach so... Edit(h) fragt: Wie sieht es denn mit dem Beschichten aus? Ich habe gelesen, die Hamburger Sternwarte macht das zum Selbskostenpreis... Die Frage bleibt nach dem finanziellen Aufwand. Was kostet das ungefähr für einen 10-Zöller?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Lars,

die körperliche Betätigung ist tasächlich nicht zu unterschätzen. Meinen 17" habe ich per Hand mittels 40cm Granittool ausgehöhlt. Bei 6mm Pfeiltiefe ist das wirklich harte Arbeit. Den Tennisarm und die Rückenschmerzen ziehe ich noch immer mit mir herum ;-) egal, Spass machte es trotzdem.

Wenn die Hamburger tatsächlich zum Selbstkostenpreis beschichten, dann solltest Du zugreifen.
Ich habe meinen Spiegel bei alluna beschichten lassen. Ist von meiner Arbeitsstelle nur 8km entfernt und ich konnte den Spiegel direkt vorbei bringen. Kostete wenn ich es richtig im Kopf habe 210 Euro. Eine Preisliste gibts auf deren Homepage. Befort war bei der 94%-Beschichtung nur wenig billiger.

Wie ich gesehen habe, bist Du inzwischen auch bei den Blauen. Weitere Fragen zum Spiegelschliff solltest Du dann dort absetzen.

Gruß Alex
 
Hi Alex,

ja, ich habe meine Anfrage auch dort leicht abgeändert (Anregungen schon berücksichtigt ;) ) mal gepostet.
Was den Schliff an sich angeht, werde ich wohl zunächst mal die DVD von Stathis ordern. Wenn ich dann noch Fragen habe (und die werde ich haben), werde ich wohl dort fragen.
Nichts desto Trotz halte ich euch auch hier auf dem Laufenden.

CS ... Lars
 
Hi Lars,

Dazu kommt noch der Entwurf und Bau der Hilfsmittel wie Foucault-Tester und Sphärometer.
Sehr gute detailreiche Beschreibung und Skizzen zum Bau eines Foucault-Testers findest du im Buch "How to make a Telescope" von Jean Texereau.
Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/8apm-i.jpg
Sphärometer brauchst du für deinen Spiegel überhaupt nicht.
Beim Grobschliff errechnest du die Brennweite indem du die Pfeiltiefe des Spiegels misst. Dazu legst du in die Mitte des Spiegels einenn normalen HSS Spiralbohrer (Bohrerdurchmesser gleich theoretischer Pfeiltiefe, dann legtst du vorsichtig ein Stahllineal über den Durchmesser des Spiegels und schaust ob das Lineal kippelt, wenn gerade nicht mehr ist die notwendige Pfeiltiefe erreicht. Gibt auch noch Alternativen wie Spiegel nassmachen senkrecht hinstellen und mit Taschenlampe durch betrachten des Spiegelbildes den Radius der Spiegelkrümmung messen. Ergebnis durch 2 dividieren liefert die Brennweite.
Noch genauer gehts dann wenn du deinen Tester und einen Teststand für den Spiegel bereits fertiggestellt hast.

CS Mike
 
Hallo Mike,

dass man ein Sphärometer nicht unbedingt braucht, hab ich mir schon erlesen. Ohne Foucaulttester geht aber wohl garnichts. Ich werde mal in der hisigen Bibliothek schauen, ob das Buch dort verfügbar ist. Ein einfacher tuts ja zu Anfang. Danke für den Hinweis.

CS ... Lars
 
Hi Lars,

mit einem einfachen Foucaulttester kannst du zwar deinen Spiegel zunächst einmal auf spährisch bringen und danach auch grob parabolisieren, aber um deinen 25cm f/6 zu einen guten fertigen Parabolspiegel zumachen (also PV/10 und rho <= 1) brauchst du unbedingt einen Tester der erstens spielfrei arbeitet(erleichtert die Messungen) und eine Ablesung auf 1/50 Millimeter erlaubt, ausserdem eine Couderblende mit 5 Zonen(aus starkem Papier) sowie zur Beschleunigung der Rechnung und Auswertung ein Computerprogram(FigurXP zum Beispiel).

Noch ein paar allgemeine Hinweise für den ersten Spiegel:
Die erste Hürde ist der Grobschliff: Der dauert meist viel länger als man glaubt (Gegenmittel : Sehr grobes Karbo verwenden und sehr viel Kraft einsetzen)
Die zweite Hürde sind Kratzer beim Feinschliff: Da hilft nun penible Reinlichkeit.
Dritte Hürde:Herstellung der Pechhaut: Mein Tipp: Pechhautstreifen gießen (siehe Foto), in Quadrate schneiden und einzeln aufkleben, das funktioniert ohne Sauerei garantiert auf Anhieb.
Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8apm-j.jpg
Vierte Hürde: Abgesunkene Kante: Damit sie gar nicht erst entsteht relativ hartes Pech verwenden.
Parabolisieren ist dann wieder eine andere Geischichte.

CS Mike
 
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