Mikroskop-Okular K15x (UDSSR) - ein CZJ 16-O Klon ???

FrankFu

Aktives Mitglied
Liebe Freunde der älteren Schätzchen,

Ich hatte mir vor kurzem ein CZJ 25-H und 16-O angeschafft, damit ich die beiden als Pärchen fürs Bino zum Einsatz bringen kann.
Wie so oft, musste erstmal eine Reinigung erfolgen, da dann doch zuviel Staub / Verunreinigung zwischen den Linsen vorhanden war.
Sicherlich bekannt ist in diesem Forum der Aufbau des CZJ 16-O: ein verkittetes Triplett und eine konvex-konkave Linse am Einblick, getrennt durch einen Abstandsring
IMG_2489.jpeg


Aber erst als ich das Linsenpaket so vor mir liegen hatte, kam mir das bekannt vor…

So hatte ich vor einiger Zeit auf einer bekannten Auktionsplattform ein Konvolut Mikroskopokulare aus Zeiten der UDSSR ersteigert… eigentlich mehr wegen den enthaltenen O-12,5x Okularen, weil ich interessiert war, welchen Linsenaufbau die haben… aber da waren auch ein paar K15x dabei.
Ein K15x Mikroskopokular entspricht nach den mir bekannten Umrechnungen am Teleskop einem ca. 17mm Okular (16,67) und der Linsenaufbau ist wie folgt: ein Triplett und eine konvex-konkave Linse getrennt durch einen Abstandsring
IMG_2490.jpeg


Auffällig sind die nicht geschwärzten Linsenkanten im Vergleich zum CZJ 16-O, aber das lässt sich ja beheben :cool:

Hatte schon jemand Erfahrung mit diesem Mikroskopokular?
Ist das ein typisches Design für diesen Okulartyp oder ist hier vielleicht wirklich eine absichtliche Ähnlichkeit zum CZJ O Okukartyp vorhanden?

Ich habe auch noch andere „K“ Mikroskopokulare von CZJ, die werde ich bei Gelegenheit mal zerlegen und schauen, was da drin steckt.

Beste Grüße und klare Nächte

Frank
 
Hallo Frank

wenn Du beim Durchblick entlang des Feldrands am LOMO K 15x einen dünnen roten (oder orangen) Ring findest, dann ist es ein Abbe Kompensationsokular (Feldblende - 3 -1).
Planar korrigierte Abbe Kompensationsokulare hat Carl Zeiss Jena unter der Bezeichnung "PK" gefertigt, und Zeiss West als "C" (compensation) auch.

Für die astronomischen Teleskope sind solche Okulare nicht sonderlich geeignet, sonst sind sie als Sammelstücke für ein Ocularium schon vom Interesse,

Besten dank für Deine Info,
Jiri
 
Hallo,
bei beiden Okularen handelt es sich von der Bauart her um ein orthoskopisches Okular, das von Ernst Abbe entwickelt wurde. Diese Okulare haben ein kleines Gesichtsfeld und sind weitgehend verzeichnungsfrei. Das Mikroskopokular ist ein Kompensationsokular von Lomo. Kompensationsokular bedeutet, daß es die CVD starker Mikroskopobjektive kompensiert. Mikroskopokulare sind für kleine Aperturen korrigiert, bei Verwendung am Fernrohr zeigen diese wahrscheinlich Öffnungsfehler und Unsymmetrie im Bildfeld. Außerdem erzeugen Kompensationsokulare CVD. Die Russen hatten Zeiss-Jena demontiert und die Mikroskope von Zeiss wohl nachgebaut. Die älteren Mikroskope von Lomo sahen auch aus, wie die damaligen L-Stative von Zeiss, bzw. das Stereomikroskop SM XX. Das Mikroskopokular ist allerdings wahrscheinlich neuerer Bauart.
Orthoskopische Okulare wurden zu Messzwecken gebaut. Heute ist diese Bauart, zumindest in der Astronomie, überholt. Wer misst schon noch mit Okularmikrometern. Auch lassen die sich wahrscheinlich nicht für schnelle Fernrohrappos moderner Bauart korrigieren (ich würde vermuten, daß man dann die Verzeichnungsfreiheit aufgeben muß). In der Mikroskopie gibt es jetzt wahrscheinlich mit neueren Glassorten bessere Messokulare, da kenne ich mich aber nicht mehr aus.

C.S. Frank
 
Lieber Jiri, lieber Frank,

Vielen Dank für Eure Antworten.

wenn Du beim Durchblick entlang des Feldrands am LOMO K 15x einen dünnen roten (oder orangen) Ring findest, dann ist es ein Abbe Kompensationsokular (Feldblende - 3 -1).
Ja, das ist der Fall. Und wo Du es erwähnst, ich erinnere mich beim CZJ PK 12,5x daran, dass ich diesen Effekt dort auch schon gesehen hatte.

Mikroskopokulare sind für kleine Aperturen korrigiert, bei Verwendung am Fernrohr zeigen diese wahrscheinlich Öffnungsfehler und Unsymmetrie im Bildfeld.
Daher verwende ich die eigentlich auch nur mit kleinen 60-80mm Öffnungen ;)

Auch lassen die sich wahrscheinlich nicht für schnelle Fernrohrappos moderner Bauart korrigieren (ich würde vermuten, daß man dann die Verzeichnungsfreiheit aufgeben muß).
…und den älteren Teleskopen mit f/15 - f/20 :teleskop:

Ich brauche einen höher stehenden Mond und den Orion und ausreichend Freizeit, um mich mal intensiver mit den Okularen zu beschäftigen. Und dann werde ich natürlich auch gerne berichten.

Beste Grüße und klare Nächte

Frank
 
Hallo Frank,
mit Apertur ist hier der Sinus des halben Öffnugswinkels des kegelförmigen Lichtbüschels vor dem Okular gemeint, nicht der Durchmesser der Öffnung. Manchmal wird in der deutschen Optikerszene auch das Öffnungsverhältnis als Apertur bezeichnet. Nicht gemeint ist "Aperture", was im englischen für Öffnung verwendet wird. Ich bin der Meinung, daß man hier das ursprünglich deutsche Begriffssystem in der Optik verwenden sollte, die moderne Optik wurde ja auch wesentlich in Deutschland entwickelt. Denglisch führt nur zu Mißverständnissen.

C.S. Frank
 
Zurück
Oben