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Hallo,
an dieser Stelle folgt nach einiger Wartezeit der zweite Teil meines Himmelsstreifzuges vom Faschingsdienstag.
- Instrument:
Dobson Skywatcher 200/1000
- Okulare:
Das 20mm (50-fach), 10mm (100-fach), 6,5mm (154-fach) und das 4mm (250-fach?) Okular vom Lidlscope waren mit von der Partie.
- Objekte der Beobachtungsnacht:
Saturn
NGC 2068, M78 mit NGC 2067
NGC 1976, M42 (Orionnebel) mit NGC 1982, M43
C/2004 Q2 Machholz
NGC 869 inklusive NGC 884 (h und chi Persei)
NGC 281 (Pacman-Nebel) mit IC 1590
Ich wünsche viel Spaß mit meinem zweiten Bericht vom 08. Februar 2005.
Als die ARD zur Tagesschau gongte war ich gerade auf dem Weg nach draußen.
Wie schon mehrmals erwähnt war das Wetter an diesem Tag einfach klasse. Rein gar nichts trübte den Himmel und so dämmerte der Abend und die Nacht brach herein.
Über eine geschlagene Stunde Saturn
Ihr habt richtig gelesen. Eher kam ich nicht weg. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Zuerst nahm ich also den Ringplaneten in Beschlag. Vorher hatte ich mir im Internet die Stellungen der hellen Monde angesehen. Japetus war wieder mal ziemlich weit im Abseits. Den knöpfe ich mir ein anderes Mal vor.
In den ersten 15 Minuten schoß ich das Magazin bestehend aus den vier Okularen leer. Zuerst mit dem 20er Titan und Rhea gecheckt. Mit dem 10mm trat die Cassini-Teilung sehr deutlich hervor und Tethys tauchte auf. In dem gleichen Abstand von der Ringkante sollte auf der gegenüberliegenden Seite Dione zu sehen sein, aber nichts da.
Besonders schön war natürlich auch die Cassini-Teilung. Ein schwarzes Band durchzog die hellen Henkel von Saturn. Ansonsten sieht man die Teilung gut auf der breiten Ringseite, doch heute konnte ich sie fast bis zur Planetenscheibe ausmachen. Das gleiche Spiel bei dem Ringabschnitt, der sich im Vordergrund befindet.
Was heißt eigentlich umlaufend? Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Cassini-Teilung auch im Ring vor dem Planeten gesehen habe. Das sieht doch ziemlich schmal an dieser Stelle aus.
Nach einem wiederholten prüfenden Blick ins Netz begab ich mich wieder auf die Suche nach Dione. Da war doch was! Nicht viel mehr als einen Augenblick funkelte doch da was, was nur Dione sein konnte. Die Uhr zeigte 20:25 MEZ. Das 6,5mm Plössl lieferte leider keine Besserung und sogar Tethys und Rhea schienen nicht mehr deutlich im Okular.
So griff ich wieder auf das 10er zurück und lag noch über eine halbe Stunde auf der Lauer. Tethys war ein knackscharfer bzw. nadelfeiner Punkt in der Nähe der Ringkante. Tethys (10,1mag) konnte ich immer wieder schnell ausmachen, aber Dione (10,2mag) bereitete mir Probleme und ich brauchte richtig Geduld.
Zusammenfassend zur Saturnbeobachtung kann ich aber sagen, dass ich für ein etwa eine handvoll kurzer Augenblicke Dione durchschimmern sah und für wenige Sekunden halten konnte. Zum Schluß schaffte ich es doch noch, alle vier Monde auf einmal zu erblicken.
Titan, Rhea, Tethys und Dione strahlten zusammen bei 100-facher Vergrößerung im Super Kellner. Und so verging die Stunde wirklich wie im Flug.
NGC 2068, M78 mit NGC 2067
Ohne einen Blick in ein schlaues Büchlein konnte ich M78 binnen kürzester Zeit ausfindig machen. Aber irgendwie kam mir der Nebel nun noch kleiner vor, als vor drei Tagen bei meiner ersten Sichtung dieses Nebelkomplexes. Kurz gesagt: Unspektakulär
Beim nächsten Mal werde ich doch mal spezielle Software aufsuchen, damit ich den korrekten Anblick mir zumindest vorstellen kann. Anhand von umliegenden Sternen kann ich mir die Ausdehnung des Nebels ausmalen. Im Dobson sieht mir der Bursche reichlich klein aus.
NGC 1976, M42 (Orionnebel) mit NGC 1982, M43
So wanderte ich zwischen M78 und dem Orionnebel hin und her. In dem Maße wie ich von der Ausdehnung von M42 überrascht war, muss meine letzte Beobachtung auch schon ein Weilchen zurückliegen. Wirklich beeindruckend und das immer wieder.
Die mächtigen grauen Schwingen und dann das helle Nest der Trapez-Sterne mit dem vorgelagerten diffusen M43. Dazu muss man sich auch noch die Ausdehnung des unsichtbaren Wasserstoffs ins Gedächtnis rufen. Da fällt man fast vom Gartenstuhl. So hoch ich aber an dem Abend vergrößerte, ich konnte zwischen den vier Trapez-Sternen keine anderen Mitglieder entdecken.
Aber die Totale war einfach 'ne Wucht. Meine letzte Sichtung muss wirklich schon etwas her sein. Und irgendwann rücke ich dem Orionnebel auch noch mit Bleistift und Papier auf den Pelz und vergleiche sie dann mit meiner ersten Zeichnung (wenn man es so nennen will) von dieser Region. Die habe ich als eine meiner ersten DeepSky-Zeichnungen überhaupt mit schwarzen, roten und orangenen Faserstiften angefertigt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Das waren noch Zeiten. Ein anderes helles Objekt in dieser Preisklasse kennt man ja in der Anfangszeit noch nicht. Die hat bestimmt schon 7 oder 8 Jahre auf dem Buckel und verschimmelt in meinem Archiv. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
C/2004 Q2 Machholz
Auf gut Glück durchforstete ich den Himmel oberhalb von epsilon Cassiopeiae auf der Suche nach Machholz. Im Januar hatte ich ihn nur mit dem Fernglas beobachtet und nun war es endlich Zeit den Dobson darauf auszurichten. Ich wusste nur ungefähr wo ich ansetzen musste, denn zwei Nächte zuvor konnte ich ihn in einem f/6 8" Skywatcher eines Sternfreundes vom KBA beobachten.
Nun wandelte sich der Sucher zum Finder und der Komet schien hell im Okular. Er befand sich etwas oberhalb der Linie aus iota und 50 Cassiopeiae. Mit bloßen Augen war aber freilich nichts mehr drin. Und wenn, dann nicht unter diesen Bedingungen im heimischen Garten.
Nach diesem Blick auf Machholz' noch großräumige Koma überlegte ich, was ich als nächstes anfahren könnte. Durch die vielen tollen Bilder der letzten Tage beeindruckt, sollte es NGC 2359 (Thors Helm) oder NGC 281 (Pacman-Nebel) werden. Ich entschied mich für NGC 281, da die Region um Canis Major jedenfalls für mich noch nicht aufgegangen war. Sonst hätte ich mich längst nochmal tief beeindruckt von M46 mit seinem Planetarischen Nebel gezeigt.
NGC 869 inklusive NGC 884 (h und chi Persei)
Doch zuvor huschte ich noch am berühmten Doppelsternhaufen im nördlichen Perseus vorbei. Im 20mm Kellner erschienen noch zusammen beide Zentren und das 1,2° Gesichtsfeld war übersät von vielen kleinen hellen und (scheinbar) nicht so leuchtkräftigen Glühwürmchen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ein toller Anblick. Auch für die, die Offene Sternhaufen, neben Doppelsternen, aus der Beobachtung ausklammern. H und chi Persei ist auf jeden Fall immer einen Blick wert.
NGC 281 (Pacman-Nebel) ...
Wie gesagt hatte ich mich für NGC 281 entschieden, da er von meiner Warte aus gut zu erreichen war und wie sich herausstellen sollte, ist dieser Nebel ein ideales Starhopping-Objekt. Unweit von alpha und eta Cassiopeiae befindet er sich und schnell fand ich das richtige Sternenfeld im Okular.
Das Gesehene deckte ich mit der Software auf dem Rechner ab und so war ich am richtigen Fleck. Doch wo war der versprochene graue Nebel? Nicht die geringste Aufhellung des Gasnebels war erkennbar. Ich hätte genauso gut im Nirgendwo sein können, doch ich war beim richtigen Stern gelandet, wie ein letzter Abgleich zeigte.
... mit IC 1590
Der richtige Stern ist in diesem Fall HD 5005, der mit den umgebenden Sonnen den Sternhaufen IC 1590 bildet. Bisher sind wohl 63 identifizierte Mitglieder (eine andere gibt 45 an) des Haufens bekannt, aber die meisten haben eine scheinbare Helligkeit von nur 13mag und schwächer. Die Entfernung des Haufens wird mit 2,94 +/- 0,15 Kiloparsec angegeben und er ist ungefähr 3,5 Millionen Jahre alt.
HD 5005 dürfte mit seiner Spektralklasse von O5,5 der Hauptenergielieferant für den leuchtenden Pacman-Nebel sein und es handelt sich wohl dabei um ein Vierfachsystem, was gerne mit dem Orion-Trapez verglichen wird. Eine Komponente befindet sich in 4 Bogensekunden Abstand.
Hier werde ich um einen entsprechenden Filter nicht herumkommen. Mit dem angepeilten HD 5005 konnte ich mir anhand von Fotos also nur vorstellen, wo das Staubband den Emissionsnebel verdeckt und die dunklen Bok Globulen umherschwirren. Die größte befindet sich ja in unmittelbarer Nähe zum hellen Zentralstern von IC 1590.
Für ca. eine halbe Stunde war ich insgesamt mit Pacman beschäftigt.
Wolken!!
Zur Abwechslung nahm ich mal mein Auge vom Okular und erhob meinen Blick. Was war das über mir für ein Streifen? Die Sicht gen Westen zeigte es überdeutlich: Wolken!
Ich möchte mal wissen, wo die so schnell wieder hergekommen sind. Fast das halbe Himmelszelt war schon bedeckt. Der ganze Tag war sowas von wolkenfrei gewesen (siehe erste Tageshälfte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />), dass ich regelrecht von den aufziehenden Wolken überrannt wurde und es nicht fassen konnte.
Die Wolken haben nur 10 Minuten gebraucht, um den kompletten Himmel zu verhüllen und ich stand wieder im Dunkeln. Es waren 5 oder 10 Minuten vor Mitternacht. An Wolkenlücken oder gar eine Auflockerung war nicht mehr zu denken und so verzog ich mich mit meinem Gepäck wieder in die häuslichen Räumlichkeiten.
Alles in allem
Die Suche nach Dione (das war sie eindeutig) und NGC 281 (wo ist denn da was diffuses?) würde ich als Highlight nennen. Dicht gefolgt von meiner "Wiederentdeckung" vom Orionnebel.
Prächtig!
Das war ein gelungener Abschied eines absolut herrlichen Beobachtungstages bzw. einer kurzen aber feinen Beobachtungsnacht. Ein schönes Ende eines wolkenfreien Tages im Februar.
Anscheinend handelt es sich dabei eher um den Anfang einer langen Durststrecke. Seit dieser Neumondnacht gab es keine klare Gelegenheit mehr nachts die Sterne aufzusuchen. In der Zwischenzeit sah ich zweimal den Mond hinter dichte Wolken glänzen und mittlerweile haben wir auch schon wieder einen Dreiviertelmond am Himmel hängen.
Obendrein hat es heute Abend auch noch zu schneien angefangen. In diesem Sinne:
Bis dann und klaren Himmel
Gruß - Nico
P.S. Hier ist nochmal der Link zum Bericht der ersten Tageshälfte: Faschingsdienstagssonne mit allem was dazu gehört
an dieser Stelle folgt nach einiger Wartezeit der zweite Teil meines Himmelsstreifzuges vom Faschingsdienstag.
- Instrument:
Dobson Skywatcher 200/1000
- Okulare:
Das 20mm (50-fach), 10mm (100-fach), 6,5mm (154-fach) und das 4mm (250-fach?) Okular vom Lidlscope waren mit von der Partie.
- Objekte der Beobachtungsnacht:
Saturn
NGC 2068, M78 mit NGC 2067
NGC 1976, M42 (Orionnebel) mit NGC 1982, M43
C/2004 Q2 Machholz
NGC 869 inklusive NGC 884 (h und chi Persei)
NGC 281 (Pacman-Nebel) mit IC 1590
Ich wünsche viel Spaß mit meinem zweiten Bericht vom 08. Februar 2005.
Als die ARD zur Tagesschau gongte war ich gerade auf dem Weg nach draußen.
Wie schon mehrmals erwähnt war das Wetter an diesem Tag einfach klasse. Rein gar nichts trübte den Himmel und so dämmerte der Abend und die Nacht brach herein.
Über eine geschlagene Stunde Saturn
Ihr habt richtig gelesen. Eher kam ich nicht weg. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Zuerst nahm ich also den Ringplaneten in Beschlag. Vorher hatte ich mir im Internet die Stellungen der hellen Monde angesehen. Japetus war wieder mal ziemlich weit im Abseits. Den knöpfe ich mir ein anderes Mal vor.
In den ersten 15 Minuten schoß ich das Magazin bestehend aus den vier Okularen leer. Zuerst mit dem 20er Titan und Rhea gecheckt. Mit dem 10mm trat die Cassini-Teilung sehr deutlich hervor und Tethys tauchte auf. In dem gleichen Abstand von der Ringkante sollte auf der gegenüberliegenden Seite Dione zu sehen sein, aber nichts da.
Besonders schön war natürlich auch die Cassini-Teilung. Ein schwarzes Band durchzog die hellen Henkel von Saturn. Ansonsten sieht man die Teilung gut auf der breiten Ringseite, doch heute konnte ich sie fast bis zur Planetenscheibe ausmachen. Das gleiche Spiel bei dem Ringabschnitt, der sich im Vordergrund befindet.
Was heißt eigentlich umlaufend? Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Cassini-Teilung auch im Ring vor dem Planeten gesehen habe. Das sieht doch ziemlich schmal an dieser Stelle aus.
Nach einem wiederholten prüfenden Blick ins Netz begab ich mich wieder auf die Suche nach Dione. Da war doch was! Nicht viel mehr als einen Augenblick funkelte doch da was, was nur Dione sein konnte. Die Uhr zeigte 20:25 MEZ. Das 6,5mm Plössl lieferte leider keine Besserung und sogar Tethys und Rhea schienen nicht mehr deutlich im Okular.
So griff ich wieder auf das 10er zurück und lag noch über eine halbe Stunde auf der Lauer. Tethys war ein knackscharfer bzw. nadelfeiner Punkt in der Nähe der Ringkante. Tethys (10,1mag) konnte ich immer wieder schnell ausmachen, aber Dione (10,2mag) bereitete mir Probleme und ich brauchte richtig Geduld.
Zusammenfassend zur Saturnbeobachtung kann ich aber sagen, dass ich für ein etwa eine handvoll kurzer Augenblicke Dione durchschimmern sah und für wenige Sekunden halten konnte. Zum Schluß schaffte ich es doch noch, alle vier Monde auf einmal zu erblicken.
Titan, Rhea, Tethys und Dione strahlten zusammen bei 100-facher Vergrößerung im Super Kellner. Und so verging die Stunde wirklich wie im Flug.
NGC 2068, M78 mit NGC 2067
Ohne einen Blick in ein schlaues Büchlein konnte ich M78 binnen kürzester Zeit ausfindig machen. Aber irgendwie kam mir der Nebel nun noch kleiner vor, als vor drei Tagen bei meiner ersten Sichtung dieses Nebelkomplexes. Kurz gesagt: Unspektakulär
Beim nächsten Mal werde ich doch mal spezielle Software aufsuchen, damit ich den korrekten Anblick mir zumindest vorstellen kann. Anhand von umliegenden Sternen kann ich mir die Ausdehnung des Nebels ausmalen. Im Dobson sieht mir der Bursche reichlich klein aus.
NGC 1976, M42 (Orionnebel) mit NGC 1982, M43
So wanderte ich zwischen M78 und dem Orionnebel hin und her. In dem Maße wie ich von der Ausdehnung von M42 überrascht war, muss meine letzte Beobachtung auch schon ein Weilchen zurückliegen. Wirklich beeindruckend und das immer wieder.
Die mächtigen grauen Schwingen und dann das helle Nest der Trapez-Sterne mit dem vorgelagerten diffusen M43. Dazu muss man sich auch noch die Ausdehnung des unsichtbaren Wasserstoffs ins Gedächtnis rufen. Da fällt man fast vom Gartenstuhl. So hoch ich aber an dem Abend vergrößerte, ich konnte zwischen den vier Trapez-Sternen keine anderen Mitglieder entdecken.
Aber die Totale war einfach 'ne Wucht. Meine letzte Sichtung muss wirklich schon etwas her sein. Und irgendwann rücke ich dem Orionnebel auch noch mit Bleistift und Papier auf den Pelz und vergleiche sie dann mit meiner ersten Zeichnung (wenn man es so nennen will) von dieser Region. Die habe ich als eine meiner ersten DeepSky-Zeichnungen überhaupt mit schwarzen, roten und orangenen Faserstiften angefertigt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Das waren noch Zeiten. Ein anderes helles Objekt in dieser Preisklasse kennt man ja in der Anfangszeit noch nicht. Die hat bestimmt schon 7 oder 8 Jahre auf dem Buckel und verschimmelt in meinem Archiv. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
C/2004 Q2 Machholz
Auf gut Glück durchforstete ich den Himmel oberhalb von epsilon Cassiopeiae auf der Suche nach Machholz. Im Januar hatte ich ihn nur mit dem Fernglas beobachtet und nun war es endlich Zeit den Dobson darauf auszurichten. Ich wusste nur ungefähr wo ich ansetzen musste, denn zwei Nächte zuvor konnte ich ihn in einem f/6 8" Skywatcher eines Sternfreundes vom KBA beobachten.
Nun wandelte sich der Sucher zum Finder und der Komet schien hell im Okular. Er befand sich etwas oberhalb der Linie aus iota und 50 Cassiopeiae. Mit bloßen Augen war aber freilich nichts mehr drin. Und wenn, dann nicht unter diesen Bedingungen im heimischen Garten.
Nach diesem Blick auf Machholz' noch großräumige Koma überlegte ich, was ich als nächstes anfahren könnte. Durch die vielen tollen Bilder der letzten Tage beeindruckt, sollte es NGC 2359 (Thors Helm) oder NGC 281 (Pacman-Nebel) werden. Ich entschied mich für NGC 281, da die Region um Canis Major jedenfalls für mich noch nicht aufgegangen war. Sonst hätte ich mich längst nochmal tief beeindruckt von M46 mit seinem Planetarischen Nebel gezeigt.
NGC 869 inklusive NGC 884 (h und chi Persei)
Doch zuvor huschte ich noch am berühmten Doppelsternhaufen im nördlichen Perseus vorbei. Im 20mm Kellner erschienen noch zusammen beide Zentren und das 1,2° Gesichtsfeld war übersät von vielen kleinen hellen und (scheinbar) nicht so leuchtkräftigen Glühwürmchen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ein toller Anblick. Auch für die, die Offene Sternhaufen, neben Doppelsternen, aus der Beobachtung ausklammern. H und chi Persei ist auf jeden Fall immer einen Blick wert.
NGC 281 (Pacman-Nebel) ...
Wie gesagt hatte ich mich für NGC 281 entschieden, da er von meiner Warte aus gut zu erreichen war und wie sich herausstellen sollte, ist dieser Nebel ein ideales Starhopping-Objekt. Unweit von alpha und eta Cassiopeiae befindet er sich und schnell fand ich das richtige Sternenfeld im Okular.
Das Gesehene deckte ich mit der Software auf dem Rechner ab und so war ich am richtigen Fleck. Doch wo war der versprochene graue Nebel? Nicht die geringste Aufhellung des Gasnebels war erkennbar. Ich hätte genauso gut im Nirgendwo sein können, doch ich war beim richtigen Stern gelandet, wie ein letzter Abgleich zeigte.
... mit IC 1590
Der richtige Stern ist in diesem Fall HD 5005, der mit den umgebenden Sonnen den Sternhaufen IC 1590 bildet. Bisher sind wohl 63 identifizierte Mitglieder (eine andere gibt 45 an) des Haufens bekannt, aber die meisten haben eine scheinbare Helligkeit von nur 13mag und schwächer. Die Entfernung des Haufens wird mit 2,94 +/- 0,15 Kiloparsec angegeben und er ist ungefähr 3,5 Millionen Jahre alt.
HD 5005 dürfte mit seiner Spektralklasse von O5,5 der Hauptenergielieferant für den leuchtenden Pacman-Nebel sein und es handelt sich wohl dabei um ein Vierfachsystem, was gerne mit dem Orion-Trapez verglichen wird. Eine Komponente befindet sich in 4 Bogensekunden Abstand.
Hier werde ich um einen entsprechenden Filter nicht herumkommen. Mit dem angepeilten HD 5005 konnte ich mir anhand von Fotos also nur vorstellen, wo das Staubband den Emissionsnebel verdeckt und die dunklen Bok Globulen umherschwirren. Die größte befindet sich ja in unmittelbarer Nähe zum hellen Zentralstern von IC 1590.
Für ca. eine halbe Stunde war ich insgesamt mit Pacman beschäftigt.
Wolken!!
Zur Abwechslung nahm ich mal mein Auge vom Okular und erhob meinen Blick. Was war das über mir für ein Streifen? Die Sicht gen Westen zeigte es überdeutlich: Wolken!
Ich möchte mal wissen, wo die so schnell wieder hergekommen sind. Fast das halbe Himmelszelt war schon bedeckt. Der ganze Tag war sowas von wolkenfrei gewesen (siehe erste Tageshälfte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />), dass ich regelrecht von den aufziehenden Wolken überrannt wurde und es nicht fassen konnte.
Die Wolken haben nur 10 Minuten gebraucht, um den kompletten Himmel zu verhüllen und ich stand wieder im Dunkeln. Es waren 5 oder 10 Minuten vor Mitternacht. An Wolkenlücken oder gar eine Auflockerung war nicht mehr zu denken und so verzog ich mich mit meinem Gepäck wieder in die häuslichen Räumlichkeiten.
Alles in allem
Die Suche nach Dione (das war sie eindeutig) und NGC 281 (wo ist denn da was diffuses?) würde ich als Highlight nennen. Dicht gefolgt von meiner "Wiederentdeckung" vom Orionnebel.
Prächtig!
Das war ein gelungener Abschied eines absolut herrlichen Beobachtungstages bzw. einer kurzen aber feinen Beobachtungsnacht. Ein schönes Ende eines wolkenfreien Tages im Februar.
Anscheinend handelt es sich dabei eher um den Anfang einer langen Durststrecke. Seit dieser Neumondnacht gab es keine klare Gelegenheit mehr nachts die Sterne aufzusuchen. In der Zwischenzeit sah ich zweimal den Mond hinter dichte Wolken glänzen und mittlerweile haben wir auch schon wieder einen Dreiviertelmond am Himmel hängen.
Obendrein hat es heute Abend auch noch zu schneien angefangen. In diesem Sinne:
Bis dann und klaren Himmel
Gruß - Nico
P.S. Hier ist nochmal der Link zum Bericht der ersten Tageshälfte: Faschingsdienstagssonne mit allem was dazu gehört