Anette_Aslan
Aktives Mitglied
Liebe Forengemeinde,
nach so einem Kaltfrontdurchgang hat man als Sternkieker ja oftmals eine bessere Transparenz. Die Hitzeblase der letzten Tage, der Vollmond und der feuchte Wolkendunst des Nachts waren gestern Nacht mal kein Thema, aber ich musste schon durch die Wolken hoppen, zwischen deren Lücken sich tiefschwarzer Himmel offenbarte. Hinten im Garten versank die Ekliptik leider wieder hinter Wolkenbänken, aber meine schon aufgebaute und fest montierte Säule mit einem 102/500 Skywatcher auf dem Nordbalkon motivierte mich trotz bleierner Müdigkeit einen schnellen Blick in den Perseus zu wagen, Mirfak sein Alphastern zog mich magisch an, denn er ist ja eingebettet in einem schönen kettenförmigen Cluster, dem Melotte20.
Ach so eine fest montierte Sternwarte ist einfach genial. So ganz entspricht der Balkon natürlich noch nicht dem, was eine richtige Sternwarte ausmacht, kommt der Angelegenheit aber doch recht nahe. Schnell Polaris durch den Polsucher an seinen vorgesehenen Platz dirigiert, die Goto eingestellt und mit Deneb als einzigen Eichstern die Montierung alignet. Mirfak war mein erstes Ziel und ich bekam ich sofort auf Anhieb mittig ins Fadenkreuz des Suchers als auch Okulars.
Der Anblick der Sternenkette Melotte20 durch ein 28mm Weitwinkel Oku in 2" hat mich hocherfreut. Ich bekam sie zur Gänze ins Gesichtsfeld, wie man sie auf Astrofotos zumeist sehen kann und das trotz der exorbitant nervenden Strassenlampen unter mir und den hin-und wieder vorbeifahrenden Autos, ich schmeiss mir dann einfach ein schwarzes Tuch rüber, der ein oder andere späte Gassigeher mag sich wohl seinen Teil denken, staune nur, dass die Hunde nicht austicken.
Habe dann bei der Eule in der Kassiopeia noch vorbeigeschaut , diese aber nur gerade mal an ihren Augen erkannt und Ha und Chi im Perseus verloren sich ob der Lichtorgie in wenige Einzelsterne, ich bekam das schonmal besser hin, als wenigstens genau die Lampe direkt unter mir für ein paar Wochen defekt war, meinetwegen hätten es all die anderen auch sein dürfen, bei den unzähligen Bewegungsmeldern in den Gärten reicht doch das Licht in der Gegend völlig aus, will ich meinen.
Irgendwann nach Halbelf zog der helle Lichtball der ISS von West nach Ost direkt unter der Kassiopeia über mir hinweg, ich war zunächst sehr verblüfft, denn der Flughafen Wien liegt direkt vor mir in 30km Entfernung Luftlinie, Flugzeuge starten genau auf meinen Balkon zu, so bekam ich schon leicht Herzklopfen, weil da keine Logik mehr passte, bin dem Ding gleich mit dem losgelösten Teleskop hinterher und bemerkte freudig dass es die ISS war.
Wolken zogen dann von allen Seiten diese gut ausgeleuchtete Himmelsbühne wieder zu. Trotz all der Widrigkeiten war Melotte20 gut zu sehen und zu genießen.
Hab sie euch mitgebracht.
LG von Anette
nach so einem Kaltfrontdurchgang hat man als Sternkieker ja oftmals eine bessere Transparenz. Die Hitzeblase der letzten Tage, der Vollmond und der feuchte Wolkendunst des Nachts waren gestern Nacht mal kein Thema, aber ich musste schon durch die Wolken hoppen, zwischen deren Lücken sich tiefschwarzer Himmel offenbarte. Hinten im Garten versank die Ekliptik leider wieder hinter Wolkenbänken, aber meine schon aufgebaute und fest montierte Säule mit einem 102/500 Skywatcher auf dem Nordbalkon motivierte mich trotz bleierner Müdigkeit einen schnellen Blick in den Perseus zu wagen, Mirfak sein Alphastern zog mich magisch an, denn er ist ja eingebettet in einem schönen kettenförmigen Cluster, dem Melotte20.
Ach so eine fest montierte Sternwarte ist einfach genial. So ganz entspricht der Balkon natürlich noch nicht dem, was eine richtige Sternwarte ausmacht, kommt der Angelegenheit aber doch recht nahe. Schnell Polaris durch den Polsucher an seinen vorgesehenen Platz dirigiert, die Goto eingestellt und mit Deneb als einzigen Eichstern die Montierung alignet. Mirfak war mein erstes Ziel und ich bekam ich sofort auf Anhieb mittig ins Fadenkreuz des Suchers als auch Okulars.
Der Anblick der Sternenkette Melotte20 durch ein 28mm Weitwinkel Oku in 2" hat mich hocherfreut. Ich bekam sie zur Gänze ins Gesichtsfeld, wie man sie auf Astrofotos zumeist sehen kann und das trotz der exorbitant nervenden Strassenlampen unter mir und den hin-und wieder vorbeifahrenden Autos, ich schmeiss mir dann einfach ein schwarzes Tuch rüber, der ein oder andere späte Gassigeher mag sich wohl seinen Teil denken, staune nur, dass die Hunde nicht austicken.
Habe dann bei der Eule in der Kassiopeia noch vorbeigeschaut , diese aber nur gerade mal an ihren Augen erkannt und Ha und Chi im Perseus verloren sich ob der Lichtorgie in wenige Einzelsterne, ich bekam das schonmal besser hin, als wenigstens genau die Lampe direkt unter mir für ein paar Wochen defekt war, meinetwegen hätten es all die anderen auch sein dürfen, bei den unzähligen Bewegungsmeldern in den Gärten reicht doch das Licht in der Gegend völlig aus, will ich meinen.
Irgendwann nach Halbelf zog der helle Lichtball der ISS von West nach Ost direkt unter der Kassiopeia über mir hinweg, ich war zunächst sehr verblüfft, denn der Flughafen Wien liegt direkt vor mir in 30km Entfernung Luftlinie, Flugzeuge starten genau auf meinen Balkon zu, so bekam ich schon leicht Herzklopfen, weil da keine Logik mehr passte, bin dem Ding gleich mit dem losgelösten Teleskop hinterher und bemerkte freudig dass es die ISS war.
Wolken zogen dann von allen Seiten diese gut ausgeleuchtete Himmelsbühne wieder zu. Trotz all der Widrigkeiten war Melotte20 gut zu sehen und zu genießen.
Hab sie euch mitgebracht.
LG von Anette