Milchstraße aufnehmen, aber womit ?

_Jürgen_K

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich möchte mal versuchen die Milchstraße aufzunehmen. Wir sind in drei Wochen auf Fehmarn an einem schön dunklen Ort(h).
Die meisten nutzen dazu wohl eine DSLR. Besitze ich aber nicht.
Daher meine Frage:
Geht das auch mit einer Astrokamera ? Meine Idee ist, ein gebrauchtes Weitwinkel-Foto-Objektiv zu kaufen, das M42 hat und das in passendem Abstand vor eine Astrocam mit APS-C-Sensor zu schrauben.
Geht das, und was müsste man beachten ?

Bei Kleinanzeigen bietet jemand ein 24mm Weitwinkel mit M42 für 25,- Euro an. Was mich wundert ist, dass das nur F4 hat. Ich habe immer gedacht, Weitwinkelobjektive wären vom Prinzip her schon eher schnell, also so um die F2 oder sogar F1,4.

Vielen Dank für Eure Antworten
CS
Jürgen
 
Hi,
Klar geht das - ich nutze an meiner 2600MC mit dem ZWO Filter Drawer u.a. das 14-24mm Nikon Weitwinkel.
Und, weitwinkel bedeutet nicht “offen”.
Milchstraße kommt am besten unter 24mm…

Frage: welche Astrokamera?

Gruß
Ernie
 
Dann sollte das, mit passendem Adapter, problemlos klappen!
 
Naja, Dein 14-24mm Nikon kostet ja richtig viel. Soviel wollte ich nicht ausgeben.
Ich suche eigentlich was mit einer Festbrennweite. Unter 24mm werden die ja gleich deutlich teurer.
Werde also mal was suchen , wie 24mm, F2,8 .
 
Wie realisierst du die Nachführung und bei entsprechendem Chipformat und ohne Nachführung die max. mögliche BeLi-Zeit?
Ich frage weil ich die Astrokameras nicht in der Anwendung kenne und wie du vermutet hast, solche Aufnahmen mit einer MFT Kamera und 8mm / 1,8 realisiere (wird wenn gewünscht intern oder später am Rechner entfisht)
Max BeLi-Zeit hier bei MFT knapp 30sek.
 
Vielleicht gibt es ja sogar eine Möglichkeit, das Huckepack auf ein Teleskop zu schnallen und (angenommen, man nimmt z.B. irgendeinen Nebel auf, der in oder nahe der Milchstraße liegt) dort zwei Aufnahmen parallel laufen zu lassen. Vielleicht kann man eine zweite NINA-Session laufen lassen, bei der man halt nur die Camera vebindet.... ???
 
Ich hätte sonst auch eine Panasonic LUMIX DMC-LX7. Die hat Blende 1,4 und kann Belichtungszeit bis max 250 sek. Man kann den Fokus von Autofokus auf manuellen Focus stellen und auf unendlich stellen. Leider hat die keinen Fernauslöser aber man kann Serienaufnahmen mit bis zu 60 Bildern machen. Eigentlich müsste die auch dafür gehen.
 
Das Netz ist ja voll von Empfehlungen für geeignete Kameralinsen für Milchstraßenaufnahmen, siehe z.B.

Best Milky Way Lens (2026 Guide): My Top Picks for Astrophotography

Häufig empfohlen werden dafür u.a. die rein manuell einstellbaren Objektive von Samyang oder ihre Clone, wie das 24 mm / f1,4 und das 14 mm / f2,8, die ich auch schon eingesetzt habe. Mit dem APS-C Sensor vom Sony IMX571 kommst du damit auf eine Bilddiagonale von 60° bzw. 90°. Am Vollformat dann aber bereits mit erheblichem Vignetting.

Diese Linsen sind zwar nominell recht lichtstark, gleichwohl ist es zur Verbesserung der Sternabbildung ratsam etwas abzublenden, insbesondere um Koma und Astigmatismus in den Bildecken zu reduzieren.

Solche Weitwinkelobjektive haben auch eine beträchtliche Bildverzeichnung, was darauf hinausläuft, dass die ansonsten ja populäre Überlagerung von Einzelaufnahmen per Stacking zu Problemen führt, wenn die Optik mit feststehender Kamera und ohne Nachführung eingesetzt wird.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,
vermutlich hattest Du Deinen Beitrag schon geschrieben, während mein letzter Post kam. Da ich in die Milchstraßen-Fotografie nicht so tief einsteigen will, möchte ich mir da kein teueres Objektiv zulegen. Was ich noch so akzeptieren würde, wäre z.B. sowas:
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/rmc-tokina-24mm-f-2-8-m42/3457587518-245-9063
aber andererseits stellt sich mir die Frage, ob meine Lumix dafür nicht auch schon ganz gut funktionieren würde. Die kann ich auf alle Fälle einfach huckepack auf mein Teleskop schnallen und mal mitlaufen lassen.
Viele Grüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen, zum Einstieg sollte man möglichst erst mal mit vorhandenem Gerät anfangen. Die Lumix von Panasonic kenne ich nicht. Was für einen Bildsensor hat die, und was wäre die kleinste Zoombrennweite?

Peter
 
24mm bei Chipgröße 7,6x5,7mm ist natürlich relativ viel. Den Blickwinkel habe ich gerade mal ausgemessen, bei 24mm beträgt der (nur) ca 73°. Ich hatte den Aufdruck auf dem Objektiv da wohl missinterpretiert. Da steht:
1:1,4-2,3/4,7-17,7 ASPH . Ich dachte 1:1,4-2,3 wäre die Blende und 4,7-17,7 die Brennweitenangabe. Aber aus dem Testbericht lese ich halt, dass die Brennweite wohl 24-90mm beträgt, was auch logisch klingt, da das Objektiv bein Einschalten schon einige cm herausfährt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jürgen, mit dem kleinen Bildsensor von der Lumix kommst du bei einer minimalen Brennweite von 24 mm gerade man auf eine Bilddiagonale von 22°. Das deckt dann vielleicht ein großes Sternbild wie den Schwan ab, aber nicht viel mehr.

Gruß, Peter
 
CMOS-Sensor 1/1,7" 7,6 x 5,7 mm (Cropfaktor 4,6)
Also das mit den 22° kann nicht stimmen. Schon in der Bildbreite sind es ca 73° (gerade gemessen).
Bei einer Bilddiagonale von 9,5 mm komme ich bei einer Brennweite von 24 mm auf eine Felddiagonale von

2 arctan 0,5 x 9,5/24 = 22,4°

Wenn das gar nicht hinkommt, stimmt wohl etwas mit den Eingangsdaten nicht.
 
Ich habe sensorgröße und Brennweite (24mm) mal in Stellarium eingegeben. Der Bildausschnitt horizontal wird dann mit ca 17° angezeigt. Das ist aber definitiv falsch.
Ich habe die Messung gerade nochmal wiederholt. E sind sogar eher 75° als 73° horizontaler Bildwinkel.
VG
Jürgen
 
Fehler gefunden. Chat-GPT sagt:
Die 24 mm bei der Lumix DMC-LX7 sind eine Kleinbild-Äquivalentbrennweite, nicht die tatsächliche Brennweite des Objektivs.
Die tatsächliche Brennweite ist viel kürzer
Der Sensor der LX7 ist mit 7,6 × 5,7 mm angegeben. Die Diagonale beträgt:
7,62+5,72=9,5 mm
Das stimmt also.
Die 24 mm beziehen sich auf die Brennweite, die an einer Kleinbildkamera denselben Bildwinkel ergeben würde. Das LX7-Objektiv hat tatsächlich nur ungefähr 4,7 mm Brennweite im Weitwinkel.
 
Hallo Jürgen,
wenn du sowieso das mir einer vernümftigen Montierung machst , dann ist doch egal ob F1.4 oder2.0 . Da würde auch F3.5 gehen.

Hier ist mal eine Serie mit 78 gestackten Aufnahmen , 25sek. ISO 1600 , 70D , 8mm, Meike Fisheye, mittels Adapter geht das auch an einer Astrocam.
Milchstrassde_für_g-RGB-session_2-St_filtered.jpg


gruß André
 
Also preiswert Michstrasse geht recht gunstig mit einer gebrauchten Canon EOS 600 D aufwärts samt gebrauchten Samyang 10mm oder 16mm Samyang oder Tokina AT-X 11-16 oder besser AT-X 11-20.

Viele Grüße,

Günther
 
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