Comety
Aktives Mitglied
Beobachtungsort ist nicht im fernen Süden, sondern auf 51,3° N (!) und 13,4° E.
Am 21. Juni sollten sich Venus und Merkur bis auf 0,4° annähern. Nachdem ich Venus am Tage der Sonnenfinsternis noch leicht hatte sehen können, müsste sich in ihrer Nähe doch dann auch der Merkur sichten lassen, dachte ich. Der Ahnert schrieb zu Merkur "...nicht die geringste Chance ihn ... zu entdecken". Solche Formulierungen wecken regelmäßig den Jagdtrieb in mir, doch am 21. und 22. war der Morgenhimmel bewölkt.
So sollte es heute morgen (24.6.) wenigstens noch mal die Venus sein (laut Ahnert kaum zu sehen, das Himmelsjahr blieb hier optimistischer), bevor sie bald für einige Zeit verschwindet. So schnappte ich mir mein 7x50 Fernglas und marschierte auf einen Hügel am Ortsrand mit freier Horizontsicht. Der Nordosten war optimal klar, um 4.10h war ich da.
Ich richtete das Fernglas auf den NO-Horizont, da war gleich ein heller Lichtpunkt im Gesichtsfeld, Bingo- die Venus. Das ging ja flott, sie war auch gleich mit bloßen Augen erkennbar. Der -3,9m helle Planet stand erst 1,4° hoch, die Sonne noch bei -5,2°. Die Venus kletterte höher in saubere Luftschichten, war sehr einfach mit bloßen Augen zu finden. Sollte es mit Merkur doch noch klappen? Ich beschloss bis 4.30h auszuharren, die genaue Merkurposition kannte ich aber nicht für diesen Morgen, ich hatte nicht mehr nachgesehen, zu abwegig erschien mir eine Sichtung bei flacher Juniekliptik.
Vor drei Tagen war Merkur 0,4° sdl. der Venus gewesen, jetzt schätzte ich ihn 2-3° südöstlich von ihr. Es wurde heller, Venus stieg höher. Immer wieder prüfte ich den Horizont im Fernglas, nichts. Noch mal, ein letztes Mal, ein allerletztes Mal ... da schimmerte ein Lichtpünktchen, schwach, ca. 2,5° links unterhalb der Venus. Merkur war gefunden, es war 4.24 Uhr. Unglaublich. Immer wieder konnte ich ihn im FG suchen und erkennen. Er war nur sehr schwach in der hellen Dämmerung auszumachen, aber immerhin. Bis 4.27h beobachtete ich noch. Wohlgemerkt mit einem 7x50 FG und freihändig, und von 51,3° Nord aus. Merkur ist -1,0mag hell, stand 2,5° hoch und hat nur 13,2° Sonnenelongation. Die Sonne selbst stand 23 min. vor Aufgang nur noch 3,5° tief. Der Abstand Merkur-Venus betrug tatsächlich laut Guide 2,02°. Was für ein Morgen! Die erste Merkursichtung seit seinem Transit am 7.5.
Für die Autoren des Ahnerts: Wenn man sonst schon immer superschwache Objekte als "einfach" anpreist, so ist es unverständlich, warum man hier von "keiner Chance" spricht. Ich denke für Fernrohrbeobachter wäre es leicht gewesen, Merkur ausfindig zu machen. Zumindest am Tage der Konjunktion mit Venus hätte man bei sehr klarem Himmel von Süddeutschland oder Österreich aus recht gute Chancen gehabt, die beiden Planeten leicht im Fernglas zu sehen, wenn es selbst heute von hier noch gerade so geklappt hat.
Ach ja, anderthalb Stunden zuvor wollte ich eigtl. Mars im Teleskop ansehen, es war zwar klar, aber wie an den Vortagen verschwand Mars in kleinen Wölkchen zu Dämmerungsbeginn, die später weg waren.
Am 21. Juni sollten sich Venus und Merkur bis auf 0,4° annähern. Nachdem ich Venus am Tage der Sonnenfinsternis noch leicht hatte sehen können, müsste sich in ihrer Nähe doch dann auch der Merkur sichten lassen, dachte ich. Der Ahnert schrieb zu Merkur "...nicht die geringste Chance ihn ... zu entdecken". Solche Formulierungen wecken regelmäßig den Jagdtrieb in mir, doch am 21. und 22. war der Morgenhimmel bewölkt.
So sollte es heute morgen (24.6.) wenigstens noch mal die Venus sein (laut Ahnert kaum zu sehen, das Himmelsjahr blieb hier optimistischer), bevor sie bald für einige Zeit verschwindet. So schnappte ich mir mein 7x50 Fernglas und marschierte auf einen Hügel am Ortsrand mit freier Horizontsicht. Der Nordosten war optimal klar, um 4.10h war ich da.
Ich richtete das Fernglas auf den NO-Horizont, da war gleich ein heller Lichtpunkt im Gesichtsfeld, Bingo- die Venus. Das ging ja flott, sie war auch gleich mit bloßen Augen erkennbar. Der -3,9m helle Planet stand erst 1,4° hoch, die Sonne noch bei -5,2°. Die Venus kletterte höher in saubere Luftschichten, war sehr einfach mit bloßen Augen zu finden. Sollte es mit Merkur doch noch klappen? Ich beschloss bis 4.30h auszuharren, die genaue Merkurposition kannte ich aber nicht für diesen Morgen, ich hatte nicht mehr nachgesehen, zu abwegig erschien mir eine Sichtung bei flacher Juniekliptik.
Vor drei Tagen war Merkur 0,4° sdl. der Venus gewesen, jetzt schätzte ich ihn 2-3° südöstlich von ihr. Es wurde heller, Venus stieg höher. Immer wieder prüfte ich den Horizont im Fernglas, nichts. Noch mal, ein letztes Mal, ein allerletztes Mal ... da schimmerte ein Lichtpünktchen, schwach, ca. 2,5° links unterhalb der Venus. Merkur war gefunden, es war 4.24 Uhr. Unglaublich. Immer wieder konnte ich ihn im FG suchen und erkennen. Er war nur sehr schwach in der hellen Dämmerung auszumachen, aber immerhin. Bis 4.27h beobachtete ich noch. Wohlgemerkt mit einem 7x50 FG und freihändig, und von 51,3° Nord aus. Merkur ist -1,0mag hell, stand 2,5° hoch und hat nur 13,2° Sonnenelongation. Die Sonne selbst stand 23 min. vor Aufgang nur noch 3,5° tief. Der Abstand Merkur-Venus betrug tatsächlich laut Guide 2,02°. Was für ein Morgen! Die erste Merkursichtung seit seinem Transit am 7.5.
Für die Autoren des Ahnerts: Wenn man sonst schon immer superschwache Objekte als "einfach" anpreist, so ist es unverständlich, warum man hier von "keiner Chance" spricht. Ich denke für Fernrohrbeobachter wäre es leicht gewesen, Merkur ausfindig zu machen. Zumindest am Tage der Konjunktion mit Venus hätte man bei sehr klarem Himmel von Süddeutschland oder Österreich aus recht gute Chancen gehabt, die beiden Planeten leicht im Fernglas zu sehen, wenn es selbst heute von hier noch gerade so geklappt hat.
Ach ja, anderthalb Stunden zuvor wollte ich eigtl. Mars im Teleskop ansehen, es war zwar klar, aber wie an den Vortagen verschwand Mars in kleinen Wölkchen zu Dämmerungsbeginn, die später weg waren.