Andreas_L
Aktives Mitglied
Hallo,
bekanntlich ändert sich bei einem Schmidt-Cassegrain mit Hauptspiegel-Fokussierung die Brennweite. Wie groß diese Änderung ist, habe ich mich schon öfters gefragt. Schließlich will man doch wissen, mit welcher Brennweite und damit Vergrößerung und Austrittspupille beobachtet wird.
Kürzlich habe ich an meinem C11 (Nominalwert f=2800mm, f/10) die Brennweite in Abhängigkeit der Hauptspiegelstellung gemessen. Um es vorweg zu nehmen, die Brennweite ändert sich erheblich, nämlich von 2500mm bis 3300mm.
Die Bestimmung der Brennweite erfolgte indirekt über die Messung von wahrem Gesichtsfeld (fov) nach der Sterndurchlauf-Methode und dem Durchmesser (d) der Okular-Feldblende. Die Brennweite ergibt sich dann aus f = d/tan(fov). Als Okular diente ein 18mm Kasai ortho.
Beginn der Messreihe war bei maximalem Backfokus. Die Messung habe ich bei jeweils einer Umdrehung des Hauptspiegel-Fokusknopfs wiederholt. Nachfokussiert habe ich durch Verschieben des Okulars und diverse Anbauteile am Okularauszug (Steeltrack, Zenitspiegel 2" und 1.25", Adapter). Hieraus ergaben sich dann folgende Messreihe:
Umdrehung - Brennweite/mm
0 3310
1 3220
2 3130
3 3040
4 2960
5 2880
6 2810
7 2740
8 2680
9 2620
10 2560
11 2500
Weitere Umdrehungen waren möglich, der Fokus aber nicht mehr erreichbar, da zu weit im Tubus.
Interresant ist auch, dass sich das Öffnungsverhältnis etwa zwischen f/9 und f/12 bewegt.
Die Durchlaufzeiten habe ich je Stellung 3-4mal gemessen. Die relative Schwankung liegt bei 0.5%. Ebenso lässt sich der Feldblenden-Durchmesser mit einer Schieblehre auf 0.5% genau messen. Daraus ergibt sich für die Brennweite ein Fehler von maximal 1%.
Der Nominalwert von 2800mm liegt etwa in der Mitte des zugänglichen Fokusbereichs - eine vernünftige Wahl von Celestron. Mit Standard 1.25"-Zubehör (1,25" Visual-Back, 1.25" Zenitprisma) liegt man etwas darunter, mit Standard 2"-Zubehör (2" Okularstutzen, 2" Zenitspiegel) etwas darüber. Benutzt man z.B. einen Baader-Steeltrack-Auszug liegt man bei 2900-3000mm, mit zusätzlicher Filterschublade schon bei 3100-3200mm und mit Bino dann fast am Anschlag bei 3300mm.
Vielleicht ist das ein Ansporn für SC-Besitzer das selbst einmal zu messen, es muss ja nicht gleich eine ganze Messreihe sein. Eventuell können die Werte auf andere SCT's (C8, C14, Meade) skaliert werden?
Viele Grüße,
Andreas
bekanntlich ändert sich bei einem Schmidt-Cassegrain mit Hauptspiegel-Fokussierung die Brennweite. Wie groß diese Änderung ist, habe ich mich schon öfters gefragt. Schließlich will man doch wissen, mit welcher Brennweite und damit Vergrößerung und Austrittspupille beobachtet wird.
Kürzlich habe ich an meinem C11 (Nominalwert f=2800mm, f/10) die Brennweite in Abhängigkeit der Hauptspiegelstellung gemessen. Um es vorweg zu nehmen, die Brennweite ändert sich erheblich, nämlich von 2500mm bis 3300mm.
Die Bestimmung der Brennweite erfolgte indirekt über die Messung von wahrem Gesichtsfeld (fov) nach der Sterndurchlauf-Methode und dem Durchmesser (d) der Okular-Feldblende. Die Brennweite ergibt sich dann aus f = d/tan(fov). Als Okular diente ein 18mm Kasai ortho.
Beginn der Messreihe war bei maximalem Backfokus. Die Messung habe ich bei jeweils einer Umdrehung des Hauptspiegel-Fokusknopfs wiederholt. Nachfokussiert habe ich durch Verschieben des Okulars und diverse Anbauteile am Okularauszug (Steeltrack, Zenitspiegel 2" und 1.25", Adapter). Hieraus ergaben sich dann folgende Messreihe:
Umdrehung - Brennweite/mm
0 3310
1 3220
2 3130
3 3040
4 2960
5 2880
6 2810
7 2740
8 2680
9 2620
10 2560
11 2500
Weitere Umdrehungen waren möglich, der Fokus aber nicht mehr erreichbar, da zu weit im Tubus.
Interresant ist auch, dass sich das Öffnungsverhältnis etwa zwischen f/9 und f/12 bewegt.
Die Durchlaufzeiten habe ich je Stellung 3-4mal gemessen. Die relative Schwankung liegt bei 0.5%. Ebenso lässt sich der Feldblenden-Durchmesser mit einer Schieblehre auf 0.5% genau messen. Daraus ergibt sich für die Brennweite ein Fehler von maximal 1%.
Der Nominalwert von 2800mm liegt etwa in der Mitte des zugänglichen Fokusbereichs - eine vernünftige Wahl von Celestron. Mit Standard 1.25"-Zubehör (1,25" Visual-Back, 1.25" Zenitprisma) liegt man etwas darunter, mit Standard 2"-Zubehör (2" Okularstutzen, 2" Zenitspiegel) etwas darüber. Benutzt man z.B. einen Baader-Steeltrack-Auszug liegt man bei 2900-3000mm, mit zusätzlicher Filterschublade schon bei 3100-3200mm und mit Bino dann fast am Anschlag bei 3300mm.
Vielleicht ist das ein Ansporn für SC-Besitzer das selbst einmal zu messen, es muss ja nicht gleich eine ganze Messreihe sein. Eventuell können die Werte auf andere SCT's (C8, C14, Meade) skaliert werden?
Viele Grüße,
Andreas