Merope-Nebel

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westphal_stefan

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Ein Hallo an alle Sternfreunde.

Letzte Nacht habe ich mich wieder einmal daran versucht, den Merope-Nebel visuell aufzuspüren. Beobachtungsort war Vockenroth (bei Wilhermsdorf). Gegen 01:30 MESZ als die Plejaden schon eine stattliche Höhe erreicht hatten, begann die Suche. Diese Nacht war zum Glück nicht sehr feucht, sodass ich nicht mit ständig beschlagenen Okularen zu kämpfen hatte. Zuvor hatte ich Versuche mit Normalokularen, die 39-fache und 56-fache Vergrößerung erlauben, durchgeführt. Aber stets erfolglos. Vor ein paar Tagen, hatte ich dann ein "altes" Weitwinkelokular welches 47-fache Vergrößerung erlaubt, wieder herausgekramt und spontan mal einen Versuch unternommen.
Zu meinem Erstaunen war der Merope-Nebel auf Anhieb deutlich sichtbar, und zwar ohne Filter! Etwas südlich von Merope tauchte dieser ovaler Nebelstreifen auf, der von einem schwachen Halo umgeben war. Indirektes Sehen vereinfachte die Sichtung noch. Der Stern Merope war aber nicht von Nebel eingehüllt. Vielmehr stand der Nebel selbstständig im Raum. Die Ausmaße und die genaue Form waren schwer abzuschätzen, da die Nebelausläufer sehr diffus waren. Ingesamt konnte man das Erscheinungsbild des Merope-Nebels mit einem schwachen, diffusen Kometen ganz gut vergleichen. Die Beobachtungsversuche mit den Normalokularen blieben auch diesmal erfolglos. Anscheinend ist dieses Weitwinkelokular von eigentlich recht einfacher Bauart ideal, um diesen Nebel zu erkennen. Beobachtungsinstrument war der 4"/7 Refraktor.

Wenn die Bedingungen heute Abend wieder passen, werde ich den Merope-Nebel nochmal unter die Lupe nehmen,

Viele Grüße und klare Nächte,

Stefan
 
Hallo Ralf,

verwendet habe ich ein 15mm Weitwinkelokular von TS.
Um Reflexionen und Überblendung auszuschließen, habe ich Merope und alle anderen hellen Sterne sogar aus dem Gesichtsfeld genommen.
Der Nebel war immer noch da. Außerdem war um Merope von einem Halo oder einer Reflexion überhaupt nichts zu sehen. Wie gesagt, kein Taubeschlag, saubere Optik und Okulare.

Viele Grüße,

Stefan
 
Hi,

also Filter helfen da keine und der Nebel ist bei guten Bedingungen schon mit 3" sichtbar.

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,

dass stimmt, mit Filter hab ich's auch probiert, hat nicht wirklich was gebracht.

Zu Ralf:
ich meine natürlich den Tempel-Merope-Nebel, NGC1435.
Der Barnard-Merope-Nebel IC 349, liegt natürlich weit außerhalb der Reichweite eines 4" Teleskops.

Viele Grüße,

Stefan
 
Der Meropenebel macht zunächst Schwierigkeiten - wenn man ungeübt ist. Das erste Zeichen für eine Sichtbarkeit besteht darin, dass die "Nebelhülle" um Merope größer ist als die um Alkyone und Elektra. Beide Sterne sind deutlich heller als Merope und erzeugen größerer Reflexionshöfe im Okular. Da aber der Hof von Merope am größten ist, sieht man neben der reflexion auch den Nebel. Wenn man erst mal so weit ist, kann man versuchen, Asymmetrien aufzuspüren. Auch das gelingt oft.
Noch weiter kommt man nur, wenn der Himmel sehr durchsichtig ist. Das macht mehr aus als ein Okular mit geringfügig anderer Brennweite.
Wie Lots schon schrieb: Nebelfilter haben auf Reflexionsnebel keine kontraststeigernde Wirkung.
 
Moin Ralf!

> Mit 4" ist das definitiv nicht möglich.

Sorry, aber der Merope-Nebel ist 1859 von W. Tempel eben genau mit einem 4"-Refraktor entdeckt worden. (siehe: Burnham's, S. 1880). Als Hinweis wird hier gegeben, Merope selbst außerhalb des GF zu halten, damit man den Nebel besser erkennt. (was Stefan ja auch gemacht hat, wie er oben schreibt.)
 
Zitat von winnie:
der Merope-Nebel ist 1859 von W. Tempel eben genau mit einem 4"-Refraktor entdeckt worden. (siehe: Burnham's, S. 1880)

Hallo Micha,
den gesamten Beobachtungsbericht von Tempel über den Merope-Nebel kann man auch in der Abhandlung "Über Nebelflecken-nach Beobachtungen, Wilhelm Tempel, Prag 1885" nachlesen. Das Buch kann u.a. in der Bibliothek der Archenhold-Sternwarte in Berlin eingesehen werden. Ist echt interessant.

Viele Grüße,

Stefan
 
Hallo Uwe,

das ist ja interessant. Um die helleren Plejadensterne waren tatsächlich schwache Höfe zu erkennen. Aber um Merope, überhaupt nichts. Der Stern stand knackscharf und klar im Gesichtsfeld. Und direkt südlich dann dieser deutliche Nebel, der sich aber, wie erwähnt, nicht bis Merope ausdehnte, sondern getrennt im Raum stand. Bei indirektem Sehen tauchten sehr schwache Ausläufer auf, die aber beim direkten Blick auf den Nebel wieder verschwanden, deshalb bewerte ich diese Sichtung als unsicher und unzureichend.

Viele Grüße,

Stefan
 
Hallo Micha,

ja, genau jener 4"er von Steinheil war's, bei 24-facher Vergrößerung und einem Gesichtsfeld von etwas mehr als 2° übrigens.

Gruß,

Stefan
 
Moin Stefan!

Ich hab' gerade nachgeguckt: Das Tempel-Buch ist auch im Präsenzbestand der Kieler UB vorhanden - das werde ich mir bei Gelegenheit mal ansehen...

Sind in dem Buch Angaben zur Teleskopkonstruktion gemacht, oder woher hast Du die Vergrößerungsangaben? Mich interssiert vor allem diese eigenwillige Azimutalmontierung seines Refraktors...

Man muß sich mal überlegen, was die Kollegen damals zur Verfügung hatten: Unvergütete Optiken und schwierig handhabbare Konstruktionen - die damaligen Steinheils mit ihrer frontseitigen Flintglaslinse neigten dazu, im Laufe der Zeit durch Umwelteinflüsse "blind" zu werden. (Das ist einem der Kieler Refraktoren seinerzeit mal passiert, deshalb...)

Okay, genug OT... ;)
 
Hallo Leute,

Äpfel und Birnen.
Die Mehrheit redet offensichtlich vom Reflexionsnebel um/bei Merope.
Im Link von Ralf geht es um das kleine Merope-Nebelchen direkt am Stern.

Gruß
*entfernt*
 
Moin Günther!

Das wurde oben schon klargestellt:
"ich meine natürlich den Tempel-Merope-Nebel, NGC1435.
Der Barnard-Merope-Nebel IC 349, liegt natürlich weit außerhalb der Reichweite eines 4" Teleskops."


Wenn man "Merope-Nebel" liest, ist normalerweise immer Ersterer gemeint...
 
Hallo Micha,

sorry das habe ich überlesen.
Dann ist ja alles gut.
Eigentlich weiß ichs auch nur, weil ich den Kleinen dieses Jahr mit meinem neuen 12er + Blende mal versuchen will.
Wers nicht probiert, hat von vorne herein verloren. ;)

Gruß
*entfernt*
 
Zitat von winnie:
Sind in dem Buch Angaben zur Teleskopkonstruktion gemacht, oder woher hast Du die Vergrößerungsangaben? Mich interssiert vor allem diese eigenwillige Azimutalmontierung seines Refraktors...

Hallo Micha,

genaue Angaben zu der Konstruktion des 4" Refraktors sind dort nicht drin.(Es sei denn ich hab was überlesen) Aber es ist gut die Leistungsfähigleit des Refraktors beschrieben, die seinerzeit wohl ganz gut gewesen sein muss. Jedoch wie erwähnt, sind genaue Angaben zur verwendeten Vergrößerung und der Beobachtungstechnik enthalten.
Es sind aber genaue technische Angaben zu den beiden Refraktoren Amici 1 und Amici 2 der Sternwarte in Arcetri, in dem Buch vorhanden.

Grüße,

Stefan
 
Hallo Stefan,
dann war ich da wohl auf dem Holzweg, sorry.
Ich dachte wirklich, Du meinst den kleinen.
Denn den großen kenne ich eigentlich nur so, daß er den Stern komplett einschließt.
Insofern hast Du also schön die alten ersten Beobachtungen bestätigt.
 
Hallo zusammen,

anbei schicke ich der Vollständigkeit halber noch die Zeichnung des Merope-Nebels nach.

Bilddaten:
-30.09.2011/01:45 MESZ
-Himmel: Bortle 3
-Teleskop: 100/700mm Refraktor
-Vergrößerung: 47x

 

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Hey,

konnte die gestrige Nacht nutzen um mal einen genauen Blick auf M 45 zu werfen. Helle Reflexionshöfe waren dabei deutlich um die hellen Plejadensterne zu sehen. Um Merope zog sich jedoch ein großes Dreieckiges Nebelgebiet mit einer flächigen, runden Aufhellung.


03.10.11 03:30 MESZ
Dobson 8"/f6
Bortle 3
bei 38X

Grüße

Alex
 

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Hi Alex,

hast die letzte Nacht ja nochmal voll ausgenutzt. Ich fand`s echt sch..., dass ich nicht kommen konnte, bei dem klaren Himmel, der sich am Abend schon wieder angekündigt hat...auaha
Super Zeichnung übrigens- so schön kann der Merope-Nebel zur Geltung kommen.

Gruß,

Stefan
 
Hallo Alex,

wir hatten vpr zwei Tagen einen 8" ebenfalls auf die Plejaden gerichtet - deine Zeichnung ist gut, wie hatte aber das Gefühl, dass auch zwischen den Sternen ein leichter Nebelschleier lag. Oder war es der Dunst zu später Stunde ...

CS,
Stefan
 
Hey Stefan,

den Dunst zu später Stunde hatte ich hier auch. Am Ende meiner Beobachtungsnacht hielt ich nochmals kurz auf die Plejaden um nochmal einen Eindruck zu sammeln. Zu dem Zeitpunkt war jedoch alles viel Verschleierter, was ich wie du schon sagtest dem Nebel zuschreibe. Auf jeden Fall muss die Sichtung in der nächsten guten Nacht nochmals überprüft werden.

Grüße

Alex
 
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