Microfokusierer - Motorfokus Selbstbau

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Silvio.Kl

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Hallo liebe Astrogemeinde !

Über den Selbstbau eines motorisierten Okularauszuges a la JIM NGF DX wurde ja schon einiges berichtet. Ich habe mich jetzt auch in den Kreis derer begeben, die ein solches Projekt in die Tat umgesetzt haben. Das was dabei herausgekommen ist, erweist sich meiner Ansicht nach nicht nur als brauchbar sondern auch als großer Vorteil bei der Beobachtung bezüglich auf Abbildungseigenschaften am Objekt, mit der ich nie gerechnet hätte.

Wer neugierig geworden ist, der findet meinen kompletten Selbstbaubericht mit Bildern unter folgendem Link!

Sk Astronomie
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
Das ist sehr sauber gebaut.
Besonders bei höherer Vergrösserung und knapp
bemessener Montierung ist dein Fokussierer ein
grosser Schritt zu mehr Beobachtungskomfort.
Der Test mit den Gegengewichten gefällt mir,mann,
da gingst du aufs Ganze!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Eine interesante Lösung. Was ich aber auf Deiner Seite gar nicht gefunden habe ist der "schwierige" Teil Mechanik. Wie ist denn der Auszug selber konzipiert? Und gekostet hat der gar nichts? Denn gerade die gute Führung und die Spielfreiheit ist doch das A und O. Und das größte Hindernis beim Selbstbau. Der Belastungstest ist sicher eine gute Aussage über den Antrieb. Aber wie verdreht oder verkippt sich das Ding denn in der Seitenlage?
Rolf
 
Hallo

Danke für die bisherigen Antworten.
Leider habe ich nur ein kostenlose Homepage wie sie viele Provider anbieten, und dadurch ist der Platz extrem begrenzt. Dadurch musste ich mich so kurz wie möglich halten und konnte nicht ins kleinste Detail gehen, aber dafür gibt es ja das Forum.

Also der von mir beschriebene Motorfokus ist sozusagen nur ein Anbau. Der OAZ selbst ist noch die Originalversion mit den ganz normalen Gleitlagerstreifen plus Feststellschraube. Das von mir angefertigte Gehäuse ist auf den OAZ angepasst worden. Ich habe die Maße vom OAZ erst auf dem Zeichenbrett und später auf eine 1mm starke Blechtafel übertragen. So entstand eine 1:1 Abwicklung. Die Bohrung für den OAZ wurde ausgebohrt und mittels einer Feile in formgebracht. Die Seitenteile wurden dann abgekantet und an den Nahtstellen verschweißt. Dann habe ich aus einem Stück Alu-Winkel-Profil eine Motorhalterung gefräst; ich hätte auch eine fertige kaufen können, aber ich wollte die Kosten so niedrig wie möglich halten. Durch das geschlossene Gehäuse wird die ganze Konstruktion sehr verwindungssteif. Die Materialien für das Gehäuse und Halterung sind Restbestände bzw. Altmetall gewesen, deshalb hat mich dieser Teil keinerlei Geld gekostet. Die Plexiglasplatte hat im Baumarkt 1,80 Euro gekostet und die 6 Schrauben mit Muttern ca. 2,10 Euro. Soviel dazu.

Den Test mit dem Gegengewicht habe ich nur gemacht, um auszuprobieren, ob die Konstruktion sich beim Anfahren verwindet oder die Zahnräder zum Verkanten neigen. Dies war nicht der Fall. Natürlich ändert sich das Spiel des OAZ selbst nicht, es verringert sich aber ein wenig und die Feststellschraube braucht man auch nicht mehr, da der OAZ sich durch das Getriebe kein bisschen bewegt. Was das Verkanten angeht, kann ich nur soviel sagen, dass ich meinen Justierlaser in allen Positionen (auch Überkopf und Seitlich) mehrmals Rein- und Rausfahren lassen hab und dabei ist der Laserpunkt immer in der Mitte der Hauptspiegelmarkierung geblieben. Er hat nicht mal gezittert. Als nächstes habe ich die ganze Prozedur noch mal mit einem 6mm Ortho unter realen Bedingungen am Mond und Planeten durchgeführt und konnte ebenfalls keinerlei Verkanten oder ähnliches feststellen, alles ließ sich super fein und sauber scharfstellen.

Mir ist natürlich bewusst, dass ich bei seitlicher Beobachtungsstellung den OAZ nicht mit 4500g belasten kann, da würde er mit Sicherheit verkanten, wenn nicht sogar wegbrechen. Aber wer hat schon solch schweres Zubehör, für meine Okulare bzw. SRL Kamera (Praktika MTL50) reicht es locker. Selbst wenn ich eine Videokamera dranhänge, hält alles noch super und verkantet nicht.

So, ich hoffe, ich konnte ein paar Fragen beantworten. Ansonsten freue ich mich über weitere Anregungen und stehe gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

MfG Silvio
 
Hallo Silvio und die andern,

Zitat:
Der Belastungstest ist sicher eine gute Aussage über den Antrieb. Aber wie verdreht oder verkippt sich das Ding denn in der Seitenlage?

Um die Leistung und Qualität der verschiedenen Okularauszüge direkt miteinander vergleichen zu können, gibt es ja (noch) keine exakt definierten Testkriterien. Das selbe gilt übrigens auch für Montierungen, Dreibeine usw. Sobald es solche solche Testkriterien geben würde, könnte man Okularauszüge mit harten Messdaten und nicht mit "hält's locker" und "bombig fest" miteinander vergleichen. Übrigens, wer sich die verschiedensten publizierten Tests aus Zeitschriften und dem Internet etwas kritischer durchliest, wird erkennen, wovon ich spreche.


Zitat:
Leider habe ich nur ein kostenlose Homepage wie sie viele Provider anbieten, und dadurch ist der Platz extrem begrenzt. Dadurch musste ich mich so kurz wie möglich halten und konnte nicht ins kleinste Detail gehen, aber dafür gibt es ja das Forum.

Die VdS-Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau bietet doch genug Webspace an, wenn auch nur mit sehr eingeschränktem Layout. So "raffiniertes" Java-Script, wie du es z.B. hast, gibt's da natürlich nicht.


Gruß Nirosta
Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau
 
Hallo Silvio, guuute Arbeit!Zur astronomischen Seite und dem gesamten Test brauch ich nichts hinzufügen, hätte
aber als Dreh- u Fräsmaschinen-"Besitzer" die Frage:
wie sieht Dein Maschinenpark aus? Hier ist vielleicht dafür nicht ganz das richtige Forum, aber, interessiert
vielleicht andere auch. Freu mich schon auf Deine weiteren
Beiträge! Cs, li Grü von Gerd
 
Hallo Leute,

damit es nicht zu Missverständnissen kommt, habe ich meinen Selbstbaubericht auf meiner Homepage noch einmal überarbeitet.

Also

Ich habe meinen originalen China OAZ in Anlehnung an die Konstruktion von Sven Wienstein umgebaut. Allerdings wollte ich eine vollkommen durch ein Gehäuse geschützte Konstruktion entwerfen, durch die das Getriebe und die Elektronik vor äußeren Einflüssen geschützt wird. Außerdem wird durch die Gehäusekonstruktion die ganze Geschichte sehr verwindungssteif. Ich hätte auch nur einen Balkenwinkel aus dem Baumarkt an den OAZ schrauben und darauf den restlichen Aufbau setzen können, da mir aber Mittel der maschinellen Bearbeitung zur Verfügung stehen, wollte ich diese auch nutzen und den Motorfokus so genau wie möglich anfertigen.

Und nun noch eine Anmerkung zum Test:

Ich kann „Nirosta“ nur zustimmen, solange es keine exakt definierten Testkriterien gibt, kann man auch keine exakten Aussagen über das Verhalten in Grenzsituationen von Okularauszügen oder anderer Geräte machen. Selbst wenn es diese Kriterien gibt, dann doch eher für industriell hergestellte Geräte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jeder Selbstbauer Unmengen von Kohle verpulvert, nur um die Materialbeschaffenheit usw. seines umgebauten OAZ zu testen. Die von mir angegeben Tests waren eher zur allgemeinen Erheiterung gedacht. Es ging nur darum, dass der gesamte mechanische und elektronische Ablauf auch funktioniert. Was nützt denn der schönste Motorfokusumbau, wenn es beim Anfahren das Getriebe zerreist oder der OAZ so schnell rausfährt, das er wegfliegt. Im Ernst mal, da kann ich mir auch eine Rakete mit Abschussrampe bauen.

Zum Schluss noch eine Frage an „Nirosta“

Ich finde Eure Seite „VdS-Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau“ super, ich weiß nur noch nicht, wie man Eure Webspace nutzt. Vielleicht könnt ihr mir da weiterhelfen.

Mfg Silvio
 
Hallo Silvio und die andern,

es gibt zwei Möglichkeiten, die Seite der Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau zu nutzen:

Zum ersten können Bilder von selbstgebauten Instrumenten eingestellt werden. Die Bilder mit etwas Text kann man dem Fachgruppenleiter (mir) zuschicken.

Als weiteres gibt es für die Fachgruppenmitglieder - siehe http://zellix.bei.t-online.de/fg/mitglieder.htm - die Möglichkeit, ihre Selbstbauberichte auf diese Seite zu bringen. Wer in der Fachgruppe mitmachen will, braucht dem Fachgruppenleiter nur eine E-mail schicken und bekommt dann ein Formular zum ausfüllen.

Freundliche Grüße, Herbert Zellhuber
Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau
 
Hi Silvio,

ein hübsches Teil!

Allerdings frage ich mich, wie Du noch von Hand fokussieren kannst, da ich keinen Hinweis darauf gefunden habe, wie man den el. Antrieb abkuppeln kann.

Gruß, Henning
 
Hallo

Ich bin gestern leider nicht mehr zum Schreiben gekommen, selbiges werde ich jetzt nachholen.

Ersteinmal schönen Gruß und Danke an Gerd aus Graz. Du wolltest etwas zu den von mir verwendeten Maschinen wissen.

Also an meinem selbstgebastelten Motorfokus sind die Maschinen weniger im Einsatz gewesen als wie z.B. bei der Standsäule oder beim Laser. Demnächst sollen sie aber wieder mehr zum Einsatzkommen wenn das Projekt Montierung beginnt.

So nun zu den Typen:

Die Werkzeugmaschinen gehören nicht mir sondern meinem Vater. Sie sind Überbleibsel der Sozialistischen Planwirtschaft, aber dafür Absolut präzise.

Fräsmaschine:

Typ: TOS FN-20 Drei Ebenen Werkzeugfräsmaschine
Made in Czechoslovakia (Tschechien)

Drehmaschine:

Typ: KARD EMU-250 ca. 800kg
Made in Hungary (Ungarn)

Sonstiges: Ständerbohrmaschine, Schweißgeräte, Große Blechschere usw..
Messmittel: Verschiedene Lehren, Messuhren, Messschraube, Messschieber, Messmikroskop, Anrisstisch mit Höhenanrisslehre, und noch etlicher Grimsgrams.

So ich hoffe, dass reicht erst einmal. Um alles aufzuzählen, bräuchte ich wahrscheinlich etliche DIN A4 Seiten. Alleine das von mir noch nicht erwähnte Zubehör für die beiden Werkzeugmaschinen würde schon den Rahmen sprengen.

So jetzt wieder zum Thema

Lorchi hatte eine Frage zur Kupplung des OAZ

Da das Drehzahlband meines Motorfokusieres sehr breit gestreut ist, habe ich auf eine direkte Kupplung (auch aus Platzgründen) verzichtet. Für den Fall eines Motoren- oder Stromausfalles gibt aber eine Notkupplung. Mittels lösen zweier Langlochschrauben lässt sich der gesamte Antriebsblock von der Welle des OAZ trennen und schon kann man mittels Handrad fokussieren. Das ganze geschieht blitzschnell und ohne ins Gehäuse einzugreifen oder den Deckel zu öffnen. Wenn der Strom wieder da ist, schiebt man den Antriebsblock einfach wieder ran, zieht die Schrauben fest und los geht’s wieder mit dem Motorfokus. Wie gesagt, dies ist mehr eine Notlösung, da ich den nächsten OAZ komplett aus einem Stück fertigen werde, wird dann auch natürlich eine permanente Kupplung eingebaut. Ich bastele zur Zeit an einer Art Mini-Hebelplattenkupplung wie sie in groß ihren Dienst in den OTE Montierungen verrichtet, mal sehn ob das was wird. Der neue OAZ wird außerdem eine Endabschaltung bekommen, die ich beim jetzigen Umbau aus Platzgründen ebenfalls noch nicht berücksichtigt hatte. Ich hatte nur eine Art Überlastabschaltung integriert, die aber wieder entfernt wurde, weil sie nur unzureichend funktionierte.

So ich hoffe das ich wieder ein paar Fragen klären konnte.

Tschüss Silvio

 
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