Mein Sonnenjahr 2015 - freiäugig und im Fernglas

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Kay

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Seit Mitte 2005 beobachte ich nun an jedem Tag mit Sonnenschein unser Zentralgestirn mit meinem damals neuen gebrauchten 10x50er Jenoptem-Feldstecher von Carl Zeiss Jena und zähle die Sonnenflecken. Mitte 2006 kam dann die freiäugige Beobachtung mit einer Sonnenfinsternisbrille hinzu. Der Mehraufwand ist bei letzterer gering, die SoFi-Brille passt ja in das Fernglasetui. Die A-Zahl schicke ich auch an die VdS-Fachrichtung Sonne.

Meine Motivation war und ist neben dem simplen Interesse an Astronomie und Sonnenbeobachtung auch die Frage, ob man mit so einer kleinen Optik brauchbare Resultate erzielen kann, sprich: Lassen sich Minima und Maxima der Sonnenaktivität auch damit nachvollziehen?

Klar wäre ein kleines Teleskop mit höherer Vergrößerung oder wenigstens ein Fernglasstativ sinnvoller, was die einzelnen Beobachtungen angeht, aber mir ging es um größtmögliche Mobilität: Lieber ein paar Beobachtungen mehr als wenige, aber genauere. Denn mein Fernglas ist eigentlich immer dabei: Auf der Arbeit, bei Ausflügen, im Urlaub, selbst bei Krankenhausaufenthalten. Mit der Zeit hatte ich ein paar Mal bereut, dass ich für die Sonne ein so großes Glas ausgewählt hatte. Mein 8x30 hätte genauso gereicht, ein 10x25 wäre wohl ideal. Aber so schleppe ich mein Jenoptem auch mit dem Fahrrad zur Arbeit oder im Wanderrucksack mit mir, oder auch bei Rucksackurlauben wie im Februar 2013 in der Slowakei. Damals konnte ich übrigens nur auf der Hinreise die Sonne sehen, auf dem Dresdner Bahnhof…

Zurück zum Jahr 2015:
Insgesamt gelangen mir 196 Beobachtungen, im Mittel also gut an jedem zweiten Tag. Der Januar war ziemlich mau mit ganzen 5 Sonnensichtungen, der Juli mit 28 dagegen perfekt. Vom 23. Juli bis 15. August konnte ich jeden Tag beobachte, also 24 mal hintereinander. „Sonnenfreie“ Perioden gab es im Januar mit 11 bzw. 10 Tagen hintereinander und im Oktober mit ebenfalls 10 aufeinanderfolgenden Tagen ohne.

Die durchschnittliche monatliche Relativzahl lag zwischen 40,6 im Januar und 14,0 im Oktober. Es fällt auf, dass ausgerechnet die Monate mit den längsten „Fehlstellen“ die Extrema darstellen, vielleicht kein Zufall?

Wie die genaue Tendenz ist, wird sich erst nach dem Glätten der Kurve durch die P-17-Methode zeigen. Dazu braucht man noch die Daten einiger Monate des Jahres 2016. Dann habe ich auch meinen ersten 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus „fertig“ und werde die Zahlen mal genauer aufbereiten. Ich bin selbst ziemlich neugierig, sowohl auf die Zahlen als auch darauf, wie sich die Sonnenaktivität in der nächsten Zeit entwickelt…
 
Hallo Kay,

vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen! Sehr interessant zu lesen!

Bin gespannt was Du in 2016 beobachtest, und wünsche Dir ein Sonnenreiches Jahr! :) Halte uns auf dem Laufenden.
 
Hallo Kay,

auch ich finde Deinen Beitrag und die Beobachtungen der Sonne sehr interessant. Das zeigt, das man mit einfachen Instrumenten schon ein bisschen wissenschaftlich arbeiten kann.
Ich hatte einige Zeit das CZJ Pentekarem 15x50 und habe mir dazu zwei aufsteckbare Sonnenfilter mit Baaderfolie und Papphülsen gefertigt. Das Ganze auf ein Stativ gestellt und damit auch sehr schöne Sonnenbeobachtungen gehabt. Das schönste daran ist, dass man ohne viel Zeitaufwand und Mühe einsatzbereit ist. Heute habe ich auch die Sonne beobachtet, allerdings mit dem kleinen H-Alpha LS60 Teleskop von Lunt.

Halt uns auf dem Laufenden!
Bocian
 
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