Meine persönlich allerneuest beobachteten "Weltwunder" und diesesmal aus unserem Sonnensystem

Rieger

Aktives Mitglied
Hallo ihr Lieben,

Da meine Astro-Kollegen der "Interessensgemeinschaft Astronomie" aus Bochum meist hier lesen, setze ich meinen jüngsten Betrag aus dem blauen Nachbarforum hier auch rein:

"...für Planetenbeobachter gab es am zurückliegenden Wochenende ja einige phantastische Gelegenheiten bei dem schönen und etwas diesigen Wetter, die auch ich auch so intensiv nutzte, dass ich heute verschnupft am Rechner euch schreibe.

Am Freitag kam ich noch nicht in meine Sternwarte nach Medebach, weil ich spontan für meine AG-Kinder in Bochum die Planeten aus der Volkssternwarte Herne aus beobachtet habe. Da ist ja jetzt mein Vorgänger-Lulatsch mit 150x2300mm im Einsatz. Fünf 5-Klässler mit Mama oder Papas sahen Saturn, Mond, Uranus, Jupiter und Mars. Großes Hallo beim Jupiter, als neben anfangs nur 3 Monden unerwartet unter unseren Augen Ganymed wie aus dem Nichts zwischen Callisto und Europa zum 4. und größten Mond anwuchs. Seit vorgestern bin ich für 5 Schüler bestimmt der neue "coolste Lehrer" geworden.

Am Samstag hatten sich einige Familien mit noch recht kleinen Kindern angemeldet, um die schönsten Planeten zu sehen, ehe Saturn sich endgültig verabschiedet. Saturn hatte ich schon im Über-Lulatsch voreingestellt, die Gäste bekamen ihn aber doch nicht mehr zu sehen. Blöderweise bildeten sich gegen 18:15 Uhr, kurz bevor sie eintrafen, Wolken über Medebach, die sich dann gegen 20:00 Uhr wieder verkrümelten als die Kinder jedoch schon durchgefroren waren. So blieb es bei Saturn, Mond und Jupiter meist durch die Wolken. Ich wollte in der Nacht bereits wieder nach Hause und war nach dem Aufräumen wieder weg. Bei Öffentlichkeitsarbeit für „Weltraumtouristen“ exkulpiere ich mich von der Selbstverpflichtung, in jeder Nacht einige neue „Weltwunder“ anzupeilen, die ich selbst noch nie gesehen habe.

Eigentlich schon ganz zufrieden über das Beobachtungs-WE angesichts des Spaßes, den die Kinder hatten, zog es mich am Sonntag doch nochmal in die nur 300 Fußweg entfernte Herner Volkssternwarte an meinen alten Lulatsch, den siehe: Das Wetter war für Planeten so phantastisch, wie man es in der Dekade vielleicht einmal erlebt (beim 2. Mal pro Dekade war man gerade mit was anderem beschäftigt.)

Bis auf Merkur ließen sich alle Planeten plus Mond binnen 2 Stunden beobachten und dies konnte ich bei dem Wetter ausschließlich unter Nutzung eines 5mm Okulars bei 460fach tun. Für die These, dass weniger als 0,5mm AP leere Vergrößerung ergäbe, hatte mich vor 20 Jahren beim Testen vor seiner Anschaffung dieser Lichtenknecker Halb-Apo ja sofort Lügen gestraft, als ich ihn am Saturn (damals hoch oben in den Zwillingen) erst bei 480fach 5-6 konzentrische Saturnringe in abgestuften Helligkeiten scharf begrenzt zeigte, wie sie bei 312fach noch nicht zu sehen waren.

Bei dem diesigen Wetter in der Helligkeit etwas gedämpft, zeigte sich an Venus bei sorgfältig eingestelltem ADC extrem wenig sekundärer Chromatismus (erst mit Blaufilter für die Venus-Wolken kam er wieder zum Vorschein). An ihr habe ich am Sonntag nicht gezeichnet, sondern nur dort, wo man auf feste Oberflächen blickt, die nachträglich mit Kartenmaterial abgeglichen werden können. Da hochauflösende Fotos von Sonden nicht die visuellen Eindrücke im Teleskop wiedergeben, benutze ich da gerne noch einen antiquarisch erworbenen Atlas der Planeten mit Albedo-Karten besonders von Dollfus (wegen seines Merkur).

Ich präsentiere nun mein zuletzt gezeichnetes Objekt Mars:

Mars vom 02.02.20250005.jpg


Ich habe schon schöneres präsentiert, aber in Herne musste ich gegen 20:10 Uhr MEZ beim Blicken nach Osten mit dem linken Bein knien, mit dem anderen auf der zweitobersten Stufe stehen, mich mit dem Zeichenblock am Treppengeländer festkrallen und gerade aufwärts in die Röhre schauen. Da ich auf nachträgliches Reinzeichnen verzichte, brachte ich´s in der Körperhaltung nicht schöner hin. Mit Zenitprisma beobachten auf einem rollenden Bürostuhl nahe der Treppe sitzen wäre jedem anderen auch unheimlich gewesen.

Nördl. Polkappe mit umgebendem Mare Boreum war leicht erkennbar, an Mare Aidalia auf 8-9 Uhr am Rande etwas geschlunzt, schön erfassen konnte Nilokeras (halbdunkel mit drei Ecken von 9 Uhr Richtung Mitte) welches mit Mare Boreum helles Tempe Terra zu ¾ umschließt. „Oben“ sind Noachis und Aeonia unsorgfältig erfasst, denn ich habe in Argyre Planitia (hell auf 11 Uhr am Rand) hineingekritzelt. Keiner der Schildvulkane in Tharsis und Arkadia verriet sich durch an ihren Hängen aufgeschobene Wolken oder hatte ich in meiner prekären Körperhaltung bereits die Schnauze voll, noch länger hinzuschauen.

Vor Mars habe ich aber noch etwas erfasst, bei dem ich mich jetzt sicher eurem Verdacht aussetzen werde, dass ich übergeschnappt sein muss.

Innerhalb der „Interessensgemeinschaft Astronomie – Bochum“ hatte man mir nach Anschaffung des 8“ Halb-Apos für Medebach prognostiziert, dass an Jupitermonden damit etwas möglich würde. Zwei ältere Herren dort, die sich mittlerweile kleiner gesetzt hatten, betrieben selbst zeitweise solche Lulatsche und der Schaer-Refri vom lieben Dieter hängt heute als Leitrohr am 1m-Spiegel an der Hohen List.

Am Sonntag kulminierte Jupiter gerade, als ich, nun entspannt sitzend, vertikal gespiegelt Ganymed und Callisto ins Visier nahm.

Na ja: Es mochte sein, dass Ganymed „oben“ dunkler und im vertikal durchs Zenitprisma gespiegelten „Unten“ eine hellere Stelle war, deren Position ich zuerst etwas zu mittig platzierte. Auf der Skizze soll der Pfeil unten links mich erinnern, dass die helle Stelle mehr nach links gehörte:

Ganymed vom 02.02.20250005.jpg


Auf Callisto blitzte was Helles mit zwei Ohren nach „oben“ auf, der am Meridian reichte „höher“; am rechten Rand schien´s mir etwas dunkler zu sein, als Callisto es eh ist. Dazu entstand nur eine nicht „ausgemalte“ Umrissskizze:

Kallisto vom 02.02.20250004.jpg


Das Ganze war schneller erfasst, als bei meinen 2020 meine ersten Merküren in Dichotomie, für die ich 15-20min brauchte, um gefühlte 180 Seheindrücke/Minute eines schwabbeligen Merkur anzuschauen und um in 3-5 Momenten übereinstimmende Bilder im Kopf zusammen zu „stacken“, dann 3 dunkle und ein helles Gebiet zu skizzieren und die Beobachtung zur Sicherheit mir noch mal bestätigen ließ, ehe der abendliche Merkur ausschließlich verschwabbelte.

Auch damals ging ich zunächst nicht davon aus, dass die Seheindrücke dem Vergleich mit Karten standhielten. – aber „Pustekuchen. Mittlerweile habe ich schon mal zwei der Herner Vereinsmitglieder beim Merkur gucken mit hinzugenommen.

Da es in den Sternwarten Herne und Medebach kein Internet gibt und ich bewusst kein Smartphone oder ein anderes mobiles internetfähiges Gerät betreibe, weil ich meine Astronomie eher nach einer Art experimenteller Archäologie betreibe, eilte ich die 300m nach Hause, um mir (wie immer erst) nachträglich in Stellarium für die Beobachtungszeit die (wohlgemerkt ebenfalls vertikal gespiegelten) Mondansichten anzeigen zu lassen.

Und die sahen für Ganymed so….

JPG-Ganymed 2225.jpg


…und für Callisto so aus.

JPG-Kallisto 2225.jpg


Es scheint an Jupitermonden also etwas zu gehen, wie die alten Hasen prognostiziert hatten, nur dass am letzten Sonntagabend bei dem sensationellen Planeten-Wetter sogar nur 6“ dafür gereicht haben.



Auch falls ihr mich nun gerne in die „Klappse“ einweisen lassen möchtet, meldet euch getrost!

CS.

Hubertus"

PS.: Nun warte ich mal getrost ab, in welchem Forum man mich gleich für bekloppter hält.
 
Lieber Hubertus,

ein herzliches Hallo in diesem Forum! Und Danke für diesen schön geschriebenen, faszinierenden ersten Beitrag! Besonders gefallen hat mir Dein Konzept der "experimentellen Archäologie". Sowie, in ähnlichem Sinne, dass Du den Schattenaustritt von Ganymed nicht mit Planetariumssoftware vorweggenommen hast, sondern Dich und Deine Gäste hast überraschen lassen. Das sind doch die tollsten Momente.

Ganz wunderbar, Deine Ganymed und Callisto Skizzen. Die Kerle messen ca. 1,5 Bogensekunden. Warum also nicht bei 460x großflächige Albedo-Strukturen erkennen, die deutlich innerhalb der Auflösungsgrenze der Optik liegen, wenn die Atmosphäre mal mitspielt?

Ich weiß aus der Doppelsternbeobachtung, dass unter den richtigen Bedingungen am richtigen Objekt die unglücklich formulierte "Übervergrößerung" durchaus gewinnbringend sein kann. Zudem sehe ich am flächenhellen Mars zuweilen Strukturen, deren Winkelgröße unterhalb der Grenze der besten Doppelsterntrennung liegt, die mit dem jeweiligen Teleskop zu erwarten wäre - will sagen, dass bei Albedostrukturen ein 6Zöller nicht auf die ca. 0,9" Auflösung beschränkt bleiben muß, die ich für Doppelsterne erwarten würde.

Sage mal, diesen antiquarischen Albedo-Atlas: kannst du den Titel nennen? Den will ich aufstöbern!

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo Christopher,

unterhalb der Auflösungsgrenze war sich bei mir mal Nodus Alcionus auf einem Mars mit 11,9" Durchmesser.

Jetzt gehts mir wie "Catwizel": Wie geht denn der Konversations-Trick"? (wenn ich den Titel hier schreibe, dann sind womöglich bei Wilsberg oder allen Online-Antiquariaten die Dinger gleich aufgekauft. Ich liege schon verrotzt im Bett und das Werk liegt im Auto, ich sende dir Titel und Hgg. alsbald.
Kennen wir uns evtl. aus dem blauen Nachbarforum im Zusammenhang mit Venus-Beobachtungen? Dann wärest du einer der Mitherausgeber des "Atlas für Kurzentschlossene".

CS.
Hubertus

PS.: Steht ja unten bei dir. Du bist Christopher Hay
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hubertus,

zunächst wünsche ich gute Genesung! Was wir uns so alles zumuten für unser Hobby ... doch bin ich davon überzeugt, dass Frieren irgendwie gut ist ... wahrscheinlich bricht hier meine britische-schottische Prägung durch. Ich liebe kaum etwas mehr als einen bestimmten, ganz feinen Nieselregen. Dicht gefolgt von einem Teleskop, an dem der Tau hörbar abtropft.

Und Catweazle. Was mich zum Konversations-Trick bringt: auf mein Profilbild klicken, dort auf "Unterhaltung senden". Wenn's einer hat, dann der Wilsberg, sofern Münster existiert. Weder für die Existenz Münsters noch Bielefelds liegen mir stichhaltige Beweise vor.

Und ja, ich hatte die Ehre und Freude, den Beobachteratlas für Kurzentschlossene BAfK mit Rene Merting zu schreiben. Wobei ich Rene gerne die Ehre der Position des Initiators und Leitautors zugestehe, so wie ich ihm damals die Mühsalen des Layouts und des Versands dankbar überließ. Die zweite Druckauflage des BAfK war 2020 sofort ausverkauft, er ist aber als PDF kostenlos über den Link in meiner Signatur zu haben.

Beste Grüße, Christopher

PS: Ich schrieb mal was über die Nutzung eines grünen Linienfilters für die Venusbeobachtung. Das war jedoch hier, wenn ich mich recht entsinne. Den Bericht habe ich auf der Website der Freunde der Nacht verewigt (jedenfalls bis das Internetz zerbröselt oder unser Vertrag mit dem Provider endet; nicht einmal Catweazle weiß, was zuerst passiert).
 
Hallo Hubertus,

ich habe diese Albedostruktur bereits zweimal an Ganymed wahrgenommen. Ich war mir zunächst auch seeeehr unsicher, ob es sich dabei eher um Einbildung oder um atmosphärische Störungen handeln könnte. Es war für mich eine ungleichmäßige Oberflächenhelligkeit wahrzunehmen. Ein Blick in SkySafari hatte diesen Eindruck und die korrekte Position der dunkleren Gebiete dann aber bestätigt. Wie auch immer… Beobachtet hatte ich bei gutem Seeing aber lediglich mit einem 130mm APO, besonders daran ist sein Fluorit Objektiv (2-Linser). Vielleicht hat dieses die Sichtung begünstigt. Vergrößerung lag bei 270fach mit Bino.
Grüße Holger
 
Hallo Holger,

270x bei 130mm Offnung liegen noch kaum unter 0,5mm AP; mit 0,3mm AP wär´s vielleicht auch noch besser gewesen. Im Nachbarforum will sich jetzt jemand alsbald kurzbrennweitigere Okus für seinen Doppel-Dobson zulegen.

CS.

Hubertus
 
Ja, man kann da sicher auch probieren. Das Seeing ist halt ein entscheidender Punkt. Zusätzlich muss man sich natürlich auch bewusst sein, so etwas überhaupt beobachten zu können. Obgleich es zu mindest mit 130mm Öffnung an der Grenze der Wahrnehmung ist. Gruß
 
Lieber Hubertus,

wenn ich deine Berichte lese und am Stammtisch höre, bekomme ich immer große Lust auf die nächste Beobachtungsnacht...und auf größere Öffnungen 😅. Wie immer tolle Zeichnungen und ein unterhaltsamer Bericht!

Im Bochumer Süden war das Seeing in den vier klaren Nächten sehr wechselhaft. Es tat sehr gut mal wieder raus zu kommen, auch wenn es trotz Gefrierhaus-Arbeitskleidung sehr kalt war...

Liebe Grüße und schreib weiter so schöne Berichte,

Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hubertus,

ich halte deine beobachteten Details auf Ganymed und Kallisto für plausibel.
Ich habe vor Jahren ähnliche visuelle Beobachtungen gemacht. An Ganymed mit 24"Dobson und an Kallisto mit 18" Dobson, jeweils unter exzellenten Bedingungen.

CS Mike
 
Lieben Dank, Mike,

du hattest dabei jeweils ein 3-4fach größeres Instrument eingesetzt, während ich am Sonntag mit 6", wenn auch un-obstruierter Optik beobachtet habe. Da ist man selbst erst ungläubig. Vermutlich gab´s bei dir noch mehr Details!?
Interessant an deinen Beobachtungen finde ich, dass du für Ganymed ein größeres Instrument als für Callisto benutzt hattest. Obwohl Callisto etwas kleiner ist, gelang mir die Beobachtung schneller und leichter. Sie liefert bei hellen Albedostrukturen halt einen besseren Kontrast mit ihrer dunklen Oberfläche.

CS. Hubertus
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun Hubertus, entscheidend ist in erster Linie die Luftruhe, dann welche Seite des Mondes gerade sichtbar ist, die Qualität der Optik, die Erfahrung des Beobachters, auch die Tranparenz kann wichtig sein. Durchmesser der Optik muss halt groß genug sein ist aber nicht allein entscheidend.
Ich mache auch hochaufgelöste Fotos der Monde, da ist am ehesten am Livebild bei Kallisto etwas zu erkennen, da sie die größten Kontraste aufweist( sehr helle Krater auf sehr dunklem Grund). Bei Ganymed hat man visuell im Fernrohr Chancen des sehr ausgedehnte dunkle Galileo Regio, als dunkle Stelle wahrzunehmen.
Hier zwei Karten von mir:


C30.png

R27.jpg

CS Mike
 
Hallo Mike,

Dank für deine Mondkarten mit Nomenklatura: Ich hatte auf Callisto "Walhalla" auf dem Schirm gehabt, wie ich mittlerweile weiß, aber die Gegend um "Asgard/Utgard" scheint ja noch machtvoller zu sein, wenngleich auch etwas mehr abseits des Äquators. Ich halte die Augen mal offen!!!
Andererseits wird deren Beobachtung jetzt natürlich nicht mehr so "jungfräulich" unvorbereitet sein können.

CS.

Hubertus
 
Hallo Hubertus, solange du nicht vorher nachschaust, welche Region gerade zu sehen ist, bleibt der Mond für dich ja immer noch jungfräulich, das mach bei Schärfen meiner Mondfotos auch so.( Achtung, S oben bei den Fotos, N oben bei den Karten)
Größte Chancen hast du bei Valhalla, Asgard, Lofn, Adlinda. Und bei Ganymed bei Galileo Regio( Links unten auf dem Foto)
2024-10-12-0031_8-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30_2.jpg
2023-09-07-0247_8-U-R_lapl5_ap1_Drizzle30.jpg

CS Mike
 
Ich hab die abgespeichert ohne groß zu gucken. Eigentlich wollte ich erst bei dir nachfragen, ob du solche Karten auch für Europa und Io hast, sobald ich auch an ihnen etwas gesehen habe. Aber ich konnte eben der Versuchung halbwegs widerstehen, reinzugucken.

CS.

Hubertus
 
Von Io habe ich auch eine Karte, bei der extrem schwierigen Europa bin ich noch beim Fotografieren.
Aber du brauchst dir bei beiden kein Hoffnung zu machen, visuell etwas zu erkennen. Beide sind viel kleiner als die zwei anderen Monde und bei Europa gibt es nur ganz schwache Kontraste.
CS
2024-10-30-0034_8-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30_2.jpg
2024-12-30-2024_3-RGB_lapl5_ap2_Drizzle302.jpg
Io45.png
 
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Danke, Mike,

ich hab auch gar nicht wirklich draufgeguckt!!"
An Io ist mir vor ein paar Jahren mit einem 5"er zumindest schon ein Farbwechsel aufgefallen, wenn sie sich auf Jupiter zubewegt, jedoch ehe sie sich vor ihn schiebt. Sie erscheint für einige Stunden fast ebenso weiß wie Europa und man kann sie dann nur an ihrem winzig größeren Scheibchen von Europe unterscheiden.

CS.
Hubertus
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wird ja immer interessanter!

Wer hat die Benennungen auf den Monden geprägt? Sie lesen sich wie germanisch-nordische Mythologie (Kallisto), mesopotamisch-altägyptische Mythologie und Städtenamen (Ganymed), sowie mythologische Figuren aus weitere Kulturkreise (Io; konnte dort Georgisch und Hindu erkennen).

Die mesopotamisch-altägyptischen Namen finde ich besonders charmant. Ich beschäftige mich recht intensiv mit jenen Geschichtsepochen, teils weil viele unserer Sternbilder mesopotamischen Ursprungs sind, und teils weil ich in meiner Jugend Archäologe werden wollte. So kann ich im Alter jenen Neigungen endlich nachgehen. Wenn man sich damit beschäftigt, bedeutet es auch eine Beschäftigung mit den frühesten Schriften, da muß das alte Ägypten mit. Ich kann mich nicht recht entscheiden, ob ich Keilschrift oder Hieroglpyhen lernen soll. Was mich abhält ist, dass ich mit niemandem in Korrespondenz treten könnte. Traurig, das ;)

Gruß, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke, Mike,

ich hab auch gar nicht wirklich draufgeguckt!!"
An Io ist mir vor ein paar Jahren mit einem 5"er zumindest schon ein Farbwechsel aufgefallen, wenn sie sich auf Jupiter zubewegt, jedoch ehe sie sich vor ihn schiebt. Sie erscheint für einige Stunden fast ebenso weiß wie Europa und man kann sie dann nur an ihrem winzig größeren Scheibchen von Europe unterscheiden.

CS.
Hubertus
Nun Hubertus, das wird dann das Gebiet Bosphorus Regio zusammen mit Colchis Regio sein, die Formen zusammen den hellsten Teil auf Io und es passt auch von der Stellung her, die du beschreibst.
CS Mike
 
Hallo Mike,

es wird dir sicher bekannt sein, wie schön die Lichterscheinungen der Monde und dieser Lichtwechsel bei Io zur griechischen Mythologie passt:
Vor dem Hintergrund patriarchalischer Gesellschaften ist nicht verwunderlich, dass der größte und hellste Mond dem Knaben Ganymed gewidmet wurde.
Die drei Mädels-Monde passen ja auch recht gut, wenn man sich mal erinnert, dass Callisto von der eifersichtigen Hera in eine braune Bärin verwandelt wurde.
Damit dies Schicksal Io erspart würde, verwandelte Jupiter die Io in eine weiße Kuh, um seine Redevous mit Io vor Hera zu verschleiern.
Einzig weshalb die weiße Europa ihren Namen hat, da ja Jupiter zum weißen Stier wurde (so wie auf dem Tizian-Gemälde zum Thema) oder sie die "europäische" Gespielein war, obwohl sie ja aus dem kleinasiatischen Phönizien entführt wurde, ist mir allerdings nicht ganz klar.
Ich wundere mich dennoch, wie Simon Marius 1615 (nur 6 Jahre nach der Entdeckung der Monde) schon so passende Namensvorschläge machen konnte. Die werden doch mit ihren simplen Chromaten-Röhren etwa nicht schon ...

Früher wurde offenbar sehr intensiv geguckt. Andere Möglichkeiten gab es eh noch nicht.

CS.
Hubertus
 
Das wird ja immer interessanter!

Wer hat die Benennungen auf den Monden geprägt? Sie lesen sich wie germanisch-nordische Mythologie (Kallisto), mesopotamisch-altägyptische Mythologie und Städtenamen (Ganymed), sowie mythologische Figuren aus weitere Kulturkreise (Io; konnte dort Georgisch und Hindu erkennen).

Die mesopotamisch-altägyptischen Namen finde ich besonders charmant. Ich beschäftige mich recht intensiv mit jenen Geschichtsepochen, teils weil viele unserer Sternbilder mesopotamischen Ursprungs sind, und teils weil ich in meiner Jugend Archäologe werden wollte. So kann ich im Alter jenen Neigungen endlich nachgehen. Wenn man sich damit beschäftigt, bedeutet es auch eine Beschäftigung mit den frühesten Schriften, da muß das alte Ägypten mit. Ich kann mich nicht recht entscheiden, ob ich Keilschrift oder Hieroglpyhen lernen soll. Was mich abhält ist, dass ich mit niemandem in Korrespondenz treten könnte. Traurig, das ;)

Gruß, Christopher
Hallo Christopher,

Zur Herkunft der Namen auf den Oberflächen der Monde und Planeten habe ich hier einen guten Link:
CS Mike
 
Hallo Hubertus,
dass Hera auf Kallisto eifersüchtig war, kann ich verstehen, Kallisto bedeutet "Die Schönste".
Kallisto ist somit zweimal am Himmel zu finden. Einmal als Sternbild und einmal als Mond.
CS Mike
 
How, Mike,

herzlichen Dank, dass du uns Europa hier noch nachgeliefert hast, wenn ich auch nicht damit rechne, dass ich was eigenes zum Vergleichen werde heranzuziehen kriege.
Der Christopher hat mich auf seinen Beitrag zu seiner Ganymed hingewiesen, den ich letztens auch mal wieder visuell angepeilt und gezeichnet hatte. Kommt noch heute was von mir drüben.

CS. Hubertus
 
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