Melotte und CdC

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Alex

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Hallo,

Angeregt durch die Artikel in Magellan und interstellarum und durch das Projekt der 200 bzw. 500 Offenen Sternhaufen von Uwe Pilz, habe ich mir einen der vielen OC-Autoren aus dem Lynga-Katalog rausgesucht: meine Wahl fiel auf Melotte. Als ich feststellen musste, dass ich im Internet keine Biographie von ihm finden kann, wurde die Aufgabe besonders reizvoll. (Mittlerweile half mir Wolfgang Steinicke mit einem Link.)
Eine intensive Nachsuche bei den einschlaegigen Datenbanken wies den Katalog als bekannt aus, aber 'not available'. Erst auf Messier45.com wurde ich fuendig. Und erschrak: die wenigen Objekte, die noch mit seinem Namen gefuehrt werden, taeuschen darueber hinweg, dass er im Katalog von 1915 160 Offene Sternhaufen beschrieb.

Für die Einarbeitung in Cartes du Ciel brauche ich, neben den Koordinaten des Haufens, die groesste und kleinste Ausdehnung, seine Flaechenhelligkeit, Winkel und die Ausdehnungseinheit, um den Katalog auf den Sternkarten darzustellen. CdC nimmt, was es kriegt und verweist auch mittels der Koordinaten auf den Ort des Geschehen, nur die Visualisierung scheitert an den fehlenden Daten für die Ausdehnung.

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Warum tragen nur noch wenige Offene Sternhaufen Melottes Namen? Gab es da Erstentdecker, die beruecksichtigt wurden? An anderer Stelle stand, der Katalog von ihm waere 250 Objekte stark?!

Wo bekomme ich die fehlenden Daten?

Wie konnte Patrick Chevalley in Cartes du Ciel die Nebel-Objekte darstellen, wenn die erforderlichen Angaben im verwendeten Lynga-Katalog fehlen?

Ich freue mich ueber jede Antwort. Danke.

Mit freundlichem Gruß aus Aschaffenburg
Alex
 
Hallo Alex,

Vielleicht kann ich Dir bei einigen Fragen zum Katalog von Peter J. Melotte helfen. Die Haufennamen bei den offenen Sternhaufen werden nach der Erstentdeckung bzw. der Erstkatalogisierung vergeben.

Diese Wertigkeit geht nach folgender Hierachie vor:

1. Messier - 2. NGC - 3. IC - 4. Melotte - 5. Collinder...

Daher erscheinen also nur Melotte-Objekte, die keine eigene Messier, NGC oder IC-Nummer haben, als Melotte-Objekte.

Melotte hat daher auch nicht alle seine Objekte selbst entdeckt, sondern lediglich einen Katalog von den, im Jahre 1915 bekannten Sternhaufen erstellt. Aus der Liste von 160 Objekten wurden daher weniger als ein Dutzend Objekte von ihm selbst aufgefunden.

Wie man allerdings an die die fehlenden Daten der 85, nicht in der Messier45.com-Liste aufgeführten Haufen kommt, kann ich Dir leider auch nicht sagen.

Auf jeden Fall ist die Melotte-Liste für Mitteleuropäer keine besonders günstige Liste, da doch recht viele Objekte am Südhimmel positioniert sind.

Clear Skies
Matthias
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www.Serifone.de
 
Hallo Matthias,

vielen Dank. Deine Mail hat mir sehr geholfen: ich werde mir die neun Non-NGC-IC-Haufen anschauen. Was ist mit den Hyaden? Die haben weder eine Messier- noch eine NGC-IC-Nummer; kann ja wohl nicht sein, dass sie erstmals bei Melotte und dann bei Collinder benamt wurden?

Bei dieser kleinen Anzahl ist auch die Konfiguration von CdC einfach.

Mittlerweile fand ich in einer alten interstellarum ein Projekt, das die Beobachtung aller Non-NGC-IC-Haufen zum Inhalt hat, aber nur in Teilen ausgeführt wurde. Und in der neuen is wird das wohl nix mehr werden.

Nochmals vielen Dank, mit freundlichem Gruß
Alex
 
Hallo Alex,

keine Ursache.

Zu den Hyaden - die sind ja schon seit dem Altertum bekannt, wie du auf dieser Seite nachlesen kannst. Aber anscheinend war es Melotte, der sie als erster wissenschaftlich korrekt katalogisiert und publiziert hat. Messier's Katalog stellte ja z.B. auch nur eine Sammlung der damals bekannten Nebel dar, auch wenn etlich nicht von ihm entdeckt wurden. Hat auch etwas damit zu tun, ob sich ein Katalog durchsetzt oder nicht. Messier 61 könnte nach dem Entdecker auch Oriani 1 heissen.

Zu Patrick Chevalley - soweit ich weiss, verwendet er für die Darstellung der offenen Sternhaufen in CdC die Datenbank des Saguaro Astronomy Club. Ich glaube nicht, das er jeden Haufen extra überprüft hat - teilweise sind die Koordinaten bei den Objekten auch falsch beibehalten worden, wie ich schon öfters beim Beobachten merken musste.

Ja - in der IS gab es früher sehr viele spannende Projekte, was aber nicht heisst, das dies heute nicht mehr möglich wäre/ist. Auf meiner Homepage gibt es einige Non-NGC-Projekte die ich so veranstalte. Schau doch einfach mal rein.

Clear Skies
Matthias
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