Merkur - Animation - 5.5.18 bis 9.5.18

komposer

Mitglied
Hallo,

die lange Schönwetterperiode kam genau zur optimalen Merkursichtbarkeit am Taghimmel.
So konnte ich diesen seltenen Vertreter täglich um ca. 10 Uhr auffinden und ablichten. Nun konnte ich aus den Aufnahmen sogar eine Animation erstellen.

Hier erst einmal die 4 Bilder der Animation. Das Seeing am 7.5.18 war so schlecht, dass ich das Bild nicht verwenden wollte.
Link zur Grafik: https://abload.de/img/merkur-4er-mai2018rmqqk.jpg

Und nun die fertige Animation:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/merkur-ani-5bis9-5-18g3q19.gif

Am 9.5.18 waren die Bedingungen am besten. Hier eine 300% Version der Aufnahme:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/merkur_090518_100701pryoi7.png

Für mich ist der Merkur immer etwas ganz Besonderes. Auch wegen der schwierigen Aufsuche. Visuell war das mit dem Okular nicht möglich. Also kam direkt die Kamera ohne Barlow zum Einsatz.
Dank meiner angebrachten Skalen am Höhenrad und der Plattform konnte ich den Bereich eingrenzen. Dennoch hat das systematische Absuchen bis zur Sichtung an jedem Tag ca. eine Stunde gedauert.
Ist halt wirklich eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Anschließend musste ich natürlich schnell die Kamera rausnehmen und mit Barlow wieder einstecken.

Teleskop: GSO 12" F5 Dobson
Kamera: Asi120mm mit RG610 Rotfilter
Baader Q-Turret Barlow

Gruß,
Holger
 

Pete_Finnigan

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Ich glaub dies ist die erste Animation hier, wahr? Auf jeden Fall setzt es hier im Forum maßstäbe. Ich finde deine Aufnahme(en) und dein Post - wie so oft - sensationell!
 

komposer

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Danke Pete,

ja ich versuche auch meist den Weg zur Aufnahme zu beschreiben um damit anderen auch Anregungen und Tipps zu geben.

Im Vergleich zu den anderen Planeten ist der Merkur natürlich etwas trostlos aber das ich den mit deutlichen Strukturen aufnehmen konnte ist für mich hier das Besondere.

Gruß,
Holger
 

Anette_Aslan

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Wieder meinen hochachtungsvollen Respekt! An Merkur zerbreche ich, habe neulich versucht ihn in die Kamera zusammen mit Venus zu bekommen, nach etlichen verzweifelten Versuchen dann aber aufgegeben.

Ohne Dich würd ich den schon gar nicht mehr zur Planetenreihe zählen....

Gruss von Anette
 

komposer

Mitglied
Hallo Anette,

wenn man den aber nach einer Stunde plötzlich auf dem Monitor sieht, ist die Freude dafür umso größer.

Bei mir ist die Phase wenn Merkur vor der Sonne aufgeht am interessantesten. Da bietet das Haus noch Schutz vor der Sonne und das Seeing spielt auch eher mit.
Ich habe die letzten Tage meine Aufsuchmethode nochmal abgeändert. Jetzt suche ich den Bereich zuerst senkrecht ab, denn wenn der erste Widerstand bei der Nachführung überwunden wurde, lässt sich der Dobson recht flüssig und langsam hoch bzw. runter bewegen. Bin ich über oder unter der möglichen Merkur Höhe ohne Sichtung angekommen, bewege ich den Dobson ein klein wenig in der waagerechten Richtung und es beginnt der nächste senkrechte Durchgang.
Trotz meiner Skalen hat es aber fast immer eine Stunde geadauert bis ich ihn endlich gefunden hatte.
Die richtige Fokuslage am OAZ muss man natürlich kennen und die Belichtungszeit wähle ich so gering, so dass der Hintergrund grau ist. Der Merkur ist dann auf dem Monitor so deutlich und hell zu erkennen, dass man den eigentlich nicht übersehen kann.

Gruß,
Holger
 

DocHighCo

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Hallo Holger,

das ist wieder mal Tip-Top. Dadurch daß Du Dich auf Aufnahmen mit Deinem Dobson und der ASI120 konzentrierst, beherrschst Du das aus dem FF. Und das sieht man - Wau (oder Wow).

Gruß

Heiko
 

komposer

Mitglied
Hallo,

hier eine gif Animation aus 3 Bildern vom 9. Mai, 14. Mai und 20. Mai 2018. Die Bedingungen waren jeweils recht ordentlich und die Strukturen in der 300% Ansicht waren gut wiederzuerkennen. Ich habe das mal mit der Rotationzeit des Jupiters verglichen und das könnte meiner Meinung nach passen.
Diese müsste ca. 140mal langsamer sein. Die Bewegung der Strukturen beim Merkur über 11 Tage könnten ca. 2 Stunden beim Jupiter entsprechen. Also für mich durchaus realistisch.

Link zur Grafik: https://abload.de/img/merkur-ani-9bis20-5-1g1u3k.gif

Teleskop: GSO 12" F5 Dobson
Kamera: Asi120mm mit RG610 Rotfilter
Baader Q-Turret Barlow

Gruß,
Holger
 

Sodiac

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Hallo Holger,

ich find´s immer wieder phänomenal, was du aus deinem Dobson herauskitzelst... Sehr beeindruckend!
 

Wolfgang Hofer

Mitglied
Hallo Holger,

ich bin beeindruckt! Als rein visueller Beobachter habe ich auf Merkur noch nie Strukturen gesehen. :Trost:

Super. :super:

Für das Auffinden bei Tag hilft eine digitale Wasserwaage. Damit kannst du den Höhenwinkel auf 0,1° bis 0,2° genau messen. Am besten vorher an einem Objekt mit bekanntem Höhenwinkel einkalibrieren. (Z.B. mit Polarstern bei Nacht)

Dann geht das mit Merkur ratzfatz.

Gruß
Wolfgang
 
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komposer

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Hallo Wolfgang,

danke für den Hinweis. Muss ich mal im Baumarkt nachsehen.
Die Höhenverstellung bei meinem Dobson ist leider nicht gerade leichtgängig und der Senor extrem klein. Bei meinen fast immer einstündigen Aufsuchen möchte ich nicht wissen wie oft ich da den Merkur um wenige Millimeter verfehlt habe.

Gruß,
Holger
 
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