Messiermarathon 2026

Ulli_K

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
Eine tolle Beobachtung Nacht geht zu Ende. Dieses Jahr konnte ich wieder einen Messier Marathon machen, nachdem es letztes Jahr nicht geklappt hat.
Insgesamt 99 Objekte habe ich geschafft. Vier habe ich zwar richtig eingestellt, aber nicht gesehen. Die restlichen sieben habe ich gar nicht mehr einstellen können.
Was ich richtig krass fand, sind die unglaublich vielen Satelliten. Am Abend und am Morgen waren eigentlich ständig mindestens ein bis drei Satelliten im Bildfeld.
Viele Grüße und einen schönen neuen Morgen!
Ulli
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Wie cool, Ulli! Ich hab heute Nacht auch einen gemacht. Meinen ersten. :)

Es klingt als hättest du schon öfter einen gemacht. Richtig?

Auch mir ist aufgefallen, wie enorm die Zahl der Satelliten war. An den Satelliten hab ich gemerkt, dass bald die Sonne wieder kommen wird, wenn die schon im Licht sind.

Wo warst du? Ich Nähe Stuttgart.
Hab es vorgestern schon probiert, aber bin gleich an M74 und M77 gescheitert und hab verstanden, dass der Platz nicht optimal war und hab dann lieber gar nicht erst weitergemacht sondern eine Nacht später nochmal woanders probiert.

Gruß Sebastian

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Hallo Sebastian,
Das war glaube ich mein dritter Marathon. Bisher bin ich immer auf max. 99 Objekte gekommen. Kritisch waren bei mir am Abend M 74, M 33 und M110. Am Morgen haben mir die Kugelsternhaufen im Schützen gefehlt und die Objekte im Wassermann.
Die Nacht war wirklich perfekt, kaum Wind und nicht so kalt. Ich hatte gehofft, vielleicht sogar noch Polarlichter zu sehen, aber da hat sich nichts gezeigt.
Beobachtet habe ich mit einem Takahashi Sky 90 mit 40 mm Pentax XL (sozusagen ein Supersucher mit 12,5x) und einem TSA 120 mit einem 19 mm Panoptic. Gelegentlich habe ich auch etwas höher vergrößert.
Beide waren parallel montiert, mit einem Telrad Sucher.
Als Hilfsmittel verwende ich den Messier Guide von Oculum und den Karkoschka (die Kartenausschnitte passen super zum Sky 90).

Bei dir ist das ein 12“ oder 14“ Dobson?

Viele Grüße,
Ulli
 
Hallo Ulli,

mir ging es vorgestern mit M74 genau so: Ich hab definitiv den richtigen Fleck gehabt und gewartet und gewartet und gehofft, dass mit zunehmender Dunkelheit die Galaxie erscheint, aber irgendwann sind die Sterne immer blasser geworden und dann war klar, dass es vorbei ist. Da hab ich verstanden, dass es zu diesig war und ich im Westen zwar freien Horizont hatte, aber auch durch eine 2 km entfernte Stadt Lichtverschmutzung, die durch den Dunst multipliziert wurde. Deshalb hab ich gestern den Standort gewechselt. Das war besser.

Ja, ich hab ein 12,5'' Dobson (318mm/1900mm). Das hab ich mir geleistet, als ich mit mir selber eine Wette eingegangen bin: Wenn ich mit meinem damals aktuellen 114mm-Newton alle Messierobjekte in einem Jahr schaffe, darf ich mir ein größeres gönnen. :) Da hat mir "Die Messierobjekte. Das Handbuch für Himmelsbeobachter" von Koch und Korth geholfen.

Die große Öffnung hilft enorm. Ich hab inzwischen viel Übung mit dem Dobson. Arbeite auch mit Telrad und hab so schon über 1000 Objekte aufgesucht. So bin ich gestern auf insgesamt 103 Objekte gekommen.

Ich hab zwar mehr Öffnung, aber um dein weiters Gesichtsfeld beneide ich dich. Das macht das Auffinden sicher angenehmer und dass du zwei Rohre zur gegenseitigen Bestätigung hast, ist sicher viel wert, oder? Wahrscheinlich bist du stressfreier durch die Nacht gekommen.

Find ich spannend, dass wir dieselben Schwierigkeiten hatten:
Am Abend waren M 74 und M 110 die größten Herausforderungen. Als ich M 110 sicher hatte, wusste ich, dass ich ein bisschen Zeit hatte und hab M 74 noch einmal angeschaut, weil ich sicher sein wollte, dass ich mir nichts einbilde.

Kritisch war auch M 68. Die hätte ich fast verpennt und die war schon sehr weit unten. Sie liegt ja ziemlich südlich und Ich hatte das gar nicht auf dem Schirm, dass ich die rechtzeitig im Blick haben muss, weil ich einfach die Liste abgearbeitet hab. Da hatte ich Glück. 30 Minuten später wäre vielleicht schon zu spät gewesen.

Am Morgen hatte ich dann so weit abgearbeitet, dass ich warten musste, bis das nächste Objekt genügend Höhe hatte um aus dem Dunst rauszukommen. Ich hatte die nautische Dämmerung völlig unterschätzt. Ich wusste, dass ich schnell sein musste und hatte einen klaren Plan - mehrere sogar, je nachdem wie hoch der Dunst stehen würde - aber nach dem Ende der astronomischen Dämmerung konnte ich nur noch M 7 und M 72 sehen. M 69 (Schütze) und M73 (Wassermann) hab ich noch versucht und vielleicht auch gesehen, aber da war ich nicht sicher. So hab ich sieben Morgenobjekte nicht mehr geschafft. (Schütze 69, 70, 54, 55, 75, sowie Steinbock 30 und Wassermann 73).

Grüße und CS
Sebastian
 
Wie ich im Lauf des Tages feststellen konnte, hat ein Messiermarathon neben dem Beobachtungssport auch eine reale sportliche Seite: für jedes der 110 Objekte ein paar mal in die Hocke gehen, um durch den Telrad zu peilen, aufstehen, hinsetzen, zur Karte gehen…
Da kommt ganz schön was zusammen. Darum hab ich jetzt ein bisschen Muskelkater in den Beinen :LOL:
 
Hallo Ulli

Was machen die Oberschenkel? Inzwischen wieder ausgeschlafen?

Hier noch ein paar Einblicke in meine Vorbereitung.

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ich hab versucht mir für den Endspurt der Morgenobjekte eine optimale Strategien zurechtzulegen. Dazu hab ich die Höhe der Objekte zur Uhrzeit und zu den Dämmerungsstufen eingetragen. Von Hand aber auch mit KI. Ich hab festgestellt, dass viele der im Netz und Literatur kursierenden Routen/optimale Reihenfolgen/Listen gar nicht so optimal für so nördlich gelegene Gebiete wie Deutschland sind.

Wie hast du dir die Route zusammengestellt?
@all: Hat jemand anderes auch schon einen Messiermarathon versucht? Was sind eure Erfahrungen?

Gruß Sebastian
 
Hallo Ulli & Sebastian,

Ihr seit ja Profi-Marathon-Spechtler!

Ich bin am Freitag ganz zufällig über euere Beiträge gestossen. Sehr beeindruckend wie viele Messier-Objekt Ihr geschaft habt!!!
Hatte mich schon gewundert ob überhaupt jemand im BW solch einen Messier-Marathon durchzieht.

Da ich ebenso am 18. März meinen ersten Versuch gemacht hatte, hab ich mich kurzerhand im Forum angemeldet um meine Erfahrungen zu schildern.

In der Ausgabe Nr. 56 von "Astronomie - Das Magazin" war ein Artikel über einen "Stadt-Marathon" mit Objekttabelle und Hinweisen zur Beobachtbarkeit. Also genau das richtig für den lichtverschmutzen Stuttgarter Nachthimmel. Die Reihenfolge mit der Sternenkarte gecheckt und für gut befunden. Tabelle noch mit Größenangaben und die Kartennummer aus dem Karkoschka-Atlas ergänzt. Am 12. März hab ich eine Beobachtungsplatz bei Waldenbuch ausgesucht der möglichst dunkel & viel Himmel bietet. Sicht war vielversprechend, auch wenn M74 und M77 schon untergegangen waren. Eine Okularauswahl getroffen um mit drei Okularen (XW20, XW10, NAV5) sowie 2 Zusatzokularen mit schon angesetztem Filter auszukommen. Dann noch Überlegungen für die Notierung der Sichtungsergebnisse gemacht. Ich hab natürlich nur unter 80 Objekte anvisiert, also 5-6 Minuten pro Objekt - dass sollte doch reichen.

Am 18. März war die Nacht wolkenlos angesagt und ich hatte (nur da) Zeit. Als meinen Takahashi FC-100dc (100/740), Montierung, Stuhl, Essen&Trinken, Atlas und Okularauswahl, Stirnlampe, Stuhl, Liste, Schreibblock, Diktiergeräte, uvm. zusammengepackt und zum Beobachtungsplatz aufgebrochen.

Temperaturen waren so zwischen 6°C und 0°C. Also noch ein Extra-Paar Socken angezogen!

Start war 20:00 Uhr. Schon während der Hinfahrt merkte ich, dass ich was vergessen hatte. Mein Fernglas um die Suche & Identifikation zu erleichtern, der OIII-Filter war auch nicht im Kästchen. Und eigentlich wollte ich doch die Okularplatte fürs Stativ mitnehmen?! Wir schon so gehen!
Na und die Transparenz war schon mal besser - aber das wird noch (hoffentlich).

Nach den ersten 23 Minuten hab ich M77 aufgegeben (M74 war ja ohnehin nicht auf meiner Liste). Weitere 17 Minuten später hab ich M31/M32/M101 gestrichen. Das gibt's doch gar nicht - normal ein kurzer Schwenk von Mirach - nur war der nirgends in der hellen Suppe zu sehen!

Mit bloßen Auge gibt der kleine Wagen auch nicht viel Preis: 3-4 Sterne sind einfach zu wenig! Sonst im 6x30-Sucher sichtbare Sternenhaufen war einfach "weg".
Ihr könnte euch sicher denke wo das Endet!

Na um 24:05 habe ich dann doch abgebrochen. Der Sternenhimmel hat sich schneller gedreht als ich per Star-Hopping die Messier-Objekte in "verwaschenen" Himmel erkennen konnte.

Fazit:
  • Ja klar hätte gar nicht erst anfangen sollen.
  • Die Anzahl der M-Objekte kann man an zwei Händen abzählen.
  • Ja aber Spaß hat's gemacht!
  • Anstrengend war es auch: Nix sitzen - Man muss sich ja immer "verbiegen" um durchs Teleskop zu schauen, Liste checken, Atlas blättern und vergleichen, kurz mal eine Notiz machen und auch mal so gen Himmel schauen. Also der Rücken hab ich am nächsten Morgen beschwert.
  • Unbedingt einen Timer mitnehmen!
  • Vieles gelernt ... für den nächsten Marathon ;)
Herzliche Grüße,
Horst
 
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