Milchstraße im Alpenvorland

KlausZott

Aktives Mitglied
Hallo Sternfreunde,

die klaren Tage im August waren ideal für die Fotografie der südlichen Milchstraße. Der 12. August war sozusagen das Astro-Highlight dieses Jahres. Zuerst die beeindruckende Partielle Sonnenfinsternis, dann einige Aufnahmen der Milchstraße und zum Ausklang gegen Mitternacht nach den Perseiden Ausschau gehalten.
Die Aufnahme entstand am Stadelberg bei Miesbach ohne Nachführung mit einer Z8 und 20mm Objektiv bei f1,8 (20 Aufnahmen a 20s). Diesmal war ich etwas mutiger und drehte die Iso-Zahl auf 5000 hoch. Die hervorragende Raw-Entrauschung in DXO machts möglich. Die Tiff-Bilder wurden anschließend in Siril gestackt und gestretcht, wobei ich zwei Versionen erstellt habe, eine mit weniger Sternen und eine mit mit mehr und gerundeten Sternen. Der Vordergrund wurde aus einem Einzelbild eingefügt. Ich will mal die erste Ausarbeitung zeigen, weil sich hier die Milchstraße noch prominenter darstellt.

Viele Grüße
Klaus

Stadelberg Schütze 20x20s ISO 5000 Sternreduktion.jpg
 
Hallo Klaus,

sehr schön. Mit deutlicher erkennbaren Sternen werde ich vermutlich noch begeisterter sein, da man dann die Sternbilder besser erkennen kann. Also zeig bitte auch Version 2.
 
Danke Hans, für dein schnelles Feedback.

Ich will deinem Wunsch nachkommen und stelle auch zweite Version mit etwas deutlicheren und in Siril gerundeten Sternen ein.
Zur schnelleren Identifizierung hänge ich noch eine Version mit den wichtigsten eingezeichneten Sternbildern an.

LG Klaus

10-6-1 Stadelberg Schütze 20x20s ISO 5000 Runde Sterne.jpg
10-7-1 Stadelberg Schütze Beschriftung.jpg
 
Hallo Klaus,

vielen Dank für die 2te Version. Aber die Sterne darin sehen mir zu "synthetisch" aus. Wie auch in Verssion 1 sind die Sterne so klein und zahlreich (offenbar Super-Objektiv), dass man die Sternbilder in der Bildschirmdarstellung nur sehr schwer erkennt.
Schau mal meine Version an - Milchstraße -. Technisch viel schlechter als deine Versionen, aber irgendwie "echter".
Aber dass sieht bestimmt jeder anders und das ist auch ok so.
 
Hallo Hans,

bei den etwas "synthetisch" wirkenden Sternen der 2. Version würde ich dir durchaus zustimmen, weil - wie schon erwähnt - hier die Sterne in Siril nachträglich gerundet wurden (War mal ein Experiment, mehr nicht). Ansonsten ist einfach Vieles Geschmackssache. Bei einer Milchstraßenaufnahme geht es mir zuerst um das galaktische Band mit seinen Hell- und Dunkelnebeln und weniger um die Erkennbarkeit von Sternbildern.
Wenn das Milchstraßenband relativ schwach ausgeprägt ist - wie in deiner Aufnahme - sind die Sterne zwangsläufig besser sichtbar. Dies hängt von der Belichtungszeit, der Sensorempfindlichkeit, aber auch vom Standort ab. Am Standort meiner Aufnahme war schon mit bloßem Auge die Milchstraße ausgeprägter zu sehen als auf deinem Foto. (Bitte nur als Feststellung zu verstehen!)
Länger belichtete Milchstraßenfotos sind verglichen mit dem visuellen Eindruck in gewisser Weise immer "unecht".
In der Regel macht das jedoch den Reiz solcher Aufnahmen aus, mehr Strukturen als mit dem bloßen Auge zu erkennen.
Man kann selbstverständlich mit verschiedenen Methoden (Filter, Bildbearbeitung) die helleren Konstellationssterne etwas aufblähen, aber natürlicher wird das auch nicht unbedingt.
Wie gesagt, Geschmackssache.

Viele Grüße
Klaus
 
Hallo Klaus,

keine Frage, die Darstellung und Auflösung der Milchstraßen-Dunkelwolken ist bei deinem Foto faszinierend. Ist sicher auch deiner Vollformatkamera geschuldet. Wenn ich mich richtig erinnere ist die Milchstrasse selbst in Namibia nicht so kontrastreich mit bloßem Auge zu sehen.
Btw: der Stadelberg heißt Stadlberg, sonst schickt Google Earth einen nach Österreich
 
Zuletzt bearbeitet:
Tolle Aufnahme. Sieht sehr schön aus, aber ich will demnächst zwei verschiedene Aufnahmen mit meiner Canon EOS R7 vs. Insta360 x5 machen. Bei der letzten Kamera die nimmt den Himmel mit einem 360 Grad Linse auf und fügt diese zu einem fertigen Bild zusammen. Überlege ob ich hier nachführen werde.
 
Danke Hans für den "Stadlberg"!

Das kommt davon, wenn man auf diesem Berg - es ist ja eher ein großer Hügel - immer nur in den Himmel schaut.;)
Wobei es da den ein oder anderen Bauern gibt, der gar nichts dagegen hätte, wenn Google mehr Sternengucker nach Österreich lotst.

VG Klaus
 
Wobei es da den ein oder anderen Bauern gibt, der gar nichts dagegen hätte, wenn Google mehr Sternengucker nach Österreich lotst.
Hallo Klaus,

ist die Sternengucker-Dichte am Stadlberg wirklich so dicht, dass es die Bauern stört. Wenn ist mir die Gegend auf Google Earth angucke, denke ich eher, dass der Trubel durch Tegern- und Schliersee da doch eine viel schlimmere Dimension hat, oder?
 
Hallo Hans,

du hast schon recht. Die Sterngucker sind eigentlich nicht das Hauptproblem.
Nur hatte ich gerade in dieser Nacht ein unangenehmes Erlebnis mit einem ziemlich aggressiven Bauern in der Nähe.
Ich fuhr gegen 23 Uhr ca. 100 Meter einen ebenen Feldweg rückwärts mit dem Auto rein (man kann dort nicht umdrehen) und stellte das Fotostativ nebenan in die Wiese, weil ich den Weg nicht als Vordergrund haben wollte. Die Wiese war schon gemäht und das das Gras vielleicht wieder 10-15 cm hoch. Ich war alleine, hatte nur meine Rotlichtstirnlampe und habe niemanden behindert oder sonst wie gestört.
Dem etwa 300m entfernt wohnenden Bauern hat das aber gereicht, um wutentbrannt mit seinem Auto zu mir zu fahren und mich zu beschimpfen. Da ich ihm ruhig erklärte, was ich vorhatte und zudem Bayrisch sprach (nicht unwichtig!), beruhigte er sich langsam, um seinen Unmut über eine "bescheuerte" Sternguckerin auszulassen, die hier wohl vor Kurzem in der Nähe war.

Leider erlebe ich in den letzten Jahren solche Situationen - auch bei anderen Gelegenheiten wie Radfahren oder Wandern - immer häufiger. Tenor: "Das ist unser Privatgrund, hier hat niemand etwas verloren". Gemeint ist aber nicht der eingezäunte Garten oder ein offenkundig gesperrter Privatweg, sondern die ganz normalen Wiesen- und Waldflächen.
Das allgemeine Betretungsrecht in der freien Natur, wie es sogar in der Bayrischen Verfassung verankert ist, scheinen immer weniger zu kennen.
Natürlich auch eine Folge des Overtourism im Oberland.

Herzliche Grüße
Klaus
 
Zurück
Oben