Miniaturfernrohr vom Trödel

Algol4712

Mitglied
Hallo zusammen,

auf dem örtlichen Trödelmarkt habe ich in einer Kiste dieses kleine Fernrohr entdeckt und erwerben können.
Es ist sehr fein gearbeitet , funktionstüchtig und allgemein in gutem Zustand.
Das Objektiv hat in der Fassung einen freien Durchmesser von etwa 23mm.
Ich scheitere bei der Zuordnung.
In der Arbeit von Jürgen zur Firma Merz in München sehe ich am Ende in den Preislisten die kleinen Zugfernrohre mit 10 Pariser Linien also 23mm die über einen großen Zeitraum angeboten wurde.
In den Preislisten werden sie mit drei Auszügen beschrieben, dieses hat vier.
Kann jemand das Fernrohr zeitlich einordnen?

Grüße
Algol
 

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Hallo Algol,
das sieht ja interessant aus! Ich hatte vor 2 Tagen bei Kleinanzeigen ein Fernrohr mit Utzschneider & Fraunhofer Gravur für unter 20 Euro
gesehen. Leider war da Jemand schneller mit dem Kauf.
Gruß
Michael
 
Hallo Algol,
dein kleines Zugfernrohr ist nicht ganz unbekannt. Ich habe diese Ausführung ebenfalls in meiner Sammlung, hier mit der Gravur "G. Merz und Söhne in München" aus der Zeit zwischen 1847-1858. Anbei eine Preisliste (AN, 57 Bd. S. 78) aus dem Jahr 1862, wo es unter der Position 45 zu finden ist. Wie Du bereits richtig gesehen hast, mit nur 3 Auszügen. Was mich bei diesem Modell schon immer etwas stutzig gemacht, ist die unübliche Gravur. Sie wurde ja erst auf dem zweiten Auszug (vom Okular aus) angebracht. Jetzt wird es spekulativ - möglicherweise wurde der vierte "Auszug" bereits als Okular gerechnet und nicht als Auszugsglied mitgezählt oder es gab einfach zwei Modelle und nur eines war in der Preisliste aufgeführt? Jedenfalls ist dieses kleine Zugfernrohr etwas besonderes und relativ selten! - meinen Glückwunsch zu deinem Trödelfund.

Gruß in die Runde, Jürgen

Bildschirmfoto vom 2026-08-02 09-27-42.png



20250103_203346.jpg
 
Hallo Jürgen,
danke für Deine Hilfe.
Ich habe mir aus Deiner Arbeit die Preislisten von 1878 angeschaut.
Ich finde bei der Nr.73 eine Unstimmigkeit die sich aber aus der Tabelle auf der ersten Seite erklären lässt.
In Deinem Auszug der Preisliste aus 1862 ist der Sprung auch zu erkennen.
Warum 4 Auszüge? Weil sich eventuell bei der kurzen Tubuslänge der Fokus mit 3 Auszügen nicht mehr erreichen ließ.
Warum Gravur auf dem 2. Auszug? Weil der gravierbare Umfang bzw. Radius
des 1.Auszugs von der Maschine oder dem Menschen nicht mehr sicher bearbeitet werden konnte.

Beides sind nur Vermutungen.

Grüße
Algol
 

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Für die Mitleser die die oben genannte Preisliste von 1878 nicht kennen gebe ich hier zwei Auszüge aus Jürgens Arbeit.( @Jürgen: ich hoffe das ist ok)

Grüße
Algol
 

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Hallo Jürgen,
Hallo zusammen,

anbei noch einmal das o.g. Zugfernrohr mit 10 par. Linien, dass linke Fernrohr hat 13 par. Linien und 3 Auszüge.Es ist allerdings lt. Gravur von etwa 1830. Die optischen Daten wie Linsendurchmesser, Fokus und Vergrösserung und Anzahl der Auszüge scheinen also mindestens über ein halbes Jahrhundert unverändert geblieben zu sein. Lt. der Preisliste Utzschneider & Fraunhofer in München von 1832 war es zu der Zeit das kleinste Modell im Angebot. Der Tubus mit 10 par. Linien ist also verhältnismäßig kurz gebaut zum 13er.

Grüße
Algol
 

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