MGEN Guiding bei LuckyImaging (DS) mit ASI224

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Jonas242

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Hi,

ich habe mir vor kurzem eine asi224mc zugelegt und möchte damit auf DS-Jagd gehen, hauptsächlich etwas größere Planetarische Nebel aber auch hellere DS-Objekte wie z.B. der core von M42 ..

Das Ganze möchte ich nach der Kurzbelichtungstechnik machen, um eben dem Seeing ein Schnäppchen zu schlagen .. Beispiele für solche erfolgreiche Aufnahmen gibt es ja ne Menge ..

Was bei meinen "normalen" DS-Aufnahmen keinerlei Problem darstellt (siehe http://www.astrobin.com/users/Jonas242/) - funkt mir hier allerdings gewaltig dazwischen - das Guiding ..

Normales DS-Setup:
- NEQ6, Mgen an 240mm Sucher, 90/600er bzw 65/420er APOs - 1100Da
- Aufnahmen von 15-20min, ISO 200 ..
- Mgen: EXP 1000, Thres 1-3, Gain je nach vorhandenen Sternen 2-7, Ortho nach erfolgter Kalibrierung natürlich 99-100%
- Einstellungen für Ra/Dec sind auf den Defaults, wie sie für Sucher-Guiding empfohlen werden ..

funktioniert so perfekt, Grenzen der Belichtung gibts nur durch den Himmel .. Sterne sind perfekt rund .. alles ok ..

Nutze ich hingegen exakt das gleiche Setup für DS mit der ASI224 - und gehe dort auf Belichtungen von 0.5 - 3s bei Gain 200-400 - zerhaut mir das Guiding im Prinzip jedes Frame .. Sterne sind nicht rund .. alles verzogen. Schalte ich das Guiding aus, tut's einigermassen - aber ich habe dann natürlich eine kleine Drift - welche sich dank nicht nutzbarem Dithern durch Streifen im Hintergrund des gestretchten Stacks zeigt (Darks mildern ab, beseitigen aber nicht ganz, den FireCapture Darkabzug kann man ziemlich knicken)

...

Daher meine Frage:
- hat wer Erfahrungen mit Sucherguiding bei kurzen Belichtungen? - Und hat evtl Tips zu den Mgen-Einstellungen für diesen Fall?
- was sind generell empfehlenswerte Gain/Exp-Settings für die ASi224 für DS/PN per LuckyImaging? - ich würde Gain 200 bei 1-3s EXP bevorzugen ..

Jonas
 
Hallo Jonas,

ich mache mir aktuell ähnliche Gedanke wie Du. Ich kämpfe ebenfalls mit den Streifen:

zum Thread

Zu Deinen Fragen:

* bei 1s EXP sehe ich deutliche Unterschiede in der Fläche der Sterne zwischen den einzelnen Aufnahmen. Daher geht diese EXP schon in die richtige Richtung.

* bei 1s EXP wäre eventuell eine etwas höhere Gain nicht schlecht. Das Ausleserausche nimmt dadurch nochmal etwas ab.
Vielleicht wäre hier 300 ein guter Startwert.

* Zum Streifenproblem: Hier würde eventuell folgender Weg gangabr sein.
1) ohne Guiding zum Beispiel 120x1s aufnehmen
2) dann dithern
3) dann wieder 120x1s
4) und so weiter.
5) die Aufnahmen, die während des dithern entstehen sind natürlich verzogen und müßten auch mit aussortiert werden.

Viele Grüße
Martin







 
Hallo Jonas,

als ich noch mit der Watec 120N und dem USB AD-Konverter von TIS Aufnahmen gemacht habe, da produzierte mir der (ansonsten hervorragende) AD-Konverter auch Streifen. Die bemerkte ich aber erst, als ich mal versuchsweise nachführte. Vorher hatte ich die Montierung immer frfei laufen lassen und durch Fehler in der Polausrichtung immer eine gewisse Drift senkrecht zu den Streifen, so dass ich während den Aufnahmen die Objekte mehrmals wieder rezentrieren musste. Die Einzelaufnahmen hatten eine Belichtungszeit von 10 Sekunden, die Videos eine Länge von ca. 32 Minuten (192 Aufnahmen). Ich habe das Nachführen dan sein lassen und wieder die Drift zugelassen. Die Kunst ist jetzt, die Drift so einzustellen, dass die Sterne auf den Einzelaufnahmen noch annähernd rund sind, aber die Drift während der Aufnahmen mindestens die Breite von einem hellen und dunklen Streifen überstreicht. Dadurch werden beim Stacken die Streifen verwischt und der Hintergrund sieht wieder gleichmäßig aus.
==> Guiding gibt Streifen. Zu kleine Drift gibt Streifen. Drift parallel zu den Streifen gibt Streifen. Große Drift senkrecht zu den Streifen gibt keine Streifen im Summenbild, aber abhängig von der Belichtungszeit eventuell unrunde Sterne, und das Bildfeld muss beschnitten werden, damit nur das Bildfeld, dass auf allen Einzelaufnahmen drauf war, übrig bleibt.

Schönen Gruß
Manfred
 
@Torsten ok konstruktive Kritik sieht anders aus, dann nochmal so: für die Kalibrierung der Einzelframes wäre es vorteilhafter wenn der automatische Darkabzug nicht nur über ein einzelnes Darkframe sondern über eine konfigurierbare Anzahl an Darkframes (gemittelt oder statistische Mittelung mit Entfernung von Ausreisern wie Sigma/Windsor/Percentile) erfolgen würde. Dadurch wären die Einzelframes einfach sauberer .. und wenn wir schon dabei sind: gerade für Kurzzeitbelichtungen ist der Bias-Abzug sehr wichtig .. auch hier wäre ein Abzug einer konfigurierbaren Anzahl an Bias-Frames wünschenswert (ebenfalls Median/Sigma etc)

Danke :)


@Martin du meinst eine Art Fire&Forget-dithern. D.h. in meinem Falle, Dithern wäre eingeschaltet, ich lasse den Mgen eine Belichtungsserie von sagen wie 60s/Frame laufen - nehme mit der ASI aber nur 1s Frames auf - was bedeutet - alle 60x 1s Frames würde der Mgen einen Dither-Step einlegen - für die Zeitdauer des Ditherns sind die ASI-Frames natürlich für die Tonne - danach aber würde eine neue Serie von 60s starten - eben mit leichtem Versatz .. hmm .. das funktioniert garantiert ..


Jetzt muss ich nur noch mein Guiding so hinbekommen, dass es für die kurzen 1s ASI-Frames nicht zu aggressiv läuft und mir dadurch die Sterne nicht verzieht :)

Jonas
 
Hallo Jonas,

ja, so könnte es funktionieren. Leider spielt das Wetter ja gerade nicht mit. Bin aber gesapnnt auf Deine ersten Ergebnisse. Vielleicht kannst Du diese hier in diesem Thread zeigen.

Viele Grüße
Martin
 
Hi Jonas,

In FC v2.5beta kann man mittlerweile auch bis zu 50 Darks mitteln (Median oder Maximum). Eine Bias-Option werde ich nicht einbauen, da der Fokus von FC immernoch bei Mond/Planeten liegt und es für DSO-Aufnahmen auch deutlich bessere Tools gibt.

Nach meinen Tests mit der ASI224-COOL sollte man bei den Darks unbedingt den Maximum-Algorithmus verwenden. Damit bekommt man den Amp-Glow etwas besser in den Griff.

Gruß,
Torsten
 
Sooo ... nach gefuehlten 2 Monaten endlich mal wieder eine klare Nacht, und die perfekte Gelegenheit die ASI224 und das Guiding zu testen.

Ziel: Blue Snowball - NGC 7662
Optik: TS 90/600er Triplet

Hier erst mal das Ergebnis:
Link zur Grafik: http://abload.de/img/56073c2c5ad4ecb2ef5612zsgo.jpg


Durch die Forenbeitraege und Ausprobieren habe ich nun folgendes gemacht:

Darks:
- in Firecapture Darkframe-Abzug disabled, 16bit, Debayer aus, Files als FITS gespeichert
- Nach der AufnahmeSession 500 Darkframes aufnehmen lassen und diese in die Kalibrierung in PI eingehen lassen

Lights:
- 3s je Frame, Gain auf 300, Fokus per Live-View an einem einzelnen Sternche ..

Guiding:
- Guider-EXP auf 600ms runter, damit auch die Guiding-Steps auf 1x alle 600ms
- Dithering enabled
- im Mgen Exposure-Serie auf 3min gesetzt
- damit erzeugt der Mgen einen Dither-Step alle 3 Minuten - unabhängig davon ob der Mgen nun eine Cam ansteuert oder nicht .. Resultat: alle Frames sind in 3-Minuten-Blöcken deckungsgleich - und die einzelnen Blöcke haben einen leichten Dither-Versatz zueinander ..
... also eine Art Fire&Forget-Dithern - funktioniert einwandfrei :)

Stacking:
- PreProcessing-Script in PI, Darks + Lights, Flats hab ich keine gemacht, Windsor-Sigma-Stacking für Lights, Avg für Darks

das doch recht extreme Amp-Glow wird durch die Darks vollständig beseitigt - zum Glück ..

Resultat:
- Der Hintergrund war sehr sauber, keinerlei Streifenbildung wie bei meinem letzten Versuch mit dem Single-Dark-Abzug und ohne dieses Pseudo-Dithern
- das Guiding mit 600ms funktioniert irgendwie besser als vorher mit 1000ms, im Endeffekt hatte ich kaum Ausschuss-Frames - außer natuerlich die Frames, die während der Dither-Bewegung aufgenommen wurden ...
- ich denke die 3s Exp sind sogar noch etwas lang, hier kann man sicher noch weiter runter gehen um dem Seeing ein Schnippchen zu schlagen ..

für nur 90mm Öffnung und 600mm Brennweite bin ich mit dem Ergebnis doch echt zufrieden :)

Jonas
 
natuerlich, nur halt halt nicht ueber den automatischen einzeldarkabzug sondern einfach als eigenstaendige darkframe-session, die darks werden dann einfach beim kalibrierungs/stacking-prozess mit eingebunden ..

ohne darks laesst sich das recht heftige amp-glow auch nicht unter kontrolle bringen ..

Jonas
 
Hallo Jonas,

super, dass Du die Streifen so in den Griff bekommst.

Wieviele 3s-frames hast Du gemacht. Wieviele musstest Du wegen des Dithern rauswerfen?

Viele Grüße
Martin
 
ich habe 550 frames a 3s verwendet - den ausschuss durch's dithern kann ich dir nicht mehr exakt sagen, da ich dir teilweise schon vorm registrieren der frames geloescht habe ..

im endeffekt hast du aber halt immer so einen intervall:
- 3min normales guiding = 60 frames
- dither-step - dauert so 2-5 sekunden - also 2 frames ausschuss
- 10 sekunden warte-zeit ohne guiding (ist bei mir im mgen so eingestellt) - 3-4 frames ok
- neuer 3min guiding-frame = 60s
... und so weiter

bei 550 frames verwendungsrate kann man also von so 10 dither-bloecken ausgehen .. wie auch bei geditherten einzelframes waere hier mehr einfach besser ..

streifen sind keine mehr erkennbar - null nada nix .. hintergrund ist bis auf leichte vignette (wovon auch immer) absolut sauber


Jonas
 
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