Minox - Innovation im Fernglasbau?

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Frank_Schäfer

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Habe bei Minox gelesen, daß man die Ferngläser nicht mehr mit Stickstoff sondern mit Argon befüllt. Der Effekt ist der gleiche wie beim Stickstoff, Beschlagen der Optik und Korrosion im Innern des Fernglases werden vermieden. Neben chemischer Inaktivität soll Argon den Vorteil haben, daß es aufgrund geringerer Diffusionsneigung länger im Gehäuse bleibt. Die Begründung klingt erstmal plausibel. Was ist wirklich davon zu halten? Vollkommen unklar ist mir, was unter "Nicht-Absorption von Wassermolekülen" zu verstehen ist. Absorbiert Stickstoff Wassermoleküle??? Wie soll das gehen?

An der Stelle könnte man weiter fragen. Gesetzt den Fall, ein Zeiss oder Leica Fernglas bleibt in 20 oder 30 Jahren von der Mechanik so dicht wie am ersten Tag, wann ist das letzte Paar Stickstoffatome entfleucht? Oder spielt Diffusion gar nicht die entscheidende Rolle und die mechanische Abdichtung gibt den Geist auf, lange bevor der Stickstoff durch Diffusion das weite sucht?

Leider hat man bei Minox versäumt, in dem Diagramm "Diffusion von Argon und Stickstoff in Ferngläsern" die Zeitachse zu beschriften <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Sind hier ein paar Monate, ein paar Jahre oder eine Million Jahre aufgetragen? So ist das Diagramm witzlos. Ich frage mich, ob das Diagramm aus der Entwicklungsabteilung stammt oder vom Marketing ausgeheckt wurde. Ich tippe auf die zweite Abteilung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
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Hallo Frank!

Sehr interessant die Aktion von Minox. Ich hätte es aber besser gefunden, wenn man etwas mehr Wert auf die optische Optimierung der Gläser Wert legen würde, als auf die Gasfüllung. Da hat Minox nämlich noch einiges aufzuholen.

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Diffusion irgendeine Rolle spielt beim Gasverlust. Eher schon die Qualität der Ventile. Vielleicht kann durch Einsatz von Argon ja die Spezifikation der Ventile herunterschrauben, was einen Kostenvorteil in der Produktion bedeutet, aber natürlich keinen Qualitätsvorteil des Glases in seiner Gesamtheit.

Ein anderer Punkt ist die Dichte der beiden Gase. Im Bezug auf die normale Luft hat N2 einen Dichte von 0,97 und Argon von 1,38. Ich würde daher annehmen, dass Argon durchaus den Lichtweg anders (stärker) beeinflusst als Stickstoff. Was meinst Du?

Dass Stickstoff hydrophil ist, wäre mir neu.

Viele Grüße
Andreas
 
Habe Folgendes gefunden:
1.2. Chemische Eigenschaften

Bei normaler Temperatur ist der Stickstoff ein äußerst reaktionsträges Element. Diese Reaktionsträgheit des elementaren Stickstoffs ist darauf zurückzuführen, daß die Bindung der beiden Stickstoffatome im Stickstoffmolekül äußerst fest ist ( Konstitution :N:: :N:). Zur Erhöhung der Reaktionsfähigkeit muß die feste homöopolare Dreifachbindung durch Energiezufuhr (z. B. durch Erhitzen) aufgelockert werden.
Erst in dieser aktivierten Form reagiert er mit vielen Elementen. Mit Metallen bildet er wie Wasserstoff und andere Nichtmetalle durch direkte Vereinigung binäre Verbindungen ( Nitride ).So verbrennt Magnesium
z. B. an der Luft bei Sauerstoffmangel bzw. im Stickstoffstrom zu Magnesiumnitrid Mg3N2 :

Ich bin zwar kein Chemiker, aber Argon ist sicher mindestens genauso träge. Nur: man zeige mir mal den Opa, der an seinem 30 Jahre alten Glas plötzlich inneren Beschlag feststellt. Für meine Begriffe ist das ein Werbegag! Macht sich auch gut: Leica und Zeiss füllen mit schnödem Stickstoff, wir hingegen mit "Edel-"gas!
carpe noctem
Matthias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
> Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Diffusion irgendeine Rolle spielt beim Gasverlust.

Hallo Andreas,

möglich wäre es schon, nur kann ich das nicht beurteilen. Wenn die Zeitachse bei der tollen Minox Grafik in derselben Größenordnung liegt wie die Lebenserwartung guter Ferngläser, dann könnte es eine Rolle spielen. Diffusion ist ja per Definition ein Stofftransport über Phasengrenzflächen hinweg, welcher durch Konzentrations-, Druck- oder Temperaturunterschiede angetrieben wird. Leider sagt man bei Minox nicht, was man eigentlich meint. Diffundiert der Stickstoff durchs Glas der Objektive und Okulare an die frische Luft? Durchs Gehäuse? Durch die O-Ringe? Oder was? Ich vermute aber auch, daß hier andere Punkte wichtiger sind. Wenn die Abdichtung nicht richtig funktioniert, dann geht der Stickstoff auch ohne Diffusion stiften. Und das Argon wird nicht allzu lange zögern und ebenfalls die Welt außerhalb vom Fernglas erkunden wollen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Ob man das Argon wegen einem von Luft abweichendem Brechungsindex in der Optikrechnung berücksichtigen muß, weiß ich auch nicht. Die höhere Dichte macht mir schon eher Kopfzerbrechen. Hoffentlich kann man das Fernglas dann noch durch die Gegend tragen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Humor ist, wenn man trotzdem lacht...

Hallo Frank,

das scheint mir doch ein Beitrag aus der weitverbreiteten Marketingecke zu sein: "Wir haben keine Ahnung, nichts
wirklich verbessert - aber es hoert sich gut an!" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Mir ist nicht klar, worauf das mit der Adsorbierbarkeit von Wassermolekuelen hinauslaufen soll. Der Verweis auf die
Gluehlampenfuellung ist auch etwas daneben, da es sicher in keinem Fernglas mehrere tausend Kelvin heiss wird -
jedenfalls nicht, wenn jemand freiwillig auch noch durchguckt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Mag ja sein, das auch reiner Stickstoff noch ein bischen mit irgendwas reagiert, was da so in einem Fernglas verbaut ist,
was natuerlich Argon als Edelgas nicht tut.
Die Diffusion bezieht sich vermutlich auf die diversen Dichtungen, wo natuerlich durch kleine Poren groessere Molekuele
schlechter durchkommen als kleine.
Dieser nicht falschen Aussage folgt allerdings einer der Gipfel des Unsinns in diesem Text:
"... als Gehäusematerial spezial verdichtetes Aluminium und keine grobporigen Kunststoffe verwendet,..."
Haeaehh? Verdichtetes Aluminium? Frank, wegen des Gewichts der Gasfuellung brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen...
Diese Zeile impliziert natuerlich auch, das andere Hersteller zu doof sind, spezial verdichtetes Aluminium herzustellen
und deshalb schnoede, leichte Plaste nehmen. Und ihre Fernglaeser nur deswegen nicht mit Helium fuellen, damit sie nicht
wegfliegen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Also nee, dieser Text ist einfach nur zum Lachen. Klar, das am Schluss der Verweis nicht fehlt, wie selten doch
Argon ist.
Die naechste Innovation kann ich mir denken: Gehaeuse aus sauerstoffreiem Kupfer! Damit die Gasfuellung sauber bleibt
und Blitze besser in den Koerper abgeleitet werden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruesse
Dixon
 
Hallo Frank,

das Argon ist natürlich ein Werbegag, da es eigentlich auf das Edelgas gar nicht ankommt:
was am schnellsten diffundiert (das leichteste Molekül) ist nämlich das Wasser - in das Fernglas rein, falls
überhaupt was diffundiert. Und daß da Stickstoff und Argon sich verschieden verhalten sollen, kann
ich nicht so recht glauben (Molekulargewichte: Stickstoff 28, Argon 40, Wasser 18). Was einen gewissen
Effekt haben könnte, ist eher die Wärmeleitung: die müßte geringer werden, je schwerer das Gas ist.
Also Temperaturausgleich dauert länger. Wie schnell das Schutzgas raus- und die normale Luft reinkommt,
ist jedenfalls eher von der Bauart und Qualität der Dichtungen abhängig (kennt man doch von den Uhren).

Ansonsten versucht Minox ja wirklich mit Innovationen (z.B. ED-Objektiven, VW-Design) gute Ferngläser zu bauen.
Und ich habe den Eindruck, daß die Bandagen der Hersteller beim Kampf um die Märkte gerade wieder deutlich
härter werden, was solche "Auswüchse" wie diesen und den mit der Schärfentiefe bei Steiner erklärt.

Im Endeffekt sieht man gerade bei den beliebten 8-10x40 Dachkantgläsern einen deutlichen Preistrend nach unten:
nachdem Pentax, Minox und Docter eine "halber Preis-Ebene" gegenüber Leica, Zeiss und Swarovski eingezogen
haben, sieht es aus, als ob jetzt von Minolta die nächste Halbierung eingeleitet wird (Activa 8x42 D-WP,
stickstoffgefüllt und mit phasenvergüteten Prismen bereits für <400€ und das 10x42 D-WP XL < 300€,
über die Technik gibt es bei directshopper leider einige falsche Angaben, auf der Minoltapage ist mehr zu lesen:
http://www.minoltaeurope.com/pe/binoculars/binoculars.html
Danach wäre das 10x42 ein recht ernstzunehmendes Glas mit 60° Sehfeld und man müßte es wohl mal
näher anschauen!

Da ist die klassische Gegenwehr im Marketing ein Gegenschlag mit technischen Argumenten zur Preiserhaltung.

Ich bin zwar kein Ingenieur, aber das "verdichtete Aluminium" könnte vielleicht geschmiedet sein oder so was
ähnliches wie Duraluminium? Bei Aluminium gibt es sehr unterschiedliche Qualitäten, wie ich von den Fahrrädern
weiß! Vielleicht haben wir hier einen Ingenieur, der mehr darüber weiß?

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Humor ist, wenn man trotzdem lacht...

> Und ihre Fernglaeser nur deswegen nicht mit Helium fuellen, damit sie nicht wegfliegen ...

Hi Dixon,

der war gut! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Wäre das nicht eine Idee für Großferngläser zur freihändigen Nutzung? Wenn man sie groß genug baut, dann gleicht der Auftrieb vielleicht gerade so das Gewicht aus und man muß nur noch durchgucken. So wie ein Luftballon an der Leine <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Müssen wir mal unsere Händler mit Beziehungen nach China fragen, ob die sowas nicht auflegen können.

Frank.
 
Minolta

> Danach wäre das 10x42 ein recht ernstzunehmendes Glas mit 60° Sehfeld und man müßte es wohl mal
näher anschauen!

Hallo hanz,

ich frage mich momentan, wo liegt der Unterschied zu den Vorgängern? Und wofür steht das "XL"? Die alten Dachkantgläser hatten dieselben Sehfelder und lagen bei knapp 500 Euro (wenn ich mich recht entsinne). Wasserdicht und für Brillenträger geeignet waren sie ebenfalls. Scheinbar zielen immer mehr Hersteller auf kleinere Preise. Nikon hat die Action Serie billiger gemacht, Zeiss mit seiner Conquest Reihe geht auch auf den "kleinen" Geldbeutel los <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Wenn Dichter „verdichten”, entstehen Werbetexte

Zitat: „Ich bin zwar kein Ingenieur, aber das "verdichtete Aluminium" könnte vielleicht geschmiedet sein …" Ende des Zitats.

Hallo Hanz,

mir kommt es so vor, als hätten da (auch oder vor allem?) Werbetextdichter ihre Hand im Spiel. Vielleicht haben die den hundsordinären Werkstoff Aluminium zu einem neuen High-Tech-Material (im wahrsten Wortsinne) „verdichtet”. Allerdings räume ich ein, daß es durchaus unterschiedliche Qualitäten von Aluminium gibt, deren manche spöde, andere elastisch oder relativ leicht verformbar und wieder andere besonders stabil sind. Das hängt sicher auch mit der Molekülstruktur zusammen, die z.B. durch Schmieden „verdichtet” werden könnte. Doch selbst wenn das oder eine ähnliche Maßnahme gemeint sein sollte, dürfte von dem zuerst genannten Aspekt immer noch viel in den Werbetexten drin stecken.

Da gab es doch mal so einen Spruch eines amerikanischen Multimillionärs „Tue gutes und rede darüber”. Der Spruch gilt auch noch heute; allerdings liegt heute der Schwerpunkt mehr im zweiten Teil dieses Satzes, und in diesem Sinne darf man ihn wohl auch bezüglich des „verdichteten” Aluminiums von Minox für werbewirksam angewandt betrachten.

Übrigens, weiß hier jemand im Forum, ob denn Minox die Ferngläser (evtl. welche Modelle) selbst baut oder zumindest konstruiert, oder ob das nur Fernost-Produkte mit übergestülptem Minox-Design sind? Ich weiß, daß zahlreiche Minox-Kameras zugekauft und die Eigenleistung von Minox nur das „Outfit” ist (man könnte auch „Hülle” sagen). Die deutsche Foto-und Optik-Industrie ist ja mittlerweise in vielen Bereichen kaputt, so daß man, statt selbst zu entwickeln und, wie in früheren Jahrzehnten, innovativ führend zu sein, sich darauf beschränkt, den Bekanntheitsgrad und das Image alter Markennamen auszuschlachten (Beispiele sind „Voigtländer”, „Eschenbach”, „Exakta” und sogar „Contax”).

MfG Walter E. Schön
 
Re: Wenn Dichter &#8222;verdichten&#8221;, entstehen Werbetexte

Hallo Walter,

deine Vermutung ist korrekt. Wie ich schon vor längerem hier einmal mitgeteilt habe, kommen die Minox Gläser aus Japan (Pentax). Die Qualität ist überwiegend recht passabel. Die Garantie ist allerdings europäisch: immerhin 30 Jahre. Das schafft Nikon nicht einmal bei den HG-Gläsern. Dort sind es nur 10 Jahre.

Steve
 
Minox-Ferngläser mit Pentax-Innenleben

Hallo Steve,

ja, das scheint mir gut möglich. Ich hatte schon mal Kowa im Verdacht, aber da das Fernglasprogramm von Kowa relativ wenige Modelle bis nur 42 mm Öffnungsdurchmesser aufweist (ich zähle hier nicht die Spektive und das hervorragende „Bino-Spektiv” High-Lander Prominar mit), hatte ich diese Vermutung wieder verworfen. Pentax erscheint mir sehr glaubhaft (warum bin ich nicht selbst darauf geommen?), denn es würde sowohl die sehr gute optische Qualität als auch andererseits das etwas enge Gesichtsfeld erklären. Unter diesem Gesichtspunkt kommt, wenn ich so darüber nachdenke, tatsächlich eigentlich gar kein anderer Lieferant in Frage.

Ich habe übrigens vor einigen Jahren, als ein Paar heiratete, mit dem ich seit über 20 Jahren eng befreundet bin, nach langen Vergleichen mit Leica und Zeiss ein Minox-Fernglas (ich glaube, es war 8x32 oder ähnlich) als mein Hochzeitsgeschenk ausgesucht. Mir war damals außer dem etwas engeren Gesichtsfeld keine wirklich gravierende Schwäche im Vergleich zur ca. 1,5mal so teuren Konkurrenz aufgefallen. Schärfe, Kontrast, Transmission (Helligkeit), Verarbeitung und Handhabung waren samt und sonders tadellos und hatten mich überzeugt.

Übrigens eignen sich Ferngläser ganz hervorragend als Hochzeitsgeschenk, denn sie sind nicht nur schöne, nützliche und langlebige Geschenke, sondern man kann im begleitenden Glückwunschschreiben schöne Parallelen ziehen: So wie die beiden Rohre immer in die gleiche Richtung schauen und wie sie ein Leben lang untrennbar verbunden sind, so soll auch das glückliche Paar … usw. (Das nur mal so als kleine Anregung.)

MfG Walter E. Schön
 
Re: Minox-Ferngläser, Hersteller

Hallo Steve,

hier hast Du das damals gepostet:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=Fernglaeser&Number=64022&Forum=Fernglaeser&Words=minox&Match=Entire%20Phrase&Searchpage=2&Limit=25&Old=allposts&Main=63487&Search=true#Post64022

auch in www.betterviewdesired.com wird die Baugleichheit mit Pentax angesprochen - aber Minox hat viel mehr
und ganz andere Typen im Angebot wie Pentax. Das Design ist von VW-Design, die haben da sogar Preise dafür
bekommen, aber wo die Gläser jetzt definitiv zusammengeschraubt werden, und wer die Optik designt hat, ist
nicht ganz klar. Vielleicht hilft da der japanische Produktionscode, den "wasguggsduda" hier im Forum mal
veröffentlicht hat, und der zeigt, daß die wahren Hersteller fast immer gar nicht bekannt sind?
Vielleicht Parallele zum Autobau: die Cabrios lassen praktisch alle deutschen Hersteller bei Karmann zusammen-
schrauben, egal welche Marke! Sind so wenige, daß sie nicht in die normale Produktion passen.

Gruß
 
Re: Minox - Argonfüllung

Nachtrag: habe mir weiter Gedanken gemacht, was das wohl soll: Idee: Argon ist im Gegensatz zu Stickstoff
schwer (fast so schwer wie CO2) und dadurch könnte man die Gläser vielleicht leichter mit dem Schutzgas
füllen (einfach in gefüllte Wanne einstellen) während man mit Stickstoff vor dem Schließen das Ganze irgendwie
durchspülen muß und dadurch wohl recht viel trockenen Reinstickstoff braucht? Argon ist jedenfalls das häufigste
und billigste Edelgas und wird daher auch viel zum Schweißen verwendet. Natürlich könnte man, wenn das der
Grund ist, auch CO2 nehmen. Aber wenn man den Sauerstoff aus dem Gas nach der Spülung zwecks Recycling
wieder entfernen will, kann man das beim Argon sicher leichter über katalytische Oxidation von heißen Teilen
machen, während das bei Stickstoff und CO2 zu Nebenprodukten führen würde.
Also wären das eigentliche Argument dann eben wohl doch die - über das Edelgas durch einfacheres recycling - geringeren Produktionskosten?

Gruß
 
Re: Minox - Argonfüllung

Mahlzeit,

was auch sein könnte:

Wenn man meint, eine besondere Gasfüllung würde dem
Fernglas weiterhelfen, sollte man natürlich Sorge tragen,
daß dieses Gas möglichst lange da bleibt, wo es ist.

Entweder man macht die Dichtungen besser, oder man
verwendet ein Gas, dessen Atome oder Moleküle einfach
größer sind als die in schnöder Luft und nicht mehr so gut
durch die Ritzen passen, und das sollte beim Argon der Fall sein.

Früher, als das Zeug wg. Ozonschädlichkeit noch nicht
verboten war, konnte man in Autowerkstätten seine Reifen
mit Schwefelhexafluorid befüllen lassen, und das hat wohl
funktioniert.

Ich nehme an, daß sich die Minox-Werbestrategen daran erinnert haben.

Grüße

Uwe
 
Ich bleibe bei Stickstoff als Füllung

Hallo Uwe,

natürlich ist denkbar, daß sich ab und zu mal eines der Stickstoffmoleküle durch irgendwelche sich zufällig auftuende Ritzen nach draußen zwängt und, flupps, dann auch gleich z.B. ein Sauerstoff- oder gar ein Wassermolekül diesen „Tag der offenen Tür” benutzt, um durch dieselbe Ritze hinein zu sausen. Aber glaubst Du daran, daß es allzu viele derartige Gelegenheiten geben sollte, so daß nach einigen Jahren von den Vorteilen der ehemaligen Stickstoff-Füllung nichts mehr bleibt? Ich nicht.

Wenn jemand öfter zur ISS fliegt und dann auf den dort vielleicht anstehenden Weltraumspaziergängen sein stickstoffbefülltes Fernglas oder Spektiv mitnimmt, dann kann der Druckunterschied zwischen drinnen und draußen das Entweichen des Stickstoffs fördern. Aber wenn das Fernglas oder Spektiv derartigen krassen Druckunterschieden (oder auch extremen Temperaturunterschieden, die wiederum zu solchen Druckunterschieden führen) nicht ausgesetzt ist, halte ich die Menge des eventuell verlorenen Stickstoffs und des eingedrungenen Sauerstoffs oder Wassers, vielleicht gar auch des einen oder anderen Argons aus der Luft?, angesichts der Aluminium- oder Magnesium-Wandstärken sowie der heute verwendeten Dichtungsmaterialien für unwesentlich.

Mir kommt das Argument, daß zur Fernglasbefüllung Argon besser als Stickstoff sei, so vor, als würde jemand behaupten, ein Auto würde schneller fahren, wenn man es rot statt blau oder silbern lackiert (vielleicht mit dem Hinweis auf die Ferrari-Siege vor BMW und Mercedes).

MfG Walter E. Schön
 
Re: Ich bleibe bei Stickstoff als Füllung

Hallo Walter,

die Sache mit dem Argon ist sicher Unsinn. Der eigentliche Schwachpunkt am hermetischen System eines mit einem inerten Industriegas befüllten Fernglases dürften die Dichtungen (O-Ringe aus welchem Material?) sein. Alle mir bekannten Dichtungen aus gummiähnlichen Material werden irgendwann porös. In der Praxis könnte ein Härtetest z.B. so aussehen: Fernglas mit schwarzer Armierung heizt sich in der Sommersonne auf und fällt in einen eiskalten Gebirgsbach. Weisst du etwas über die Langlebigkeit moderner Dichtungsmaterialien? Gibt es Alterungsversuche?

Viele Grüße

Steve

 
Re: Dichtigkeit/Füllgas von Ferngläsern

Hallo,

also wenn schon die Uhrenindustrie als leuchtendes Vorbild zitiert wird (Fa.Sinn), dann muß ich doch auch
mal sagen daß Uhren, die mit Angaben wie "20m wasserdicht" verkauft werden, von den Verkäufern als
"nicht geeignet um damit zu schwimmen" bezeichnet werden - und die Ferngläser werden nur als 1-2m
wasserdicht verkauft! Heißt das dann sowas wie "nur wenn der Regen nicht auf das Okularrohr fällt
wasserdicht"? Und bei der 30 Jahresgarantie - ist da "Wasserschaden" mit drin? (Zum Vergleich: Canon
gibt seine unterwasserfähige Kleincamera nur als wasserdicht an, wenn mindestens alle 2 Jahre die
Dichtung gewechselt wird! Und bei e-bay habe ich schon mal ein Leica gesehen (wasserdicht) für fast kein
Geld, das mal ein paar Tage in einer Pfütze lag - da ist also Wasserdichtigkeit (und das Abdiffundieren von
Stickstoff oder Argon) wohl mehr eine Frage der Kulanz des Fernglasherstellers als der "technischen"
Angaben! In der Minox Garantiekarte liest sich das z.B. so: erste 5 Jahre kostenloser Ersatz von Teilen
die Fabrikationsfehler haben (hat das Argon Fabrikationsfehler, wenn es das Glas verläßt?)
restliche 25 Jahre nur Teile kostenlos (Arbeit muß bezahlt werden) und vor allem "alle Verschleißteile
ausgeschlossen" - Augenmuscheln und Gummiarmierung konkret erwähnt - Dichtungen sind ja dann wohl auch
Verschleißteile!). Ich hatte ein Fahrrad, das 10 Jahre Garantie auf den Rahmen hatte - er bekam einen Riß und
da er nicht mehr hergestellt wurde(5Jahre) bekam ich nach einigem Verhandeln das Geld zurück (den Rechnungsbetrag, nicht den inzwischen doppelt so hohen Wiederbeschaffungswert),
das ist wohl heute das Maximum das man erwarten kann.

Bei Leica und Zeiss könnte ich mir vorstellen, daß sie wegen der vielen Jäger und der hohen Preise kulant
reagieren, auch wenn nach mehreren Jahren das Wasser im Glas schwappt - wer dagegen von vornherein schon
alle Verschleißteile ausschließt wird sicher nur darauf hinweisen, daß bei Argonfüllung und Wasser im Glas ein
Bedienungsfehler vorliegt oder die Dichtungen verschlissen sind!

Wer trotzdem an die tollen Herstellerparolen glaubt, soll mal versuchen, eine wasserdichte Uhr zu reklamieren -
nicht wenn das Argon raus ist sondern wenn Wasser drin ist!

Gruß
 
Re: Dichtigkeit/Füllgas von Ferngläsern

Hallo hanz,

vielen Dank für die Informationen...
Das eine "3m wasserdichte" Uhr gerade mal Regenspritzer abhält war mir nun schon bekannt, aber das es, auch bei den anderen
Dingen, so schlimm ist...
Naja, Werbung halt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Gut, mal wieder dran erinnert zu werden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Allerdings, so ein Leica zum Preise von "fast garnix" zu zerlegen hätte mir schon Spass gemacht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruss
Dixon


 
Re: Dichtigkeit/Füllgas von Ferngläsern

Hi Dixon,

Mir ist nicht bekannt, woher die Tradition kommt, eine Uhr, die gerade mal einen Regenschauer übersteht, als
'wasserdicht bis 30 m' zu bezeichnen. Vielleicht ist damit die Fallhöhe der Tropfen gemeint :-)

Bei den Ferngläsern ist es definitiv (noch) anders. Wenn es als 'Druckwasserdicht bis 0.3 bar' bezeichnet wird, dann
kann man es auch eine Stunde lang in 3 m Tiefe liegen lassen, und das wird auch stichprobenartig getestet.
Die genauen Testbedingungen können allerdings variieren. Der Standard beim Militär (NVA) schrieb z.B. vor, dass
die Wassertemperatur 10-15 Grad unter der des Fernglases liegen musste - dabei entsteht ein Unterdruck im Gerät,
den die Dichtungen halten mussten. Alternativ kann man auch mit einer sog. Druckbeaufschlagung testen: Man pumpt einen
Überdruck in das Gerät, der anschliessend innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes nicht unter einen Grenzwert abfallen darf.

Ob man allerdings bei der Fertigung in China auch noch so pedantisch ist sei mal dahin gestellt.

Gruss,
Holger
 
Re: Dichtigkeit/Füllgas von Ferngläsern

Mir ist nicht bekannt, woher die Tradition kommt, eine Uhr, die gerade mal einen Regenschauer übersteht, als 'wasserdicht bis 30 m' zu bezeichnen. Vielleicht ist damit die Fallhöhe der Tropfen gemeint :-)
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verblüffenderweise bedeuted die Angabe "wasserdicht 30 m", nicht, wie die meisten Leute meinen, dass so eine Uhr dicht bis in 30 m Tiefe unter Wasser ist, sondern dass so eine Uhr dicht bleiben muss, wenn sie 30 Minuten in 1 Meter Tiefe unter Wasser ist. Und diese Angabe gilt auch immer nur für eine Uhr die nagelneu ist, oder gerade von der "Inspektion" kommt, einmal irgendwo mit der Uhr leicht angestossen - schon ist (meistens) die Wasserdichtigkeit hinüber

 
Wasserdichtigkeit beí Uhren und Spektiven

Hallo Holger und Stephan,

leider bin ich nicht im Besitz der Normblätter, in denen die Spezifikationen für entsprechende Wasserdichtsheitsangaben von Uhren definiert sind. Aber aus Gesprächen, die ich mit mehreren seriösen und fachkundigen Uhrmachermeistern geführt habe, weiß ich, daß eine Angabe wie „wasserdicht 30 m” nur bedeutet, daß über einen definierten Zeitraum (vielleicht 30 Minuten?) bei einem konstanten Überdruck von 0,3 bar entsprechend 30 m Wassertiefe kein Wasser in die Uhr eindringen würde. Dies reicht allerdings nicht aus, um die Uhr gefahrlos beim Schwimmen oder Tauchen tragen zu dürfen. Denn an den kritischen Stellen der Uhr, etwa wo die Wellen der Krone oder eventuell von Drückern bei Chronographen durchs Gehäuse geführt sind und beim Stellen der Uhr, bei nichtautomatischem mechanischem Werk beim Aufziehen und bei Chronographen beim Stoppen der Zeit gedreht oder axial verschoben werden, können beim Schwimmen durchaus auch höhere Drücke auftreten. Man denke nur an die Armbewegungen beim Crowl- oder Schmetterlingsstil oder beim Rückenschwimmen! Da klatscht dann die Uhr mit Wucht aufs Wasser, so daß zumindest kurzzeitig sehr viel höhere Drücke entstehen können. Ebenso beim Springen ins Wasser. Ja sogar beim Duschen oder Händewaschen kann der Wasserstrahl an der Auftreffstelle punktuell deutlich höhere Drücke erzeugen, als die Uhr verträgt. Übereinstimmend wurde mir von allen befragten Uhrmachern gesagt, daß man eine Uhr, die für weniger als 50 m Wassertiefe deklariert ist, nicht beim Schwimmen tragen sollte. Ich hatte mich nämlich speziell danach erkundigt, als ich letztes Jahr meiner Frau, die als passionierte Wasserratte regelmäßig zum Schwimmen geht, eine Uhr zum Geburtstag schenkte, die sie beim Schwimmen anbehalten kann (die Uhren, die sie schon hatte, sind für maximal 30 m deklariert). Ich habe mich dann für eine Uhr mit einer garantierten Wasserdichtigkeit für 100 m entschieden. Und diese Uhr trägt meine Frau seither (also seit inzwischen über 10 Monaten) immer beim Schwimmen, ohne daß bisher irgendein Problem aufgetreten wäre.

Die Definition für Wasserdichtigkeit bei Spektiven und Ferngläsern könnte, sofern sie in einer Norm niedergelegt ist, natürlich anders aussehen. Prinzipiell dürften dort die Verhältnisse zwar ähnlich sein, allerdings mit dem Unterschied, daß die Dichtungsteile nicht so filigran wie bei einer Uhr gebaut und darum wohl etwas härter im Nehmen sind. Daß die Spektiv- und Fernglashersteller, die Wasserdichtheit versprechen, in ihren englischen Texten von „submersible” (= eintauchbar) sprechen, zeigt übrigens, daß sie ihre Versprechen ernster meinen als die Uhrenhersteller, die in der Regel selbst bei einer Angabe wie „wasserdicht 30 m” nie diesen Ausdruck gebrauchen würden. Auch wird man mit einem Spektiv oder Fernglas nicht im Wasser so heftige Bewegungen wie mit den Armen beim Schwimmen ausführen, was die Situation ebenfalls entschärft. Ich betrachte dennoch die Dichtheit meiner Leica-und Nikon-Ferngläser nur als Garantie dafür, daß ich sie bei Regen nicht in den Koffer packen muß und im (bisher nicht eingetretenen) Notfall mit sauberem Leitungswasser vorsichtig abwaschen könnten, falls sie mal durch ein Versehen „in den Dreck fallen” oder bei einem Wüstensandsturm so verschmutzt werden sollten, daß man sie auf andere Weise nicht mehr sauber bekommt. Schließlich betrachte ich die deklarierte Wasserdichtheit auch als zusätzliche Garantie für die versprochene Beschlagfreiheit. Viel mehr sollte man wohl nicht in die Angaben der Wasserdichtheit hinein interpretieren, und man braucht das angesichts der Belastungen in der Praxis wohl auch nicht zu tun. Bei für den Wassersport oder für die Marine konzipierten Ferngläsern wird man wahrscheinlich die Meßlatte bezüglich der Wasserdichtheit noch etwas höher setzen dürfen, zumal dort der vor Dir (Holger) erwähnte Temperatursturz beim Fall des Fernglases ins Wasser mit dem daraus resultierenden Unterdruck mit ins Kalkül gezogen werden muß (übrigens bedeutet Druckfestigkeit nicht automatisch auch Unterdruckfestigkeit!).

MfG Walter E. Schön
 
Re: Wasserdichtigkeit beí Uhren und Spektiven

Hallo Walter,

das hast Du schön dargestellt. leider kommt natürlich noch was dazu, das die Hersteller wasserdichter Uhren
nervt (das für Ferngläser allerdings nicht relevant ist): die chemische Beanspruchung der Dichtungen durch
das gechlorte bzw ozonisierte Wasser im Schwimmbad - da müßte man dann eigentlich Dichtungen aus Teflon
oder ähnlichen schwer oxidierbaren Materialien verbauen. Kostet im Endpreis wahrscheinlich grad n' Groschen
mehr und wäre doch ein tolles Werbeargument für Minox? z.B. Teflon-protected Argon filled (lousy optical).
Morgen geht das 10x42 zurück - ist ganz einfach bei Tag und diffusem Gegenlicht unbrauchbar.

Gruß
 
Re: Wasserdichtigkeit beí Uhren und Spektiven

Hallo Walter,

nur eine kleine Korrektur :

...Überdruck von 0,3 bar entsprechend 30 m Wassertiefe...

muß heißen:
... 3 bar entsprechend 30 m Wassertiefe...

Gruß
Wehr
 
Richtig: 3 bar entspicht 30 m Wassertiefe

Hallo Wehr,

danke fürs aufmerksame Mitdenken beim Lesen und die Richtigstellung meiner falschen Angabe. (Wieder mal so ein blöder Fehler, bei dem man sich im Nachhinein fragt, wie er entstehen konnte!)

MfG Walter E. Schön
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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