Merkwürdige Grenzhelligkeiten

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SlimShady

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Normalerweise heisst es doch (in etwa) Grenzhelligkeit mit bloßem Auge + Lichtverstärkungsfaktor des Teleskops (log 2.512) ist gleich Grenzhelligkeit mit dem Teleskop.
D.h. wenn ich mit bloßem Auge Sterne von max. 4m sehe sollte ich mit meinem Fuji 16*70 in etwa auf 9m kommen.
Hier in der Stadt hab ich es auf dem Balkon aber oft, dass ich mit bloßem Auge gerade mal noch 3.5m Sterne erkennen kann, der Fuji aber problemlos bis 10m auflöst - auf dem Land dagegen sehe ich locker bis 5.5m, im Fuji aber auch nicht mehr als 10.5m - ist meine Eintrittspupille dann in der Stadt plötzlich nur noch 4mm statt 7mm groß oder wie soll ich mir das erklären???
 
Normalerweise heisst es doch (in etwa) Grenzhelligkeit mit bloßem Auge + Lichtverstärkungsfaktor des Teleskops (log 2.512) ist
gleich Grenzhelligkeit mit dem Teleskop.
D.h. wenn ich mit bloßem Auge Sterne von max. 4m sehe sollte ich mit meinem Fuji 16*70 in etwa auf 9m kommen.
D.h., durch die größere Eintrittspupille gewinnst du 5 mag.
Auf dem Land, bei 5.5 mag Grenzhelligkeit, kommst du auf 10.5 mag. Stimmt also so weit.
In der Stadt würdest du 5 mag gewinnen, wenn der Hintergrund mit und ohne Fernglas die gleiche Helligkeit hätte. Mit dem Fernglas bei 15x wird der Hintergrund aber deutlich dunkler, daher der zusätzliche Gewinn.
 
Cool, dann lohnt es sich ja fast gar nicht mehr, die 50km von der Stadt weg zu fahren, wenn das eh nur 1m an Helligkeitsgewinn bringt - jedenfalls nicht für 1 bis 2 Stunden Beobachtungszeit...
 
Hi,

verstehe nicht ganz. 1 Mag ist ja nicht wenig, sondern enorm viel! Die ANzahl der Sterne von sagen wir Mag 5 auf Mag 6 dürfte sich glatt verzehnfachen...
 
Schon richtig, aber mit bloßem Auge waren es noch über 2mag, und da ich lieber "mal eben kurz raus gehe" als (womöglich noch bei kaltem Wetter) in die Botanik zu fahren sind 1mag mehr doch 2.5 Mal weniger Argumente als zunächst angenommen...
Es lebe die Weicheianstronomie!
 
Oder noch mal anders gefragt:
Wenn ich von der Stadt aus einen 5m-Himmel habe, dann sollte ich mit 60% größerem Objektivdurchmesser doch das gleiche sehen wie auf dem Land mit 6m-Himmel?
 
So einfach ist das leider nicht.
Bei flächenhaften Objekten wie Nebeln und Galaxien kommt es nicht nur auf die Helligkeit des Objekts, sondern auch auf die Helligkeitsdifferenz zum Hintergrund an.
Ein extremes Beispiel: ein Gasnebel, der etwa die gleiche Flächenhelligkeit hat wie der Stadthimmel, ist in der Stadt nicht zu sehen, da er sich ja vom Hintergrund nicht abhebt, ganz gleich wie groß meine Öffnung ist.
Bei einem deutlich dunkleren Landhimmel kann dieser Nebel dann wohl zu sehen sein.
 
Ein extremes Beispiel: ein Gasnebel, der etwa die gleiche Flächenhelligkeit hat wie der Stadthimmel, ist in der Stadt nicht zu sehen, da er sich ja vom Hintergrund nicht abhebt, ganz gleich wie groß meine Öffnung ist.

Mit anderen Worten: Kontrast ist alles! Deshalb kann ja auch ein Nebelfilter, der die absolute Lichtmenge sogar reduziert, dann trotzdem den Nebel besser abbilden. 60% mehr Öffnung erhöht zunächst den Kontrast um exakt 0,0.

Ein ähnlicher Trick findet ja auch bei der Langzeitfotografie statt. Es ist im Wesentlichen die mögliche Kontraserhöhung durch besseren Rauschabstand, die feinste Details sichtbar macht.
 
Das heißt dann also, dass jeder Himmel (ob Stadt ob Land ob Berg...) eine absolute Grenzhelligkeit hat und ich Objekte, deren Flächenhelligkeit unterhalb dieser liegt, nicht mehr sehen kann?
Oder kann man den Kontrast eines gegebenen Objekts relativ zum Himmel irgendwie berechnen?
 
hi ihr
ich möcht ja keine Werbung machen, aber da gibt es ein sehr nettes Programm von T.Pfleger vom Oculum-Verlag (Eyes and Telescope), da kann man (unter anderem) sehr schön simulieren, welche Flächenobjekte man bei welchem Himmel mit welchem Gerät noch sieht...
Gruß Martin
 
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