Meinung zu Anforderungen/Teleskop?

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Hallo,

nach Fernglas-Beobachtungen kaufe ich jetzt ein erstes Teleskop.

Folgende Aspekte sind mir dabei wichtig:

-> Anfänger, aber Bereitschaft, mich näher mit der Technik zu befassen
-> Beobachtung meist aus der Großstadt heraus (kein direkter Lichteinfall, aber eben Lichtverschmutzung)
-> Teleskop sollte gut zu transportieren sein (Auto), da ab und zu Zugang zu einem Platz mit weniger Lichtverschmutzung besteht
-> Vor allem visuelle Beobachtung, aber Möglichkeit zur Fotografie (später) sollte gegeben sein
-> GoTo sicher angenehm, aber kein Muss
-> Es sollte mehr sichtbar werden als Planeten - also auch Galaxien (z.B. Andromeda, das wäre toll)
-> Montierung: falls ich es richtig verstanden habe, braucht man manchmal den Polarstern zur Einstellung. Da ich nicht sicher bin, ob der immer sichtbar ist von den entsprechenden Orten, wäre es aber besser, notfalls für die Einstellung nicht auf dessen Sichtbarkeit angewiesen zu sein
-> Preis/Qualität allgemein: es muss nicht das billigste Teleskop sein, Qualität wäre mir schon sehr wichtig, ich will mich nicht später über Billig-Schrott ärgern müssen.

Aus verschiedenen Recherchen ist mir jetzt dieses Teleskop aufgefallen:

Skywatcher Evostar 150/1200 EQ-6 Synscan Pro GoTo

Hat jemand vor dem Hintergrund meiner Anforderungen eine Meinung dazu?

Danke!

 
Moin,

ich habe selbst einen 150mm Refraktor (allerdings einen ED Apo) auf einer EQ6.
Für die Beobachtung von Planeten und Deep Sky zu empfehlen. Allerdings wirst du bei höheren Vergrößerungen einen Blausaum sehen. Mit einem entsprechenden Filter aber reduzierbar.
Für transportabel würde ich diese Kombination nicht mehr halten.
Galaxien aus der Stadt heraus kannst du vergessen, aber offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen usw. kein Problem.
Fotografie nur bedingt geeignet.
Die EQ6 läßt sich auch ohne Polarstern einnorden.
 
Moin ErsterLetzter (üblicherweise steht hier dein Vorname),

die EQ6 ist ne klasse Montierung, aber ob das für dich noch als transportabel gilt, ist so eine Sache...

Mit allem Zubehör musst du dir darüber im klaren sein, dass es gut und gerne 60kg sind, die du "schleppen" musst, wobei das schwerste Einzelteil auch schon mal 25kg auf die Waage bringt.

Beim Teleskop ist es so eine Sache, ein einziges für alle Belange gibt´s nicht und 150er Refraktor hat so seine Nachteile. Neben dem Blausaum bei höheren Vergrößerungen zählt bei den "dunkleren" DeepSky-Objekten vor allem eines und das ist Öffnung, je mehr desto besser und da sind 6" nun mal recht wenig. Zum Fotografieren (vor allem am Anfang) sind 1200mm Brennweite auch schon mal ein echtes Wort, die Brennweite will auch erst mal ordentlich geguidet werden und da kommt schnell Frust auf, wenn´s nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, denn gerade am Anfang kämpft man noch mit allerlei anderen Problemen rund um´s Teleskop/Kamera.

Zum Abschluss mal ein Paar Gedanken...

Wenn ich vorwiegend mit dem Auge am Okular die Tiefen des Weltraums erkunden wollte und für einen ausgedehnten "Starwalk" meine Ausrüstung aus der Stadt herausbringen müsste, dann würde ich mich mal bei den Reisedobsons umschauen.

Wenn ich vorwiegend fotografieren wollte, dann sollte auf jeden Fall geklärt sein, was ich fotografieren will und vor allem mit welcher Kamera. Ebenfalls sollte ich mir dann darüber bewusst sein, dass das Fotogeraffel meist schwer ist, ein riesen Loch in den Geldbeutel reißt (das sich auch nicht stopfen lässt, denn es gibt immer was, was man noch "benötigt") und es mit dem reinen Photonensammeln nicht getan ist. Die EBV im Nachgang sollte man auf keinen Fall unterschätzen.


Wenn man entspannt durchs Okular schaut, kann man auch wunderbar eine kleine leichte Reisemontierung mit einer DSLR + Objektiv (kleiner ED APO) nebenbei mitlaufen lassen und lichtet so halt die etwas größeren Felder ab.
Für die Fotografen im Umkehrschluss dann halt neben der Fotomaschine eventuell nen kleinen Dobson (ich nutze meist nur ein Fernglas) zum spechteln, während die Kamera die Photonen sammelt.

Über eines solltest du dir aber unbedingt im Klaren sein, unterschätze auf keinen Fall das Gewicht und somit Geschleppe deiner Ausrüstung. Es wäre extrem schade, gute klare Nächte wegen: "puh, schon wieder das ganze Gelumpe schleppen!" ungenutzt zu lassen.
 
Hallo Fragesteller,

zum Teleskop:
Skywatcher Evostar 150/1200 EQ-6 Synscan Pro GoTo
Teleskop: klares Nein! Montierung: Ja, wenn Du sie transportieren kannst, d.h. kräftig genug dafür bist :).

Eine Montierung wie die EQ6 wird Dich fotografisch unter Verwendung der richtigen Optik nicht enttäuschen. Für Fotografie ist ein kleiner APO oder ein 5" bis 6" Newton so f/5 gut geeignet. Das gilt natürlich nur für DeepSky-Fotografie.

Warum das Nein zu dem genannten Teleskop? Es handelt sich um einen Achromaten, der einen deutlich sichtbaren Farbfehler zeigt. Darüber sollte man sich im Klaren sein! Dieser Fehler ist für Deep Sky Beobachtungen nicht ganz so schlimm, macht sich aber spätestens bei Planeten- und Mondbeobachtungen unangenehm bemerkbar. Man kann mit diesem Teleskop gut beobachten aber aufgrund des Farbfehlers gibt es von meiner Seite aus ein klares Nein zu diesem Teleskop.

Zur Frage: Polarstern Ja oder Nein: Sieht man den Polarstern nicht, dauert das Ausrichten der Polachse auf den Himmelsnordpol entsprechend länger! Es ist aber immer möglich und das sogar OHNE jede Elektronik! Das glaubt man kaum was? :D

Goto etc. ist alles ein Bonus obendrauf, der einem Dinge erleichtern kann. Die Fernrohrelektronik ist aber keineswegs notwendig, um das Teleskop exakt auf den Pol einzustellen. Bei der EQ6 Skyscan gibt es meines Wissens ein Assistenzsystem, das einem die Polausrichtung aber erleichtert. Für eine mobile Schnellausrichtung wäre es aber toll, den Polarstern verwenden zu können, d.h. den Polsucher verwenden zu können. Das spart enorm Zeit!



Beste Grüße,
Christian
 
Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten! Sehr hilfreich!

Es scheint beim:
Skywatcher Evostar 150/1200 EQ-6 Synscan Pro GoTo

also der Transport nicht mehr ganz so einfach zu sein. Dazu noch eine Frage: gibt es denn entsprechende koffer (mit Rollen?)? Also ist "nur" das Gewicht nervig oder nervt es schon deshalb, weil man ein sperriges Teil auf der Schulter zum Auto schleppen muss?

Danke für weitere Meinungen zu diesem Teleskop!
Frank
 
Hallo Frank,

das Gewicht ist das eine, dass das Zeug sperrig ist, das andere. Es gibt natürlich entsprechende Koffer, in denen du das ganze Zeug verstauen kannst, aber mit einem Koffer auf Rollen wirst du nicht auskommen, zum einen wegen der Größe und zum anderen wirst du das Teil nicht mehr heben können. Also müssen schon min. 3 Koffer her, die auch entsprechend Platz brauchen.

Das Beste wäre glaube ich, du schaust dich mal in der Nähe um, ob nicht ein Astrokollege, Verein oder Volkssternwarte in der Nähe ist, wo du so eine Montierung mal begrabbeln kannst. Das ganze ist wird einem erst so richtig klar, wenn das Geraffelte vor einem steht.
 
Ein bisschen leichter (dafür teurer) ist die AZ-EQ6, dazu habe ich mir diesen XCase gekauft, passt perfekt.
Rollen sind wirklich nicht notwendig.

Gruß
Tom
 
Moin!
Ich habe auch einen 6" Achro auf der EQ6. Mit der Monti machst du sicher nichts verkehrt, sie ist die Standardmonti in dieser Preis- und Gewichtsklasse.
Der Achro ist aber schon speziell. Deepsky ist m. E. sehr schön, an Mond ist er mit Filtern visuell zu gebrauchen, an Planeten selbst mit Filtern eben "farbverseucht":
Bildbeispiel Mond
http://www.astrobin.com/full/70784/0/
bzw. Jupiter mit Fehlfarben
http://www.astrobin.com/full/88407/B/
Daswegen würde ich über sein 8"SC von Meade oder Celestron auf einer EQ6 nachdenken. Flächige Deepskyobjekte scheiden ja sowieso bei deinem Himmel aus und du hast für ca. 500€ mehr eine richtig gute Planetenausrüstung. Schade nur, dass die sich in den nächsten Monaten rar machen und auch längerfristig meistens tief im Süden stehen (Mars, Saturn).
Tja, alles nicht so einfach...
Ich habe mir für Planeten übrigens ein 10" Meade SC auf die EQ6 gesattelt, die wohl auch noch ein C11 trägt.
Viele Grüße
Martin
 
Hallo Frank,

da ja hier schon der 8" SC gefallen ist...

Ich nutze selbst einen 8" ACF SC auf einer AZ-EQ6, Mond, Planeten und auch die kleinen DSO sind damit auch fotografisch gut machbar (visuell erst recht), siehe Astrobin-Link in meiner Signatur, ABER:

1. ist das Guiding schon eine echte Herausforderung, die beim Einstieg in die Langzeitbelichtung schon zu viel sein kann und
2. bist du dann bei dem ganzen Geraffel, was du brauchst inkl. PowerTank bei nahezu 80kg!

Ich muss das ganze Zeug nur in den Garten packen, aber bei die Vorstellung das alles ins Auto zu packen, sicher zu verstauen und dann raus aufs Land zu düsen fände ich schon ein wenig abschreckend.
 
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Hallo Frank,

wie sehen denn deine Transportwege aus, wenn du mal ins Dunkle fahren möchtest?

Vom Einfamilienhaus ins Auto, das im Carport nebenan steht oder vom 3. Stock eines Mietshauses zum 150 m entfernt geparkten Auto?

Vom Transportaufwand liegen Welten zwischen diesen beiden Beispielen, dementsprechend solltest du genau drauf achten, was du dir an Gewicht und Sperrigkeit des Equipments antun möchtest.

Ein Teleskop ist nur dann ein gutes Teleskop, wenn es oft genutzt wird und nicht in der Ecke verstaubt.

Wenn du einen längeren Transportweg hast, empfehle ich dir eine azimutale Montierung, z.B. eine Giro III, SkyTee oder Ayo. Hier hat man viel weniger zu transportieren als bei EQ-Montierungen und man ist viel schneller einsatzbereit. Die Bedienung ist wie bei einem Dobson sehr intuitiv. Alternativ kann es natürlich auch ein 6" oder 8" Dobson sein.

Wenn du Erfahrung gesammelt hast, kannst du dir später eine separate Fotoausrüstung (Refraktor + Montierung) kaufen. Dann hättst du auch schon mehr Erfahrung und könntest du Dinge besser beurteilen.

Ich hatte jahrelang einen langen Transportweg zum Auto, nie und nimmer hätte ich da eine EQ6 + Gegengewichte + Teleskop + Zubehör in mehreren Etappen über 3 Stockwerke + 150 Meter geschleppt, nur um mal für einen Abend spechteln aufs Land zu fahren. Die Prämisse war stets, dass ich alles auf einmal in einem Gang tragen konnte.

VG
Hermann
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für die weiteren Kommentare.

Ich werde dann mir das erst mal irgendwo "live" anschauen, um mir ein Bild zu machen. Denn der Transport ist hier für mich die Hauptfrage (wäre bei mir doch ein kleiner Weg zum Auto).

Frank
 
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