Messier Marathon 22./23.03.2020

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Ulli_K

Aktives Mitglied
Hallo zusammen
letzte Nacht war es super klar, recht frisch und es ging ein eiskalter Wind.
Ich habe mich mit meinem 10" Dobson auf den Hügel hinter unserem Dorf gestellt und die ganze Nacht durch beobachtet. Auf dem Dobson war mein Tak Sky90 als Supersucher aufgesattelt. 99 von 110 Objekten hab ich geschafft, bei einem bin ich mir nicht ganz sicher (M33). In der angehängten Liste habe ich meine kurzen Notizen zu jedem Objekt zusammengestellt.
Es war mein erster Messier Marathon und ich habe seit eine paar Jahren nciht mehr visuell beobachtet. Meistens fotogrpahieren ich, so wie auch die kommende Nacht. Es hat viel Spaß gemacht, aber war vor allem am Abend und am Morgen recht stressig. Da sind mir auch die Objekte durch die Lappen gegangen.

War ein tolles Erlebnis.
Viele Grüße und CS
Ulli

Messier Marathon Ergebnis1_Seite_1.jpgMessier Marathon Ergebnis1_Seite_2.jpgMessier Marathon Ergebnis1_Seite_3.jpgMessier Marathon Ergebnis1_Seite_4.jpg
 
Hallo Ulli,

Gratulation, zu deinem ersten Marathon, ein respektables Ergebnis. Am Morgenhimmel hast du viele kritische Objekte im Schützen geschafft.

Ich werde heute Abend an den Start gehen. Wollte auch gestern, da war es aber zu windig. Heute soll es nicht ganz so schlimm werden.

Das wird jetzt, glaube ich mein fünfter Marathon. Beim letzten 2017 hatte ich 101 Objekte. Die beiden schwierigen Galaxien M74 und M77 hatte ich auch verpasst. Nach viel Sucherei hatte ich es gelassen und gerade noch den tiefstehenden M79 erwischt.

Viele Grüße
Andreas
 
Gratuliere Ulli,

das kann sich sehen lassen.
Die Bedingungen für einen Messiermarathon sind ja geradezu genial zur Zeit ... durchweg klare Nächte, kaum Flugzeugspuren, ausgeruhte Astronomiker infolge Quarantäne, Homeoffice & Co. ;)
Ich müsste da auch endlich mal ran an die Geschichte, habe gestern zu Beginn der Nacht wahllos ein paar Messiers mit dem Groß-Fernglas abgegrast.

Viele Grüße

Rene
 
Hallo Andreas,
wie war dein Messier Marathon?
Ist sonst noch jemand Marathon-mäßig unterwegs?

Bei uns ist es immer noch sehr windig, mit diesem eiskalten böigen Wind. Das war das größte Problem. Glücklicherweise konnte ich die meiste Zeit im Windschatten meines Autos sein, aber für ein paar Objekte im Schwan musste ich voll in den Wind.
Gruß
Ulli
 
Hallo Ulli,

mein Messier Marathon war anstrengend, weil kalt und windig. Ich habe auch meistens aus dem Windschatten des Autos beobachtet. Nur für Leier/Schwan musste ich voll in den Wind. Ich glaube aber, bei dir am Vortag war es heftiger. Dieses mal hatte ich vier Pausen zu je 1/2 Stunde eingelegt und mich ins Auto zurück gezogen. Ab der zweiten Pause dachte ich jedesmal dran, zusammen zu packen, habe aber doch den inneren Schweinehund überwunden.

Außer Temperatur und Wind war es wettermäßig aber ganz gut. Wenigstens blieb alles trocken und vor Tau/Reif verschont. Im Zenit hatte der Himmel 20.8 bis 21.2 mag/arcsec^2. Nur empfand ich den Himmel in Richtung Horizont etwas dunstig. Vor allem die Lichtglocke vom 50km südlich gelegenen Frankfurt war störend.

Insgesamt habe ich genau 100 Messier Objekte geschafft. Die zur Beobachtung nutzbare Zeit wird ziemlich genau von den nautischen Dämmerungszeiten begrenzt.

Kritische Objekte am Abendhimmel:
M79: Erstes gesehenes Objekt, große Flächenhelligkeit, deswegen noch vor M77 und M74
M77: Zweites gesehenes Objekt, einfacher als M74 weil kompakter und mit hellem Kern. Ausgangsstern delta_Cet finden war nicht ganz leicht.
M74: Nicht gesehen, Objekt zu diffus, Himmel zu hell, tiefer Stand. M74 hatte ich bisher nur einmal, bei einem Marathon im ersten Märzdrittel gesehen.
M33: Wegen zu langem Verweilen bei M74 habe ich M33 verpasst. War schon zu tief.

Danach weiter in And, Per und Cas und durch die Wintersternbilder, angefangen von Süden, um den tief stehenden M93 nicht zu verpassen.

Nach der ersten Pause vorwiegend Galaxien in Leo, UMa, CVn, nach einer weiteren Pause dann in Com, Vir. Lediglich bei der tief stehenden M83 hatte ich Schwierigkeiten wegen der Lichtglocke im Süden. Letztlich konnte ich aber den Galaxienkern erkennen, neben einer markanten Dreier-Sternkette.

Nach der dritten Pause zuerst Lyr und Cyg, dann weiter in Richtung Oph und Sco, überwiegend Kugelsternhaufen. M19 und M62 sind etwas schwierig, da diese tief stehen. Beide könnte man später zusammen mit M6 und M7 mitnehmen, da sich für diese vier das Sternmuster rund um theta_Oph gut als Ausgangspunkt eignet.

Zum Schlussspurt dann die Milchstraße vom Schild runter in den Schützen.

Kritische Objekte am Morgenhimmel:
M6: 97. Objekt, eigentlich relativ einfach. Der nahe M7 stand leider noch unterm Horizont.
M15: 98. Objekt, hell, ausreichend hoch, recht einfach zu finden.
M2: 99. Objekt, hell, ausreichend hoch, recht einfach zu finden, wenn man sich von M15 über epsilon_Peg vorabreitet.
M72: Nicht gesehen, schwacher Kugelsternhaufen, Himmel schon recht hell
M73: Nicht gesehen, das Sternmuster müsste eigentlich machbar sein. Ich hatte keine Vorstellung, wie das aussehen soll.
M54: Nicht gesehen, erst sehr spät überm Horizont. Außerdem habe ich mich mit M72 und M73 zu lange aufgehalten.
M7: 100. Objekt, jetzt überm Horizont. Letztes Objekt um 5:00, danach Himmel zu hell.

M69, M70, M75, M55, M30: nicht versucht / nicht möglich

Viele Grüße
Andreas
 
Vor 14 Jahren (25. März 2006, also genau heute!) hatte ich auch mal so einen Messier-Marathon gemacht.
Und ich erinnere mich immer noch sehr gerne daran.
Ist natürlich schon teilweise anstrengende Arbeit, aber hinterher ist man dann sehr stolz drauf.
Und man liest dann auch immer sehr gerne die Berichte und Erfahrungen von anderen Beobachtern! (y)

Sonnige Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben