Hallo Ulli,
mir ging es vorgestern mit M74 genau so: Ich hab definitiv den richtigen Fleck gehabt und gewartet und gewartet und gehofft, dass mit zunehmender Dunkelheit die Galaxie erscheint, aber irgendwann sind die Sterne immer blasser geworden und dann war klar, dass es vorbei ist. Da hab ich verstanden, dass es zu diesig war und ich im Westen zwar freien Horizont hatte, aber auch durch eine 2 km entfernte Stadt Lichtverschmutzung, die durch den Dunst multipliziert wurde. Deshalb hab ich gestern den Standort gewechselt. Das war besser.
Ja, ich hab ein 12,5'' Dobson (318mm/1900mm). Das hab ich mir geleistet, als ich mit mir selber eine Wette eingegangen bin: Wenn ich mit meinem damals aktuellen 114mm-Newton alle Messierobjekte in einem Jahr schaffe, darf ich mir ein größeres gönnen.

Da hat mir "Die Messierobjekte. Das Handbuch für Himmelsbeobachter" von Koch und Korth geholfen.
Die große Öffnung hilft enorm. Ich hab inzwischen viel Übung mit dem Dobson. Arbeite auch mit Telrad und hab so schon über 1000 Objekte aufgesucht. So bin ich gestern auf insgesamt 103 Objekte gekommen.
Ich hab zwar mehr Öffnung, aber um dein weiters Gesichtsfeld beneide ich dich. Das macht das Auffinden sicher angenehmer und dass du zwei Rohre zur gegenseitigen Bestätigung hast, ist sicher viel wert, oder? Wahrscheinlich bist du stressfreier durch die Nacht gekommen.
Find ich spannend, dass wir dieselben Schwierigkeiten hatten:
Am Abend waren M 74 und M 110 die größten Herausforderungen. Als ich M 110 sicher hatte, wusste ich, dass ich ein bisschen Zeit hatte und hab M 74 noch einmal angeschaut, weil ich sicher sein wollte, dass ich mir nichts einbilde.
Kritisch war auch M 68. Die hätte ich fast verpennt und die war schon sehr weit unten. Sie liegt ja ziemlich südlich und Ich hatte das gar nicht auf dem Schirm, dass ich die rechtzeitig im Blick haben muss, weil ich einfach die Liste abgearbeitet hab. Da hatte ich Glück. 30 Minuten später wäre vielleicht schon zu spät gewesen.
Am Morgen hatte ich dann so weit abgearbeitet, dass ich warten musste, bis das nächste Objekt genügend Höhe hatte um aus dem Dunst rauszukommen. Ich hatte die nautische Dämmerung völlig unterschätzt. Ich wusste, dass ich schnell sein musste und hatte einen klaren Plan - mehrere sogar, je nachdem wie hoch der Dunst stehen würde - aber nach dem Ende der astronomischen Dämmerung konnte ich nur noch M 7 und M 72 sehen. M 69 (Schütze) und M73 (Wassermann) hab ich noch versucht und vielleicht auch gesehen, aber da war ich nicht sicher. So hab ich sieben Morgenobjekte nicht mehr geschafft. (Schütze 69, 70, 54, 55, 75, sowie Steinbock 30 und Wassermann 73).
Grüße und CS
Sebastian