Canonist
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Hallo zusammen.
So, nach viel Arbeit gestern, viel zu kurzer Nacht und entschieden zu wenig Schlaf hatte ich heute Nachmittag ein wenig Zeit über, um aus dem Merkur von gestern nun wirklich alles rauszuholen. Das Bild birgt in der finalen Version doch noch einiges mehr als der erste Eindruck und hat mich in der Auflösung selbst überrascht. Ganz klar: Solch einen Merkur habe ich noch nie aufgenommen. Dass es möglich sein müsste, hatte ich an Vorbildern wohl gesehen, aber dazu muss eben einiges passen. Vor allem gut justierte Optik und natürlich das Seeing.
Hier erstmnal das Bild:
Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/astro/merkur%20tab280317.jpg
Optimal war dabei gestern so einiges nicht. Zuerst Schock und Stress: Meine Montierung sitzt fest :OO Den Tag vorher ging es noch, ich hatte mich aber schon gewundert, dass die Rutschkupplung so schwergängig wurde. Dann gestern mittags schnell heim, rauf in die Sternwarte, will das Rohr schwenken - und musste fast Gewalt anwenden. An Beobachten nicht zu denken, ich wollte nicht die Motoren sich wohlmöglich die Zähne abdrehen lassen.
Also: Mit rauchendem Kopf erst mal essen. Dann Werkzeug geholt und unter schönsten Blauhimmel (grummel) angefangen, die Montierung auseinanderzunehmen. Glücklicherweise reichten zwei Teile, die unten den Abschluss bildeten. Das zweite klemmte die Rutschkupplung und seine Schraube war wohl zu festgezogen.
Danach gleich losgelegt mit der Beobachtung. Allerdings fand sich Merkur bei inzwischen schon wieder beginnendem Cirrenaufzug erst beim zweiten Versuch. Es nagte also mal wieder alles an der Nerven, was so ging.
Da ich nach dem Mittag beobachte, kann ich östlich der Sonne wieder mit dem C14 rangehen, was allemal mehr bringt als der Refraktor, selbst, wenn ich bei geringen Elongationen bis zu einer halben Abschattung des Teleskops durch den Kuppelrand in Kauf nehmen muss, um keine Sonne in den Tubus fallen zu lassen.
Beim Blick ins Okular zeigte sich ordentliches Seeing mit vielen sehr scharfen Momenten. Fix fix also alles anflanschen. Anders als sonst habe ich dabei mal nicht auf meine bewährte Konfiguration 2x Barlow mit Verlängerung gesetzt, sondern Okularprojektion zuzüglich ADC von ZWO. Damit kam ich auf etwas über f:30. Theoretiker mögen mir jetzt erzählen, was sie wollen. Bei diesen langen Brennweiten sind bei mir bislang die besten Bilder von kleinen Objekten entstanden.
Stressfrei verlief auch die Aufnahme nicht. Vier Videos habe ich insgesamt gemacht, die hatten zwischen 7000 und 53.000 frames, je nach Luft, Durchzug von Schleierwolken etc.
Die Bilder zeigen bei allen die gleichen Details, mit seeingbedingten Schärfeunterschieden. Die drei besten habe ich dann nochmals zusammengetan, um Rauschen zu senken und Detailsichtbarkeit sowie Kontrast zu verbessern. Das Ergebnis ist anbei.
Es zeigt fast ein Dutzend einzelner Krater, die Objekten aus der nebenstehenden WinJupos-Simulation direkt zugeordnet werden können. Daneben recht gut die Hell-Dunkelunterschiede der Merkuroberfläche. Bei knapp 6,8 Bogensekunden Durchmesser muss das C14 sein theoretisches Auflösungsvermögen fast voll ausgenutzt haben.Und das bei lange nicht optimalem Seeing.
Ein schnell bearbeitetes Bild aus dem Vortag war ähnlich gut, da war das Seeing sogar noch besser und der Himmel - endlich mal - stahlblau ohne einen Fetzen Cirrus. Die Beobachtungen habe ich noch gar nicht ausgewertet, bin mindestens eine Woche im Rückstand nach fünf Tagen Venus, Mars, Merkur in Folge. Da steckt noch so manches drin.
Nebeneffekt der gestrigen Aktion: Die lange nicht mehr sauber laufende Deklinationsnachführung habe ich - weil das Werkzeug gerade mal da lag... - gleich mit repariert. Geht doch
)
Jetzt bin ich nur noch müde.
LG
Rudolf
So, nach viel Arbeit gestern, viel zu kurzer Nacht und entschieden zu wenig Schlaf hatte ich heute Nachmittag ein wenig Zeit über, um aus dem Merkur von gestern nun wirklich alles rauszuholen. Das Bild birgt in der finalen Version doch noch einiges mehr als der erste Eindruck und hat mich in der Auflösung selbst überrascht. Ganz klar: Solch einen Merkur habe ich noch nie aufgenommen. Dass es möglich sein müsste, hatte ich an Vorbildern wohl gesehen, aber dazu muss eben einiges passen. Vor allem gut justierte Optik und natürlich das Seeing.
Hier erstmnal das Bild:
Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/astro/merkur%20tab280317.jpg
Optimal war dabei gestern so einiges nicht. Zuerst Schock und Stress: Meine Montierung sitzt fest :OO Den Tag vorher ging es noch, ich hatte mich aber schon gewundert, dass die Rutschkupplung so schwergängig wurde. Dann gestern mittags schnell heim, rauf in die Sternwarte, will das Rohr schwenken - und musste fast Gewalt anwenden. An Beobachten nicht zu denken, ich wollte nicht die Motoren sich wohlmöglich die Zähne abdrehen lassen.
Also: Mit rauchendem Kopf erst mal essen. Dann Werkzeug geholt und unter schönsten Blauhimmel (grummel) angefangen, die Montierung auseinanderzunehmen. Glücklicherweise reichten zwei Teile, die unten den Abschluss bildeten. Das zweite klemmte die Rutschkupplung und seine Schraube war wohl zu festgezogen.
Danach gleich losgelegt mit der Beobachtung. Allerdings fand sich Merkur bei inzwischen schon wieder beginnendem Cirrenaufzug erst beim zweiten Versuch. Es nagte also mal wieder alles an der Nerven, was so ging.
Da ich nach dem Mittag beobachte, kann ich östlich der Sonne wieder mit dem C14 rangehen, was allemal mehr bringt als der Refraktor, selbst, wenn ich bei geringen Elongationen bis zu einer halben Abschattung des Teleskops durch den Kuppelrand in Kauf nehmen muss, um keine Sonne in den Tubus fallen zu lassen.
Beim Blick ins Okular zeigte sich ordentliches Seeing mit vielen sehr scharfen Momenten. Fix fix also alles anflanschen. Anders als sonst habe ich dabei mal nicht auf meine bewährte Konfiguration 2x Barlow mit Verlängerung gesetzt, sondern Okularprojektion zuzüglich ADC von ZWO. Damit kam ich auf etwas über f:30. Theoretiker mögen mir jetzt erzählen, was sie wollen. Bei diesen langen Brennweiten sind bei mir bislang die besten Bilder von kleinen Objekten entstanden.
Stressfrei verlief auch die Aufnahme nicht. Vier Videos habe ich insgesamt gemacht, die hatten zwischen 7000 und 53.000 frames, je nach Luft, Durchzug von Schleierwolken etc.
Die Bilder zeigen bei allen die gleichen Details, mit seeingbedingten Schärfeunterschieden. Die drei besten habe ich dann nochmals zusammengetan, um Rauschen zu senken und Detailsichtbarkeit sowie Kontrast zu verbessern. Das Ergebnis ist anbei.
Es zeigt fast ein Dutzend einzelner Krater, die Objekten aus der nebenstehenden WinJupos-Simulation direkt zugeordnet werden können. Daneben recht gut die Hell-Dunkelunterschiede der Merkuroberfläche. Bei knapp 6,8 Bogensekunden Durchmesser muss das C14 sein theoretisches Auflösungsvermögen fast voll ausgenutzt haben.Und das bei lange nicht optimalem Seeing.
Ein schnell bearbeitetes Bild aus dem Vortag war ähnlich gut, da war das Seeing sogar noch besser und der Himmel - endlich mal - stahlblau ohne einen Fetzen Cirrus. Die Beobachtungen habe ich noch gar nicht ausgewertet, bin mindestens eine Woche im Rückstand nach fünf Tagen Venus, Mars, Merkur in Folge. Da steckt noch so manches drin.
Nebeneffekt der gestrigen Aktion: Die lange nicht mehr sauber laufende Deklinationsnachführung habe ich - weil das Werkzeug gerade mal da lag... - gleich mit repariert. Geht doch
Jetzt bin ich nur noch müde.
LG
Rudolf