AndreasCF
Mitglied
Hallo
nachdem ich nun ein halbes Jahr im Garten in der Stadt und vom Balkon aus Himmelskörper betrachtet habe, bin ich heute zum ersten mal zu einer Astroexkursion aufs Feld aufgebrochen. Musste vorher meine Liebste beruhigen, dass ich weder überfallen, noch geklaut, noch der nächste Aktenzeichen XY Fall werde. Zur Beruhigung werden die GPS Koordinaten geschickt.
Als Teleskop dient mir mein Celestron NexStar 6SE, als Stromversorgung ist eine 18 Ah Bleigelbatterie mit entsprechenden Kabeln dabei.
Der Beobachtungsplatz befindet sich ca. 20 Autominuten von Neuss, der Horizont ist zu allen Himmelsrichtungen frei einsehbar. Als störende Lichtquellen sehe ich in mittlerer Entfernung eine kleine Industrieanlage sowie einen sehr weit entfernten Leuchtstrahler, vermutlich auf einem Bauernhof. Glücklicherweise lässt sich dieser Lichtstrahl ausblenden, indem das Teleskop so aufgestellt wird, dass ein großer Haufen Rüben in der Ferne die Lichtquelle gut abdeckt
Die größte störende Lichtquelle steht jedoch am Himmel, ist nicht weiter schlimm, da nicht zu ändern.
Als erstes Objekt steuere ich Jupiter an, sehr schön bei geringer Vergrößerung sind die Monde zu sehen. Nun kommt die Barlow Linse zum Einsatz, bei 2x Barlow und 13mm Okular ist jedoch nicht viel Struktur zu sehen, der Tubus ist noch nicht ausgekühlt. Zum ersten mal mache ich mir Gedanken über chromatische Aberration bei meinen günstigen Plössel Okularen aus dem Set-Koffer.
Ich lasse den Blick um ca. 21:35 nach Norden schweifen, da sehe ich einen kleinen Meteoriten über ca. 5 Sekunden von West nach Ost ziehen, ca. 30-40° über dem Horizont, habe den Eindruck, als würden winzig kleine Teile sich ablösen, dann ist er verschwunden. Ein langezogenes „Woooooooooooow“ wird unter dem Sternenhimmel geflüstert und ich bekomme Gänsehaut.
Ich entscheide mich, einige offene Sternhaufen anzufahren. M35 und M36 sehen bei 32 mm wirklich nett aus. M37 sticht jedoch deutlich hervor, sehr schön sind viele Sterne auf recht dichtem Raum, aber noch gut visuell zu trennen, angeordnet. Nachdem ich mich einige Zeit an diesem Anblick erfreut habe, fahre ich als nächstes M103 an. Noch ein offener Sternhaufen, auch sehr schön, kann mich aber nicht lange fesseln.
Als nächstes suche ich mein liebstes Fernglasobjekt auf, die Plejaden. Im 32 mm Okular bekomme ich natürlich kein so großes Gesichtsfeld geboten, der Anblick ist trotzdem ganz nett.
Nun gebe ich die Dreiecksgalaxie in den Goto Computer ein, aber auch nach mehrmaligem hin und herschwenken kann ich nichts entdecken, was einer Galaxie nahe kommt. Nichteinmal ein kleiner Nebelfleck. Denke mir, der Mond steht halt ungünstig und fahre die Andromedagalaxie an. Jetzt habe ich meinen Nebelfleck.
Freiäugig ist im Orion der Nebel gerade zu erahnen, ich richte mein Teleskop mit Starpointer grob aus und schaue durch das 25 mm Okular und bin begeistert – ich sehe wirklich einen strukturierten Nebel! Um eine Gruppe von scheinbar 4 sehr dicht beisammen stehender Sterne ist ein schon fast symmetrisch erscheinender Nebelbogen zu sehen. Daran grenzt eine dreieckig konfigurierte Sternansammlung an. Stolz, meinen ersten Emissionsnebel gesehen zu haben, schwenke ich auf Jupiter.
Jupiter ist jetzt, da der Tubus ein bischen besser ausgekühlt ist, etwas schärfer zu sehen, auch mit einem 6mm Plössl ohne Barlow lassen sich nun die größten Wolkenbänder gut erkennen. Angestrengt suche ich den großen roten Fleck, aber auch nach längerem Schauen kann ich ihn nicht entdecken. Der Jupiter zeigt mir seine falsche Seite. Schade.
Zum Schluss lasse ich meine Augen unterstützt durch ein 25 mm Plössl über den Mond wandern, das Seeing ist gar nicht so schlecht, es sind schön Details zu erkennen.
Trotz einer recht hohen Luftfeuchtigkeit bin ich nun zufrieden, sowohl die Ausrüstung auf Feldtauglichkeit getestet zu haben, als auch einige schöne Objekte zum ersten mal gesehen zu haben. Zufrieden montiere ich alles ab, die Tauschutzkappe trieft vor Nässe, sie hat ihren Zweck gut erfüllt. Während der Zeit auf dem Feld hat mich auch kein streunender Hund aufgefressen.
Viele Grüße,
Andi
nachdem ich nun ein halbes Jahr im Garten in der Stadt und vom Balkon aus Himmelskörper betrachtet habe, bin ich heute zum ersten mal zu einer Astroexkursion aufs Feld aufgebrochen. Musste vorher meine Liebste beruhigen, dass ich weder überfallen, noch geklaut, noch der nächste Aktenzeichen XY Fall werde. Zur Beruhigung werden die GPS Koordinaten geschickt.
Als Teleskop dient mir mein Celestron NexStar 6SE, als Stromversorgung ist eine 18 Ah Bleigelbatterie mit entsprechenden Kabeln dabei.
Der Beobachtungsplatz befindet sich ca. 20 Autominuten von Neuss, der Horizont ist zu allen Himmelsrichtungen frei einsehbar. Als störende Lichtquellen sehe ich in mittlerer Entfernung eine kleine Industrieanlage sowie einen sehr weit entfernten Leuchtstrahler, vermutlich auf einem Bauernhof. Glücklicherweise lässt sich dieser Lichtstrahl ausblenden, indem das Teleskop so aufgestellt wird, dass ein großer Haufen Rüben in der Ferne die Lichtquelle gut abdeckt
Als erstes Objekt steuere ich Jupiter an, sehr schön bei geringer Vergrößerung sind die Monde zu sehen. Nun kommt die Barlow Linse zum Einsatz, bei 2x Barlow und 13mm Okular ist jedoch nicht viel Struktur zu sehen, der Tubus ist noch nicht ausgekühlt. Zum ersten mal mache ich mir Gedanken über chromatische Aberration bei meinen günstigen Plössel Okularen aus dem Set-Koffer.
Ich lasse den Blick um ca. 21:35 nach Norden schweifen, da sehe ich einen kleinen Meteoriten über ca. 5 Sekunden von West nach Ost ziehen, ca. 30-40° über dem Horizont, habe den Eindruck, als würden winzig kleine Teile sich ablösen, dann ist er verschwunden. Ein langezogenes „Woooooooooooow“ wird unter dem Sternenhimmel geflüstert und ich bekomme Gänsehaut.
Ich entscheide mich, einige offene Sternhaufen anzufahren. M35 und M36 sehen bei 32 mm wirklich nett aus. M37 sticht jedoch deutlich hervor, sehr schön sind viele Sterne auf recht dichtem Raum, aber noch gut visuell zu trennen, angeordnet. Nachdem ich mich einige Zeit an diesem Anblick erfreut habe, fahre ich als nächstes M103 an. Noch ein offener Sternhaufen, auch sehr schön, kann mich aber nicht lange fesseln.
Als nächstes suche ich mein liebstes Fernglasobjekt auf, die Plejaden. Im 32 mm Okular bekomme ich natürlich kein so großes Gesichtsfeld geboten, der Anblick ist trotzdem ganz nett.
Nun gebe ich die Dreiecksgalaxie in den Goto Computer ein, aber auch nach mehrmaligem hin und herschwenken kann ich nichts entdecken, was einer Galaxie nahe kommt. Nichteinmal ein kleiner Nebelfleck. Denke mir, der Mond steht halt ungünstig und fahre die Andromedagalaxie an. Jetzt habe ich meinen Nebelfleck.
Freiäugig ist im Orion der Nebel gerade zu erahnen, ich richte mein Teleskop mit Starpointer grob aus und schaue durch das 25 mm Okular und bin begeistert – ich sehe wirklich einen strukturierten Nebel! Um eine Gruppe von scheinbar 4 sehr dicht beisammen stehender Sterne ist ein schon fast symmetrisch erscheinender Nebelbogen zu sehen. Daran grenzt eine dreieckig konfigurierte Sternansammlung an. Stolz, meinen ersten Emissionsnebel gesehen zu haben, schwenke ich auf Jupiter.
Jupiter ist jetzt, da der Tubus ein bischen besser ausgekühlt ist, etwas schärfer zu sehen, auch mit einem 6mm Plössl ohne Barlow lassen sich nun die größten Wolkenbänder gut erkennen. Angestrengt suche ich den großen roten Fleck, aber auch nach längerem Schauen kann ich ihn nicht entdecken. Der Jupiter zeigt mir seine falsche Seite. Schade.
Zum Schluss lasse ich meine Augen unterstützt durch ein 25 mm Plössl über den Mond wandern, das Seeing ist gar nicht so schlecht, es sind schön Details zu erkennen.
Trotz einer recht hohen Luftfeuchtigkeit bin ich nun zufrieden, sowohl die Ausrüstung auf Feldtauglichkeit getestet zu haben, als auch einige schöne Objekte zum ersten mal gesehen zu haben. Zufrieden montiere ich alles ab, die Tauschutzkappe trieft vor Nässe, sie hat ihren Zweck gut erfüllt. Während der Zeit auf dem Feld hat mich auch kein streunender Hund aufgefressen.
Viele Grüße,
Andi