Meine Idee für einen 200 Euro Schnuppereinstieg

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binzman

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Hallo liebe Community.

Mein Name ist Andreas, ich komme aus dem Raum Nürnberg und habe bisher kaum Erfahrung mit Astronomie. Gemeinsam mit meiner Tochter würde ich aber gerne mal in das Thema schnuppern.

Wir sind bereit 200 Euro für das Schnuppern zu investieren. Nach ausführlicher Recherche hier im Forum haben wir den ursprünglichen Standardplan, einfach mal ein günstiges Teleskop zu kaufen und damit ein bisschen in den Himmel zu schauen, verworfen.

Auf Basis der vielen guten Tipps und Ratschläge hier im Forum haben wir nun folgenden neuen Fernglas-Einsteiger-Plan erarbeitet, zu dem wir gerne Eure Meinungen bzw. auch Verbesserungsvorschläge wüssten:
  • Wir wollen die Regiomontanus-Sternwarte in Nürnberg besuchen, erste Eindrücke sammeln und den persönlichen Austausch mit Profis suchen (Aufgrund der aktuellen Pandemielage könnte es allerdings noch etwas dauern, bis das klappt)
  • Aufgrund der Empfehlungen im Forum, wollen wir uns die folgenden zwei Bücher zum Selbststudium kaufen (die wir trickreich nicht zum Budget zählen :) )
    • Sterne finden ganz einfach: Die 25 schönsten Sternenbilder sicher erkennen (von Klaus M. Schittenhelm)
    • Big Binoscout: 144 Himmelsobjekte für Hand- und Großferngläser (von Lambert Spix und Frank Gaspirini)
  • Wir kaufen uns ein Celestron Skymaster 15x70 Fernglas für ca 100 Euro
  • Wir kaufen uns ein Rollei 22722 Stativ für ebenfalls ca 100 Euro

Bevor wir das aber tun, würden uns Eure Meinungen zu der Idee interessieren. Am besten zu den folgenden zwei Aspekten:
  1. Was meint ihr konkret zu unserer Idee?
    • Funktioniert das so, wie wir uns das vorstellen? Kann das so klappen?
    • Passt das Stativ zum Fernglas oder fehlt uns noch etwas? Ich gehe z.B. gerade davon aus, dass ich das Fernglas mit dem mitgelieferten Adapter auf das Stativ schrauben und loslegen kann. Vermutlich etwas wackeliger als mit einem hochwertigeren Adapter, aber es sollte so gehen, oder?
    • Passt der Augenabstand eines zwölfjährigen Kindes für so ein großes Fernglas? (Pupillenabstand habe ich noch nicht gemessen, ergibt das Sinn, oder ist das nicht nötig?)
    • ...
  2. Was ist Euer 200-Euro-Budget-Schnupper-Vorschlag?
    • Würdet ihr eher ein anderes, etwas teureres Fernglas nehmen und ein günstigeres Stativ, oder andersrum? Wenn ja welches?
    • Würdet ihr z.B. eher ein 10x50er Fernglas ohne Stativ nehmen? Wenn ja welches? (Uns ist klar, dass wir das 15x70 nicht freihändig halten können und es als allgemeines Alltags-Fernglas weniger geeignet ist, als ein 10x50 (oder kleiner), falls wir dann doch nicht bei der Astronomie hängen bleiben sollten. Wir haben uns trotzdem für ein 15x70 entschieden, weil sich ein großes Fernglas mit Stativ für uns Laien einfach mehr nach Astronomie anfühlt. Auch wenn das natürlich Quatsch ist und ich hier viel gutes über 10x50, 8x42 usw gelesen habe :) )
    • Würdet ihr mit 200 Euro komplett anders einsteigen? Wenn ja wie? Doch ein Einsteiger Teleskop? Dobson? Irgendwas gebrauchtes?
    • ...
Wir sind sehr gespannt auf Eure Meinungen und Vorschläge. Vielen Dank schon mal im Voraus.
 
Hallo Andreas,
als ich die Nachricht über diesen neuen Thread bekam, dachte ich mir "Oh je, schon wieder einer dieser zahllosen 'Welches Teleskop kaufe ich mir' Threads, die es ja schon zu Hauf im Forum gibt" ;) Sehr gut, dass Du schon ein bisschen recherchiert hast, denn die Fragen sind eigentlich immer wieder die gleichen und es endet dann meist in einem Sammelsurium an unterschiedlichsten Empfehlungen der Forenteilnehmer, bei denen man dann nachher auch nur bedingt schlauer ist als vorher.

Die Idee, in einer Sternwarte vorbeizuschauen oder Kontakt zu einem Astronomieverein aufzunehmen, ist perfekt! Da ergibt sich sicherlich dann auch die Möglichkeit, mal durch verschiedene Teleskope oder auch Ferngläser zu schauen, sie auch selbst auszuprobieren und so die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme kennenzulernen.

Ich persönlich hatte mir vor längerer Zeit ein Nikon Action 10x50 CF für rund 170 EUR zugelegt, nachdem wir in unserem Verein einen "Fernglas-Vergleich" durchgeführt haben: jeder hat die Ferngläser mitgebracht, die man zu Hause hatte und so konnte jeder durch jedes Glas durchschauen und sie direkt miteinander vergleichen. Vielleicht ergibt sich bei dem Verein in Eurer Nähe ja auch mal so eine Möglichkeit. Mich hatte das Nikon überzeugt, das ein Vereinsfreund dabei hatte.

170 EUR sind ja sowie überschaubar und neben der Astronomie lässt sich so ein Fernglas ja auch für die Naturbeobachtung o.ä. einsetzen, d.h. die Ausgabe ist auf jeden Fall nicht verloren.

Wenn es ein solches Fernglas wird, geht das auch ohne Stativ. Nur wenn es ein schweres ist, ist ein Stativ sinnvoll. Aber das kann man sich ja auch später nochmal dazukaufen.

Neben den Büchern lohnt es sich auch, auf Youtube nach entsprechenden Einsteigertutorials zu schauen: da gibt es zahlreiche gute Erklärungen aller Grundlagen. Auch hier im Forum wird immer mal ein Einsteigerkurs angeboten. Ansonsten gibt es für Smartphone und Tablet auch diverse Planetariums Apps, mit der man sich am Himmel orientieren kann (z.B. Stellarium, Stellarium Plus, SkySafari). Für den PC gibt's z.B. das kostenlose Stellarium ( Stellarium Astronomy Software )

Viele Grüße und viel Erfolg wünscht

Markus
 
Hi Andreas,

sehr guter Plan.

Ich hätte noch eine Buchempfehlung:

Dieses Buch hat seit Jahrzehnten seine Praxistauglichkeit für Einsteiger bewiesen.
Das Tolle ist, es zeigt den aktuellen (wähle Uhrzeit und Tag) Sternenhimmel in einer realistischen Darstellung in den 4 Himmelsrichtungen.

Damit findet Jeder die Sternbilder.
Ausserdem werden noch die Positionen von einigen gut sichtbaren Deep Sky/Messier Objekte angezeigt und beschrieben.
Und natürlich wird der Mond mit einer Mondkarte und die Planeten beschrieben.

Gruß
Peter
 
Bei handwerklichem Geschick, Vorhandensein von Werkzeug und bevorzugt aus Schrottmaterial mal in Betracht ziehen das Stativ selbst zu bauen - ich hab mir einen Newton gegönnt dieses Jahr und die Ausgabe astronomischer Summen für Montierung+Stativverhindert indem ich ne alte Tischplatte und Kabeltrommel zu ner Rockerbox umgemodelt habe.

Spart Geld, macht Spaß.

Gruß
Hendrik
 
Hallo Andreas,
ich finde die Idee mit einem Fernglas in die Materie reinzuschnuppern ebenfalls gut. Bei einem kleineren Fernglas kann man es - wie bereits gesagt - auch für andere Zwecke noch verwenden, wenn einem der Himmel nicht zusagen sollte. Wenn es einem doch gefällt kann man es später als Aufsuchhilfe noch verwenden (so mache ich es mit meinem Fernglas, wenn ich ein Objekt im Dobson, bzw. im Sucher partout nicht finden will) oder man lässt zwischendurch das größere Gerät stehen und schaut einfach so mal durch.

Zur Entscheidung ob ein größeres oder ein kleineres Fernglas oder was ganz anderes ist die Idee mit dem Besuch der Sternwarte genau die richtige. Selbst ausprobieren geht über jede Beratung.

Wenn es ein kleineres Fernglas ohne Stativ werden sollte, würde ich noch einen Stuhl, eine Liege oder ähnliches empfehlen, sonst grüßt recht schnell der Nacken (manche Leute haben im zenitnahen Bereich auch etwas Gleichgewichtsprobleme). Generell empfinde ich die Beobachtung sitzend bei einem Fernglas ohne Stativ deutlich entspannter (wenn man für dunkleren Himmel das eigene Grundstück verlässt, gibt es nicht immer eine Sitzmöglichkeit). Ich habe mit einem Nikon Aculon (mit dem 7x50, es gibt aber auch ein 10x50) recht gute Erfahrungen gemacht (rein subjektiv natürlich), mir fehlt aber der Vergleich zu anderen Ferngläsern.

Zum Big Binoscout kann ich sagen, dass das Buch toll ist (insbesondere für Einsteiger). Man hat einen guten Mix aller möglichen Objekte, schön sortiert nach Jahreszeiten und zu jedem Objekt eine Karte, wie man es findet. Anzumerken ist jedoch, dass etwas mehr als die Hälfte der Objekte für Großferngläser (20x100) sind und nicht für die kleineren Exemplare. Ich würde es dennoch auch für Leute mit kleineren Ferngläsern empfehlen, insbesondere als Anfänger.

Grüße und viel Erfolg
Jonas
 
Neben den Büchern lohnt es sich auch, auf Youtube nach entsprechenden Einsteigertutorials zu schauen: da gibt es zahlreiche gute Erklärungen aller Grundlagen. Auch hier im Forum wird immer mal ein Einsteigerkurs angeboten.
Hi!

Wenn mein Kurs schon erwähnt wird: Mitte März geht's wieder los:
Das Fernglas ist ein guter und günstiger Einstieg. Da empfehle ich natürlich noch meine Webseite
(Gibt's auch in gedruckter Form bei Amazon – als Webseite ist es umsonst und belastet das Budget nicht). So, genug Eigenwerbung ;)

Ein 15x70 hältst du nicht mehr freihändig, daher ist ein Stativ wichtig. Das Rollei kenne ich nicht, sieht aber nicht zu schlecht aus. Nachteil: Es ist nur 184cm hoch, und du stehst unter dem Fernglas, wenn du in den Himmel schaust. Das kann gerade so reichen, je nach Körpergröße.

Das 15x70 hat ein recht kleines Bildfeld, was die Orientierung etwas erschwert. Leider gibt's das 12x70 nicht mehr, das war mein Favorit... Wenn es zu schwer wird, was zu finden: Dem SkySurfer III Leuchtpunktsucher liegt auch ein Adapter bei, um ihn an ein Fernglas zu adaptieren. Ist in Relation natürlich ziemlich teuer. Der Stativadapter vom SkyMaster ist aus Kunststoff und kann sich verdrehen. Entweder mit Epoxyharz o.ä. auffüllen oder für rund 10€ einen L-Adapter aus Metall nachkaufen.

Ein kleineres Fernglas hast du öfter dabei, aber es zeigt auch weniger. Von daher ist günstige 70mm-Klasse für den Einstieg gar nicht schlecht: Sie überfordert die Stative noch nicht, ist noch gut transportabel und zeigt einiges. Ich benutze mittlerweile sehr gerne ein 8x42 – aber das ist teurer als das SkyMaster. Mehr Ferngläser werden im Lauf der Zeit dazu kommen, wenn es das richtige Hobby ist.

Ein Besuch bei den Nürnbergern lohnt sich auf alle Fälle – ich war schon lange nicht mehr da, aber damals waren es nette Leute und eine recht gut ausgestattete Sternwarte. Wenn du da Mitglied wirst, kommst du jahrelang ohne eigenes Teleskop aus. Wahrscheinlich kannst du nicht nur die Geräte vor Ort ausleihen, sondern auch einige ausleihen. Aber Vorsicht: Den Weg bin ich auch gegangen; knapp 30 Jahre später habe ich mehr Geld in Optik investiert als ich je geplant hatte – habe aber keine Fehlkäufe dabei und mir das Lehrgeld gespart ;)

Beste Grüße,
Alex
 
Nur so als Idee.

evtl. einen sogenannten Kometensucher (widefield gerät) anschauen.
Einen Startravel im Bereich 70/500, 80/400 z.B. bekommt man knapp über eurem Budget mit einer AZ3 Montierung.

Nur als überlegung. weil da hätte man dann zum einen einen Zenitspiegel drann, wodurch man nicht den Kopf in den Nacken legen muss.
und zum anderen wäre man variabler mit den Vergrößerungen (durch okularwechsel oder später zoomokular).

Und für den 12 jährigen evtl. mehr ansporn, weil man guckt ja durch ein Teleskop und nicht durch ein Fernglas.

Ansonsten habt ihr euch ja schon gut informiert und einen guten Weg zurecht gelegt ^^

Gruß
Markus
 
Mein Salz in die Suppe. Hatte mal ein gebrauchtes Bresser 20x80 gekauft, das Originalstativ gabs dazu. Was für ein Schrott! Zudem noch unkollimiert, musst erst justiert werden, aber selbst justiert eine Enttäuschung, völlig unbefriedigendes Einblickverhalten, Optik naja, Randunschärfe sehr grosszügig, mit Gelbstich soweit ich mich erinnere. Plastik in Auflösung, richtig eklig zum Anfassen.

Das TS 15x70 wurde zwar gelobt hier kürzlich? Ich schreibs, weil meiner Vermutung nach diese 15 bis 25x 60 bis 80mm Objektive Ferngläser 100-150 Euro alle vom gleichen lotterigen Band fallen. Äusserlich sehen sie ja auch alle in etwa gleich aus? Habe meine Zweifel, dass von diesem Typ Ferngläser, egal was für eine Marke darauf gepappt wurde, etwas zum "Nichtmüll" dazugezählt werden kann.

Kann man machen, ich würde aber die 200 Euro im Voraus als Vollabschreiber verbuchen. Denke mit einem Standard 0815 10x50, 8x42 Fernglas wirst du glücklicher.

Gruss
 
Hi
das ist ja mal eine Vorbereitung - Super.
Ich denke, das kann man gut machen und kann viel Freude bereiten.
Anmerken möchte ich dennoch ein wenig:
- Mit der Konfiguration ist Mond und Planeten wenig zu wollen. 15 fach ist dafür nicht viel.
- Stativ, das Rollei C5i reicht locker - > C5i - Aluminium Stativ
- Bücher würde ich mir sparen und dafür einen Peilsucher anschaffen.
- Sternbilder kennen lernen mit Software wie Stellarium, HNSky, Sky Safari etc die es auch als Freeware gibt.

Universeller und mehr Seherlebnis gäbe es für etwas mehr an Geld in Form des Skywatcher Heritage 130 Dobsons.
Viel Erfolg und CS
 
Servus,
wirklich ein guter Ansatz mit Fernglas und Literatur. Das Stativ ist klasse für das Geld. Allerdings hab ich meinem eine Berlebach Mittelsäule implantiert, das eine schnelle Höhenverstellung wichtig ist. Sonst lieber erst mal freihändig...

Ich zeige den Leuten auf der Regensburger Volkssternwarte regelmäßig mit dem Fernglas die Andromedagalaxie. Taugt den meisten sehr gut, mal selbst was zu machen und aus der freien Hand unsere Nachbargalaxie zu finden, evtl. mit Laserunterstützung. Das geht regelmäßig aus der Stadt heraus sehr gut, Publikum ist dann überrascht, dass die Andromeda-Galaxie im Fernglas besser aussieht als im Teleskop.

Alles Gute und cs
Gottfried
 
Hallo Andreas,

Erstmal vielen Dank, dass Du die hier im Forum schon mitgelesen UND die Hinweise beherzigst, die immer wieder an Einsteiger gegeben werden.

Der geplanten Kontakt mit einer Sternwarte in der Umgebung ist genau richtig.
Zur Technik möchte ich mich @SkyBob und @Antares anschließen. Das Fernglas bietet Dir nur eine feste Vergrößerung und gerade die Möglichkeit immer mal wieder „Neues“ am Mond oder den Planeten zu entdecken, also durch andere Vergrößerungen zu variieren, hast Du dann halt mit dem Fernglas nicht.
Würde daher auch eher zu einem Teleskop raten…Vorschläge wurden ja bereits gemacht… und nochmal um die 30,- Euro in ein gebrauchtes Fernglas aus den Kleinanzeigen in eurer Gegend (Abholung und Durchschauen!) investieren…oder mal im Familien-, Freundes-, Bekanntenkreis fragen, hier liegen die Teile oder seid Jahren unbenutzt im Schrank. Dann haben Vater und Tochter auch gleichzeitig was zum Durchschauen und gerade bei der Mondbeobachtung ergeben sich nach meinen Erfahrungen nette gemeinsame Beobachtungserlebnisse.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo Andreas,

auch ich finde deine Herangehensweise sehr vernünftig. Hier ein paar Anmerkungen zu deinen Fragen.

Die Sternwarte in Nürnberg ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Die Leute sind sehr nett und werden euch sicher weiter helfen.
Das Celestron 15x70 ist kein highend Glas aber für seinen Preis ganz in Ordnung. Der minimale Augenabstand beträgt bei meinem 58mm, das habe ich gerade gemessen. Das sollte für 12 Jahre eigentlich passen; messt den Augenabstand des Kindes einfach mal aus. Ich habe mir dieses Glas einfach mal zugelegt, wenn ich etwas mehr Öffnung und Vergrößerung will, aber keine Lust habe meine Großferngläser mit Winkeleinblick durch die Gegend zu schleppen oder aufzubauen.
Das Rollei Stativ ist sicher etwas vernünftiges. Gerade bei Stativen kann man aber auch gebraucht immer mal ein Schnäppchen machen. Vor 3 Wochen lief mir in einem Nürnberger Gebrauchtwarenhof ein Revue 1642 Videostativ, recht solide mit gutem Neigekopf, für € 10,- zu. Das trägt auch so ein Fernglas zuverlässig.
Ich selbst fing 1962 auch mit einem Fernglas (Revue 8x40) meiner Eltern an. Dazu kaufte ich mir alsbald von meinem Taschengeld ein gebrauchtes Fotostativ und baute mir einen Fernglashalter entsprechend der Anleitung in Schröder - praktische Astronomie für Sternfreunde (aus der Stadtbücherei Wiesbaden). So konnte ich den Mond kennenlernen, Jupitermonde, Plejaden, Orionnebel, Andromedanebel usw. selbständig sehen. Das ergänzte die Beobachtungsabende in der Volksternwarte.

Etwas später leistete ich mir dann auch mein erstes eigenes Fernrohr, das mir ein wohlwollender Sternfreund an der Sternwarte gebraucht für DM 10,- überlies.

Das Fernglas und das Fernrohr besitze ich noch heute. Auch wenn ich heute üppig ausgerüstet bin, erinnere ich mich immer wieder an das damals gesehene.

Ihr seid also auf dem richtigen Weg. Viel Glück dabei und viele Jahre Freude am Sterne gucken

wünscht Gerhard
 
Hallo,
ich habe ein wohl baugleiches 15x70, das erstaunlich leicht und ganz nett ist, um am Rücken liegend die Milchstraße abzugrasen und Nebel und Sternhaufen zu finden, wenn man lange und ruhige Arme und größe Hände hat. Es ist etwas lichtstärker als ein 10x50, obwohl die 70mm intern auf ca. 60-65mm abgeschnitten werden... Das Hauptproblem ist, dass sich die Prismen verstellen können und man die dann wieder einstellen muss, das ist mit versteckten Schrauben unterm Gummi möglich, aber etwas heikel. Auch zum Wandern oder Vogelbeobachten wirst du mit dem großen, aber nicht sehr brillianten Gerät nicht glücklich, deine Tochter schon gar nicht.
Einem Kind würde ich jedenfalls ein kleineres und etwas solideres Gerät in die Hand geben, eher ein 8x42 oder so, um die 200€ oder mehr und ohne Stativ, weil kompliziert aufzustellen und gar nicht für den Zenith geeignet, wo der klarste Himmel ist. Lieber ein wertigeres Glas für das Geld.
Monddetails und Planeten sind auch mit 15X70 total zu vergessen, die Vergrößerung ist viel zu gering und dieses Gerät ist eben nicht wirklich so ganz scharf zu bekommen. Beim Andromedanebel macht das gar nichts und die Sternhaufen im Fuhrmann, die Plejaden oder die Sommermilchstrasse sind damit sehr schön - für uns Erwachsene, in Liegeposition.

Für Mond, Planeten, Sternhaufen und Nebel schließe ich mich den Empfehlungen von @SkyBob und @Antares mit leichter Präferenz zum 130mm Dobson an, und dazu ein Okular so um die 12mm Brennweite und 60-80° Gesichtsfeld, nicht zu billig.

LG und viel Spass, Nik
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi!

Beim Teleskopkauf würde ich abwarten, wie sich das mit der Sternwarte entwickelt – gerade, wenn es da Spaß macht und die Geräte genutzt werden können, ist ein Fernglas (das auch andersweitig genutzt werden kann) sinnvoller als ein eigenes Teleskop. Lieber ein gutes Fernglas und nur freitags auf der Sternwarte beobachten, als mit (zu?) knappem Budget ein eigenes Teleskop kaufen.

Beste Grüße,
Alex
 
Wow. Vielen lieben Dank für die vielen schnellen und sehr hilfreichen Antworten. Das hat mir definitiv schon sehr viel gebracht. Klasse. Bin beeindruckt.

Die Entscheidung selbst wird mir wohl keiner abnehmen können, dafür verstehe ich die Optionen jetzt nochmal besser. Ich sehe aktuell die folgenden drei Möglichkeiten:

  1. Die vernünftige Wahl
    • Man kauft ein relativ hochwertiges 10x50 Fernglas
    • z.B. das Nikon Action 10x50 CF
    • oder ein Nikon Aculon 10x50
    • Vorteile
      • Man hat ein qualitativ gutes Glas
      • Man kann am Himmel schon deutlich mehr sehen als mit bloßem Auge
      • Mann kann das Glas später auch gut für andere Zwecke oder als Aufsuchhilfe benutzen
    • Nachteil
      • Es fühlt sich wohl gerade für ein Kind so an, als würde man einfach mit dem Fernglas in den Himmel schauen
      • Der Begeisterungs/Spaßfaktor dürfte nicht so groß sein, wie mit einem "richtigen" Teleskop mit dem man auch mal Details erkennen könnte
  2. Der gute Kompromiss
    • Man kauft ein Celestron Skymaster 15x70 Fernglas und ein ausreichend gutes Stativ, z.B. das Rollei 22722 (Ich fand es besser, als das CI5, da es gut 30 cm höher ist und mit Fluidneiger ausgestattet ist
    • Optional kann man
      • noch einen Leuchtpunktsucher nachrüsten, z.B. den Sky Surfer III
      • für mehr Stabilität den mitgelieferten Stativ-Adapter entweder mit Epoxyharz o.ä. auffüllen oder für rund 10€ einen L-Adapter aus Metall nachkaufen
      • das Stativ mit einer Berlebach Mittelsäule für besseren Komfort aufrüsten
    • Vorteile
      • Höhere Vergrößerung im Vergleich zum 10x50 und damit zumindest ein paar mehr Details
      • Spaßfaktor beim Kind schon mal etwas höher, weil ein Großfernglas irgendwie mehr nach Teleskop aussieht
      • Stativ ist im Budget enthalten und bringt zusätzlich mehr Ruhe im Bild als mit 10x50 Freihand
    • Nachteile
      • Das Glas selbst ist nicht so hochwertig wie das doppelt so teure 10x50
      • Das Glas kann man nicht so gut für andere Zwecke verwenden
      • Auch 15fache Vergrößerung bringt noch lange nicht so viele Details wie ein Teleskop
  3. Doch ein Einsteiger Teleskop
    • z.B. einen Startravel im Bereich 70/500, 80/400 mit einer AZ3 Montierung
    • oder ein Skywatcher Heritage 130 Dobson
    • Optional
      • dazu ein Okular so um die 12mm Brennweite und 60-80° Gesichtsfeld, nicht zu billig
    • Vorteile
      • Fühlt sich nicht nur so an wie mit dem Fernglas den Himmel ein bisschen größer zu sehen, sondern zeigt mehr Details z.B. am Mond
      • Hoher Spaßfaktor für Kids weil richtiges Teleskop
    • Nachteile
      • Wird das 200 Euro Budget wohl deutlich überschreiten, da das Gerät alleine schon das Budget übersteigt und man dann wohl noch schnell paar Sachen dazu kaufen wird
      • Erfordert schon deutlich mehr Vorwissen
      • Aufwändiger im Aufbau, Suchen von Objekten usw.
      • Wenn man dann doch stärker in das Hobby einsteigt, wird man sich wohl trotzdem was besseres kaufen und kann das alte Teleskop im Vergleich zu den Ferngläsern dann weniger einsetzen


Gesammelte Bonus-Infos für alle 3 Möglichkeiten:
  • Sternwarte besuchen und praktische Erfahrung sammeln
  • Einsteigerkurs machen, z. B. hier auf der Seite: Einsteigerkurs
  • Weitere Bücher, z.B. "Welcher Stern ist das?: Sterne und Planeten erkennen und beobachten"
  • Einsteigertutorials auf Youtube
  • Smartphone-Apps, z.B. Stellarium, Stellarium Plus, SkySafari
  • PC-Programme, z.B. Stellarium Astronomy Software oder HNSky

Aktuelle Entscheidungslage:
Wir werden auf jeden Fall die Sternwarte besuchen, sobald es die Pandemie wieder zulässt (im Januar ist die Sternwarte in Nürnberg erstmal geschlossen). Wir werden uns durch Youtube und die Smartphone-Apps wühlen, aber auch ein zwei haptische Bücher kaufen. Zusätzlich werden wir uns ein Fernglas besorgen, entweder das 10x50, um es später für andere Zwecke oder als Aufsuchhilfe weiter nutzen zu können oder doch das 15x70 mit Stativ, da wir das Stativ auch andersweitig einsetzen können und mit dem Großfernglas mehr Astronomie-Feeling bekommen :)

Wenn uns das Fieber dann wirklich packt, leihen oder kaufen wir uns ein erstes Teleskop je nach praktischem Eindruck bzw. Beratung vor Ort.

Vielen Dank noch einmal für die gute Hilfe. (Für weitere Tipps und Anmerkungen sind wir natürlich immer noch dankbar :) )
 
Hi,
sauber aufgearbeitet und dargestellt, genau wie die Einführung. Prima.
Im Wesentlichen paßt das so.
Deine Schlussfolgerung mit dem 10x50 im Vergleich zum 15x70 trifft nicht zu. Das mehr an Öffnung kompensiert das deutlich,
erst Recht das das vorgestellte 50iger FG kein Topglas ist.
Wenn es denn ein kleines und preiswertes Glas zum Start sein soll, das zudem später auf Reisen und Naturbeobachtungen verwendet werden soll,
schau Dich nach den Olympus DSP1 um. z.B. das 8x40 mit über 8 Grad Feld hier Olympus 8x40 DPS I bei shopwelt.de. Gibt es auch als 7x35 mit über 9 Grad und 10x50 mit rd 6,5 Grad Feld am Himmel. Das 7x35 und das 8 x 40 liege in meinen Autos als Immer-Dabei-Glas. Ich habe diese FG vielfach im Bekanntenkreis empfohlen und alle sind damit zufrieden. Das 10x50 ist verkauft weil ich in der Größe 50mm nichts brauche.
Anlaufstellen gäbe es u.a. auch hier, bei Sternfreund Schicko - Details im Impressum SFFonline - Homepage der Sternfreunde Franken e.V.
Ihn kannst Du gerne grüßen und direkt anschreiben, so er das hier nicht lesen sollte.
CS
 
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