Minox Ferngläser - wer produziert die eigentlich?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas hanz
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

hanz

Aktives Mitglied
Hallo,

habe mir mal die letzten Tage die Minox Gläser bei einem Händler gegen die Zeiss und Leica angeschaut,
sehr schön war das 10x42 aspherical, liegt gut in der Hand, 60° Weitwinkel, Gewicht OK, Einblick OK
Schärfe wie ein Zeiss Victory.
Habe dann in den letzten Tagen versucht, mehr darüber zu erfahren: dicke Mauer. Nur eine amerikanische
Vogelfreunde-site bemerkte bei der Optik Baugleichheit mit Pentax DCF-WP. Macht da Leica wirklich kontrollierten
Selbstmord mit Zukauf-Gläsern? Minox ist ja eine Tochtergesellschaft von Leica!!!

Was sagt dazu unser Leica-Qualitätskontrolleur hier? Werden wenigstens die "großen" 58er und 52 er bei
Leica in Portugal produziert?
 
> Macht da Leica wirklich kontrollierten Selbstmord mit Zukauf-Gläsern? Minox ist ja eine Tochtergesellschaft von Leica!!!

Hallo hanz,

bist Du Dir sicher, daß Minox noch zu Leica gehört? Mein Fotohändler hat mir mal erzählt, daß das mittlerweile schon wieder Geschichte ist.

Aber die neuen Minox Gläser sind schon klasse. Ob sie tatsächlich von Pentax kommen? Es gibt ja nun wirklich eine Menge 10x42 Dachkantgläser mit 6 Grad Sehfeld, demselben Prismentyp und vergleichbarem Gewicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Die Quelle der Minox Gläser scheint zumindest in Japan beheimatet zu sein, was in Zeiten, wo selbst Firmen wie Nikon und Minolta mit ihrer Fernglasproduktion nach China auswandern, eigentlich nur von Vorteil sein kann.

Frank.
 
Hallo,

nur mal so: Glaubt Ihr nicht, dass die Japaner inzwischen mehr know how bezüglich der Herstellung guter Linsen haben, als deutsche Firmen? Von daher würde ich den Zukauf von Linsen bei einem guten japanischen Hersteller evtl. sogar als Plus sehen.

Im übrigen ist es doch ziemlich normal, im Rahmen eines komplexen Produktes die Einzelteile bei verschiedenen Lieferanten zu erwerben. Die Wertschöpfung liegt im optischen und mechanischen Design und in der Qualitätsprüfung.

Viele Grüße
Andreas
 
Glas aus Japan

Hallo Andreas,

da hast Du sicher recht. Ich denke auch, daß man bei deutschen Firmen längst in Japan shoppen geht. Ist doch auch kein Problem. Die Japaner haben genug Erfahrung mit der Herstellung optischer Gläser, eine ordentliche Qualitätssicherung ist da auch noch möglich und die können's bestimmt auch preiswerter wie Schott. Ob sie preiswerter herstellen können, wie diverse chinesische Anbieter, ist wohl fraglich. Muß aber auch nicht sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Zukauf von Optik bei Spitzenherstellern

Natürlich muß man sich überlegen, was man selbst produzieren will und wass man besser zukauft. Und die
japanischen Spitzenmarken sind ja inzwischen im allgemeinen praktisch gleichgezogen mit den traditionellen
europäischen.
Vielleicht ist ja auch das Geschäft mit den Video- und Digikameraobjektiven aus europäischer Fertigung (Zeiss. Leica)
an japanischeTopproduzenten (Sony, Matsushita=Panasonic) tatsächlich attraktiver und die Kapazitäten begrenzt
(oder fertigen sie die in Japan selbst in Lizenz?) als das traditionelle Geschäft mit Ferngläsern, wo die
Stückzahlen sicher nicht so berauschend sind. Und die Präsenz von Pentax bei Ferngläsern in Europa ist auch nicht
soo doll.
Was mir halt auffiel, ist die jetzige Präsenz beider (Zeiss und Leica) im Markt für geringere Preise (Diafun, Minox) -
und wenn es dasselbe Qualitätsniveau ist, hat doch der Kunde eindeutig den Vorteil davon. Zeiss soll übrigens in Zukunft
die kleinen Gläser in Ungarn fertigen (hat mir der Händler gesagt), nur die großen bleiben in Deutschland.

Minox ist zwar aus dem Leica Konzern ausgegliedert, wenn meine Informationen stimmen, aber Leica hat immer noch
die 51% Majorität. Vielleicht kaufe ich mal ne Aktie (5€ in Frankfurt), damit ich die Jahresberichte bekomme.

Gruß
 
Ich habe mal die Minox-Gläser mit den Fujinon Hunting Gläsern verglichen: die Ähnlichkeit war verblüffend. Würde mich nicht wundern, wenn die aus dem selben Werk kommen.
Stefan
 
Hallo Hanz,

ich war vor 2 Wochen auf einer ornithologischen Optikmesse, bei der auch die Fa. Minox vertreten war. Ich versuche mal zusammenzubekommen, was mir zu Minox noch so einfällt. Zunächst hat Minox seit 2 oder 3 Jahren nichts mehr mit Leica zu tun. Alle Minox Gläser werden in Japan hergestellt, nur das Design stammt von VW. Hergestellt werden die Gläser bei einer japanischen Fa., deren Name ich mir leider nicht genau merken konnte. Korakuma, Korkuma oder so ähnlich - müsste man noch einmal genau recherchieren. Diese Firma stellt Gläser für verschiedene bekannte Marken, darunter auch Pentax und Nikon her. Ich schätze, es handelt sich um eine Firma, bei der man Optiken jeder Qualität herstellen lassen kann. Laut Auskunft des Vertreters von Leica auf der Messe gibt es weltweit nur 3 große Hersteller von Qualitätslinsen bzw. Prismen. Das sind Schott aus Deutschland und 2 weitere Hersteller aus Japan, Hoya und der andere ist mir leider auch entfallen. Alle Hersteller von Qualitätsprodukten der Optik kaufen bei allen 3 Anbietern ein. Es kann also durchaus vorkommen, dass in einem deutschen Fernglas japanische Linsen stecken und umgekehrt.

Im in den 7oer Jahren errichten Werk von Leica in Portugal werden laut Auskunft von Leica ausschließlich die Kompaktferngläser 8x20 bzw. 10x25 Trinovid von Leica gebaut.

Ich habe auf der Messe auch verschiedene Gläser von Minox bei Tagesbeobachtung ausprobiert (u.a. 10x58, 8x32), war aber etwas enttäuscht über den violetten Farbstich, den sie selbst bei schwachen Kontrast hatten und der sich schon beim ersten Blick kreisförmig am Randbereich zeigt. Auch empfand ich den Fokussierknopf als zu rutschig. Mit einem Zeiss Victory können sie m.E. leider nicht mithalten. Positiv überrascht war ich vom 8x32 Minox wegen seines extrem dichten Nahbereichs, auch wenn dies unter astronomischem Gesichtspunkt wohl eher nicht interessant ist. Das Teil ist wirklich auch als Lupe verwendbar. Es übertrifft in diesem Punkt deutlich sogar das 10x32 Trinovid BN von Leica und dürfte damit den Nahpunktrekord halten - aber das nur am Rande.

Das 62er ED Spektiv von Minox war ebenfalls überraschend gut, optisch ausgewogener als die Ferngläser und ohne violetten Farbstich und ist in diesem Bereich ein echter Preis-Leistungs-Geheimtipp. Noch ein Tipp: alle Gläser von Minox gab es zu erheblich vergünstigten Messepreisen. Falls bei euch in der Nähe einmal ein Birder/Orni-Treffen stattfindet, sollte man da mal hingehen. Außerdem waren noch Swarovski, Zeiss und Nikon mit eigenen Ständen präsent. Das waren so viele Informationen auf einmal, dass ich mir nicht alles exakt merken konnte, sorry, aber ist hier vielleicht trotzdem noch von Interesse.

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben