Merkur 02.11.2021 - Mein bester !

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komposer

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Hallo,

da wollte ich heute fast schon mit der Suche aufgeben und dann wurde ich mich guten Bedingungen belohnt.

Aber der Reihe nach.

Ab ca. 9:30 Uhr wollte ich den Merkur aufnehmen und dachte die Aufsuche mit dem 25mm Okular gelingt so gut wie am Tag zuvor.
Tja weit gefehlt !
Obwohl ich den passenden Bereich systematisch abgeschwenkt hatte, konnte ich den Merkur einfach nicht visuell finden.
Keine Ahnung warum aber nach einiger Zeit habe ich es aufgegeben und direkt mit der Kamera im Primärfokus versucht.
Das ist bei dem kleinen Sensor der Asi120mm allerdings die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Kurz nach 10 Uhr wollte ich gerade aufgeben als dann beim langsamen Schwenken der Merkur doch noch in einer Ecke auftauchte.

Kamera raus, 20mm Fadenkreuzokular rein, fokussieren und jetzt konnte ich die Sichel ganz deultich sehen.
Ist mir ein Rätsel wie ich den anfangs übersehen konnte.

Jetzt den Merkur passend kurz vor dem Zentrum eingestellt, so dass er genau darauf zuläuft.
Okular raus, Kamera mit Barlow rein, Fokuslage ungefähr eingestellt und schon tauchte der Merkur auf meinem Monitor auf.

Nun ran an den Hebel meiner manuellen Selbstbauplattform und den Merkur im Bild halten.
Nachfokussiert und eine kleine schmale ROI gezogen.

Und ab ging die Post mit ca. 300 fps.
Das beste Avi landete um 10:17 Uhr auf der Festplatte. Ca. 24000 Frames, von denen ich 18% gestackt habe.

So sah das Livebild phasenweise aus:
Merkur_021121_101720ani.gif


Und hier das Summenbild:
Merkur_021121_101720summe.jpg

Nach der Bearbeitung mit fitswork und gimp kam dieses Endergebnis dabei raus, mein bisher bestes:
Merkur_021121_101720p300.jpg

Gruß,
Holger

Equipment:
GSO 12" F5 Dobson, Baader Q-Turret Barlow, Asi120mm mit RG610 & TS47 = IR Pass, Selbstbauplattform
 
Das ist ja phänomenal! So wie es aussieht erkennt man Richtung 7 Uhr tatsächlich die hellen Bereiche um Elington und Debussy? Die dunkleren Bereich bei 3 Uhr könnte die Gegend um Picasso, Calypso Rupes und Rachmaninoff sein?
Absolut faszinierend! Was mit Amateur-Equipment heutzutage möglich ist, ist wirklich nicht zu fassen. o_O
 
Hallo Felix,

Richtung 7 Uhr tatsächlich die hellen Bereiche um Elington und Debussy?
Sehe ich auch so. Einiges kann ich da in Stellarium wiederfinden, was mir sonst immer schwer fiel.

Ich habe den Merkur ja schon mehrere Jahre immer mal wieder aufgenommen aber häufig spielte das Seeing nicht mit.
Diemal hatte ich endlich richtig Glück mit den Bedingungen.
Bin ich froh, dass ich nach über einer halben Stunde herumsuchen noch einen letzen Versuch gestartet hatte.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

heute konnte ich kurz nach 9 Uhr nochmal den Merkur aufnehmen:
Merkur_091121_092045p300.jpg


Die Bedingungen waren ähnlich gut und ich konnte ihn diesmal auch wieder direkt mit dem Okular finden.
Besonders die zwei hellen Stellen sind deutlich wiederzuerkennen und weitergewandert.
Das musste ich natürlich mit dem Morphmaker animieren:
merkur-ani-0211-091121.GIF


Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,
äußerst beeindruckend! Wie neulich schon gesagt, was mit heutigen Equipment und viel Geduld und Können möglich ist, ist einfach toll!
Viele Grüße
Peter
 
Danke Peter,

früher mit dem 8" F6 Dobson und Asi120mc habe ich den Merkur nicht am Taghimmel sondern noch während der Dämmerung tiefstehend aufgenommen.
Da sah das dann so aus:
Merkur-14-4-16.jpg

Ja, man entwickelt sich immer weiter aber die Grenzen meines Equipments müsste ich mit den November Aufnahmen erreicht haben.

Gruß,
Holger
 
Ja, man entwickelt sich immer weiter aber die Grenzen meines Equipments müsste ich mit den November Aufnahmen erreicht haben.
Hallo Holger,
Das ist natürlich einerseits befriedigend zu wissen, man hat das Mögliche herausgeholt. Andererseits lockt die nächste Herausforderung.

Es ist sowieso fraglich, was in Sachen Planetenfotografie für Amateure noch kommen soll? Die technischen Möglichkeiten lassen es ja zu, das Auflösungsvermögen der Teleskope auch zu nutzen. Natürlich nur, solange es die Atmosphäre zulässt.
Viele Grüße
Peter
 
Es ist sowieso fraglich, was in Sachen Planetenfotografie für Amateure noch kommen soll?
Vielleicht immer mehr in richtung Nachbearbeitung mit Top-KI´s? Wobei sowas immer schwierig vorstellbar ist. Aber da sag ich mir: was hätten damalige Amateurfotografen zu den heutigen Fotos gesagt?
Ich denke da kommt auch noch einiges auf uns zu. Ich bin mal gespannt....... :D
 
Hallo Holger,
wirklich viele Oberflächendetails und Strukturen zu erkennen. Würdest Du mir ein Poster anfertigen ;)

Viele Grüße jan
 
Na, jetzt mach' den armen Merkur mal nicht so runter. Du würdest auch nicht besser aussehen, wenn du so unbarmherzig von der Sonne gegrillt würdest..:cool:
 
An den habe ich mich noch nie herangewagt und nun machst du das am Taghimmel .... Du übertriffst Dich nur noch selbst Holger....wahnsinns Respekt!!!!
Mit begeisterten Grüssen von Anette
 
Hallo Anette,

An den habe ich mich noch nie herangewagt und nun machst du das am Taghimmel

Das hat bei mir auch länger gedauert. Meine erste Sichtung hatte ich dann auch zu den üblichen Zeiten, bei möglichst weitem Abstand von der Sonne und erst während der Dämmerung am späten Abend. Hatte solange gewartet bis ich ihn visuell im Sucher sehen konnte. Da stand er natürlich schon sehr tief und die Turbulenzen in der Luft und der starke Kontrast zum dunkleren Himmel erschwerten die Beobachtung. War dann eine wabernde überstrahlte Sichel.

Die erste Sichtung am Taghimmel war dann wirklich überraschend. Das Auffinden ist natürlich schwerer, man übersieht ihn leicht, aber die zart orangene Sichel ist viel besser zu erkennen.

Die Sonne sollte durch irgendetwas verdeckt sein, Haus, Baum ...
Dann kannst Du den passenden Bereich sicher absuchen.
Ich verwende da ein 25mm Plössl, den Fokus habe ich mir am OAZ gemerkt, zur Not kann man aber auch an einem hoch fliegenden Flugzeug scharfstellen.

So könnte das dann ungefähr im Okular aussehen:
merkur-visuell-281021kl.jpg


Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, da habe ich eine Idee, ich pole am Abend zuvor das Teleskop ein, mache ein drei Sterne Alignment und lasse alles bis zum nächsten Tag drauf, dann steuere ich per Goto Merkur an, zumindest geht es dann so ungefähr in die Richtige Richtung und dann heisst es Löcher in den Himmel starren. ..... wenn dieser doch nur mal klar wäre...seit gefühlten tausend Jahren nix als Hochnebelsuppe mit heute Mittag mal ne Wolkenlücke.....ätzend.
Danke lieber Holger ich finde es extrem spannend ...
 
An dieser Stelle möchte ich mal einen warnenden Hinweis geben: bei der Suche nach Planeten am Taghimmel, sollte selbiger wirklich klar (blau) sein.

Ich habe einmal versucht an einem leicht milchigem Himmel die Venus zu finden. Erst nach etlichen Minuten wurde mir klar, warum ich sie nicht sehen konnte. Auf dem Auge mit dem ich auf den (extrem hellen) milchigen Himmel gestarrt hatte, konnte ich gar nichts mehr sehen! Nur noch eine graue Fläche!

Glücklicherweise gab sich das nach einiger Zeit wieder. Aber in Erinnerung bleibt es auf jeden Fall. Also Obacht!

Mit vorsichtigen Grüßen
Peter
 
Hi,
gegen den meist zu hellen Himmel hilft ein Rotfilter. Das Problem, dass die Streuung am trüben Himmel den schwachen Merkur evtl überstrahlt, kann man damit aber auch nur bedingt umgehen. Ich habe in Stadtnähe auch nur selten wirklich klar blauen Himmel, und es ist oft schon nicht leicht, Venus am Tag zu finden, Merkur (deutlich schwächer & meist näher an der Sonne) ist wirklich schwierig (ohne Goto und mit PixDaumen Verfahren wohlgemerkt) . Die wenigen Male, die mir bislang gelungen sind, waren auch nicht mit Blick durchs Okular sondern am Bildschirm mit angestöpselter Kamera. Immerhin, das Verfahren hat noch den Vorteil dass bei einem evtl. Ausruschter Richtung Sonne nur das Equipment gegrillt wird, und die Augen heile bleiben. :cool:.
Also nicht verzagen, bei den oft mässigen Bedingungen und ohne Goto Montierung ist Merkur am Tag kein einfaches Unterfangen..
-cb
 
Hallo,

ich verwende ja meinen Standard - 12" GSO Dobson, also ohne technische Hilfsmittel. Allerdings habe ich mir auf die Selbstbauplattform Gradzahlen beginnend mit Norden angebracht. Auf dem Höhenrad einen Kreisring-Ausschnitt ebenfalls mit Gradzahlen. So kann ich die AZ / H Angaben aus Stellarium einstellen und den passenden Bereich absuchen.

Die Venus ist eigentlich so hell, dass ich die bei klarem Wetter sogar mir dem Sucher finden kann. Ist es trüber geht es aber immerhin noch mit dem Okular.
Beim Merkur sollte der Himmel aber schön blau sein um genügend Kontrast zu bieten.

Aber selbst da habe ich den Merkur schon einmal mit dem Okular übersehen und nur direkt mit der Kamera im Primärfokus gefunden.
Als ich dann aber schnell wieder auf das Fadenkreuzokular gewechselt hatte, war die Sichel ganz deutlich zu erkennen.
Da fragt man sich wirklich, wie man den beim Aufsuchen übersehen konnte.

Gruß,
Holger
 
Da fragt man sich wirklich, wie man den beim Aufsuchen übersehen konnte.
Ich vermute, dass man gerne mal zu schnell "schwenkt", also irgendwie einen Bereich abfährt (Zick-Zack od. kreisförmig, mit d. Fernglas i.d. Hand oder auch mit dem Rohr auf der Montierung.), und dann übersieht man das kleine hellere Pünktchen, vor allem wenn der Kontrast zum hellen Himmel noch schwach ist. Man muss sich da richtig zwingen, den Blick nur ganz langsam wandern zu lassen.
-cb
 
Hallo,

ja genau, ich gehe immer zeilenweise vor. Durch die Skalen muss ich eigentlich nur ca. 10° abschwenken, vielleicht 3° in der Höhe.
Keine durchgehende Bewegung, dann übersieht man den Merkur sehr schnell. Eher immer nur ein kleines Sück, genau den Bereich ansehen und dann weiter.

Gruß,
Holger
 
Wirklich tolle Details. Prima gemacht auch die kleine Animation zeiigt das auch nochmal sehr plastisch. Top!!!
 
Die Animation von einer bzw. zwei Merkurablichung/en haut mich fast vom Hocker! :eek: Wahnsinnig toll. Nur noch eine Frage: Welche Brennweite hattest du genau drin die mit 1,3 oder die mit 2,25facher Vergrößerung?
 
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