MGEN Messung periodischer Schneckenfehler

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schubi

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Hallo Freunde der Astrofotografie,

ich habe eine ganz einfache Frage:

Wie kann man mit dem Lacerta Autoguider den periodischen Schneckenfehler einer Montierung ermitteln ?

In der Bedienungsanleitung konnte ich nichts finden.
Es wurde aber sicher schon gemacht.

Welche Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein ?


viele Grüsse

Christian
 
hallo Christian,

jaaa, ich weiss, da sollte ich auch eine Anleitung schreiben - ich verspreche es!

Es geht aber ganz einfach: Du musst beim Einschalten ein neues File öffnen, holst dir einen Leitstern in der Nähe des Äquators, stellst sie Toleranz auf 9,99 und die Aggressivität auf 1%, und stellst Mode 0 ein. Dann programmierst du eine Aufnahme von 20-30 Minuten (oder so lange du willst) und startest sie (es muss keine Kamera angeschlossen sein).

Durch diese Einstellungen macht der MGEN sehr lange Zeit gar keine Autoguiding-Korrektur (wenn du gut eingenordet hast), und zeichnet einfach nur die Bewegung des Leitsternes am Guidechip auf. Diese Bewegung enthält auch den periodischen Fehler, der übrigens gar nicht immer genau gleich aussieht. Überlagert wird er durch die Drift des Leitsternes wegen der nie ganz genauen Einnordung, aber eine recht gute Abschätzung ist möglich.

Wenn du dann die Guiding Parameter wieder optimal einstellst, kannst du auf dieselbe Weise ermitteln wie genau deine Montierung geguidet werden kann. Und ob es irgendwelche Probleme und Abweichungen dabei gibt.

Das ist IMHO noch wesentlich interessanter als der periodische Fehler, weil es dir sagt wie gut dein System mit dem Regelkreis Autoguider tatsächlich arbeitet. Der periodische Fehler kann sogar recht gross sein, wenn man ihn nur gut wegguiden kann, macht das ja nichts.

Eine Montierung die einen kleinen periodischen Fehler hat, erlaubt aber längere Guide-Belichtungszeiten und daher schwächere Sterne als Leitsterne, das wäre der Hauptvorteil. Besonders wenn du einen offaxis Guider verwenden musst, ist das schon interessant. Aber Vorsicht, viele Montierungen haben durch das innere Getriebe eine Unterperiode die sich überlagert, auch die sollte man wegguiden. Dann erreichst du eine Guide-Genauigkeit, die viel besser ist als das Seeing, welches meistens unsere Sterne fett werden lässt...

Zur genauen Auswertung empfehle ich das Programm von Knickohr, weil man damit ganz einzoomen kann und wirklich die einzelnen Guideimulse beobachten kann, und nicht nur Mittelwerte und Standardabweichungen bekommt, wie viele Programme es ausgeben. Sozusagen den Pulsschlag fühlen ;-)

Knickohrs Lacerta.exe findest du hier:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...287/Re_Erste_Erfahrungen_mit_Lacer#Post799287

Ich hoffe ich habs nachvollziehbar erklärt, gutes Gelingen!

lg Tommy
 
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